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Strategisches Netz 2040 von Swissgrid. Anbindung an europäische Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsprojekte?

24.4225 · Interpellation · 2024-09-27

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Eine Leitung in Gleichstromtechnologie (HGÜ) hat eine höhere Leistungskapazität als eine klassische Wechselstromleitung. Bei der Gleichstrom-Übertragung kommt es zu 30–50% weniger Leitungsverlusten. Zudem ist der Leistungsfluss steuerbar, so dass das parallele Wechselstromnetz entlastet werden kann. Interessant ist die HGÜ-Technologie vor allem für den Stromtransport über grosse Distanzen, etwa von Offshore-Windparks in der Nordsee in den Süden. Deutschland plant deshalb mehrere solche Leitungen. Diese sollen zukünftig Strom, der durch Windkraft im Norden produziert wird, über weite Strecken verlustarm in den Süden transportieren. Für die Stromversorgungssicherheit der Schweiz wäre es wichtig, an diese Leitungen angebunden zu werden.

Der Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur sieht mit dem Projekt P678 einen DC-Interkonnektor Deutschland – Schweiz zwischen Böblingen (D) und Mettlen vor. Dem Bericht der Bundesnetzagentur kann entnommen werden, dass die "Schweizer Regulierungsbehörde" konsultiert wurde und dem Projekt gegenüber positiv eingestellt sei: «Die Schweizer Regulierungsbehörde wies darauf hin, dass das Projekt trotz noch ausstehender Prüfungen positiv und zu erwarten sei, dass das Projekt im Rahmen des dortigen Netzentwicklungsplans „Strategisches Netz 2040“ eingebracht werde. Ein zusätzlicher Nutzen werde durch die enge Wechselwirkung der Massnahme mit dem sog. „Greenconnector“ Projekt erwartet, einer ebenfalls auf 1GW ausgelegten HGÜ-Verbindung zwischen Norditalien und der Schweiz.»

In den Planungsgrundsätzen der Swissgrid für das Strategische Netz 2040 werden diese beiden Projekte jedoch nicht erwähnt. Es stellen sich daher folgende Fragen:

  1. Wird im Zuge der Entwicklung des Strategischen Netzes 2040 eine Anbindung in den Süddeutschen Raum (Projekt P678 DC Interkonnektor Deutschland-Schweiz) mitberücksichtigt?

  2. Wird im Zuge der Entwicklung des Strategischen Netzes 2040 eine Anbindung in den Norditalienischen Raum (Projekt Greenconnector) mitberücksichtigt?

  3. Ist eine innerschweizerische HGÜ-Verbindung zwischen den Endstationen UW Mettlen (Interkonnektor DE-CH) und UW Bonaduz / Sils (Greenconnector) geplant?

  4. Falls keine innerschweizerische HGÜ-Verbindung geplant ist: Verfügt das schweizerische Höchstspannungsnetz über genügend Leistungsreserve für den Anschluss an diese beiden HGÜ-Projekte?

Stellungnahme des Bundesrates

Die Prozedur und Verantwortungen für die Netzplanung sind in den Artikeln 9a-9d des Stromversorgungsgesetzes (StromVG; SR 734.7) geregelt. Gemäss Artikel 9a StromVG erstellt das Bundesamt für Energie einen Szenariorahmen (SZR CH) als Grundlage für die Netzplanung der Übertragungsnetze und Verteilnetze hoher Spannung. Er stützt sich dabei auf die energiepolitischen Ziele des Bundes sowie gesamtwirtschaftliche Rahmendaten und berücksichtigt das internationale Umfeld, insbesondere die Szenarien von ENTSO-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity), dem Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber. Der Bundesrat hat den Szenariorahmen 2030/2040 an seiner Sitzung vom 23. November 2022 genehmigt (www.admin.ch > Dokumentation > Medienmitteilungen > Energie: Bundesrat genehmigt Szenariorahmen für Stromnetzplanung 2030/2040). Basierend auf den SZR CH koordinieren die Netzbetreiber ihre Netzplanung und stellen einander die dafür erforderlichen Informationen unentgeltlich zur Verfügung (Art. 9c StromVG). Des Weiteren stimmt sich Swissgrid im Hinblick auf grenzüberschreitende Leitungsprojekte mit den benachbarten Übertragungsnetzbetreibern ab. Diese Koordination wird durch die ENTSO-E Mitgliedschaft von Swissgrid sowie durch die bilaterale Koordination und gemeinsame Netzstudien mit direkt benachbarten Übertragungsnetzbetreibern sichergestellt. Die Wahl der Leitung, der Technologie (Gleichstrom oder Wechselstrom) und ihre Dimensionierung liegt bei den Netzbetreibern. 1. – 4. Die Swissgrid hat ihren Netzentwicklungsplan «Strategisches Netz 2040» Ende Juni 2024 bei der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom eingereicht, er ist bis Ende März 2025 bei dieser in Prüfung. Sobald diese abgeschlossen ist, wird er veröffentlicht. Daher existiert noch keine öffentliche Version dieses Plans und es können zurzeit zu den in der Interpellation genannten Projekten und Fragen keine Aussagen gemacht werden.

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