Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 4 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

8C_396/2008

8C_396/2008

Rubrum

{T 0/2}

Urteil vom 22. September 2008

I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,

Bundesrichter Lustenberger,

nebenamtliche Bundesrichterin Buerki Moreni,

Gerichtsschreiber Grünvogel.

Parteien

I.________, Beschwerdeführerin,

vertreten durch B.________,

gegen

Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Arbeitslosenversicherung, Stampfenbachstrasse 32, 8001 Zürich, Beschwerdegegner.

Gegenstand

Arbeitslosenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich

vom 20. März 2008.

Nach Einsicht

in die am 26. Mai 2008 nach vorgängiger Rückweisung wegen übermässiger Weitschweifigkeit verbesserte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegeheiten gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 20. März 2008,

in die Akten der Vorinstanz,

Erwägungen

dass die Beschwerdeführerin die umfassende Gewährung des rechtlichen Gehörs nach Erlass des Einspracheentscheids letztinstanzlich bestreitet,

dass sie die massgeblichen Unterlagen indessen nach eigener Darstellung vor Vorinstanz hat einsehen können und daher keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt,

dass die Beschwerdeführerin in der Rechtsmitteleingabe vom 31. Januar 2007 vor Vorinstanz eventualiter beantragen liess, den Einspracheentscheid aufzuheben und "die im Streit liegende Sache vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in einem den Bestimmungen nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Abs. 2 Internationaler Pakt vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische Rechte (SR 0.103.2) genügenden, fairen Verfahren abschliessend zu beurteilen",

dass dieser Antrag in der Beschwerdeschrift indessen weder näher erläutert noch sinnbringend begründet wurde,

dass das in Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorgegebene Gebot des fairen Verfahrens keineswegs zwingend die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung gebietet, insbesondere nicht in Verfahren, die üblicherweise ausschliesslich in Schriftform erfolgen (vgl. SVR 2006 IV Nr. 1 E. 3.6; Urteil 9C_555/2007 vom 6. Mai 2008, E. 3.2),

dass es hierfür vielmehr eines diesbezüglich rechtzeitig gestellten klaren und unmissverständlichen Antrags bedarf (Urteil 9C_555/2007 vom 6. Mai 2008, E. 3.1),

dass nicht abschliessend beantwortet werden muss, ob ein solcher Antrag vorliegt, da die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) und des Bundesgerichts einerseits das Absehen von einer öffentlichen Verhandlung zulässt, wenn die Beurteilung eines umstrittenen Sachverhalts nicht vom persönlichen Eindruck der Partei, sondern in erster Linie von den Akten abhängig ist (Urteil EGMR in Sachen Jussila vom 23. November 2006, Nr. 73053/01 Ziff. 41 mit Hinweis; in SVR 2006 BVG Nr. 19 publizierte E. 3.2.1 von BGE 132 V 127; Urteil 4A.1/2006 vom 31. März 2006, E. 2.1), und anderseits auch auf Grund der allgemein im Sozialversicherungsprozess gebotenen Einfachheit und Raschheit des Verfahrens (vgl. Art. 61 lit. a ATSG), wobei letzterem Aspekt insbesondere bei offensichtlich unbegründeten oder unzulässigen Beschwerden Rechnung zu tragen ist (Urteil I 98/07 vom 18. April 2007, E. 4.2; vgl. auch Urteil EGMR in Sachen Döry vom 12. November 2002, Nr. 28394/95 Ziff. 41),

dass sich vorliegend der Streit in materieller Hinsicht in erster Linie um die Frage der distanz- und lohnmässigen Zumutbarkeit drehte, wobei nicht der Sachverhalt selbst, sondern dessen Subsumtion unter die anwendbaren Rechtsnormen bestritten wurde,

dass die übrigen Beanstandungen im Wesentlichen formeller Natur waren,

dass allesamt indessen offensichtlich unbegründet waren, wie im angefochtenen Entscheid aufgezeigt ist und nachfolgend noch erläutert wird,

dass deshalb ein Absehen von einer öffentlichen Verhandlung bereits aus diesem Grund zulässig war,

dass die letztinstanzlichen Vorbringen zur Einstellung in der Anspruchsberechtigung offenkundig unbegründet sind,

dass insbesondere die Rüge der Verletzung der Aufklärungspflichten durch das Amt offenkundig fehl geht, diesbezüglich vielmehr auf die BGE 124 V 225 E. 5b S. 233 nennenden zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass sodann zwar eine rechtsfehlerhafte Feststellung des versicherten Verdienstes behauptet wird, ohne dass indessen dargelegt würde, woraus sich der als treffend angegebene Betrag ableitet,

dass sich dieser indessen aus dem der Vorinstanz vorgelegenen, hier nicht streitigen, aber ebenfalls die Versicherte betreffenden Einspracheentscheid vom 25. Februar 2008 ergibt, was ihr indessen nichts nützt, da die ihr zugewiesene Stelle auch bei einem (knapp) unter 70 % des versicherten Verdienstes liegenden Einkommen zumindest als Zwischenverdienst zumutbar gewesen wäre, wie bereits von der Vorinstanz dargelegt wurde (Art. 16 Abs. 2 lit. i in Verbindung mit Art. 24 AVIG),

dass bezogen auf den Arbeitsweg, die geltend gemachten Kinderbetreuungspflichten und die weiteren Vorbringen ebenfalls auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen wird, denen nichts beizufügen ist (Art. 109 BGG),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG), zumal das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bereits mit Verfügung vom 25. Juni 2008 abgewiesen worden ist,

Dispositiv

erkennt das Bundesgericht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.

Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich und dem Staatssekretariat für Wirtschaft schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 22. September 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Grünvogel

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Bundesgesetz über das Bundesgericht, Art. 66 und Art. 109 — gelesen in der Fassung vom 1. August 2008; der Erlass wurde am 1. Januar 2009, 1. Januar 2011, 1. April 2011, 5. Dezember 2011, 1. Januar 2012, 1. April 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 1. Februar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. August 2014, 1. November 2015, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 1. April 2017, 1. Juni 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2024, 1. Februar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2026 und 13. Mai 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, Art. 16 und Art. 24 — gelesen in der Fassung vom 1. August 2008; der Erlass wurde am 1. Januar 2009, 1. Juni 2009, 1. Januar 2010, 1. Januar 2011, 1. April 2011, 1. Oktober 2011, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Juli 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 26. September 2020, 1. Januar 2021, 20. März 2021, 1. Juli 2021, 18. Dezember 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Mai 2025, 27. September 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.
  • Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte, Art. 14 — gelesen in der Fassung vom 15. Februar 2008; der Erlass wurde am 11. Dezember 2009, 16. April 2010, 27. Oktober 2011, 31. August 2016, 27. März 2017, 28. Mai 2019, 24. Januar 2022 und 9. Mai 2022 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, Art. 61 — gelesen in der Fassung vom 1. August 2008; der Erlass wurde am 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Oktober 2019, 1. Januar 2021, 18. Juni 2021, 10. November 2021, 1. Januar 2022 und 1. Januar 2024 erneut konsolidiert.
  • Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, Art. 6 — gelesen in der Fassung vom 14. Juni 2006; der Erlass wurde am 1. Juni 2009, 1. Juni 2010, 23. Februar 2012, 1. August 2021, 1. Februar 2022 und 16. September 2022 erneut konsolidiert.

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