16.3912
Mindestvergütungszins für vorzeitig entrichtete Beträge der direkten Bundessteuer
Grüter Franz · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es geht um den Mindestvergütungszins für vorzeitig entrichtete Beträge der direkten Bundessteuer. Unsere Finanzkommission hat im Rahmen der Debatte über den Finanzplan 2018-2020 der vorliegenden Kommissionsmotion mit 14 zu 2 Stimmen bei 8 Enthaltungen zugestimmt. Der Bundesrat soll beauftragt werden, den Vergütungszins für vorzeitig entrichtete Beträge der direkten Bundessteuer auf mindestens 0,25 Prozent festzusetzen.
Der Ausgangspunkt für diese Forderung ist der Umstand, dass der Bundesrat am 21. Oktober 2016 beschlossen hatte, diesen Vergütungszins für vorzeitig entrichtete Zahlungen abzuschaffen bzw. auf 0 Prozent zu senken. Daraufhin beschloss die Subkommission 1 der Finanzkommission die Einreichung dieser Kommissionsmotion; das war unbestritten. Das Kommissionsplenum ist dem Argument gefolgt, dass dieses wichtige Anreizsystem beibehalten werden soll und der Vergütungszins daher nicht auf 0 Prozent gesenkt werden darf.
Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmungen wissen heute, dass es sich lohnt, Steuern frühzeitig einzubezahlen. Das ist gut so, das möchten wir beibehalten. Eine Senkung auf 0 Prozent ist ein nicht zu unterschätzendes Signal, welches dazu führen wird, dass die Steuerzahlungen zeitlich immer öfter nach hinten verschoben werden. Die Folge wird sein, dass man die Zahlungen so lange als möglich hinauszögert und unter Umständen auch die Frist nicht mehr einhält. Die Steuerbegleichung rutscht dann auf der Prioritätenliste ganz nach unten. Diese Nullverzinsung ist daher ein völlig falsches Zeichen. Man verbindet mit dem Signal unweigerlich eine implizite Aufforderung, die Steuern nicht mehr im Voraus zu bezahlen und das Geld irgendwo anders zu parkieren.
In vielen Kantonen zeigen sich die negativen Auswirkungen dieser Massnahme. Im Kanton Aargau beispielsweise wurde der Vergütungszins auf 0,1 Prozent gesenkt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass weniger Einzahlungen im Voraus erfolgten als in den Vorjahren. Damit erhöht sich das Risiko, dass die Steuerpflichtigen den Zahlungstermin verpassen.
Um diese Nullverzinsung zu verhindern und die hohe Steuermoral in der Schweiz nicht zu gefährden, wurde deshalb der Antrag gestellt, der Vergütungszins für vorzeitig entrichtete Beträge der direkten Bundessteuer sei auf mindestens 0,25 Prozent festzusetzen. Die Kommission ist der Meinung, dass ein wichtiges Anreizsystem wegfallen würde, wenn der Zins auf 0 Prozent gesenkt würde. Der Antrag war unbestritten.
Ich bitte Sie daher, der Kommission zu folgen und die Motion anzunehmen.
Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Nationalrat · Jura · CVP-Fraktion
La motion de la Commission des finances 16.3912, "Montants de l'impôt fédéral versés par avance. Taux d'intérêt rémunératoire minimal", charge le Conseil fédéral de fixer à 0,25 pour cent au moins le taux d'intérêt rémunératoire pour les montants de l'impôt fédéral direct versés par avance.
En préambule, je tiens à préciser que cette motion n'a suscité ni un vif intérêt ni un long débat au sein de la commission et qu'elle fait suite à une proposition unanime de la sous-commission 1 de la Commission des finances.
Abordons maintenant le contexte qui a conduit au dépôt de cette motion. Suite aux estimations de fin septembre 2016, force est de constater que les paiements anticipés de l'impôt fédéral direct ont encore augmenté par rapport au mois de juin, si bien que le montant encaissé à cette période dépasse de 1,4 milliard de francs le montant porté au budget 2016. Ce facteur exceptionnel est imputable aux intérêts négatifs décidés par la Banque nationale suisse et par les établissements bancaires. Jusqu'à fin 2016, la Confédération offrait un intérêt rémunératoire de 0,25 pour cent - ce qui représente pour l'année 2014 un montant de 7,1 millions de francs - et, de ce fait, était plus attrayante que les banques. Or, par un arrêté fédéral du 21 octobre 2016, le Conseil fédéral a décidé de fixer l'intérêt rémunératoire pour les paiements par avance de l'impôt fédéral direct à zéro pour cent à partir du 1er janvier 2017.
