KR-Nr. 118/2006

Eltop-Label-Bonus

Regensdorf, Horgen und Bülach, 10. April 2006 KR-Nr. 118/2006

ANFRAGE von Marcel Burlet (SP, Regensdorf), Jacqueline Gübeli (SP, Horgen) und Andre Bürgi (SP, Bülach)

betreffend Eltop-Label-Bonus (Vergünstigung beim Haushaltgerätekauf durch die Eltop-Läden der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ)

Unter dem Titel "Wir übernehmen Verantwortung" machen die Eltop-Verkaufsgeschäfte Werbung für Wärmepumpentrockner der Energieeffizienzklasse A und lancierten die folgende Aktion: pro gekauftem Wäschetrockner wird der Kaufpreis um Fr. 300 reduziert. Das Angebot gilt für alle Kundinnen und Kunden, die ein solches Gerät in einem Eltop-Laden kaufen. Der Bund hat in seinen langfristigen Energieperspektiven Anfang 2006 nachgewiesen, dass die Nachfrage nach Elektrizität bis ins Jahr 2035 um bis zu 24 % ansteigen werde. Es braucht deshalb neue Zielvorgaben, um den Energieverbrauch deutlich zu senken. Der ak-

tuelle Geschäftsbericht 2004/05 der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich weist rund 2 % mehr Stromabgabe im letzten Geschäftsjahr aus. Der Austausch von alten energiefressenden Haushaltapparaten zu modernen energiegünstigen Geräten ist generell zu begrüssen. Die in der ersten Jahreshälfte 2005 lancierte Umweltprämie auf Kühl- und Gefriergeräte mit dem Energielabel A+ und A++ stiess auf positives Echo. Tumbler zählen erfahrungsgemäss neben Backofen und Herd zu den grössten Energieverbrauchern im Haushalt, selbst wenn sie der Energieeffizienzklasse A angehören. Wenn schon Vergünstigungsaktionen von Unternehmungen des kantonalen öffentlichen Rechts lanciert werden, dann sollte der Labelbonus in sämtlichen Elektrofachgeschäften im Kanton eingelöst werden können und sich auf Geräte der Effizienzklasse A+ / A++ beschränken.

Wir ersuchen den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie stellt sich der Regierungsrat zu dieser Eltop/EKZ-Aktion in Anbetracht der angespannten energiepolitischen Lage? 2. Läuft diese Vergünstigung von Geräten mit grossem Stromverbrauchsanteil im Haushalt nicht den kantonalen Zielen im Umwelt- und Energiebereich diametral entgegen? 3. Mit welchen Geldern wird dieser Labelbonus finanziert, zumal die EKZ eine Eigentümergesellschaft des Kantons Zürich darstellt? 4. Sieht der Regierungsrat die Bevorzugung von Eltop-Läden nicht als stossend gegenüber anderen Verkaufsstellen von Elektrogeräten? 5. Wie stellt sich der Regierungsrat zu einer generellen Verbilligungsaktion kantonsweit, um energiegünstige Geräte in allen Läden zu fördern? 6. Ist er bereit, dafür im Energiegesetz einen entsprechenden Passus im Sinne eines Energiefonds einzufügen?

Marcel Burlet Jacqueline Gübeli Andre Bürgi