langfristigen Nutzungsverzicht im Wald/Rietenberg

Waldreservate · Sarmenstorf · Aufgehoben am 31.12.2048

Dokument

Nummer
AV303
Art
Waldreservate
Gemeinde
Sarmenstorf
Kanton
Aargau
Ebene
Kanton
Genehmigt durch
AW
Beschlossen
19.01.1999
In Kraft seit
01.01.1999
Aufgehoben
31.12.2048

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Text

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Vereinbarung über den langfristigen Nutzungsverzicht im Wald

Zwischen dem

Kanton Aargau, vertreten durch das Finanzdepartement, Abteilung Wald

und der

Ortsbürgergemeinde Sarmenstorf, vertreten durch den Gemeinderat

wird über nachfolgend beschriebene Waldflächen, gestützt auf Art. 18c NHG, § 40 Abs. 3 lit. c BauG und § 14a NLD (Beilage 1) und im Sinne des Naturschutzprogramms Wald, folgendes vereinbart:

1, Waldfläche (vergleiche Planbeilagen M 1: 5‘000 datiert vom 13. Oktober 1998)

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Gemeinde

Bestandes- Lokalname Nm.

Sarmenstorf 301 b

511

Buchwald

Koord.

Anteil Baumarten Alter Status* Fläche (ha)

90- NkBW 661 450/ 50 Bu; 30 Ei; 241 150/ 20 (Bi, HBu, REi, 120j. 560 Lä)

3,65

100- NkBW 120t Total

1,85

60 Bu; 40 (TEi, REi, Bi)

5,50

2

Gemeinde

Bestandes- Lokalname Nm.

Sarmenstorf 101 a 102 - 105 107 110

Rietenberg

Koord.

Anteil Baumarten

/

660 200 / siehe Verzeichnis 241 700 / EinzelbaumAufnahme 700 Nr. 1 - 60

Alter Status* Bäume;

70- NkBW auf 14,8 ha 120j. verstreut 60 Bäume entspricht ca. 0,8 ha*

*Reduktion

Anteil am Waldeigentum 2, 8 % * Legende: NkBW: Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung im Wald (gemäss Richtplan) anderer Schutz: Einzelbaumschutz gemäss Waldwirtschaftsplan 1995

2. Ziel Auf der bezeichneten Waldfläche (Altholzinsel) sollen natürliche, von menschlichen Eingriffen unbeeinflusste AJterungs- und Zerfallsprozesse ablaufen. Damit entstehen Lebensräume insbesondere für diejenigen Tier- und Pflanzenarten, welche auf alte und absterbende Bäume sowie auf totes Holz angewiesen sind. Das gleiche gilt für die gemäss Waldwirtschaftsplan 1995 bezeichneten 60 Einzelbäume im Rietenberg.

3. Pflichten der Waldeigentiimerin 3.1 Die Waldeigentümerin verpflichtet sich, in der bezeichneten Altholzinsel Buchwald auf jegliche Holznutzung sowie auf Pflegeeingriffe zu verzichten und der natürlichen Entwicklung freien Lauf zu lassen. Auch tote Bäume sind im Wald zu belassen. 3.2 Sie verpflichtet sich, die im Rietenberg gemäss Waldwirtschaftsplan 1995 bezeichneten Einzelbäume mit den Nummern 1 - 60 nicht zu nutzen bzw. sie auch nach deren Absterben an Ort und Stelle stehen bzw. liegen zu lassen.

3.3 Sie sorgt für die nötige Aufsicht über die bezeichneten Waldflächen.

3

3.4 Eingriffe zur Abwehr von Gefahren erfordern die Zustimmung des Kreisforstamtes. Die nötigen Sicherheitsmassnahmen wie das Beseitigen von abgestorbenen, überhängenden Ästen im Bereich von Waldstrassen dürfen jedenfalls weiterhin getroffen werden. In einem Umkreis von 10 m um das Bildstöckli können ebenfalls abgestorbene, überhängende Äste bzw. Bäume aus Sicherheitsgründen vorsorglich entfernt werden.

3.5 Der Strassenunterhalt bleibt gewährleistet.

4. Entschädigungspflicht des Kantons

Der Kanton bezahlt der Waldeigentümerin für den in dieser Vereinbarung festgelegten Nutzungsverzicht eine Entschädigung. Diese wird pauschal für die ganze Vertragsdauer auf

festgelegt und umfasst den Kantons- sowie den Bundesbeitrag.

Die Auszahlung erfolgt nach Vertragsabschluss.

5. Rückforderung der Entschädigung

Die Rückforderung der Entschädigung im Falle einer Missachtung der Bestimmungen dieser Vereinbarung bleibt vorbehalten.

