Altholzinsel Aengi
Waldreservate · Holderbank (AG) · Aufgehoben am 30.09.2048
Dokument
- Nummer
- AV295
- Art
- Waldreservate
- Gemeinde
- Holderbank (AG)
- Kanton
- Aargau
- Ebene
- Kanton
- Behörde
- Abteilung Wald
- Genehmigt durch
- AW
- Beschlossen
- 31.08.1998
- In Kraft seit
- 01.10.1998
- Aufgehoben
- 30.09.2048
- Quelle
- ÖREBlex, Kanton Aargau
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Text
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Vereinbarung über den langfristigen Nutzungsverzicht („Altholzinselvertrag")
Zwischen dem Kanton Aargau, vertreten durch das Finanzdepartement, Abteilung Wald und der Ortsbürgergemeinde Holderbank, vertreten durch den Gemeinderat Holderbank
wird über die nachfolgend beschriebenen Waldflächen, gestützt auf Art. 18c NHG, § 40 Abs. 3 lit. c BauG und § 14a NLD (Beilage 1) und im Sinne des Naturschutzprogramms Wald, folgendes vereinbart:
1. Waldflächen (vergleiche Planbeilagen M 1:5000, datiert vom 21. Juli 1998 Gemeinde
Parz. Lokalname -Nr. Holderbank 674 RüteneChärnematt
Ganzen Text zeigen
Koordinaten 655 700 253 200
785 Aengi (Natur- 655 900 253 600 schutzgebiet Schümel) 579 Hinterholz
655 250 254 600
Haupt Alter Status * Baumarten Buche,Eiche, 90-120 NkBW and. Laubb. (10-20) Nupla
Fläche (ha) 5.30
90-120 NkB Nupla
1.20
Buche
Buche, Eibe, 90-110 NkBW and. Laubb. Nupla Total Anteil am Waldeigentum
* Legende: - NkB: Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung (gemäss Richtplan) - NkBW Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung im Wald - Nupla: Nutzungsplanung Gemeinde Holderbank
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2. Ziel Auf der bezeichneten Waldfläche (Altholzinseln) sollen natürliche, von menschlichen Eingriffen unbeeinflusste Alterungs- und Zerfallsprozesse ablaufen. Damit entstehen Lebensräume insbesondere für diejenigen Tier- und Pflanzenarten, welche auf alte und absterbende Bäume sowie auf totes Holz angewiesen sind.
3. Pflichten der Waldeigentümerin 3.1 Die Waldeigentümerin verpflichtet sich, in den bezeichneten Waldbeständen auf jegliche Holznutzung und auf Pflegeeingriffe zu verzichten und der natürlichen Entwicklung freien Lauf zu lassen. Auch tote Bäume sind im Wald zu belassen. 3.2 Sie sorgt für die nötige Aufsicht über die bezeichnete Waldfläche. 3.3 Eingriffe im Waldbestand sind nur möglich zur Gewährleistung der Sicherheit entlang Wanderwegen und zur Freihaltung des Aussichtspunktes im Hinterholz. Sämtliche Eingriffe erfordern die Zustimmung des Kreisforstamtes.
4. Entschädigungspflicht des Kantons Der Kanton bezahlt der Waldeigentümerin für den in dieser Vereinbarung festgelegten Nutzungsverzicht eine Entschädigung. Diese wird pauschal für die ganze Vertragsdauer auf
festgelegt und umfasst den Kantons- sowie den Bundesbeitrag. Die Auszahlung erfolgt einmalig nach Massgabe der budgetierten Mittel.
5. Rückforderung der Entschädigung Die Rückforderung der Entschädigung im Falle einer Missachtung der Bestimmungen dieser Vereinbarung bleibt vorbehalten.
6. Dauer der Vereinbarung Die Vereinbarung tritt am 1. Oktober 1998 in Kraft und gilt für die Dauer von 50 Jahren.
3
7. Weitere Bestimmun2en 7.1 Rechte Dritter werden durch diesen Vertrag nicht eingeschränkt. Sollten sich im Interesse des Schutzzieles Einschränkungen und Verbote gegenüber Dritten als notwendig erweisen, so werden diese im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen erlassen. 7.2 Die Entschädigung für den Nutzungsverzicht ist in die Forstreserve einzulegen und darf nur im Rahmen der Bestimmungen über die Forstreserve verwendet werden. 7.3 Die beiden beiliegenden Pläne M 1:5000, datiert vom 21. Juli 1998, sind verbindlicher Bestandteil der Vereinbarung.
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Ortsbürgergemeinde Holderbank, Namens des Gemeinderates: Der Gemeindeammann:
Finanzdepartement Aargau Abteilung Wald Der Kantonsoberförster:
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Beilagen: - Rechtsgrundlagen - 2 Pläne M 1:5000
Ein unterschriebenes Exemplar dieser Vereinbarung geht an: - Waldeigentümerin - Finanzdepartement Aargau, Abteilung Wald Kopie an: - Einwohnergemeinde Holderbank - Forstverwaltung Holderbank - Kreisforstamt 4
4
Beilage 1
Rechtsgrundlagen Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966 Art. 18c 'Schutz und Unterhalt der Biotope sollen wenn möglich aufgrund von Vereinbarungen mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern sowie durch angepasste land- und forstwirtschaftliche Nutzung erreicht werden. 2 Grundeigentümer oder Bewirtschafter haben Anspruch auf angemessene Abgeltung, wenn sie im Interesse des Schutzzieles die bisherige Nutzung einschränken oder eine Leistung ohne entsprechenden wirtschaftlichen Ertrag erbringen.
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Gesetz über Raumplanung, Umweltschutz und Bauwesen, (Baugesetz, BauG) vom 19. Januar 1993 § 40 3
Zur Erftillung dieser Aufgaben treffen Kanton und Gemeinden die erforderlichen Massnahmen, indem sie insbesondere
a) Schutzzonen ausscheiden; b) Vorschriften oder Verfügungen über den Schutz, die Gestaltung und den Unterhalt von Schutzobjekten erlassen; c) Vereinbarungen über die Bewirtschaftung und die Erhaltung abschliessen; d) die Kosten für den Schutz, die Gestaltung und den Unterhalt von Schutzobjekten ganz oder teilweise übernehmen.
Dekret über den Natur- und Landschaftsschutz (NLD) vom 26. Februar 1985, Änderung vom 16. Januar 1996 § 14a 1
Durch das Finanz- oder das Baudepartement können in gegenseitiger Absprache Vereinbarungen über den langfristigen Nutzungsverzicht in Waldreservaten abgeschlossen werden. Die Vereinbarungen werden in der Regel über einen Zeitraum von 50 Jahren abgeschlossen. Im übrigen gelten die Bestimmungen von § 14 Abs. 2 und 3 dieses Dekretes sinngemäss.
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