14.4006
Anreizprogramm für einen Umbau der Karrierestrukturen an Schweizer Hochschulen
Hêche Claude · P-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Hêche Claude, président): Le Conseil fédéral propose d'adopter le postulat.
Gutzwiller Felix · Mit-M · Ständerat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Ich freue mich, dass ich Ihnen hier im Namen der WBK-SR ein Postulat zur Nachwuchsförderung vorstellen darf, ein Postulat, das seine Wirkung im Rahmen der nächsten BFI-Botschaft entfalten soll und zum zentralen Gegenstand hat, wie der universitäre Nachwuchs in Zukunft besser gefördert werden kann.
Ganz kurz zur Vorgeschichte: In der WBK-SR haben wir schon vor zweieinhalb Jahren in einem Hearing jüngere Forschende angehört und dabei festgestellt, dass im Bereich des Übergangs vom Doktorat zur Professur eine grössere Lücke besteht und vielleicht Reformbedarf da ist. Die Thematik hat sich dann in einem ersten Postulat 12.3343 geäussert, das ebenfalls von der WBK-SR formuliert wurde und das den Bundesrat gebeten hat, die Problematik der Nachwuchsförderung in einem Bericht zu analysieren und aufzuzeigen. Dieser Bericht liegt vor, und man muss sagen, dass es ein ausserordentlich interessanter Bericht ist.
Aufgrund der Diskussion zu diesem Bericht folgt nun sozusagen der zweite Schritt, nämlich dafür zu sorgen, dass die Massnahmen und die Erkenntnisse des Bundesrates aus diesem Bericht dann auch in die Überlegungen zur nächsten BFI-Botschaft einfliessen. Um die Sache einigermassen kurz zu halten, möchte ich aus diesem Bericht zitieren, der Bericht des Bundesrates fasst nämlich die Situation bestens zusammen. Ich unterstreiche, dass es der Bericht des Bundesrates ist, weil - Sie werden es feststellen - das vorliegende Postulat genau dieses Thema aufnimmt: Es "herrscht in der Schweiz eine lehrstuhlzentrierte Hochschulstruktur mit wenigen festen Stellen neben der Professur vor. Dieses auch als 'germanisch' bezeichnete System ist an den deutschsprachigen Universitäten in unterschiedlichem Masse verbreitet und zeichnet sich insbesondere durch eine lange Nachwuchsphase und eine Abhängigkeit vom Ordinariat aus. Im Gegensatz dazu werden in den USA und Grossbritannien nach der Promotion und damit früh in der wissenschaftlichen Karriere eine grössere Anzahl Stellen für selbstständige Lehre und Forschung sowie stärker differenzierte Stellen mit Aussicht auf eine unbefristete Anstellung angeboten."
Dieses Zitat und die Schlussfolgerung des Berichtes schildern gut, worum es geht. Es soll mit dem Kommissionspostulat im Rahmen der nächsten BFI-Botschaft als Ziel umgesetzt werden, dass die Zahl der sogenannten Assistenzprofessuren mit Tenure Track - auf gut Deutsch: mit unbefristeten Anstellungen - deutlich und dauerhaft erhöht wird. Dies sollte eine entsprechende dynamische Wirkung auf die Karriereentwicklung von akademisch Interessierten ausüben. Es braucht also eine mehrstufige Karriereleiter mit Rekrutierungs- und Evaluierungsverfahren, die höchste internationale Qualitätsstandards erfüllt und mithilft, dass die Schweiz auch in Zukunft an der Spitze bleibt.