Ce taux de zéro pour cent, qui a été largement discuté au sein de l'administration fédérale, est plus proche du marché. Aujourd'hui, les taux pratiqués pour les placements ne sont guère plus haut que zéro pour cent. A titre de comparaison, Postfinance offre un intérêt de 0,05 pour cent pour les dépôts de sa clientèle; et n'oublions pas que nombre d'établissements bancaires, la Banque nationale suisse en tête, ont introduit le taux d'intérêt négatif.
La Confédération peut encore "donner" zéro pour cent, car ses liquidités ne sont pas soumises à l'intérêt négatif. Sous cet angle, la Confédération obtient un certain avantage. Mais cela ne doit pas conduire à des abus pour détourner l'intérêt négatif décidé par la Banque nationale suisse. Le taux d'intérêt doit être proche de celui du marché. Quand le taux des intérêts monte, le taux rémunératoire doit monter. En outre, l'incitation à payer l'impôt dans les délais demeure, tout retard étant sanctionné par un intérêt moratoire.
Une réflexion encore concernant le facteur spécial lié à l'intérêt négatif. Ce dernier favorise les versements anticipés de l'impôt fédéral direct qui rendent les prévisions budgétaires plus difficiles et embellissent de manière artificielle les comptes de la Confédération. Cette embellie peut inciter les parlementaires à consentir une augmentation des dépenses. Toutefois, lors d'un renversement de conjoncture, avec notamment une hausse des intérêts et de l'inflation, le phénomène va s'inverser: les versements de l'impôt fédéral direct seront différés et les recettes diminueront, ce qui pourrait conduire à prendre des mesures d'économie austères et impopulaires si la gestion des dépenses ne devait pas être à la fois responsable et rigoureuse.
La majorité de la commission demande que le Conseil fédéral soit chargé de fixer à 0,25 pour cent au moins le taux d'intérêt rémunératoire pour les montants de l'impôt fédéral direct versés par avance. Cette majorité s'appuie sur les arguments suivants. Le taux de zéro pour cent n'incitera plus les contribuables à payer l'impôt de manière anticipée et fait même courir le risque, à l'avenir, de retarder de plus en plus le moment d'effectuer les versements. D'autre part, ce taux de zéro pour cent risque de compromettre la bonne moralité fiscale qui prévaut en Suisse.
La minorité, bien ténue, partage les arguments de l'administration, et pense qu'il n'est pas sensé ni nécessaire d'intervenir dans ce domaine. L'adaptation du taux rémunératoire doit relever de l'opérationnel et être réglée par voie d'ordonnance; elle doit rester de la compétence de l'administration fédérale et du Conseil fédéral et coller aux conditions du marché.
La commission a accepté la motion par 14 voix contre 2 et 8 abstentions.
Maurer Ueli · BR-M · Bundesrat · Zürich
Im Moment ist die Festlegung dieses Zinsfusses organisatorisch Sache des EFD. Das lässt fast die Vermutung zu, dass sich die Motion zu stark in operative Geschäfte einmischt, denn es ist eine technische Frage, diesen Zinssatz zu bestimmen, und das EFD hat ihn in den vergangenen Jahren immer den Marktverhältnissen angepasst. Der Vergütungszins lag seit 2010 und für die Jahre bis 2012 bei 1 Prozent. Er wurde dann für die Jahre 2013 bis 2016 auf 0,25 Prozent gesenkt. Ab 2017 haben wir diesen Zinssatz auf 0 Prozent gesenkt.
Diese Massnahme ist aus unserer Sicht gerechtfertigt. Wenn Sie das vergleichen mit den durchschnittlichen Zinsen auf Spareinlagen, dann sehen Sie, dass diese noch 0,06 Prozent betragen. Es kann nicht Aufgabe des Bundes sein, quasi Bank zu spielen, Steuervorauszahlungen entgegenzunehmen und diese wesentlich höher zu vergüten, als das in anderen Fällen der Fall ist. Es ist ja keine Abschaffung auf ewige Zeiten, sondern es ist eine Anpassung an die Marktverhältnisse.
