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Siedlungsentwicklung nach innen nicht durch unflexible Lärmmessmethoden behindern

42704 · Amtliches Bulletin

Del 8 mar 2018

https://lexipedia.io/it/docs/ch/ab-bo-bu/42704/de/siedlungsentwicklung-nach-innen-nicht-durch-unflexible-larmmessmethoden-behindern

Consultato il 10 set 2026

  1. Documenti
  2. Confederazione
  3. Bollettino ufficiale
Fonte

Oggetto parlamentare: Non ostacolare lo sviluppo centripeto degli insediamenti con metodi di misurazione del rumore non flessibili (16.3529)

16.3529

Siedlungsentwicklung nach innen nicht durch unflexible Lärmmessmethoden behindern

de Buman Dominique · P-M · Nationalrat · Freiburg · CVP-Fraktion

Antrag der Kommission

Zustimmung zur Änderung

Proposition de la commission

Approuver la modification

Le président (de Buman Dominique, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Bäumle Martin · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion

Wir haben uns hier mit einer Motion zu befassen, die von unserem Rat mit 137 zu 54 Stimmen bei 1 Enthaltung deutlich angenommen und in der Folge im Ständerat, auch nach Diskussion mit dem Motionär und nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Umwelt, leicht abgeändert und offener formuliert wurde. Worum geht es konkret?

Es geht um die Diskrepanz zwischen der raumplanerisch geforderten Siedlungsentwicklung beziehungsweise Siedlungsverdichtung nach innen einerseits und dem Schutz der Bevölkerung vor exzessiven Lärmbelastungen andererseits. Dieses Dilemma ist seit einem Bundesgerichtsurteil von 2015 noch akzentuiert worden. Denn bis dahin war die Möglichkeit gegeben, in pragmatischer Art und Weise die Lärmbelastung bei dem am wenigsten durch Lärm belasteten Fenster zu messen. Doch diese sogenannte Lüftungsfensterpraxis wurde vom Bundesgericht für unzulässig erklärt. Mit seiner Motion wollte nun Nationalrat Beat Flach dieses Bundesgerichtsurteil grundsätzlich korrigieren, indem er forderte, der Bundesrat möge durch Änderung des diesbezüglichen Gesetzes und der Verordnung bewirken, dass in lärmbelasteten Gebieten eine sinnvolle Siedlungsverdichtung nach innen ohne Ausnahmebewilligung weiterhin möglich ist und, wo gegeben, die breit anerkannte Lüftungsfensterpraxis Anwendung finden kann.

Der Ständerat hat diese Motion leicht angepasst, sie lautet nun wie folgt: "Der Bundesrat wird beauftragt, das Umweltschutzgesetz und/oder die Lärmschutzverordnung so zu ändern, dass in lärmbelasteten Gebieten die raumplanerisch geforderte Siedlungsverdichtung nach innen möglich wird und dabei dem Schutz der Bevölkerung vor Lärm angemessen Rechnung getragen wird." Sie können daraus ablesen, dass damit der Handlungsspielraum für den Bundesrat gegenüber dem ursprünglichen Motionstext ausgeweitet wird. Es kann eine angemessene Interessenabwägung vorgenommen werden, und der Begriff "Lüftungsfensterpraxis" ist aus dem Motionstext entfernt worden.

Welches sind die Hauptargumente der Kommission, die Ihnen die Motion einstimmig zur Annahme unterbreitet?

1. Es besteht Handlungsbedarf. Die Kommission hebt hervor, dass es sich hier um ein sehr wichtiges Anliegen handelt. Die raumplanerische Forderung nach einer nachhaltigen Siedlungsverdichtung nach innen, auch in lärmbelasteten Gebieten, ist sehr sinnvoll. Gleichzeitig muss aber vermieden werden, dass der Lärm gesundheitsschädigende Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen hat.

2. Eine pragmatische Stossrichtung wurde bereits skizziert. In einem Positionspapier vom November 2015 und auf der Grundlage des bundesrätlichen Berichtes zum Postulat Barazzone 15.3840, "Nationaler Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung", haben die zuständigen Beratungsorgane des Bundes festgehalten, dass in Zukunft ein differenziertes Schutzkonzept für Verdichtungsgebiete in Betracht gezogen werden sollte. Es sei auch denkbar, die gesetzlichen Vorschriften über die Einhaltung der Lärmwerte bei offenen Fenstern zu überprüfen. Gleichzeitig sei die Schaffung von Ruhegebieten als Ausgleich zur lärmigen Umwelt wichtig.

Wir gehen aber auch davon aus, dass der Bundesrat der neuen Situation in Zukunft besser Rechnung tragen beziehungsweise die Situation anschauen wird. So können heute zum Beispiel Minergie-Bauten, bei denen die Fenster wegen der kontrollierten Lüftung nicht mehr geöffnet werden können oder müssen, bei einer Lärmmessung nicht gleich behandelt werden wie zum Beispiel konventionelle Bauten aus den Siebzigerjahren. Die heutige Rechtslage, die ihre Wurzeln eben in dieser Zeit hat, berücksichtigt diese heutigen neuen Wohnformen und die schallisolierten Fenster eben zu wenig oder gar nicht.