Damit Sie sehen, wie die Situation heute aussieht, möchte ich einige Zahlen nennen. Gemäss Professor Martin Vetterli, Präsident des Nationalen Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds, ist der Nachwuchs in der Schweiz in der Tat unter Druck. Die letzten erhältlichen Zahlen zeigen, dass wir über plus/minus 110 000 Studierende verfügen; es gibt ungefähr 22 000 PhD, also Personen in Doktorierungsprogrammen, 10 000 bis 25 000 Postdoktorierende und - da gibt es einen grossen Graben - insgesamt 3900 Professoren und Professorinnen. Mit anderen Worten: Die Postdoktorierungsphase führt dazu, dass jüngere Forschende entweder sehr lange als Postdoktorierende fungieren und dann mit vierzig unter Umständen nicht mehr wirklich auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren können oder aber dass sie die akademische Karriere bald zugunsten anderer Angebote verlassen, weil sie eine solche nicht als attraktiv erfahren. Das sind die Zahlen. Die Zahlen über die Assistenzprofessuren mit Tenure Track: An den amerikanischen Spitzenuniversitäten, etwa in Stanford, sind es im Schnitt 25 Prozent der Assistenzprofessuren; dies im Gegensatz zur Schweiz, wo die Assistenzprofessuren mit Tenure Track an Schweizer Universitäten und im ETH-System 7 Prozent ausmachen.
Das Anliegen dieses Postulates ist es, die Schlussfolgerungen für die BFI-Botschaft zu ziehen und den Bundesrat zu bitten, dort einen massgeblichen Akzent für eine Verbesserung der Assistenzprofessuren und damit für eine Verbesserung der Attraktivität der akademischen Karriereleiter zu schaffen. Ich muss betonen, dass dieses Thema im heutigen Umfeld und seit dem 9. Februar dieses Jahres noch eine andere Dimension gewonnen hat. Denn die Frage, wie sehr der inländische Talentepool genutzt werden kann und die Talente für akademische Karrieren gewonnen werden können, hat ebenfalls an Brisanz gewonnen.
Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass das Postulat nicht nur die Situation der Assistenzprofessuren thematisiert, sondern auch ganz klar festhält, dass der Frauenförderung bzw. dem Frauenvorrang ein entsprechendes Gewicht zu geben ist. Schliesslich muss auch die Postdoc-Phase untersucht und verändert werden, weil an schweizerischen Hochschulen viele Betroffene zu lange auf solchen Postdoc-Positionen verharren; ich habe das erwähnt.
Insgesamt empfehle ich Ihnen mit der WBK, die dieses Postulat mit 6 zu 1 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen hat, es ebenfalls anzunehmen. Ich verbinde damit die Hoffnung, dass im Rahmen der nächsten BFI-Botschaft, die in diesem Rat diskutiert wird, ein markanter Anreiz für die Schweizer Hochschulen gesetzt werden kann. Durch eine entsprechende Anreizfinanzierung sollten wir wirklich in die Richtung eines Umbaus des im bundesrätlichen Bericht genannten germanischen Modells zu einem stärker angelsächsischen, qualitätsorientierten Modell kommen, das hervorragenden jungen Forscherinnen und Forschern früh genug die Möglichkeit gibt, ihre eigene Karriere zu entwickeln.
Ich danke in dieser Optik dem Bundesrat dafür, dass er das Postulat annehmen will.
Bieri Peter · Mit-M · Ständerat · Zug · Fraktion CVP-EVP
In einem bemerkenswerten Artikel in der "Neuen Zürcher Zeitung" aus dem Jahre 2011 hat Caspar Hirschi, der damals noch als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds an der ETH arbeitete und heute Professor für Geschichte an der HSG in St. Gallen ist, Analysen und Überlegungen zum akademischen Nachwuchs an unseren Hochschulen vorgestellt. Dabei stellt der Autor fest, dass unser Land diesbezüglich heute in hohem Mass vom Zuzug ausländischer Forscher abhängt, und dies nicht nur bei der Medizin. Ohne im Geringsten den Wert dieses "brain gain" - um es mal so zu sagen - schmälern zu wollen, muss es uns doch, denke ich, ein Anliegen sein, bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der wissenschaftlichen Berufswege Voraussetzungen zu schaffen, die es auch für Schweizerinnen und Schweizer attraktiv machen, an unseren eigenen Universitäten und an den beiden ETH als Wissenschafter und Wissenschafterinnen tätig zu sein und zu bleiben.
