923.01
Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei
(VBGF)
vom 24. November 1993 (Stand am 28. März 2000)
Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf die Artikel 4–6 und 21 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 19911 über die Fischerei (Gesetz),
Artikel 33 des Tierschutzgesetzes vom 9. März 19782,
in Ausführung des Übereinkommens vom 19. September 19793 über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention), verordnet:
1. Abschnitt Schonbestimmungen
Art. 1 Schonzeiten
Die Schonzeiten für die unten aufgeführten Fische und Krebse betragen mindestens: Forellen (Salmo trutta) Wochen – in fliessenden Gewässern und in Stauhaltungen 16 – in stehenden Gewässern 12 Seesaibling (Salvelinus alpinus) 8 Felchen (Coregonus spp.) 6 Äsche (Thymallus thymallus) 10 Hecht (Esox lucius) 8 einheimische Krebse (Decapoda) 40
Die Kantone legen Beginn und Ende der Schonzeit so fest, dass diese jeweils die Fortpflanzungsperiode umfassen.
Sie können die Schonzeiten verlängern und auf weitere Fischarten ausdehnen. Sie sind dazu verpflichtet, wenn dies zur Wahrung der nachhaltigen Nutzung einheimischer Fisch- und Krebsbestände notwendig ist.
Sie regeln die Verwendung von Netzen derart, dass geschonte Fischarten einen möglichst kleinen Fanganteil ausmachen.
AS 1993 3384
Art. 2 Fangmindestmasse
Die Fangmindestmasse betragen für: cm Forellen (Salmo trutta) – in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe 35 – in den übrigen Gewässern 22 Seesaibling (Salvelinus alpinus) 22 Felchen (Coregonus spp.) 25 Äsche (Thymallus thymallus) 28 Hecht (Esox lucius) 45 Flussbarsch, Egli (Perca fluviatilis) 15 Edelkrebs (Astacus astacus) 12 Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes) 9 Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) 9
Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende.
Für den Fischfang mit Netzen legen die Kantone die Maschenweite so fest, dass untermassige Fische einen möglichst kleinen Fanganteil ausmachen.
Die Kantone können die Fangmindestmasse erhöhen und auf weitere Fisch- und Krebsarten ausdehnen. Sie sind dazu verpflichtet, wenn dies zur Wahrung der nachhaltigen Nutzung einheimischer Fisch- und Krebsbestände notwendig ist.
Art. 3 Sonderfänge
Die Kantone können Sonderfänge durchführen oder durchführen lassen, insbesondere zum Abfischen vor technischen Eingriffen, zur Bekämpfung von Krankheiten, zur Laichgewinnung, zum Abfischen von Aufzuchtgewässern oder für fischereibiologische Erhebungen. Dabei kann von den Schonzeiten und Fangmindestmassen abgewichen werden.
Art. 4 Generelle Ausnahmen von den Schonzeiten und Fangmindestmassen
Die Kantone können die Schonzeiten oder Fangmindestmasse für eine bestimmte Zeit und ein bestimmtes Gewässer herabsetzen oder aufheben, wenn dies fischereibiologisch oder für die nachhaltige Nutzung der Bestände erforderlich ist.
Art. 5 Massnahmen für den Schutz gefährdeter Arten und Rassen
Als gefährdete Arten und Rassen (Art. 5 Abs. 1 des Gesetzes) gelten die in Anhang 1 mit dem Gefährdungsstatus 1–4 bezeichneten Fische und Krebse.
Massnahmen für den Schutz gefährdeter Arten und Rassen (Art. 5 Abs. 2 des Gesetzes) werden unter Berücksichtigung des schweizerischen und europäischen Gefährdungs- und Schutzstatus nach Anhang 1 sowie der Art der lokalen Gefährdung durchgeführt.
2. Abschnitt Bewilligung für das Einführen und Einsetzen fremder Fische
und Krebse
Art. 6 Begriffe
Als landesfremde Fische und Krebse gelten Arten, Rassen und Varietäten, die nicht in Anhang 1 aufgeführt sind.
Als standortfremd gelten:
Fische und Krebse, die im entsprechenden Einzugsgebiet nach Anhang 1 als ausgestorben gelten;
Fische und Krebse, die im entsprechenden Einzugsgebiet natürlicherweise nicht vorkommen;
Fische und Krebse nach Anhang 1, die mit der Population ihres Einsatzortes genetisch nicht ausreichend verwandt sind.
