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Früherkennung von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen
Schmid-Federer Barbara · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP
In der Altersgruppe der 11- bis 15-jährigen Kinder und Jugendlichen gelten in der Schweiz 3 bis 10 Prozent als besonders gefährdet, Suchtmittel zu missbrauchen. Mit zunehmendem Alter, also bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre, steigt dieses Gefährdungspotenzial. Um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre infolge ihres Suchtmittelkonsums in Schwierigkeiten geraten, wird heute mit der Methode der Früherkennung und der Frühintervention gearbeitet, mit der sehr gute Resultate erzielt werden. Vorhandene oder drohende suchtmittelbedingte Störungen sollen möglichst früh erkannt werden, sodass eine Intervention möglich wird.
Mit dem Betäubungsmittelgesetz wurde eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass alle Berufsgruppen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, an eine Meldestelle gelangen können, wenn sie eine suchtmittelbedingte Störung erkennen. Das ist die sogenannte erweiterte Meldebefugnis. Das Problem dieses Artikels 3c ist aber, dass nur Störungen erfasst werden, welche aufgrund des Konsums illegaler Drogen vorliegen. Aus Sicht der Praxis ergibt dies keinen Sinn, weil bei den Jugendlichen die Fallzahlen für den Alkoholkonsum viel höher sind als für den Konsum illegaler Drogen. Es ist vor allem der Alkohol, der in dieser Altersgruppe Probleme verursacht.
Soll Frühintervention möglich sein, ist es also dringender, die Meldebefugnis im Bereich Alkoholmissbrauch zu ermöglichen als im Bereich illegaler Drogen. Vor allem in diesen Fällen wäre eine Erfassung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und eine Triage ins professionelle Suchthilfesystem wichtig; also nicht nur dann, wenn es, salopp gesagt, ums Kiffen geht. Mit der Schaffung einer gesetzlichen Grundlage analog Artikel 3c für Alkohol würde eine solche gezielte und frühe Intervention auch für Jugendliche möglich, die Alkohol missbrauchen.
Inzwischen ist eine Änderung des Zivilgesetzbuches erarbeitet worden, welche es allen Berufsgruppen, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, ermöglicht, gefährdete Kinder und Jugendlicher in jedem Fall zu melden. Das ist sehr zu begrüssen, da der Alkohol mit eingeschlossen wird. Meldestelle sind in diesem Fall aber die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB), also nicht die Fachstellen der Suchthilfe. Das hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass über diesen Weg eher den Ursachen auf den Grund gegangen wird; Suchtmittelkonsum ist ja immer nur ein Symptom. Hingegen verfügen die KESB-Stellen nicht über genügend Wissen in der Suchtberatung, und wenn bereits eine suchtmittelbedingte Störung vorliegt, braucht es auch die Intervention von Suchtfachpersonen.
Der Bundesrat lehnt meine Motion ab mit der Begründung, sie greife den Arbeiten zur Motion Aubert 08.3790 vor. Diese Antwort greift aber klar zu kurz, denn mit der Motion Aubert wird lediglich der Anspruch der erweiterten Meldebefugnis erfüllt, das heisst, dass alle Berufsgruppen, welche mit Kindern bis 18 Jahren arbeiten, befugt sind, Meldung zu erstatten.
Meine Motion möchte aber eine spezielle Meldestelle bestimmen, an welche Personen, die mit Kindern arbeiten, bei deren missbräuchlichem Alkoholkonsum gelangen. Diese Forderung verlangt das, was wir bei den illegalen Drogen bereits kennen, und diese Forderung wird mit dem Vorstoss Aubert nicht abgedeckt. Als Meldestellen sind vornehmlich Suchtberatungsstellen geeignet, da diese über das notwendige Know-how verfügen, um mit einem Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche umzugehen. Stellen wie die KESB, an die gemäss ZGB alle anderen Meldungen gehen, sind dafür nicht geeignet.
In diesem Sinne bitte ich Sie, meine Motion anzunehmen.
Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg
Chaque problème d'addiction a sa propre histoire. Pour prévenir efficacement la toxicomanie, il est primordial de détecter à temps les signes avant-coureurs d'une dépendance. C'est la raison pour laquelle la politique suisse en matière de dépendance met l'accent sur l'intervention précoce.
L'article 3c de la loi sur les stupéfiants a été introduit lors de la révision de la loi éponyme. Il oblige les professionnels à saisir les institutions compétentes dans les cas de personnes souffrant de troubles liés à l'addiction et garantit donc que les jeunes qui sont en situation de vulnérabilité soient rapidement détectés et bénéficient d'un traitement. C'est vrai que l'article 3c n'est applicable qu'aux drogues illégales.
Que faire alors lorsqu'il y a un risque de dépendance à l'alcool? Il y a donc une lacune à combler, et cette lacune a été comblée par les dispositions légales concernant la protection de l'enfant. Elle prévoit en effet que toute personne qui, dans l'exercice de sa fonction officielle, a connaissance d'une personne qui semble avoir besoin d'aide, est tenue d'aviser l'autorité compétente. Comme l'abus d'alcool met en péril le bien-être des enfants, et comme l'article 443 du Code civil - que je voulais encore citer ici - est également applicable aux mineurs, nous avons la base légale qui permet, de l'avis du Conseil fédéral, de réagir rapidement aux risques auxquels les jeunes sont exposés.
Dans ce contexte, le Conseil fédéral a également rappelé la motion Aubert 08.3790, qui concerne la protection de l'enfant face à la maltraitance et aux abus sexuels. Pour mettre en oeuvre cette motion, le projet de révision des dispositions du Code civil, qui est actuellement en consultation, permet aux professionnels qui doivent, selon le Code pénal, respecter le secret professionnel, de signaler les situations dangereuses. Les professionnels qui ne sont pas soumis au secret professionnel ont, quant à eux, l'obligation de notifier une telle situation.
Les premiers retours que nous avons concernant l'application du devoir de signaler à l'autorité les personnes en situation de détresse montrent que cette signalisation repose généralement sur l'article 443 du Code civil, indépendamment de la nature du danger. Compte tenu de ce que je viens de vous dire, le Conseil fédéral conclut donc que le Code civil suisse, avec ce mécanisme, est une base suffisante pour couvrir les abus dont vous parlez, et un article portant spécifiquement sur l'alcool n'apporterait pas véritablement de plus-value.
C'est avec cette argumentation, en estimant qu'il n'y a pas de divergence sur le fond mais que la base légale existe, que le Conseil fédéral vous invite à rejeter la motion.
Abstimmung
Präsidentin (Markwalder Christa, zweite Vizepräsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 52 Stimmen
Dagegen ... 116 Stimmen
(23 Enthaltungen)