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19.3626 · Interpellation · 2019-06-14

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

Der Frauenanteil in der Armee ist immer noch verschwindend gering, obwohl der Bericht der Studiengruppe Dienstpflicht unlängst den Bedarf nach mehr Frauen im Militär aufgezeigt hat. Um den Alimentierungsschwierigkeiten der Armee zu begegnen und gleichzeitig die zunehmende Anzahl an Spezialfunktionen zu besetzen, muss es gelingen, das bei den dienstleistungsfähigen Bürgerinnen und Bürgern vorhandene Potenzial möglichst gut auszuschöpfen. Richtigerweise hat sich Bundesrätin Amherd die Frauenförderung in der Armee auf die Fahne geschrieben, ohne jedoch auf konkrete Massnahmen einzugehen. Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Ist der Bundesrat gewillt, der Frauenförderung in der Armee die nötige Priorität einzuräumen?

2. Bezugnehmend auf die Stellungnahme des Bundesrates zur Motion Estermann 18.4303: Welche explizit freiwilligen Massnahmen zieht der Bundesrat für die Erhöhung des Frauenanteils in der Armee in Betracht?

3. Verfolgt der Bundesrat ein konkretes, messbares Ziel betreffend den Frauenanteil in der Armee? Hat der Bundesrat eine diesbezügliche Strategie?

4. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass Frauen insbesondere bei der Besetzung von Kaderpositionen einen wesentlichen Beitrag leisten könnten?

5. Wie können Frauen im zivilen Berufsleben von den Führungserfahrungen einer militärischen Führungsfunktion profitieren?

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat beantwortet die konkreten Fragen wie folgt:

1. Der Bundesrat ist gewillt, der Frauenförderung in der Armee erhöhte Priorität einzuräumen. Dazu hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport eine Arbeitsgruppe gebildet, die alle Fragestellungen rund um die Förderung der Frauen in der Armee prüfen und Massnahmen dazu vorschlagen wird.

2. Der Bericht zur Alimentierung der Armee, welcher auf Ende 2020 dem Bundesrat vorgelegt werden soll, wird sich auch der Frage widmen, wie mehr Frauen für die Schweizer Armee gewonnen werden können.

Zusätzlich zu den Einladungen der Kantone für die freiwillige Teilnahme von Schweizerinnen an Orientierungstagen prüft die Armee weitere Instrumente und Kanäle (z. B. Whatsapp, Instagram, Snapchat, Youtube und Facebook, Newsletter sowie Wettbewerbe, Quiz, Online-Tools für personalisierte Empfehlungen oder Online-Anmeldungen zu Eignungstests, Informationskampagnen), um die Frauen noch besser zu erreichen.

3. Der Bundesrat wird die Fragen in Zusammenhang mit dem Bericht zur Alimentierung der Armee beantworten und mit der dafür speziell eingerichteten Arbeitsgruppe eingehend erörtern.

4. Der Bundesrat ist sich der Wichtigkeit der Frauenförderung in der Schweizer Armee bewusst, auch bei der Besetzung von Kaderpositionen. In der Schweizer Armee gilt die Chancengleichheit: "Gleiche Leistung - gleiche Chancen". Daher leisten sowohl Frauen als auch Männer, die sich für Kaderpositionen in der Schweizer Armee gleichermassen qualifiziert haben, wesentliche Beiträge in Führungs- und Ausbildungsaufgaben.

5. Frauen profitieren im zivilen Berufsleben wie ihre männlichen Kameraden vom vielfältigen Mehrwert einer militärischen Führungsausbildung. Dazu gehören unter anderem die praktische Führungserfahrung, Ausbildungsgutschriften, ein Bildungs- und Kompetenznachweis, ein Netzwerk, die Anerkennungen von Fachausbildungen sowie die Anrechenbarkeit von ECTS-Punkten an Universitäten und Fachhochschulen.

Antwort des Bundesrates.