Wittinsburg, Steingruebe

Waldreservate · Basel-Landschaft

Dokument

Nummer
3239
Art
Waldreservate
Kanton
Basel-Landschaft
Ebene
Kanton
Genehmigt durch
RR
Beschlossen
21.12.1993
In Kraft seit
21.12.1993

Karte

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Text

Antrag an den Regierungsrat Direktion/Sachbearbe iter

Gegenstand:

BAU. UND UMWELTSCHUTZDIREKTION DIR/AOR/IM/Wi

Aufnahme des Gebietes "Steingruebe",

Vtittinsburg, in das Inventar der geschützten Naturobjekte

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Diskussion verlangt

vom

Ganzen Text zeigen

2 1. 0Ez, 1993

Mitberichte (siehe Weisung des Regierungsrates vom 13. Dezember1977) (GS 26.628)

- Justizdirektion, Rechtsdienst - Landeskanzlei: - Personalamt: - Finanzdirektion: - Direktion des Innern: - Baudirektion: - Erziehungsdirektion : - Landwi rtschaftsdirektion :

L4. Dezember 1993 Die Bau- und Umweltschutzdirektion unterbreitet den vom Amt für Orts- und Regionalplanung, Abt. Natur- und Landschaftsschutz, ausgearbeiteten Ent\rrurf eines Regierungsratsbeschlusses betref f end Auf nahme des Gebietes "Steingruebe", Vùittinsburg, in das Inventar der geschützten Naturobjekte des Kantons Basel-Landschaft

¿//¿ Beschluss gemäss Entwurf. Verteiler:

Dominique Hodel-Blanco, Hofgut Schönegg | 4456 Tenniken Elisabeth Wüthrich-Beugger, Hauptstr. 58 | 4441 Thürnen Ernst Íüüthrich-Müller, Hauptstr. 58, 444L Thürnen Gemeinderat tüittinsburg , 4443 Vüittinsburg Bezirksschreiberei Sissach, Hauptstr. l-l-5, 4450 Sissach Bund für Naturschutz Baselland (BNBL), Postfach 4'9L, 44L0 Liestal Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband (BW), Post,fach 533, 44i.0 LÍest,al Forstamt Justiz-, Polizei- und Militärdirektion

Jolb' 1.92

Amt für Orts- und Regionalplanung (21 Amt fär Orts- und Regiorìalplanütr9, Abt. Natur- und

Landschaftsschutz (31 Rechtsabteilung Bau- und Umweltschutzdirektion Landeskanzlei (Publikation) Bau- und Umweltschutzdirektion (21

BAU- T'I[D UüÍÍEI,TSCHUTZDIREKTION

Der Vorsteher:

Eduard Belser

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Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kanton Basel-Landschaft

Nr

3239

vom

21. Dezember 1993

Àufnahme der "Steinqruebe", Íilittinsburg, in das Inventar der qeschützten Naturobiekte des Kantons Basel-Landschaft

Die "steingruebe" befindet sich am nördlichsten Rand der Gemeinde Wittinsburg, an der Plateau-Kante der Tafeljurahochfläche gegen das HomburgertaL in c4. 600 n.ü.M. Die ehemalige Abbaustelle liegt auf den grösstenteils mit Wald bestockten Parzellen Nr. L275 und 1,276, welche eine Gesamtfläche von 2t89 ha aufweisen (Nr. 1-2752 L44,73 al Nr. L2762 L44,4I a). Die Spuren des früheren Gesteinsabbaues sind heute noch gut sichtbar. Nach Auskunft. von Herrn lrlüthrich wurde in der Grube auf Parz. Nr. L276 bis L972 Material entnommen. In der "Steingruebe" ist ein bedeutender geologischer Aufschluss erhalten geblieben. Es handelt sich um die einzige Stelle im Kantonr wo das anstehende, tertiäre l"Iuschelagglomerat im Schichtverband sichtbar ist. Der geologische Aufschluss hat deswegen zumindest regionale Bedeutung. Das auf den Kalken des Hauptrogensteines aufliegende, ca. 4 m mächtige Muschelagglomerat bildet in der Grube eine Felswand. Es ist bedeckt von ca. 1r5 m tonig ausgebildeten

Helicidenmergeln und durch 2 m Juranagelfluh, einem Konglomerat aus GeröIlen aus Trias- und Jura-KaÌken. Die Kalke des Muschelagglomerates enthalten gerollte Bruchstücke von marinen Muschel- und Schneckenschalen und dokumentieren so die Meeresüberflutung unserer Gegend im Tertiär (Miozänr câ. 24-L5 Mio. Jahre). Mit den HelicidenmergeJ-n süsste das Molassemeer ausi diese Ablagerungen

bilden zusammengeschwemmte Überreste früherer tonig-mergeIiger Ablagerungen. Zurzeii' der Juranagelfluh hob sich der Schwarzwald. Sej-ne Bedeckung durch Trias- und Juragesteine

