Ressourcennationalismus
Staatliche Massnahmen zur stärkeren Kontrolle oder Wertabschöpfung natürlicher Ressourcen, etwa Steuern, Beteiligungen oder Enteignungsrisiken.
Ressourcennationalismus bezeichnet Politiken, mit denen ein Staat grössere Kontrolle über Mineralien, Kohlenwasserstoffe, Wasser oder andere strategische Ressourcen gewinnt. Dazu zählen staatliche Beteiligungen, Exportbeschränkungen, Neuverhandlung von Konzessionen, höhere Abgaben, Local-Content-Vorgaben, Verstaatlichung oder strengere Bewilligungen. In der Schweiz ist das Phänomen weniger prägend als in Rohstoffförderländern, bleibt aber für Investoren, Händler, Finanzierer und Schiedsverfahren mit Schweizer Bezug wichtig. Rechtlich relevant sind Eigentumsschutz, Verwaltungsrecht, Investitionsschutzabkommen, Stabilisierungsklauseln, Sanktionen sowie Umwelt- und Sozialauflagen. Zudem berührt es Versorgungssicherheit und Souveränität über kritische Rohstoffe.