KR-Nr. 302/2021

Radweg mitten durchs Kulturland

Steinmaur, 23. August 2021 KR-Nr. 302/2021

ANF RAGE von Hans Egli (EDU, Steinmaur)

betreffend Radweg mitten durchs Kulturland

Die Ergänzung des Radwegnetzes entspricht einem Bedürfnis der Bevölkerung, ist politisch gewünscht und legitimiert. In Dübendorf wird nun ein Radweg projektiert, bei dem der übliche EinBezug des hauptbetroffenen Landwirts ungenügend stattfindet. Grosse Teile des projektierten Radweges führen entlang der Strasse Dübendorf - Gockhausen. Unverständlicherweise soll genau im Bereich des Bauernhofes Waldegg diese Linienführung verlassen, das Kulturland zerschnitten und das Bewirtschaften der Weiden somit erheblich erschwert werden.

In diesem Zusammenhang ersuche ich den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1 Sollte der Grundsatz des schonenden Umgangs mit Kulturland (Kulturlandinitiative) nicht

auch beim Radwegbau umgesetzt werden?

  1. Ist es nicht angezeigt, das in der Projektierungs- und Realisierungsphase mit Landwirten, die von einem Radwegbau erheblich betroffen werden, im Gespräch eine alle zufriedenstellende Lösung gesucht werden sollte, anstatt dass der Landwirt bis vor Bundesgericht muss und das Projekt eine unnötige Verzögerung erfährt?

  2. Wie wird dem Wunsch eines Landwirts entsprochen, der für seinen Flächenverlust von mehr als 4000 m2 Realersatz fordert?

  3. Kommt es häufig vor, dass das AWEL und das EAWAG zu gegensätzlichen Beurteilungen über den ökologischen Wert eines Gewässers kommen?

  4. Bird Life kommuniziert immer wieder, dass eine ökologische Aufwertung des Gewässers erheblich gesteigert werden kann, wenn ein Gewässer mehr Abstand zu einer Strasse erhält, was im vorliegenden Fall mit dem Radweg entlang der Kantonsstrasse erreicht würde. Wieso will man die ökologische Aufwertung des Baches durch die Radwegführung entlang der Kantonsstrasse nicht möglichst optimieren?

  5. Sind bei Radwegen Aspekte der Übersichtlichkeit und Unfallprophylaxe im Zusammenhang mit Mutterkuhweiden wichtig?

  6. Ist die Regierung bereit, sich im Sinne einer guten Lösung für den genannten Radweg einzusetzen?

Hans Egli