Wie der Autor des erwähnten Artikels aufzeigte, gehen vor allem skandinavische Länder ohne Qualitätsverlust andere Wege und erreichen Werte, die beinahe doppelt so hoch liegen wie jene der Schweiz. Gemäss Ausführungen des Autors arbeiten an Schweizer Universitäten 40 Prozent ausländische Wissenschafter, während dieser Anteil in den skandinavischen Ländern bloss 10 bis 20 Prozent beträgt. Auch wenn vor allem der Zuzug von akademischen Kräften aus unserem Nachbarland Deutschland eine lange und für unser Land erfolgreiche Tradition besitzt, wäre es nun unklug, sich zu einseitig auf diesen Wissenstransfer zu verlassen und den eigenen Nachwuchs zu vernachlässigen. Der Autor schlägt vor, die schweizerischen universitären Strukturen so anzupassen, dass der Entscheid für eine wissenschaftliche Karriere an Attraktivität gewinnt. Dabei sollten insbesondere flachere Hierarchien und Möglichkeiten für feste Anstellungen junger Wissenschafter geschaffen werden.
Ich habe aufgrund dieses Textes und nach Rücksprache mit Professor Hirschi ein Postulat (11.3064) verfasst, mit dem ich gefordert habe, dass in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Universitätskonferenz und dem Schweizerischen Nationalfonds Möglichkeiten erarbeitet werden, um den schweizerischen Nachwuchs an Wissenschaftern so zu fördern, dass unser Land hier mittelfristig einen mit vergleichbaren anderen europäischen Ländern ähnlichen Anteil an eigenen Kräften besitzt. Ich bat den Bundesrat damals, im Rahmen der BFI-Botschaft 2013-2016 aufzuzeigen, welche Massnahmen dazu ergriffen werden sollten.
Was ist zu tun? Es stellt sich die Frage, inwieweit eine Strukturreform mit flacheren Hierarchien und mit einem breiteren Mittelbau anzustreben wäre, der von aufstrebenden Wissenschaftern belegt wird - eine Strukturreform, die die Entwicklung des Forschungsnachwuchses mit festen Stellen begünstigen würde. Es stellt sich die Frage der Arbeits- und Salärbedingungen, der familienunterstützenden Massnahmen oder der Zweckmässigkeit der Projektförderung.
Der Schweizerische Nationalfonds hat in seinem Mehrjahresprogramm 2012-2016 erfreulicherweise eine solche Strategie entwickelt und dafür auch entsprechende Mittel bereitgestellt. Fortschritte sind aber auch bei den Hochschulen und ihren Trägern nötig. Sie müssen Anpassungen an die Hand nehmen. Wenn eine 2008 veröffentlichte Ländervergleichsstudie zur Folgerung kommt, in der Schweiz sei eine akademische Karriere besonders unsicher und für Wissenschafter, die ein Interesse an berufsbiografischer Planbarkeit hätten, nicht besonders attraktiv, so lässt das doch aufhorchen. Es ist deshalb richtig, dass der Bundesrat, der diese Situation erkannt hat, in Zusammenarbeit mit den Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur entsprechende Massnahmen vorschlägt. Der Bundesrat hat denn auch mein Postulat angenommen. Wir haben unterdessen den bundesrätlichen Bericht zum Postulat der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur unseres Rates 12.3343 erhalten. Er trägt den Titel "Massnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz", und er macht auch entsprechende Vorschläge zu anreizorientierten Sondermassnahmen zur Unterstützung eines differenzierten Karrieresystems an den universitären Hochschulen.
Ich habe an der Beratung in unserer Kommission aktiv teilgenommen und auch gewisse Vorbehalte angemeldet. Denn dort, wo wir von Bundesseite her zu sehr versuchen, in die Mechanismen und Organisationsformen der Hochschulen einzugreifen, laufen wir auch Gefahr, dass wir die Leitlinien, die wir mit dem neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz geschaffen haben, verlassen. Auch dort, wo wir allzu einschneidende Massnahmen fordern, zum Beispiel bei der Förderung der Schweizerinnen und Schweizer, oder wo wir sehr weit gehen, wie bei der Vorgabe der Frauenförderung, laufen wir in gewisser Weise Gefahr, dass die Kriterien der wissenschaftlichen Exzellenz verlassen werden.
