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Die F-35 werden mit einem veralteten und unzuverlässigen Motor geliefert. Was sind die Folgen?

24.3448 · Interpellation · 2024-04-17

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

2015 hat das Government Accountability Office (GAO), welches im Auftrag des amerikanischen Kongresses Prüfungen und Evaluationen durchführt, vor Problemen mit der Zuverlässigkeit und der Leistung des Motors der F-35-Kampfflugzeuge gewarnt (Pratt & Whitney F135). Diese Mängel wurden in den Medien breit diskutiert und waren Gegenstand mehrerer Interpellationen (zum Beispiel 21.4618). Laut den neusten Informationen soll die Schweiz F-35 ohne die Anpassungen erhalten, welche es ermöglichen, mit diesem Problem umzugehen. Denn diese Anpassungen werden erst ab 2029 verfügbar sein, also nach der Lieferung der Flugzeuge an die Schweiz. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, insbesondere in Zusammenhang mit den Kosten und ihrer Übernahme, der Verfügbarkeit der Flugzeuge sowie den Folgen für ihre Lebensdauer.

Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. Werden die Flugzeuge, welche die Schweiz zwischen 2027 und 2030 erhält, mit dem alten oder dem neuen Motor ausgerüstet sein?

  2. Muss der gesamte Motor ausgetauscht werden oder reicht es, einzelne Teile anzupassen?

  3. Wie viel wird die Anpassung kosten? Wer wird zahlen – Lockheed Martin oder die Schweiz?

  4. Diese Probleme waren bereits bekannt, als der Vertrag abgeschlossen wurde. Waren sie Teil der Verhandlungen? Wenn ja, in welcher Weise? Wenn nein, weshalb nicht?

  5. Wie viel Zeit benötigen die Anpassungen?

  6. Laut dem GAO müssen die Flugzeuge, die mit dem alten Motor ausgestattet sind, doppelt so häufig gewartet werden (etwa alle 45 Stunden). Wurde dies im Vertrag mit Lockheed Martin berücksichtigt?

  7. Haben diese Probleme einen Einfluss auf die Lebensdauer der Flugzeuge?

  8. Wäre eine Verlängerung des Einsatzes des F/A-18 nötig, um eine Lücke in den Dienstleistungen der Luftwaffe zu vermeiden? Welche Kosten sind mit einer solchen Verlängerung verbunden?

Stellungnahme des Bundesrates

  1. Die Schweizer Flugzeuge erhalten bei der Auslieferung nach derzeitiger Planung die heutige, aktuelle Version des Triebwerks. Dieses Triebwerk des Typs F135 wird die Anforderungen für die Schweiz vorgesehenen sogenannten Block 4-Konfiguration erfüllen.

  1. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung von Teilen des Triebwerks sowie des zugehörigen Kühlluftsystems. Weiterentwicklungen sind bei komplexen Systemen normal und notwendig. Dies bedeutet, dass nicht das komplette Triebwerk gewechselt werden muss, sondern dass dieses Upgrade im Rahmen einer geplanten grossen Instandhaltung der betroffenen Triebwerkkomponenten eingebaut wird. Der Einbau dieser Komponenten in die Schweizer Flugzeuge soll in den 2030er Jahren erfolgen.

  1. Die mit der Aktualisierung der Triebwerke verbundenen Kosten werden Teil von zukünftigen Wartungsverträgen des VBS mit der amerikanischen Regierung sein. Aufgrund der laufenden Entwicklung sind die genauen Kosten der Weiterentwicklung noch nicht bekannt. Die grossen Stückzahlen wirken sich jedoch vorteilhaft auf die Kosten pro Flugzeug für solche Weiterentwicklungen aus.

  1. Die geplante Weiterentwicklung des Triebwerks wird seit mehreren Jahren öffentlich diskutiert. Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Beschaffungsvertrags war bekannt, dass das US-Verteidigungsministerium eine Weiterentwicklung des Triebwerks prüfen lässt, die Variantenprüfung war jedoch noch nicht abgeschlossen. Vertraglich wurde vereinbart, dass die Schweiz die Flugzeuge erhält, die der Konfiguration des zugeteilten Bauloses entsprechen.

  1. Die Weiterentwicklung des Triebwerks soll bis Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein. Nach heutiger Planung soll die Anpassung der Schweizer Triebwerke im Lauf der 2030er Jahren erfolgen. Der Einbau der neuen Komponenten in alle Schweizer F-35A wird sich über mehrere Jahre erstrecken.

  1. Die Flugzeuge mit dem F135-Triebwerk können nach heutigem Kenntnisstand im Flugbetrieb ohne oder allenfalls mit geringfügigem zusätzlichen Wartungsaufwand betrieben werden.

  1. Die Lebensdauer der Flugzeuge bleibt unverändert. Mit der Einführung des Upgrades können die Intervalle zwischen den grossen Instandhaltungsarbeiten an den Triebwerken verlängert werden. Über den ganzen Lebensweg gesehen ist es deshalb kostengünstiger, diese Weiterentwicklung umzusetzen als darauf zu verzichten.

  1. Die vorgesehenen Verbesserungen des Triebwerkes haben keinen Einfluss auf die Einführung des F-35A. Es gibt deshalb keinen Zusammenhang zwischen dem Upgrade und der Ausserdienststellung des F/A-18 der Schweizer Luftwaffe.