Ich denke, wir können diesen Zinsfuss dann wieder erhöhen oder etwas für die Steuervorauszahlungen vergüten, wenn diese Vorauszahlungen gefragt sind. Im Moment ist es aber eindeutig eine Kapitalanlage. Es ist nicht Sinn und Zweck des Bundes oder der Steuerverwaltung, hier Bank zu spielen, hier Anlagen quasi zu vergüten, die im schlimmsten Fall mit einem Negativzins platziert werden müssen. Jetzt - das spüren wir aus den vielen Vorauszahlungen - wird das von vielen Firmen benutzt, um ihr Geld anzulegen. Wenn Sie dann einen Negativzins nehmen und diesen mit den 0,25 Prozent vergleichen, die Sie mit der Motion fordern, sehen Sie, dass das in dieser Zeit eine ganz beachtlich gute Anlage ist. Ich denke, wir sollten hier auf diesem technischen Niveau bleiben. Wir vergüten etwas für eine Vorauszahlung, für die wir eine Gegenleistung haben. Wir haben dann dieses Geld, das wir unmittelbar auch nicht platzieren können, und das macht so keinen Sinn.
Ich verstehe diese Motion nicht ganz. Denn Sie setzen damit kein politisches Signal gegen Vorauszahlungen. Das wird auch nicht so verstanden. Vielmehr bezahlen Firmen Geld ein, wenn sie Geld haben und eine Möglichkeit suchen, es besser zu platzieren. Wir haben dann ja auch die Möglichkeit der Verzugszinsen bei späterer Zahlung. Das Instrument ist ein technisches Instrument, das im Zusammenhang mit den Steuerpflichtigen spielt und gespielt hat. In der aktuellen Situation der tiefen Zinsen oder sogar der Negativzinsen der Nationalbank macht es keinen Sinn, Vorauszahlungen zu vergüten. Das kostet uns auch Geld.
Beim nächsten Vorstoss, den Sie lancieren, geht es um ein Sparprogramm. Hier müssen Sie nicht einmal sparen, sondern Sie sollten einfach mit einer vernünftigen Politik, mit einer vernünftigen Zinspolitik den Bund nicht zwingen, Geld auszugeben, wenn es nicht nötig ist. Wenn wir schon sparen oder wenn wir schon mit Ausgaben vorsichtig sein wollen, dann können wir hier ein gutes Beispiel geben.
Ich bitte Sie also, diese Motion Ihrer Kommission abzulehnen. Es handelt sich um eine technische Frage, ob diese Vorauszahlungen verzinst werden sollen. Es ist bewusst auf technischer, operativer Stufe im Finanzdepartement angesiedelt, nicht einmal im Bundesrat. Das sollten wir, denke ich, auch so belassen, damit das auch ein Instrument bleibt, das nicht politisch, sondern eben technisch ist. Man kann einfach nicht mit jeder Steuereinnahme und mit jedem Steuerabzug Politik machen. Dessen sollten wir uns auch hier bewusst sein. Eine technische Anlage bleibt technisch. Nicht jedes Instrument bei den Steuern eignet sich dazu, dass man damit Politik macht.
Ich bitte Sie also, diese Motion abzulehnen.
Müller Walter · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion
Herr Bundesrat, wären Sie bereit, bei den Soll-Zinsen auch marktgerechte Zinsen zu verlangen? Ich erinnere daran: Bei Betriebsübergaben kann es oft zwei oder mehr Jahre dauern, bis eine definitive Veranlagung vorliegt. Darauf basierend wird die AHV-Rechnung erstellt, und heute verlangt die AHV immer noch 5 Prozent Verzugszins. Das ist jenseits von marktgerecht. Wären Sie hier zu Korrekturen bereit?
Maurer Ueli · BR-M · Bundesrat · Zürich
Ich habe jetzt die Situation bei der AHV nicht im Blick. Die Verzugszinsen beim Bund betragen aber noch 3 Prozent, wir sind also von den 5 Prozent abgerückt. Ich denke aber schon, dass der Satz von 3 Prozent im Marktbereich liegt.
Verzugszinsen bei Nichtzahlung sollen doch auch den Anreiz schaffen, pünktlich zu bezahlen. Wir können dort nicht auf 0 Prozent gehen. Mit den 3 Prozent, die der Bundesrat gewählt hat, hat er meines Erachtens ein vernünftiges Mass gefunden.
Stahl Jürg · P-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Stahl Jürg, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 86 Stimmen
Dagegen ... 97 Stimmen
(2 Enthaltungen)