Als Aquarienfische gelten Fische und Krebse, die:
ausschliesslich in Aquarien eingesetzt werden, deren allfälliger Auslauf in die Kanalisation mündet und aus denen sie nicht in ein anderes Gewässer entweichen können, und
weder als Köderfische noch als Speisefische oder -krebse genutzt werden.
Als Einsetzen gilt jedes Einbringen von Fischen und Krebsen in natürliche oder künstliche, öffentliche oder private Gewässer, einschliesslich Fischzuchtanlagen, Gartenbiotope und Aquarien.
Art. 7 Bewilligungsvoraussetzungen
Die Voraussetzungen von Artikel 6 Absatz 2 des Gesetzes sind in der Regel erfüllt, wenn:
Fische und Krebse, die nach Anhang 1 ausgestorben sind, in ihrem Einzugsgebiet wieder angesiedelt werden und keine Gefährdung der einheimischen Arten zu erwarten ist;
Varietäten von Fischen und Krebsen nach den Anhängen1 und 2 als Speisefische oder -krebse in Fischzucht- und Fischhälterungsanlagen eingesetzt und die notwendigen Massnahmen gegen das Entweichen getroffen werden;
landesfremde Fische, die in Anhang 3 nicht aufgeführt sind, als Speisefische in geschlossenen Fischzuchtanlagen, deren Auslauf in die Kanalisation mündet, eingesetzt werden;
landesfremde Fische und Krebse nach Anhang 3 für öffentliche Ausstellungen und Zoos oder für die Forschung in Aquarien eingesetzt werden, deren allfälliger Auslauf in die Kanalisation mündet und aus denen sie nicht in ein anderes Gewässer entweichen können.
Art. 8 Bewilligungsbefreiung
Ohne Bewilligung nach Artikel 6 Absatz 1 des Gesetzes dürfen eingeführt werden:
tote Fische und Krebse;
Krebse, die nicht der Ordnung der Zehnfusskrebse (Decapoda) angehören;
Meerfische und -krebse, die in Süsswasser nicht überleben können.
Ohne Bewilligung dürfen eingesetzt werden:
Fische und Krebse nach Anhang 1 in offene Gewässer, wenn ihr Einsatzort im gleichen Einzugsgebiet liegt wie ihr Herkunftsort;
Fische und Krebse nach Anhang 1 in Fischzucht- und Fischhälterungsanlagen, wenn die notwendigen Massnahmen gegen das Entweichen getroffen werden;
Fische nach Anhang 2, wenn ihr Einsatzort innerhalb des erlaubten Einsatzbereichs liegt und die notwendigen Massnahmen gegen das Entweichen getroffen werden;
Aquarienfische, die nicht in Anhang 3 aufgeführt sind, in Aquarien.
Die Kantone können in Fällen nach Absatz 2 Buchstaben a–c Vorschriften über das Einsetzen erlassen, wenn dies zur Erhaltung lokaler Rassen oder zur Wahrung der nachhaltigen Nutzung notwendig ist.
Art. 9 Verfahren
Die Bewilligung für das Einführen und nachfolgende Einsetzen landes- oder standortfremder Arten, Rassen und Varietäten von Fischen und Krebsen richtet sich nach
Artikel 25 der Verordnung vom 20. April 19884 über die Ein-, Durch- und Ausfuhr
von Tieren und Tierprodukten.
Eine Bewilligung des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (Bundesamt) ist erforderlich für das Einsetzen landes- und standortfremder Arten, Rassen und Varietäten von Fischen und Krebsen.
Die Bewilligungsgesuche für das Einsetzen müssen der kantonalen Behörde mit begründetem Antrag eingereicht werden. Diese leitet sie mit ihrer Stellungnahme an das Bundesamt weiter.
3. Abschnitt Grundlagenbeschaffung und Förderung
Art. 10 Grundlagenbeschaffung
Die Kantone bezeichnen die Gewässerabschnitte auf ihrem Gebiet, in denen Fische und Krebse mit dem Gefährdungsstatus 1–3 leben.
Sie liefern dem Bundesamt bis Ende August die Angaben über die im Vorjahr eingesetzten und gefangenen Fische und Krebse. Sie gliedern diese nach:
Seen und Fliessgewässer;
Fisch- und Krebsarten;
Berufs- und Angelfischerei.
Überdies teilen sie dem Bundesamt die Resultate ihrer Erhebungen über die Zusammensetzung der Fisch- und Krebsbestände mit.
