KR-Nr. 218/2020

Ist unser Bildungssystem bubenfeindlich?

Küsnacht, 15. Juni 2020 KR-Nr. 218/2020

ANF RAGE von Nina Fehr Düsel (SVP, Küsnacht)

betreffend Ist unser Bildungssystem bubenfeindlich?

Im Kindergarten sind 99 % aller Lehrkräfte Frauen. Auch in der Primarschule sind die Lehrerinnen in grosser Überzahl. Es scheint, dass heutzutage soziale Kompetenz sehr hoch gewichtet wird sowie stilles Arbeiten belohnt wird. Bereits im Kindergarten gibt es sehr viele Bastelarbeiten. Knaben, die im Schnitt etwas lebhafter sind, konnten früher einfach eine Runde auf dem Pausenplatz rennen, heute wird gemäss Studien schneller eine Therapie verordnet oder Ritalin verabreicht. Turnen steht im Kindergarten nur einmal in der Woche auf dem Stundenplan. In der späteren Laufbahn sieht die Situation ähnlich aus: Die Aufnahmeprüfungen (selbst bei mathematischen Aufgaben) sind von der Fragestellung her stark sprachlich ausgerichtet und Knaben sind somit eher benachteiligt (vgl. Artikel des Tagesanzeiger vom 16. Februar 2020). Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Mädchen in sprachlichen Fächern besser sind, während die Stärken der Knaben eher bei naturwissenschaftlichen Fächern liegen. Man erhält den Eindruck, dass das heutige Schulsystem eher den Angepassten und sprachlich Veranlagten hilft. Generell sollten die Kinder individueller wahrgenommen werden und individueller gefördert werden. Gleichmacherei schadet allen. Auch Knaben sind genügend und entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fördern. Schliesslich bräuchte es viele inländische Fachkräfte für die MINT- Fächer.

In diesem Zusammenhang stelle ich dem Regierungsrat folgende Fragen:

  1. Gibt es Massnahmen bei der Personalselektion, um beim Lehrpersonal attraktiver für männliche Lehrpersonen (vor allem auf unterer Stufe) zu werden?

  2. Ist es erwiesen, dass Aufnahmetests heute stärker sprachlich ausgerichtet sind, somit das sprachliche Verständnis auch bei mathematischen Aufgaben vermehrt verlangt wird?

  3. Wie könnte man auf Kindergarten- und Primarstufe noch individueller auf die unterschiedlichen Kinder eingehen und noch mehr Bewegung und Grobmotorik in den Unterricht bringen?

  4. Wie könnte man generell den oben erwähnten Entwicklungen entgegenwirken?

Nina Fehr Düsel