KR-Nr. 413/2021
Kreislaufwirtschaft am Bau
Zürich, Niederweningen und Uetikon am See, 29. November 2021 KR-Nr. 413/2021
POST UL AT von Sonja Rueff-Frenkel (FDP, Zürich), Barbara Franzen (FDP, Niederweningen) und Christian Schucan (FDP, Uetikon am See)
betreffend Kreislaufwirtschaft am Bau
Die Abfälle der Bauwirtschaft verursachen viel Graue Energie und hohe CO2-Emissionen. Um diese zu reduzieren, sollen Baumaterialen und Mobiliar vermehrt wiederverwendet und damit die Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Dabei sollen Baumaterialien generell reduziert, länger verwendet, wiederverwendet (re-use), getrennt oder recycelt werden.
Der Regierungsrat soll in einem Bericht aufzeigen, welche Massnahmen nötig sind, damit bei Neubauten und Instandsetzungen von kantonalen Liegenschaften das Prinzip der Kreislaufwirtschaft effizient verwirklicht werden kann, und welche planerischen, rechtlichen, systemischen und digitalen Voraussetzungen zu erfüllen sind. Der Regierungsrat soll auch aufzeigen, ob und wenn ja, welche Anreize gesetzt werden können, damit die Kreislaufwirtschaft auch im privaten Markt zur Regel wird.
Bei allen Ausführungen sind auch die Kostenfolgen aufzuzeigen.
Sonja Rueff-Frenkel Barbara Franzen Christian Schucan
Begründung:
Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft soll auch beim Bauen berücksichtigt werden. Bei der Gebäudeerstellung wird das Nutzungsende oft ausgeblendet: Die eingebauten Teile und Materialien werden nach Ablauf des Lebenszyklus zu Abfall, ohne dass ihr Restwert und ihre Graue Energie und Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden. Beim Rückbau von Gebäuden fallen Unmengen von Abfall und Sondermüll an. Ein Teil kann mittels Recycling wiederverwendet werden. Viele funktionsfähige Bauteile werden zerstört, obwohl sie wieder eingebaut werden könnten. Bei den kantonalen Liegenschaften ist dies insbesondere beim Mobiliar zu prüfen. Es stellt sich die Frage, mit welchem administrativen und finanziellen Aufwand eine Datenbank mit den vorhandenen Bauteilen und Mobiliar erstellt werden kann, mit welcher Strategie vorgegangen werden soll und welche Prinzipien verfolgt werden sollen. Bestehende Datenbanken sollen berücksichtigt werden. Wichtig ist auch, mit welchem zeitlichen Aufwand zu rechnen ist und ab wann das Prinzip der Kreislaufwirtschaft und des Re-use angewendet werden kann.