Art. 11 Erhebungen über Fisch- und Krebsbestände
Bevor die Kantone bei fischereispezifischen Erhebungen Fische oder Krebse markieren, teilen sie dem Bundesamt folgende Angaben mit:
den Zweck der Markierung;
die Markierungsart;
die Zahl der Tiere, die markiert werden;
die Bezeichnungen bei individueller Markierung;
den Beginn und die Dauer der Erhebung;
die Organisation der Auswertung.
Das Bundesamt erlässt im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Veterinärwesen Richtlinien über Markierungsmethoden, die nicht der Melde- und Bewilligungspflicht nach Artikel 13a des Tierschutzgesetzes vom 9. März 19785 unterstehen.
Elektrofanggeräte,die für die Erhebungen eingesetzt werden, dürfen nur mit Gleich- oder Impulsstrom betrieben werden.
Art. 12 Finanzhilfen
Die Gesuche um Bundesbeiträge nach Artikel 12 des Gesetzes müssen der kantonalen Behörde mit begründetem Antrag eingereicht werden. Diese leitet sie mit ihrer Stellungnahme an das Bundesamt weiter.
Das Bundesamt sichert die Finanzhilfen zu.
4. Abschnitt:6 Internationale Gewässer
Art. 13 Vertretung der Schweiz in internationalen Organen
Die Schweiz ist in den internationalen Organen, welche die Abkommen über die Fischerei in den schweizerischen Grenzgewässern nach Artikel 25 des Gesetzes (Fischereiabkommen) vorsehen, wie folgt vertreten:
Genfersee7: in der Beratenden Kommission durch eine vom Bund und je eine von den Kantonen Waadt, Wallis und Genf ernannte Person;
Doubs8: in der Gemischten Kommission durch eine vom Bund und je eine von den Kantonen Neuenburg und Jura ernannte Person;
Bodensee-Obersee9: in der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz durch eine vom Bund und je eine von den Kantonen St. Gallen und Thurgau ernannte Person;
Untersee und Seerhein10: 1. durch eine vom Bund ernannte Person, 2. in der Fischereikommission durch eine vom Kanton Thurgau ernannte, für die kantonale Fischereiaufsicht zuständige Person sowie durch die weiteren Personen nach § 33 des Vertrages11;
Hochrhein12: 1. durch eine vom Bund ernannte Person, 2. in der Fischereikommission für den Hochrhein durch eine vom Bund und je eine von den Kantonen Zürich, Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau, Schaffhausen und Thurgau ernannte Person, 3. im Bewirtschaftungsausschuss über die Fischerei in den Stauhaltungen bei Rheinau durch je eine von den Kantonen Zürich und Schaffhausen ernannte Person;
Langensee, Luganersee und Tresa13:
Abk. vom 20. Nov. 1980 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Französischen Republik über die Fischerei im Genfersee (SR 0.923.21)
Abk. vom 29. Juli 1991 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Französischen Republik über die Ausübung der Fischerei und den Schutz des aquatischen Lebensraumes im Grenzabschnitt des Doubs (SR 0.923.22)
Übereink. vom5. Juli 1893 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und den Regierungen von Baden, Bayern, Liechtenstein, Österreich-Ungarn und Württemberg betreffend die Anwendung gleichartiger Bestimmungen für die Fischerei im Bodensee (Bregenzer Übereinkunft, SR 0.923.31)
Vertrag vom2. Nov. 1977 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Land Baden-Württemberg über die Fischerei im Untersee und Seerhein (SR 0.923.411)
Übereink. vom 18. Mai 1887 zwischen der Schweiz, Baden und Elsass-Lothringen über die Anwendung gleichartiger Bestimmungen für die Fischerei im Rhein und seinen Zuflüssen einschliesslich des Bodensees (Luzerner Übereinkunft, SR 0.923.412); Übereink. vom1. Nov. 1957 zwischen der Schweiz und dem Land Baden-Württemberg über die Fischerei in den Stauhaltungen des Rheins beim Kraftwerk Rheinau (SR 0.923.413); Staatsvertrag vom 30. Juni 1885 zwischen der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden betreffend Regelung der Lachsfischerei im Stromgebiet des Rheins (SR 0.923.414)
Abk. vom 19. März 1986 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Italienischen Republik über die Fischerei in den schweizerisch-italienischen Gewässern (SR 0.923.51) 1. in der Schweizerisch-italienischen Fischereikommission durch eine vom Bund ernannte Person und zwei vom Kanton Tessin ernannte Personen, 2. in der Unterkommission durch die Personen, welche die den Bund vertretende Person ernennt.
