KR-Nr. 439/2021

Equity beim Hochschulzugang

Zürich, 13. Dezember 2021 KR-Nr. 439/2021

ANF RAGE von Monika Wicki (SP, Zürich), Jasmin Pokerschnig (Grüne, Zürich), Isabel Garcia (GLP, Zürich) und Anne-Claude Hensch Frei (AL, Zürich)

betreffend Equity beim Hochschulzugang

Zahlreiche Personen, die in der Schweiz als Flüchtlinge leben, haben die notwendigen Voraussetzungen für ein Studium. Doch die Aufnahme an Hochschulen und Fachhochschulen ist mit vielen Hürden verbunden. In der Schweiz gibt es diverse Projekte, die Geflüchtete (Asylsuchende [Status N], anerkannte Flüchtlinge [Status B], vorläufig Aufgenommene [Status F] im Zugang zur Hochschule begleiten und unterstützen. Die Programme bieten die Möglichkeit, als Gasthörerinnen und Gasthörer an Vorlesungen teilzunehmen. Zudem werden sie mit Sprach- sowie beispielsweise IT-Kursen spezifisch gefördert und mit individueller Beratung und Begleitung auf ein reguläres Studium vorbereitet. Die Projekte werden oft unterstützt durch die Integrationsagenda des Bundes (SEM), die Fachstelle Integration des Kantons sowie private Stiftungen. Mit solchen Programmen lassen sich mehr Talente gewinnen, die ihr Potential nutzen und damit durchaus einen relevanten volkswirtschaftlichen Beitrag leisten. Zudem wird die Integration in den Arbeitsmarkt gefördert. Die Universität Zürich startete diesen Sommer ein neues Programm für Flüchtlinge unter dem Namen «Start! Studium». Dieses ersetzt das bisherige Schnupperprogramm.

In diesem Zusammenhang bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Welche Programme und Massnahmen bestehen an den Zürcher Fachhochschulen und Hochschulen, um den Zugang von studieninteressierten und -geeigneten Personen mit Fluchterfahrung und/oder spät migrierten Personen zur Hochschulbildung zu fördern? Bitte die Programme und Angebote pro Hochschule aufzeigen. 2. Welche Voraussetzungen müssen Asylsuchende (Status N), anerkannte Flüchtlinge (Status B), vorläufig Aufgenommene (Status F) für die Programme mitbringen? 3. Wie ist der Zugang zu den Programmen für Abgewiesene (Nothilfebeziehende) geregelt? 4. Wie und wo erfolgt die Triage zu den Programmen? 5. Welche Erfahrungen wurden mit diesen Instrumenten bislang gemacht? Anzahl Teilnehmende, Effektivität bezüglich Aufnahme des Studiums pro Hochschule? 6. Welche Herausforderungen zeigen sich bei der Durchführung dieser Programme? Und wie können die Hochschulen diesen Herausforderungen begegnen? 7. Wie können die bereits bestehenden Programme ausgebaut werden und für alle begabten Geflüchteten und Spätmigrierte zugänglich sein? 8. Wie schätzt der Regierungsrat die Chancengerechtigkeit bezüglich des Hochschulzugangs ganz generell ein?

Monika Wicki Jasmine Pokerschnig Isabel Garcia Anne-Claude Hensch Frei