KR-Nr. 415/2021

Hospital at home

Zürich und Uitikon, 29. November 2021 KR-Nr. 415/2021

POST UL AT von Bettina Balmer (FDP, Zürich), Sonja Rueff (FDP, Zürich) und André Müller (FDP, Uitikon)

betreffend Hospital at home

Der Regierungsrat wird gebeten, in einem Bericht darzulegen, wie das vom Spital Zollikerberg durchgeführte und mit einem Innovationspreis versehene Projekt Hospital at home im ganzen Kanton Zürich umgesetzt werden könnte, welche Kosten daraus entstehen würden und wie die Tarifierung auf nationaler Ebene aussehen müsste, damit sich so ein Projekt lohnen würde. Weiter soll dabei auch analysiert werden, ob und wie weit sich die Belastung durch Angehörige bei einer kantonsweiten Umsetzung des Projekts Hospital at home verändern würde und wie eine allfällige Kostenverlagerung vom Kanton auf die Gemeinden verhindert werden könnte.

Bettina Balmer Sonja Rueff André Müller

Begründung:

Bei Krankheit möchten viele Patienten gerne möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben, wo man sich am wohlsten fühlt. Das Projekt hospital at home des Spital Zollikerberg ermöglicht genau dies. Das Projekt wird nur dann durchgeführt, wenn Patienten nahe am Spital wohnen, eine klare Hospitalisationsbedürftigkeit gegeben ist, keine Erstdiagnose gestellt werden muss und wenn Angehörige des Patienten ebenfalls in dessen zuhause wohnen. Die langfristigen Vorteile dieses Konzeptes liegen auf der Hand: Es braucht weniger Pflegende, weil Angehörige oft einen grossen Teil der Pflegearbeit übernehmen, es braucht weniger teure Spitalinfrastruktur und die Patienten werden oft auch schneller gesund, weil es ihnen daheim wohler ist. Im Ausland hat sich dieses Projekt bereits bewährt, Heimbehandlung kann bis zu 30% günstiger sein bei gleichbleibender bis besserer Qualität der medizinischen Versorgung. Deshalb erachten wir zumindest eine Prüfung bezüglich Umsetzbarkeit im Kanton Zürich als sinnvoll.

Es sollen Vorteile, aber auch kritische Punkte im Bericht beleuchtet werden. Insbesondere interessieren das generelle Interesse der Bevölkerung an Spitalbehandlungen zu Hause, ein allfällig objektivierbarer besserer Outcome für die Patientin sowie eine langfristig allfällig vorhandene Kosteneinsparung. Weiter ist von Interesse, wie die Tarifierung sich ändern müsste, damit so ein Projekt für den Kanton Zürich tragbar wäre, wo genau die Trennlinie zur Hausarztmedizin liegen würde und welche Spitäler respektive welche Bereiche der Medizin für so ein Projekt und allenfalls ein weiteres Pilotprojekt aus Sicht der Regierung besonders geeignet wären respektive bereits solche Projekte aufgegleist haben.