Das Eidgenössische Departement des Innern (Departement) ernennt die den Bund vertretende Person und teilt die Ernennung den Vertragsparteien mit. Die den Bund vertretende Person teilt den Vertragsparteien die von den Kantonen ernannten Personen mit.
Die den Bund vertretende Person ist verhandlungsbevollmächtigt und leitet die schweizerische Delegation.
Betrifft ein Beschluss eines internationalen Organs einen Bereich, der nach dem Gesetz in die Regelungskompetenz der Kantone fällt, so ist die den Bund vertretende Person bei der Stimmabgabe an eine einvernehmliche Haltung der die Kantone vertretenden Personen gebunden. Können sich diese nicht einigen und bestehen wichtige Gründe, so kann die den Bund vertretende Person über die Stimmabgabe entscheiden.
Art. 14 Genehmigung und Erlass von Bestimmungen
Das Departement ist ermächtigt, Änderungen der Fischereiabkommen und internationale Ausführungsbestimmungen zu diesen Abkommen zu genehmigen, soweit diese fischereibiologische und fischereitechnische Regelungen enthalten.
Der Bund veröffentlicht die nach Absatz 1 genehmigten Bestimmungen in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts. Der Kanton Thurgau veröffentlicht den genehmigten Bewirtschaftungsplan über die Fischerei im Untersee und Seerhein und der Kanton Tessin die genehmigten Ausführungsbestimmungen über die Fischerei in Langensee, Luganersee und Tresa.
Das Departement erlässt für den Bodensee-Obersee die Vorschriften zur Anwendung der nach Absatz 1 genehmigten Bestimmungen.
Die betroffenen Kantone erlassen für den Hochrhein die Vorschriften zur Anwendung der nach Absatz 1 genehmigten Bestimmungen.
Soweit die Fischereiabkommen den Erlass strengerer oder ergänzender Vorschriften durch die Vertragsstaaten zulassen, sind dafür die Kantone zuständig.
Art. 15 Anwendung von Bundesrecht
Das Gesetz und diese Verordnung sind anwendbar, soweit sie den Fischereiabkommen und ihren Ausführungsbestimmungen nicht widersprechen.
Art. 1614
Art. 17 Strafbestimmungen
Widerhandlungen gegen Vorschriften der Fischereiabkommen und ihrer Ausführungsbestimmungen sowie gegen Vorschriften des Departements und der Kantone nach Artikel 14 Absätze 3–5 werden nach den Artikeln 16–19 des Gesetzes geahndet.
Die Strafverfolgung ist Sache der Kantone.
4a. Abschnitt:15 Vollzug
Art. 17a
Die Kantone vollziehen diese Verordnung und die Fischereiabkommen, soweit diese Verordnung den Vollzug nicht dem Bund überträgt.
Wenden Bundesbehörden andere Bundesgesetze oder völkerrechtliche Vereinbarungen oder Beschlüsse an, die Gegenstände dieser Verordnung oder der Fischereiabkommen betreffen, so vollziehen sie dabei auch diese Verordnung oder die Fischereiabkommen. Für die Mitwirkung des Bundesamtes und der Kantone gilt Artikel 21 Absatz 4 des Gesetzes; gesetzliche Geheimhaltungspflichten bleiben vorbehalten.
Die Bundesbehörden berücksichtigen auf Antrag der Kantone deren Vorschriften und Massnahmen, soweit dadurch die Erfüllung der Aufgaben des Bundes nicht verunmöglicht oder unverhältnismässig erschwert wird.
Erlassen die Bundesbehörden Verwaltungsverordnungen wie Richtlinien oder Weisungen, welche die Fischerei betreffen, so hören sie das Bundesamt an.
Das Departement beaufsichtigt den Vollzug der Fischereiabkommen.
5. Abschnitt:16 Schlussbestimmungen
Art. 1817 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts
Es werden aufgehoben:
a. die Verordnung vom 8. Dezember 197518 zum Bundesgesetz über die Fischerei;
[AS 1975 2361, 1980 691, 1985 670 Ziff. I 10]
die Verordnung vom 27. September 197619 über das Einsetzen von pflanzenfressenden Fischen in schweizerische Gewässer;
die Verordnung des EDI vom 11. November 197620 über die Weiterbildung von Berufsfischern;
die Verordnung des EDI vom 7. November 197721 über die Elektrofischerei.
