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Lebensmitteldeklaration in der Schweiz
Berset Alain · BPR-M · Bundesrat · Freiburg
In der Schweiz muss bei Lebensmitteln die Herkunft einer Zutat immer dann angegeben werden, wenn die Gefahr einer Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten besteht. Dies ist der Fall, wenn der Anteil einer Zutat 50 Prozent oder mehr beträgt und die Aufmachung des Lebensmittels auf eine nichtzutreffende Herkunft der Zutat schliessen lässt. Bei Zutaten tierischer Herkunft - zum Beispiel Rindfleisch in Lasagne - gilt dies schon ab einem Anteil von 20 Prozent. Ich gebe hier ein Beispiel: Die Aufschrift "Tomatensugo - 100 Prozent italiano" lässt erwarten, dass die verwendeten Tomaten aus Italien kommen. Falls die verwendeten Tomaten aus Frankreich kommen, ist ihre Herkunft entsprechend zu deklarieren.
Die Anforderungen an die Deklaration von Lebensmitteln sind in der EU grundsätzlich die gleichen wie in der Schweiz. Betreffend die Herkunftsdeklaration von Zutaten gehen die schweizerischen Anforderungen teilweise sogar weiter, indem jeweils das Herkunftsland angegeben werden muss. In der EU sind auch weiter gefasste Angaben wie "nicht aus der EU" zulässig. Im Übrigen wird die Herkunft der Zutaten in der Schweiz in sehr vielen Fällen auch freiwillig angegeben.
Arslan Sibel · Mit-F · Nationalrat · Basel-Stadt · Grüne Fraktion
Besten Dank, Herr Bundespräsident. Jetzt weiss ich, wie ich eine ganz gute Spaghetti-Sauce machen kann. Wenn ich doch noch Pelati kaufen möchte und dort "hergestellt in Italien" draufsteht, die Tomaten aber aus China kommen, wie sehe ich als Konsumentin, dass "Herstellung" noch lange nicht "Herkunft" bedeutet?
Berset Alain · BPR-M · Bundesrat · Freiburg
Ehrlich gesagt, Frau Nationalrätin, ist es für mich schon ein bisschen gefährlich und vielleicht auch ein bisschen schwierig, auf eine so präzise Frage eine ebenso präzise Antwort zu geben. Ich würde aber sagen, dass hier das gleiche Prinzip gilt: Wenn das Risiko einer Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten besteht, muss die Herkunft klar deklariert werden. Sie haben vielleicht einen konkreten Fall, den ich nicht kenne, wo wir das auch mit dem Bundesamt anschauen können. Ein wichtiger Punkt bleibt aber in der Tat die Transparenz zugunsten der Konsumentinnen und Konsumenten: Das ist ein zentraler Pfeiler der Politik, die wir in der Schweiz seit Jahren betreiben.