6. Dauer der Vereinbarung

Die Vereinbarung tritt am 1. Januar 1999 in Kraft und gilt ftir die Dauer von 50 Jahren. Die Genehmigung durch die Ortsbürgergemeindeversammlung vom 11. Dezember 1998 bleibt Vorbehalten.

7. Weitere Bestimmungen

7.1 Die Waldeigentümerin ist damit einverstanden, dass anlässlich der nächsten Revision der kommunalen Nutzungsplanung die ausgeschiedene Altholzinsel sowie die bezeichneten Einzelbäume öffentlich-rechtlich geschützt werden.

4

7.2 Rechte Dritter werden durch diesen Vertrag nicht eingeschränkt. Sollten sich im Interesse des Schutzzieles Einschränkungen und Verbote gegenüber Dritten als notwendig erweisen, so werden diese im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen erlassen. 7.3 Die Entschädigung ftir den Nutzungsverzicht ist in die Forstreserve einzulegen und darf nur im Rahmen der Bestimmungen über die Forstreserve verwendet werden.

7.4 Die beiden beiliegenden Pläne M l:5‘000, datiert vom 13. Oktober 1998, sowie das Verzeichnis der geschützen Einzelbäume Nr. 1-60 gemäss Waldwirtschaftsplan 1995 sind verbindlicher Bestandteil der Vereinbarung.

Sarmenstorf, den

1 9. Jan. 1999

Aarau, den

Ortsbürgergemeinde Sarmenstorf Namens des Gemeinderates: Der Gemeindeammann:

Der Gemeipdeschreiber:

Finanzdepartement Aargau Abteilung Wald Der Kantonsoberfbrster:

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Dr. H. Kasper

Beilagen: - Rechtsgrundlagen - 2 Pläne M 1:5‘000 (inkl. Verzeichnis Einzelbaumaufnahme Rietenberg) Ein unterschriebenes Exemplar dieser Vereinbarung geht an: - Waldeigentümerin - Finanzdepartement Aargau, Abteilung Wald

Kopie an: Einwohnergemeinde Sarmenstorf Gemeindeforster Kreisforstamt 6 Muri

5

Beilage 1

Rechtsgrundlagen Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966

Art. 18 c

Schutz und Unterhalt der Biotope sollen wenn möglich aufgrund von Vereinbarungen mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern sowie durch angepasste land- und forstwirtschaftliche Nutzung erreicht werden. 2 Grundeigentümer oder Bewirtschafter haben Anspruch auf angemessene Abgeltung, wenn sie im Interesse des Schutzzieles die bisherige Nutzung einschränken oder eine Leistung ohne entsprechenden wirtschaftlichen Ertrag erbringen.

Gesetz über Raumplanung, Umweltschutz und Bauwesen, (Baugesetz, BauG) vom 19. Januar 1993 §40

’ Zur Erfüllung dieser Aufgaben treffen Kanton und Gemeinden die erforderlichen Massnahmen, indem sie insbesondere a) Schutzzonen ausscheiden; b) Vorschriften oder Verfügungen über den Schutz, die Gestaltung und den Unterhalt von Schutzobjekten erlassen; c) Vereinbarungen über die Bewirtschaftung und die Erhaltung abschliessen; d) die Kosten für den Schutz, die Gestaltung und den Unterhalt von Schutzobjekten ganz oder teilweise übernehmen. Dekret über den Natur- und Landschaftsschutz (NLD) vom 26. Februar 1985, Änderung vom 16. Januar 1996

§ 14a

Durch das Finanz- oder das Baudepartement können in gegenseitiger Absprache Vereinbarungen über den langfristigen Nutzungsverzicht in Waldreservaten abgeschlossen werden. 2 Die Vereinbarungen werden in der Regel über einen Zeitraum von 50 Jahren abgeschlossen. Im übrigen gelten die Bestimmungen von § 14 Abs. 2 und 3 dieses Dekretes sinngemäss.

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OBG SARMENSTORF Einzelbaumaufnahme Rietenberg (Aufnahme 20.9./26.9.1 996)

1:5000 4*1

markierter Baum mit Baumnummer

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OBG Sarmenstorf: Einzelbaumaufnahme Rietenberg Liste der markierten und numerierten Bäume (Aufnahme 20.9./26.9.1 996) Nr.