Änderungen des geltenden Bundesrechts finden sich in Anhang 4.
Art. 1922 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am1. Januar 1994 in Kraft.
[AS 1976 1988]
[AS 1976 2558]
[AS 1977 1974, 1980 1010]
Ursprünglich Art. 14
Einheimische Arten von Fischen und Krebsen
Name Name Einzugsgebiete23 Gefährdeutsch/lokal lateinisch dungsstatus24
Petromyzonidae: Flussneunauge Lampetra fluviatilis Hochrhein 0, E Bachneunauge Lampetra planeri Rhein, Doubs, Ticino 1, E
Acipenseridae: Stör Acipenser sturio Hochrhein 0, E Anguillidae: Aal Anguilla anguilla Rhein, Rhone, Doubs, 4
Clupeidae: Maifisch Alosa alosa alosa Hochrhein 0, E Agone Alosa fallax lacustris Ticino 3, E Cheppia Alosa fallax nilotica Ticino 0, E Salmonidae: Lachs Salmo salar Hochrhein 0, E Meerforelle Salmo trutta trutta Hochrhein 0 Bachforelle Salmo trutta fario Rhein, Rhone, Doubs, 4 Seeforelle Salmo trutta lacustris seespezifisch 2 Trota marmorata Salmo trutta marmoratus Ticino 1 Huchen Hucho hucho Inn 0, E Seesaibling Salvelinus alpinus seespezifisch 3 Felchen, alle Taxa Coregonus spp. seespezifisch 4, E Äsche Thymallus thymallus Rhein, Rhone, Doubs, 3, E Esocidae: Hecht Esox lucius Rhein, Rhone, Doubs, NG
Cyprinidae: Karpfen Cyprinus carpio Rhein, Rhone, Doubs, 4 Brachsmen Abramis brama Rhein, Rhone, Doubs NG Schneider Alburnoides bipunctatus Rhein, Rhone, Doubs, Inn 3, E Laube, Ukelei Alburnus alburnus Rhein, Rhone, Doubs 4
23 Bei den Angaben «Rhein», «Rhone», «Doubs», «Ticino» und «Inn» handelt es sich jeweils um die schweizerischen hydrologischen Einzugsgebiete dieser Flüsse. Die Einzugsgebiete von Adda und Etsch werden nicht separat erwähnt; sie sind der Angabe «Ticino» gleichgestellt. 24 Gefährdungsstatus: 0 = ausgestorben, 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, 4 = potentiell gefährdet, NG = nicht gefährdet, E = europäisch geschützt nach Berner Konvention, S = europäisch stark geschützt nach Berner Konvention.
Name Name Einzugsgebiete Gefährdeutsch/lokal lateinisch dungsstatus
Alborella Alburnus albidus Ticino 4, E Barbe Barbus barbus barbus Rhein, Rhone, Doubs 4 Barbo Barbus barbus plebejus Ticino 3, E Barbo canino Barbus meridionalis Ticino 2, E Blicke Blicca bjoerkna Rhein, Rhone, Doubs NG Nase Chondrostoma nasus Rhein, Rhone 2, E Savetta Chondrostoma soetta Ticino 2, E Soiffe, Sofie Chondrostoma toxostoma Doubs 1, E Gründling Gobio gobio Rhein, Rhone, Doubs, 4 Moderlieschen Leucaspius delineatus Rhein 3, E Hasel Leuciscus leuciscus Rhein, Rhone, Doubs, NG Alet Leuciscus cephalus Rhein, Rhone, Doubs, NG Strömer Leuciscus souffia souffia Rhein, Rhone, Doubs 2, E (L. souffia agassizi) Strigione Leuciscus souffia muticellus Ticino 3, E Elritze Phoxinus phoxinus Rhein, Rhone, Doubs, 4 Bitterling Rhodeus sericeus amarus Rhein 2, E Rotauge Rutilus rutilus Rhein, Rhone, Doubs NG Pigo Rutilus pigus Ticino 4, E Triotto Rutilus rubilio Ticino 4, E Rotfeder Scardinius erythrophthalmus Rhein, Rhone, Doubs, NG Schleie Tinca tinca Rhein, Rhone, Doubs, NG Cobitidae: Steinbeisser, Cobitis taenia Rhein, Ticino 3, E Dorngrundel Schlammpeitzger, Misgurnus fossilis Raum Basel 1, E Moorgrundel Schmerle, Noemacheilus barbatulus Rhein, Rhone, Doubs, NG Bartgrundel Ticino, Inn Siluridae: Wels Silurus glanis Jurarandseen, Bodensee, 4, E Aare, Hochrhein