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wurde abgetragen und von Flüssen nach süden geschwemmt und ist heute als Geröl-ldecke auf den Tafeljurahöhen verbreitet. Die gut gerundeten Gerörle sind z.T. ztr einem Konglomerat verkittet. Abgebaut wurde früher das Tenniker Muschelaggromerat, ein

für seine Frostfestigkeit bekannter Karkstein, der sogenannte "Gisiberger- oder Tenniker-stein". Das Gestein fand in den umliegenden Gemeinden verwendung als Tür- und Fensterumrahmungen, Torbogen oder gemahlen in Kunststeinen. Eine weitere regionale verbreitung zeigen die aus dem Muschelagglomerat hergestellten Grenz- und Marchsteine. Dank des Gesteinsabbaues konnten sich hier verschiedene wertvoll-e Lebensräume entwickeln : Kleine Tümpel als Laichgewässer der Geburtshelferkröte und aLs standort verschiedener !{asserpflanzen. An den staunassen stellen treten tlpischerweise Binsenarten und schachterharme auf (Juncus inflexus, Juncus articulatus; Equisetum arvense, Equisetum maximum). Halboffene Magerwiese mit verschiedenen stadien der wiederbewaldung (Buschward, Föhrenwald). Dieses Gelände ist geschüttet mit Abraum. Hier wachsen nicht häufige Arten wie das Tausendgüldenkraut (centaurium umbertatum), der Grossblütige Ehrenpreis (veronica teucrium) oder der Gewöhnliche Alant (fnula conyza). offene und halboffene Felspartien mit einigen pionierpflanzen.

Die kl-einen Tämpe1 sind die einzigen Feuchtstandort,e in der Gemeinde wittinsburg. Beim vtald handelt es sich um BuchenwaldgeseJ-lschaften wüchsiger standorte, nämrich den typischen Lungenkraut-Buchenwald im nörd.lichen Teil des Naturschutzgebietes sowie den I{aldmeister-Buchenwald mit Hornstrauch (südlicher Teil).

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um die wertvollen, durch menschliche Eingriffe entstandenen Biotope sowie den geologischen Aufschluss z1r erhar-

ten, sind spezifische pflegeeingriffe erforderlich.

Diese

dienen folgenden Schutzzielen: offenhalten des geologischen Aufschrusses von Hauptrogenstein, Muschelagglomerat, HeJ-icidenmergel und Juranagelfluh; offenhalten der waldfreien Flächen und der übergangsbereiche sowie Erharten und Fördern der entsprechenden Tier- und Pflanzenwelt; Erhalten und Erweitern der Tümperzonen als Laichgewässer für Geburtshel_ferkröte und Gelbbauchunke; stell-enweise schaffen eines abgestuften Ttaldrandes mit Gebüschmantel;

Erhalten der reichstrukturierten Oberflächenformen als kulturhistorische Landschaftselemente ; Erhaltung und Förderung der standortgemässen v,Ialdgesellschaften in naturnaher Ausbildung sowie Förderung von Al-tholzinseln; Erhaltung der Schachthöhle im Hauptrogenstein. Als Grundrage fär die weitere Nutzung und pfrege des Naturschutzgebietes "steingruebe" dient das zusammen mit der Gemeinde, den Eigentümern und dem Kantonsforstamt erarbeitete schutz- und Pflegekonzept. Die Gemeinde vfittinsburg sowie die Eigentümer Herr Dominique Hodel--Blanco, Tenniken (Parzelre Nr. L275) und Herr Ernst wüthrich-Müller, Thürnen (Parzelle Nr. L276), sind mit der Aufnahme der Grundstücke in das rnventar der geschützten Naturobjekte des Kantons Basel-Landschaft einverstanden.

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l-. Gestützt auf S L2 des Gesetzes über den Natur und Landschaftsschutz vom 20. November LggL werden

die Parzelle Nr. L275, im Eigentum von Herrn D. Hodel-Blanco und Parzelle Nr. L276, im Eigentum von Herrn E. I{i.ithrich-Mül_Ier, aIs Objekt von regionaler Bedeutung in das Inventar der geschützten Naturobjekte aufgenommen. Die GesamtfIäche beträgt 2t89 ha. 2

Die Bau- und Umweltschutzdirektion wird ermächtigt, die Abgeltung festzulegen und im Rahmen des bewilligten Budgets dem Konro 2355.500.L0-999 ztt belasten.

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Nach Eintritt der Recht,skraft ist der BeschLuss vom zuständigen Grundbuchamt ins Grundbuch einzutragen.

Gegen diesen Beschluss kann innert L0 Tagen von dessen zu-

stellung an gerechnet beim verwaltungsgericht in Liestal Beschwerde erhoben werden.

Verteiler:

Dominique Hodel-B1anco, Hofgut Schönegg, 4456 Tenniken Elisabeth Vüüthrich-Beugger, Hauptstr. 58, 444L Thürnen

Ernst Wüthrich-Müller, Hauptstr. 58, 444L Thürnen Gemeinderat Wittinsburg, 4443 Vüittinsburg

Bezirksschreiberei Sissach, Hauptstr. 115, 4450 Sissach Bund für Naturschutz Baselland (BNBL), Postfach 49L, 4410 Liestal

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Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband (BÌTV), postfach 533, 44L0 Liestal Forstamt

Justiz-, Polizei- und Militärdirektion Amt für Orts- und Regionalplanung (2) Amt für Orts- und Regionalplanung, Abt. Natur- und Landschaftsschutz (3) Rechtsabteilung Bau- und Umweltschutz-

direktion Landeskanzlei (pubtikat,ion) Bau- und Umweltschutzdirektion (2) Der 2. f,andschrelåer:

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Witt¡nsburg Steingrueben 1 : 5'000