Ich glaube aber, dass wir uns mit unserem Vorschlag und auch mit den Erkenntnissen, die sich aus dem Bericht des Bundesrates ergeben, auf einem guten Weg befinden. Wir orientieren uns auf der einen Seite wirklich an der wissenschaftlichen Exzellenz unserer Hochschulen; auf der anderen Seite bieten wir aber auch unseren eigenen Kräften Gewähr, dass sie auf dem Weg ihrer wissenschaftlichen Karriere nicht schon in jungen Jahren abgeblockt werden.
In diesem Sinne danke ich insbesondere auch unserer Kommission für die gemachte Arbeit. Sie war intensiv, sie war zum Teil auch widersprüchlich; das will ich jetzt gerne zugeben. Ich glaube, wir können heute alle hinter dem Text des Postulates stehen. Es ist jetzt ein Postulat, aber dem Postulat müssen Taten folgen, die insbesondere mit der nächsten BFI-Vorlage vom Bundesrat präsentiert werden müssen.
Luginbühl Werner · Mit-M · Ständerat · Bern · Fraktion BD
Erlauben Sie mir auch noch einige Bemerkungen zu dem wichtigen Teilaspekt, den Herr Kollege Bieri jetzt eben angesprochen hat. Vorab möchte ich festhalten, dass ich mir sehr wohl bewusst bin, dass wir, wenn wir die weltweite Spitzenposition der Schweizer Universitäten auch zukünftig sichern wollen, darauf angewiesen sind, dass diese Universitäten international die besten Talente rekrutieren können. Trotzdem komme ich noch einmal auf diesen Punkt zurück und erinnere an ein Hearing, das wir in der WBK am 2. April 2012 mit der Gruppe junger Forschender durchgeführt haben. Unter dem Titel "Vision 2020" wurde da dargelegt, dass ohne massiven Umbau der universitären Hierarchien die Schweiz ihre Eliten vorwiegend aus dem Ausland einkaufen müsse. Weiter wurde gesagt, dass die Schweizer Hochschulen hervorragende Forschung leisteten, dass sie aber an der Rekrutierung und Förderung wissenschaftlicher Talente aus dem einheimischen Bildungssystem scheiterten.
Warum ist das so? Es gibt mehrere Gründe. Ein wichtiger ist sicher jener, den eine internationale Vergleichsstudie aus dem Jahr 2009 zum Vorschein brachte. Sie stellte fest, dass eine wissenschaftliche Karriere in der Schweiz besonders unsicher und wenig attraktiv für Wissenschafter sei, die ein Interesse an berufsbiografischer Planbarkeit hätten. Es wurde von meinen Vorrednern erwähnt: Infolge dieses Hearings wurde ein Postulat eingereicht. Gestützt auf dieses Postulat hat der Bundesrat einen Bericht vorgelegt, in dem er Sondermassnahmen in Aussicht gestellt hat. Ganz nebenbei erwähnt: In der Medienmitteilung des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation vom 28. Mai dieses Jahres wird nur von wissenschaftlichem Nachwuchs gesprochen. Dass allenfalls die Förderung des inländischen Nachwuchses eine besondere Beachtung verdient, wird mit keinem Wort erwähnt. Noch einmal: Die wissenschaftliche Karriere ist bei uns zu wenig attraktiv, um talentierte Bildungsschweizer an Hochschulen halten zu können. Die Universität St. Gallen hat heute auf Doktorstufe einen Ausländeranteil von 84 Prozent - 84 Prozent! Bei den ETH sieht es ähnlich aus.
Diese Zahlen zeigen doch, dass wir ein Problem haben. Dieses Problem müssen wir ansprechen, und vor allem müssen wir es angehen. Ich erwähne noch einmal eine Aussage der Gruppe junger Forschender: "Nichts tun würde bedeuten, dass wir der Bevölkerung erklären müssen, warum es für die Schweiz das Beste sei, ein arabisches Hochschulmodell zu haben, in dem Expat-Experten den Einheimischen das wissenschaftliche Einmaleins beibringen." Das ist sicher etwas übertrieben, aber in der Grundstossrichtung drohen wir in eine ähnliche Richtung zu gehen. Nach meinem Empfinden muss der Fokus bei diesen Arbeiten klar auf eine höhere Attraktivität für Einheimische gelegt werden, auch wenn das ein schwer zu lösendes Problem ist; Kollege Bieri hat es dargelegt. Ich befürchte, dass dies mit den bisher in Aussicht genommenen Massnahmen nicht in genügendem Mass sichergestellt wird. Ich bitte daher den Bundesrat eindringlich, diesem Aspekt die nötige Beachtung zu schenken.
