KR-Nr. 92/2019

Klimaschutz durch Moorschutz

Hombrechtikon, Wallisellen, Steinmaur, 11. März 2019 KR-Nr. 92/2019

POSTULAT von Thomas Wirth (GLP, Hombrechtikon), Ruedi Lais (SP, Wallisellen) und Robert Brunner (Grüne, Steinmaur)

betreffend Klimaschutz durch Moorschutz

Der Regierungsrat wird aufgefordert, den Schutz der Moorböden im Kanton Zürich zu verstärken. Schädliche Infrastrukturen (z.B. Drainagen oder Bauten und Anlagen mit Drainagewirkung) sollen in bestehende Moorböden zurückgebaut werden, wenn keine kantonalen oder nationalen Interessen dagegensprechen. Die Nutzung der Moorböden muss so erfolgen, dass die CO2-Emissionen minimiert werden. Moorschutzgebiete sind konsequent mit ausreichend grossen Pufferzonen zu versehen. Das hydrologische Gleichgewicht in den Moorschutzgebieten ist sicherzustellen und die Nutzung der Pufferzonen ist konsequent auf die Steigerung der Qualität des Moorschutzgebietes auszurichten.

Thomas Wirth Ruedi Lais Robert Brunner

Begründung:

Moorböden sind riesige CO2-Speicher. Obwohl sie nur ca. 3 % der Landoberfläche bedecken, enthalten sie 30 % des im Boden gebundenen CO2. Intakte Moore sind zudem in der Lage, CO2 aus der Luft dauerhaft im Boden zu binden. Werden sie geschädigt, z.B. durch Drainagen, bauliche Eingriffe und unsachgemässe Nutzung, stossen sie aber CO2 aus. In der Schweiz wurden in der Vergangenheit 90 % der Moore zerstört und die Qualität der verbliebenen Moore ist gemäss dem Biodiversitätsmonitoring des Bundes schlecht und noch immer abnehmend. So sind Moorböden in der Schweiz für 0.74 Mio. t CO2-Emissionen verantwortlich. Der Kanton Zürich ist ein Verbreitungsschwerpunkt der Moore, daher wiegt seine Verantwortung für die Erhaltung der Moorböden und die Vermeidung der entsprechenden CO2- Emissionen besonders schwer, ebenso wie das Potenzial zur CO2-Senke bei intakten Mooren. Neben den positiven Klimawirkungen hilft ein verbesserter Moorschutz auch vielen bedrohten Arten, indem ihr Lebensraum verbessert wird.