3. Die Kommission trägt dem nötigen Handlungsspielraum mit einer allgemeinen Formulierung Rechnung, die uns der Ständerat so vorgelegt hat. Damit wird diese Lüftungsfensterpraxis nicht mehr explizit erwähnt. Der Bundesrat und die umsetzenden Behörden können daher im Einzelfall die beiden gegensätzlichen Ziele der Verdichtung und des Lärmschutzes besser aufeinander abstimmen. Mit dem abgeänderten Motionstext soll der Bundesrat darin bestärkt werden, den nationalen Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung so umzusetzen, dass eine Flexibilisierung der Rahmenbedingungen zur Verdichtung in lärmbelasteten Gebieten ermöglicht wird, ohne dass das Bedürfnis der Bevölkerung nach Ruhe missachtet wird.

4. Die Kommission erachtet es als wichtig, dass die Umsetzung und die Konkretisierung dieser Massnahme rasch erfolgen. So kann ohne grossen Verzug wieder Rechtssicherheit geschaffen werden.

Zusammengefasst gesagt, beantragt Ihnen Ihre UREK-NR einstimmig, die vom Ständerat angepasste Motion anzunehmen, welche dieser ebenfalls einstimmig verabschiedet hat, mittlerweile mit Zustimmung des Bundesrates.

Page Pierre-André · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Voilà un rapport qui ne devrait pas faire trop de bruit, puisqu'il traite d'une motion qui entend mesurer le bruit de manière souple en cas de densification vers l'intérieur du milieu bâti. Vous avez déjà entendu parler de cette motion car, le 30 mai 2017, notre conseil l'avait alors acceptée. Dans l'intervalle cependant, elle avait fait du bruit du côté de la Chambre des cantons, qui l'avait alors reformulée de manière plus générale. Je crois que, vous en conviendrez, tous ces bruits conduisent à une certaine cacophonie. Aussi, reprenons le dossier au départ et suivons l'ordre chronologique.

La motion Flach, déposée le 16 juin 2016, a pour but de modifier la législation sur la protection de l'environnement et/ou l'ordonnance sur la protection contre le bruit, de manière à ce que la pratique dite de la fenêtre d'aération puisse être appliquée afin de promouvoir la densification dans les zones exposées au bruit. Quelle est la méthode préconisée? On mesure les immissions de bruit d'une pièce donnée au niveau d'une seule fenêtre, celle qui est la moins exposée au bruit, au lieu d'exécuter les mesures à toutes les fenêtres.

La motion Flach a été adoptée par notre conseil le 30 mai 2017 mais, le 11 décembre 2017, le Conseil des Etats la modifie, en élargi le cadre - je parle du cadre de la motion, et pas de celui de la fenêtre - et la reformule de manière plus générale. En un mot, la nouvelle formulation abandonne la pratique de la fenêtre d'aération pour lui préférer une formulation laissant une plus grande marge de manoeuvre dans la mise en oeuvre. En d'autres termes, la motion vise à faciliter la densification vers l'intérieur du milieu bâti dans les zones exposées au bruit mais, en même temps, à protéger la population contre le bruit de manière appropriée.

Cette nouvelle direction prise par la motion modifiée répond aux prises de position et recommandations de deux organes, la Commission fédérale pour la lutte contre le bruit et le Conseil de l'organisation du territoire. Deux organes qui déclaraient que l'on pourrait envisager à l'avenir de "mettre à l'étude un concept de protection différenciée dans les zones urbaines à densifier" et de "réexaminer la disposition légale relative au respect des valeurs limites au niveau des fenêtres." Ajoutons que le développement de lieux de tranquillité à proximité des zones en question permettrait de compenser le bruit ambiant.

La motion ainsi modifiée vise à encourager le Conseil fédéral à mettre en oeuvre le Plan national de mesures pour diminuer les nuisances sonores. La Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie du Conseil des Etats tient à ce que ces mesures soient concrétisées et mises en oeuvre dans un avenir proche. Elle a proposé à son conseil, par 12 voix sans opposition et 1 abstention, d'adopter la motion modifiée. Ainsi, la motion Flach a été modifiée par le Conseil des Etats. Nous ne pouvons donc que l'adopter ou la rejeter dans sa version modifiée.

A sa séance du 22 janvier dernier, la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie de notre conseil a procédé à l'examen de ladite motion. Elle vous propose, à l'unanimité, d'adopter la version modifiée par le Conseil des Etats.

Je vous remercie de suivre la proposition de la commission.

Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau

Ich kann es kurz machen. Der Bundesrat ist mit der abgeänderten Version der Motion einverstanden. Sie ermöglicht uns, die Anliegen der Raumordnungspolitik und des Lärmschutzes wirklich miteinander zu kombinieren. Es gibt Flexibilität, was wichtig ist, weil es sonst sehr oft zu Konflikten kommt, die aufeinanderprallen, insbesondere auf Ebene des konkreten Baugesuches einer Gemeinde. Insofern können wir hier dann auch mit unserem nationalen Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung solche pragmatischen Lösungen einbauen.

de Buman Dominique · P-M · Nationalrat · Freiburg · CVP-Fraktion

Le président (de Buman Dominique, président): La commission propose, à l'unanimité, d'adopter la version modifiée par le Conseil des Etats. Le Conseil fédéral se rallie à cette version.

Angenommen - Adopté