Gadidae: Trüsche Lota lota Rhein, Rhone, Doubs, NG Gasterosteidae: Stichling Gasterosteus aculeatus Rhein, Rhone, Doubs 4 Percidae: Flussbarsch, Egli Perca fluviatilis Rhein, Rhone, Doubs, NG Kaulbarsch Gymnocephalus cernua Rhein, Rhone NG Rhonestreber Zingel asper Doubs 1, S
Name Name Einzugsgebiete Gefährdeutsch/lokal lateinisch dungsstatus
Blenniidae: Cagnetta Blennius fluviatilis Ticino 2, E Gobiidae: Ghiozzo Padogobius panizzai Ticino 2, E
Cottidae: Groppe Cottus gobio Rhein, Rhone, Doubs, 4 Astacidae: Edelkrebs Astacus astacus Rhein, Rhone, Doubs, 3, E Dohlenkrebs Austropotamobius pallipes Rhein, Rhone, Doubs, 2, E Steinkrebs Austropotamobius Rhein, Rhone, Doubs, 2, E torrentium Ticino, Inn
Fische, für welche die Bewilligungspflicht für das
Einsetzen innerhalb des erlaubten Einsatzbereichs entfällt
Name Name erlaubter Einsatzbereich deutsch lateinisch
Regenbogenforelle Oncorhynchus mykiss Fischzucht- und Fischhälterungsanlagen sowie Bergseen und alpine Stauseen ohne freie Fischwanderung in den Ober- und Unterlauf Bachsaibling Salvelinus fontinalis Fischzucht- und Fischhälterungsanlagen sowie für Bachforelle ungeeignete Biotope ohne Abwanderungsmöglichkeit Kanad. Seeforelle, Salvelinus namaycush Fischzucht- und Fischhälterungsanla- Amerik. Seesaibling gen sowie Bergseen und alpine Stauseen Spiegelkarpfen Cyprinus carpio Fischzucht- und Fischhälterungsanla- und ähnliche (Zuchtform) gen Zuchtformen Koi Cyprinus carpio Fischhälterungsanlagen und Garten- (Zuchtform) biotope, allfälliger Abfluss in die Kanalisation Karausche Carassius carassius Fischhälterungsanlagen und Gartenbiotope, allfälliger Abfluss in die Kanalisation Goldfisch, Carassius auratus auratus Fischhälterungsanlagen und Garten- Silberkarausche biotope, allfälliger Abfluss in die Kanalisation Giebel Carassius auratus gibelio Fischhälterungsanlagen und Gartenbiotope, allfälliger Abfluss in die Kanalisation Goldorfe Leuciscus idus Fischhälterungsanlagen und Garten- (Zuchtform) biotope, allfälliger Abfluss in die Kanalisation Zander Stizostedion lucioperca Fischzucht- und Fischhälterungsanlagen sowie Biotope mit heutiger Anwesenheit und ohne negative Auswirkungen auf die Gewässerökologie
Arten, Rassen und Varietäten von Fischen und Krebsen, deren
Anwesenheit als unerwünschte Veränderung der Fauna gilt
Name Name deutsch lateinisch
in Anhang 1 nicht aufgeführte Störe Acipenser spp. (ohne A. sturio) und Huso huso Hundsfische Umbra spp. Blaubandbärbling Pseudorasbora parva Weisser Amur, Graskarpfen Ctenopharyngodon idella Silberner Tolstolob Hypophthalmichthys molitrix Gefleckter Tolstolob Hypophthalmichthys nobilis Katzenwels, Zwergwels Ictalurus melas (I. nebulosus) Sonnenbarsch Lepomis gibbosus Schwarzbarsch Micropterus dolomieu Forellenbarsch Micropterus salmoides in Anhang 1 nicht aufgeführte Decapoda (ohne Astacus astacus, Austropotamo- Zehnfusskrebse bius pallipes und A. torrentium)
Anhang 4 25 (Art. 18)
Änderung anderer Erlasse
1.– 5. ...
6. Verordnung vom 20. April 198826 über die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten
Art. 1 Ziff. 1 Bst. n ...
Art. 25 Abs. 1 Bst. c und 3 Bst. e ...
Art. 50 Abs. 2 Bst. c ...
25 Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 10. Sept. 1997, in Kraft seit 15. Nov. 1997 (AS 1997 2278).