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Berufstitel eines Professional Bachelor einführen

20382 · Amtliches Bulletin

Del 11 giu 2012

https://lexipedia.io/it/docs/ch/ab-bo-bu/20382/de/berufstitel-eines-professional-bachelor-einfuhren

Consultato il 11 set 2026

  1. Documenti
  2. Confederazione
  3. Bollettino ufficiale
Fonte

Oggetto parlamentare: Introduzione del Professional Bachelor (11.3618)

11.3618

Berufstitel eines Professional Bachelor einführen

Tschümperlin Andy · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Sozialdemokratische Fraktion

Mit meiner Motion will ich, dass der Bundesrat einen Vorschlag für eine gesetzliche Regelung zur Einführung des Berufstitels "Professional Bachelor" vorlegt.

Die Chancen gutqualifizierter Diplomierter aus der Schweiz mit höherem Fachausweis oder höheren eidgenössischen Berufsprüfungen müssen verbessert werden. Das ist ein Anliegen aus der Lehrstellenkonferenz. Nach dieser muss die höhere Berufsbildung - in der auch die höheren Fachschulen integriert sind - im europäischen Bildungs- und Arbeitsmarkt besser positioniert werden. Damit diese Zielsetzung erreicht werden kann, muss der international verständliche Berufstitel "Professional Bachelor" verwendet werden.

Das duale Bildungssystem garantiert Ausgebildete, die praxistauglich sind, mit Fachwissen im Rucksack, das am Markt gebraucht wird. Trotzdem wird zunehmend der Ruf nach international anerkannten Abschlüssen laut, denn die Schweizer Diplome sind für viele internationale Unternehmen oft unverständlich, die Inhalte der Ausbildungen nicht klar. International verständliche Titel sind aber eine Voraussetzung für die Exportwirtschaft, welche ein wichtiges Standbein der schweizerischen Wirtschaft ist. Auf der anderen Seite importieren in der Schweiz in- und ausländische Unternehmen in zunehmendem Masse ausländische Fach- und Führungskräfte, welche unser Bildungssystem nicht kennen und meist mit dem angelsächsischen Titelsystem vertraut sind. Die offizielle Einführung des "Professional Bachelor" für Absolventen einer höheren Fachschule ist die logische Anbindung an das europäisch und global verständliche Titelsystem.

Gemäss Bundesrat sind bereits Massnahmen ergriffen worden, um bei Bildungsabschlüssen die Transparenz national und international zu erhöhen. Zusammen mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt soll die höhere Berufsbildung gestärkt werden. Die Vorteile und Eigenarten des schweizerischen Systems sollen international bekannter gemacht werden. Im Vordergrund stehen die Beteiligung am Kopenhagen-Prozess der Europäischen Union und die verstärkte internationale Zusammenarbeit. Der Kopenhagen-Prozess zielt auf die Förderung von Durchlässigkeit, Transparenz und Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt ab. Die Berufsbildungsabschlüsse sollen auf dem europäischen Arbeitsmarkt transparent und international vergleichbar werden. Die Schweiz, vertreten durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, beteiligt sich an diesem Prozess. Leider liegt aber noch keine Lösung vor.

Damit ist diese Motion notwendig. In der Stellungnahme des Bundesrates wird das ja auch verklausuliert zugegeben. Hier steht: "Im Falle der Annahme der Motion im Erstrat behält sich der Bundesrat vor, in der Kommission des Zweitrates einen Abänderungsantrag zu stellen." Lassen wir das den Bundesrat tun! Unterstützen Sie die Motion, dann kommen wir in dieser Frage einen Schritt weiter!

Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern

Der Bundesrat unterstützt die Massnahmen zur Stärkung der höheren Berufsbildung. Die Einführung eines zusätzlichen Titels ist aber in der Einschätzung des Bundesrates nicht zielführend. Die heutigen Titel der höheren Fachschulen zeigen auf, über welche beruflichen Kompetenzen die Absolventinnen und Absolventen verfügen. Der Wert dieser Abschlüsse ist den Arbeitgebern bekannt. Die einzelnen Abschlüsse wiederum sind in den jeweiligen Branchen gut verankert. Die Titel grenzen sich von Bachelor- und Master-Titeln an Hochschulen ab. Diese sind nicht an eine Berufsqualifikation gebunden, sondern verdeutlichen die Zuordnung der Ausbildungen zur Hochschulstufe.

Der Bundesrat ist der Meinung, dass die Einführung des Titels "Professional Bachelor" zu einer Vermischung der Titel der höheren Berufsbildung und der Hochschulen führen wird. Dies dient weder der Transparenz des Bildungssystems noch der Positionierung der höheren Berufsbildung. Um die Chancen von Schweizer Fach- und Führungskräften international zu verbessern, sind folgende zwei Massnahmen ergriffen worden:

1. Die Schweiz beteiligt sich - es wurde schon von Herrn Tschümperlin erwähnt - am Kopenhagen-Prozess. Dieser soll dazu beitragen, dass die Berufsbildungsabschlüsse auf dem europäischen Arbeitsmarkt transparent und international vergleichbar sind.

2. Mit dem nationalen Qualifikationsrahmen, welcher seit Mitte Februar in Anhörung ist, werden unter anderem sogenannte Diploma Supplements eingeführt. Diese erläutern die Qualifikationen der Absolventin oder des Absolventen, und zwar auch in englischer Sprache. Dadurch lassen sich erworbene Fähigkeiten schneller und besser einordnen.

Ich erinnere bei dieser Gelegenheit auch an die Motion Bischofberger 11.3921 und an das Postulat 12.3019 Ihrer WBK. Die Motion ist angenommen worden, das Postulat ebenfalls. Wir wollen eine ganzheitliche Betrachtung, und wir wollen diese ganzheitliche Betrachtung und dann eine saubere Ordnung der Titel im Rahmen der HFKG-Einführung.

Mit diesen Bemerkungen bitte ich Sie, die Motion abzulehnen.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 72 Stimmen

Dagegen ... 103 Stimmen