Baumart

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45

Ei Ei Ei Ei WLi HBu WLi WLi Bu Bu Ei __ Ei SU Ei Ei Ei Bu Es __ Ei_ Ei Ei __ Ei_ Ei __ Bu_ Bu Bu __ __ Ei_ Ei __ __ El_ Ei Ei Ei __ Ei^ __ Ei ___ Ei ___ ___ ___ Ei Ei

BHD (cm) 34 81 60 55 57 47 70 52 87 76 47 49 41 53 52 46 47 53 40 49 54 49 45 56 40 47 39 49 47 51 36/38/36 49 48 50 64 51 54 76 52 54 65 56 51 48 43

Bemerkungen

stehend tot_________________________________ __ Klebastbeulen, mittelkronig _______________________ Klebastbeulen, kleinkronig ________________________ grosser Efeu (0 '12 cm)______________________________ klebastig Zwiesel____________________________________________ Super-Stamm, 8 m a-Qualität _______________ kleinkronig_________________________________________ _ grosskroniger Waldrandbaum _______________________ grosskroniger Waldrandbaum, Zwiesel__________________ kleinkronig, steht inmitten eines Fichten-Baumholz2-Trupps steht inmitten eines Verjüngungs-Trupps, mit Efeu_______ Überhälter in Stangenholz, mit totem Efeu______________ klebastig, grosskronig_________ ______________________ klebastig, Überhälter, an Bestandesgrenze_______________ inmitten eines Fichten-Trupps, klebastig gipfeldürr, Klebastbeulen_______ ____ __________________ absterbend (Nekrose-Buche), Zwiesel___________________ Waldrandbaum, Zwiesel_______ _ _____________________ steht in Nähe von Grenzstein __________________ Grenzbaum, einseitige Krone ___________________ Grenzbaum, stark einseitige Krone____________ ________ Grenzbaum, einseitige Krone__________ _______________ klebastig, stark einseitig, steht am Rand ehern. Grube Doppel, steht am Rand ehern. Grube___________________ Doppel, steht am Rand ehern. Grube___________________ unterdrückte Krone_________________________ einseitige, unterdrückte Krone __________________ Waldrandbaum________________________ _ Waldrandbaum, steht am Rand ehern. Grube____________ Drilling_________________________________ _ ____ _ Teil eines Drillings_______________________________ _ Teil eines Drillings______________________________ __ Teil eines Drillings _______________________ Waldrandbaum______________________________________ Waldrandbaum______________________________________ Waldrandbaum_______________________ _ grosskroniger Waldrandbaum _________________ steht an Bestandesgrenze_____ _ _____________________ Waldrandbaum________________________ _ ___________ Waldrandbaum________________________________ _____ kleinkronig, steht am Strassenrand __________________ steht in Waldecke________________________________ _ Waldrandbaum mit ausladender Krone_________________ kleinkroniger Waldrandbaum

Nr.

Baumart

46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80

Ei Ei Ei Ei Es Li Bu Ei Bu Bu Bu Bu Ei Bi Li Bu Li Ei Li Bu Ei Ei Ei Ei Ei Ei Li Ei Fi Ei Ei Bu SLi Ei Ei

BHD (cm) 69 60 55 63 56 47 84 64 56 63 63 68 49 52 62 80 52 62 75 64 62 57 41 61 71 47 49 47 79 50 47 75 53 64 64

Bemerkungen mittelkroniger Waldrandbaum, steht an Grenze_________ Mittelwaldeiche (Oberholz des ehern, Mittelwaldes) Mittelwaldeiche in Fichten-Trupp_____________________ Mittelwaldeiche am Strassenrand_____________________ schwerer Blitzschaden, absterbend_________________ steht am Wegrand ._______________________________ grosskroniger Grenzbaum___________________________ steht inmitten einer Ahornverjüngung_________________ toter Stamm, ca. 8 m hoch__________________________ grosskronig, steht an Grenzgraben____________ _______ stehend tot (Nekrose-Buche)_________________________ grosskronig, steht an Strassenrand___________________ stehend tot __________________________________ kleinkronig ___________________________________ grosskronig ___________________________________ Riss, grosskroniger Grenzbaum_______________________ grosskronig __________________________________ mittelkronig __________________________________ grosskronig, steht an Bestandesgrenze zu Fichten-Dickung absterbend (Buchen-Nekrose) mittelkronig_______________________________________ klebastig, mittelkronig_______________________________ stehend tot ___________________________________ klebastig, kleinkronig_______________________________ grosskronig, steht an Bestandesgrenze, mit Efeubewuchs stehend tot __________________________________ mittelkronig _________________________________ kleinkronig_____ grosskronig, Kandelaber_____________________________ kleinkronig, steht an Bestandesgrenze_________________ klebastig, kleinkronig, steht an Verjüngungsrand________ Überhälter in Naturverjüngung, Schwarzspechthöhle_____ steht an Bestandesgrenze____________________________ klebastig, mittelkronig, steht an Wegrand______________ steht auf Kuppe in Fichtentrupp__________________