KR-Nr. 316/2017

Altersdurchmischtes Wohnen

Turbenthal, Wädenswil und Zürich , 27. November 2017 KR-Nr. 316/2017

POSTULAT von Theres Agosti Monn (SP, Turbenthal), Jonas Erni (SP, Wädenswil) und Andrew Katumba (SP, Zürich)

betreffend Altersdurchmischtes Wohnen

Der Regierungsrat wird beauftragt in einem Bericht aufzuzeigen, mit welchen Massnahmen sich Wohngebiete und Siedlungen so entwickeln, dass die Durchmischung verschiedener Altersgruppen gestärkt, die Nachbarschaftshilfe zwischen Generationen gefördert und insbesondere der Überalterung von einzelnen Siedlungsteilen Einhalt geboten werden kann. Wie sollen Kanton und Gemeinden auf die sich ändernden Erfordernisse an das Wohnumfeld einer immer älter werdenden Gesellschaft reagieren? Welche Herausforderungen stellen

sich für die Entwicklung von Wohnformen im Alter, die durch die Umgebung gestützt sind? Der Bericht soll darstellen, welche Handlungsmöglichkeiten für die Steuerung und Koordination von Entwicklungen auf kantonaler und kommunaler Ebene bestehen. Er soll zudem aufzeigen, wie die Gemeinden das Thema sachgerecht behandeln und den Wissensaustausch verbessern können. Die Massnahmen sollen direktionsübergreifend entwickelt und die daraus geschaffenen Instrumente den Gemeinden als Empfehlungen und Handlungsorientierung zur Verfügung gestellt werden. Theres Agosti Monn Jonas Erni Andrew Katumba Begründung:

Die demographische Entwicklung in Städten und Gemeinden bringt eine Steigerung von Sozial- und Gesundheitskosten. Insbesondere mit dem Älterwerden der Bevölkerung und der Zunahme von Demenzerkrankungen steigt der Bedarf der Gemeinden an Betreuung und Pflege. Durch nachbarschaftliche Wohnformen mit professionellen Betreuungs- und Pflegeangeboten kann dem zunehmenden Bedürfnis nach lebenslangem autonomen Wohnen entsprochen werden. Die finanzielle Belastung der Gemeinden durch Pflegeaufwand wird reduziert.

Neue Bedürfnisse der immer älter werdenden Gesellschaft verändern die Anforderungen an den Wohnraum und das Wohnumfeld. Neben dem Angebot an Versorgungseinrichtungen sind soziale Netze, die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr und kulturelle Einrichtungen wichtige Faktoren für die Wohnqualität. Eine gute Ausstattung des Wohnumfeldes unterstützt ein aktives und selbstbestimmtes Leben auch im Alter.

Altersgerechte Wohnungen an zentraler Lage machen den Umzug älterer Menschen von einer grossen Wohnung in eine kleinere Wohnung attraktiv. Wohnungen für Familien werden frei. Es ergibt sich eine neue Altersverteilung. Gut durchmischte Quartiere sind lebendig und interessant für Dienstleister. Zudem reduziert eine erhöhte Wohnmobilität im Alter den Wohnflächenverbrauch. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer bleiben heute aus finanziellen (inkl. steuerlichen) Gründen in ihrer zu gross gewordenen Wohnung. Vor diesem Hintergrund sollen finanzielle (ebenso steuerliche) Lösungsansätze aufgezeigt werden.

Es besteht somit Handlungsbedarf in der Raum-, Gesundheits-, Sozial- und Finanzpolitik. Verschiedene Modelle in anderen Kantonen und im Ausland geben uns wertvolle Hinweise, wie diesen Herausforderungen mit altersdurchmischten Wohnformen begegnet werden kann.