Savary Géraldine · Mit-F · Ständerat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Je salue ce postulat et la prise de position positive du Conseil fédéral à son égard. Les personnes membres du conseil depuis quelques années conviendront que cette question est récurrente, et je suis assez satisfaite de constater que ce dossier, malgré tout, avance.
Pour mémoire, nous nous étions rendu compte de l'existence d'un vrai problème de relève académique lorsque nous nous étions engagés dans la réforme du paysage suisse des hautes écoles, il y a maintenant bien quelques années. Les chercheurs nous avaient rendus attentifs au problème, estimant, alors que le Parlement créait un paysage de hautes écoles, que la relève académique en Suisse n'était ni protégée ni accompagnée. Ce problème avait été évoqué dans le cadre des auditions au sein des commissions parlementaires.
Suite à cette prise de conscience, la commission avait déposé le postulat 12.3343, "Mesures pour promouvoir la relève scientifique en Suisse", qui a débouché sur le rapport du Conseil fédéral au sujet de la relève scientifique. La commission a considéré ce rapport comme encourageant mais insuffisant, ce qui l'a conduite à déposer le postulat qui nous occupe aujourd'hui.
Le suivi de ce dossier de la part de la commission, du Parlement et d'un certain nombre de parlementaires a été extrêmement soutenu. Cette question mérite notre attention et est de première importance pour notre pays.
Comme cela a été dit par des membres du conseil, je crois que nous commettrions une erreur extrêmement grave si nous nous privions, comme aujourd'hui en Suisse, d'intelligence, de savoir et de talents. Cela revient à priver les scientifiques prometteurs non seulement d'un avenir académique, mais aussi d'un avenir en général. Il faut reconnaître que la situation pour les chercheurs est actuellement très difficile et qu'ils doivent composer avec des situations financières souvent précaires dans des moments où leur vie de famille se construit. Ainsi, de nombreux jeunes scientifiques abandonnent les carrières académiques pour cause d'horizon bouché.
En déposant un postulat, nous souhaitons avancer avec prudence, mais en faisant preuve de détermination. Le postulat évoque un programme spécial de huit ans faisant preuve d'ambition. Celle-ci réside dans le but du programme, que l'on considérerait comme atteint si, dans cet intervalle de huit ans, au moins un tiers de tous les postes de professeur mis au concours étaient pourvus en "tenure track". A terme, cela impliquerait un certain engagement financier de la Confédération, dans le cadre du message FRI, et cela impliquerait surtout - c'est le plus important et cela a été relevé par des membres du conseil - une collaboration forte avec les universités et les instituts académiques de notre pays.
Cette collaboration doit faire naître des carrières et permettre à nos chercheurs de trouver leur place dans les universités. Monsieur Luginbühl a rappelé les chiffres: plus de 50 pour cent des professeurs titulaires sont issus d'universités étrangères. Dans certaines de nos institutions académiques, la proportion atteint plus de 80 pour cent. Ces chiffres doivent être corrigés. Un investissement public considérable est engagé pour doter notre pays d'universités et de cursus de qualité, et notre formation académique est de qualité. Or, on se rend bien compte que les personnes talentueuses et celles qui disposent du savoir-faire n'arrivent pas en haut de la pyramide pour les raisons qui ont été évoquées par la commission et moi-même.
Je vous invite évidemment à accepter le postulat. Je le répète: il s'agit d'un chapitre parmi tant d'autres. La suite fera partie du message FRI 2017-2020. Dans le cadre des discussions sur ce message, nous verrons quels engagements et investissements nous serons prêts à consentir pour cette question.
En tout cas, je remercie les membres de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture d'avoir contribué à ce que ce postulat puisse être présenté au conseil.
Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion
Je salue à mon tour le bien-fondé de ce postulat, mais je mets un bémol en raison de la lenteur avec laquelle on affronte ce problème de relève, tout particulièrement dans le secteur MINT - mathématiques, informatique, sciences naturelles et technique. Je me souviens qu'il y a presque dix ans, Monsieur le conseiller national Kurt Wasserfallen et moi-même avions déposé des postulats, qui avaient été acceptés, pour qu'on accélère la résolution de ces problèmes de relève. Aujourd'hui, on doit encore déposer des postulats allant dans ce sens, ce qui est navrant. L'intention reste bonne, on y répond toujours favorablement, mais cela avance très lentement. J'en appelle donc à vous, Monsieur le conseiller fédéral, pour qu'on accélère vraiment.
Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern
Der Bundesrat empfiehlt Ihnen die Annahme des Postulates.
Der Handlungsbedarf ist schon länger erkannt, Herr Ständerat Recordon, aber ich verstehe Ihre Ungeduld sehr wohl. Der Handlungsbedarf ist auch anerkannt. Wir haben unter anderem mit Professor Hirschi und seiner Gruppe in den letzten Monaten verschiedene Gespräche geführt, auch ich persönlich, um mich davon zu überzeugen, dass es neue Wege gibt. Die Frage ist einfach, wie diese Wege gefunden werden können. Ich glaube, es ist völlig unbestritten, dass wir neue Wege beschreiten müssen, dass wir den jungen Leuten an den Hochschulen früher sagen können müssen, dass ihre wissenschaftliche Karriere nicht nur als möglich, sondern eben auch als gesichert betrachtet werden kann.
Sie haben den Bericht des Bundesrates vom 28. Mai 2014 mit dem Titel "Massnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz" erwähnt. Ich bin froh, dass Sie diesen Bericht positiv beurteilt haben. Auf dieser Basis wird jetzt auch gearbeitet.
Herr Ständerat Luginbühl, Sie haben die Inländerfrage aufgeworfen. Dem Inländeraspekt wird mit Sicherheit eine besondere Beachtung geschenkt, aber ich will schon daran erinnern, dass gerade im Wissenschaftsbereich die Welt für uns möglichst offen bleiben muss. Es wird für uns entscheidend wichtig sein, dass wir auch künftig die besten Talente bei uns haben können, für uns gewinnen können, und das in sehr jungen Jahren.
Nebenbei bemerkt freue ich mich darüber, dass morgen in Brüssel die Teilassoziierung an Horizon 2020 unterzeichnet werden kann. Diese hat jedoch vor allem einen Schönheitsfehler, und dieser ist, dass sie bis Ende 2016 limitiert ist. Das ist dann eine andere Diskussion, bei der wir korrigieren müssen, damit wir die jungen, talentiertesten Wissenschafter für eine langfristige wissenschaftliche Karriere gewinnen können. Da müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen, wenn es um die internationale Einbindung geht, auch gewährleistet werden.
Junge Forschende sollen früh mehr Selbstständigkeit erhalten. Es wurde erwähnt: Wir behandeln das Thema im Moment diskussions- und projektweise auch im Kontext der Hochschulen und des SNF. Wie Sie der Stellungnahme zum Postulat entnehmen konnten, ist vorgesehen, dass die BFI-Botschaft 2017-2020 ganz konkret darüber Auskunft gibt, wie wir das Problem lösen wollen. Die Zielsetzung ist und bleibt: Es sollen Stellen für junge Wissenschafter geschaffen werden - Wissenschafter, die frühzeitig Selbstständigkeit erhalten können. Ich muss Sie aber noch einmal auf die spezifischen Randbedingungen aufmerksam machen. Einerseits wird die Autonomie der einzelnen Hochschulen weiterhin respektiert; andererseits wird der finanzielle Rahmen der BFI-Botschaft eingehalten werden müssen. Wir haben die Lösung innerhalb eines wahrscheinlichen Rahmens zu finden. Das bedeutet automatisch, dass wir gewisse Prioritäten setzen müssen.
Eine letzte Bemerkung: Die Kriterien der wissenschaftlichen Exzellenz, die mehrfach erwähnt wurden, sind natürlich auch bei diesem Projekt ganz oben angesetzt.
Damit bitte ich Sie, das Postulat anzunehmen.
Hêche Claude · P-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
Angenommen - Adopté