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Strafvollzug im Ausland. Verstärkung der Kooperation mit umliegenden Ländern

51447 · Amtliches Bulletin

Del 17 dic 2020

https://lexipedia.io/it/docs/ch/ab-bo-bu/51447/de/strafvollzug-im-ausland-verstarkung-der-kooperation-mit-umliegenden-landern

Consultato il 11 set 2026

  1. Documenti
  2. Confederazione
  3. Bollettino ufficiale
Fonte

Oggetto parlamentare: Esecuzione della pena all'estero. Potenziamento della cooperazione con i Paesi limitrofi (18.4369)

18.4369

Strafvollzug im Ausland. Verstärkung der Kooperation mit umliegenden Ländern

Kuprecht Alex · P-M · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Präsident (Kuprecht Alex, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Die Kommission beantragt mit 9 zu 3 Stimmen die Ablehnung der Motion. Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Jositsch Daniel · Mit-M · Ständerat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion

Ich kann es relativ kurz machen. Die Motion möchte erreichen, dass der Strafvollzug bei ausländischen Straftätern, die in der Schweiz strafbare Handlungen verübt haben und in der Schweiz verurteilt worden sind, vermehrt in ihrem Herkunftsland umgesetzt wird. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass die Strafe auch auf humanitäre Art und Weise vollzogen wird.

Der Strafvollzug im Herkunftsland kann durchaus sinnvoll sein, einerseits natürlich aus schweizerischer Sicht, da der Strafvollzug in der Schweiz sehr teuer ist, andererseits aber auch für den Täter, denn er ist in seinem Umfeld, allenfalls bei seiner Familie. Von dem her steht diesem Instrument grundsätzlich nichts im Wege. Allerdings kann das nicht einfach so erfolgen und auch nicht einseitig von uns entschieden werden, sondern das muss aufgrund staatsvertraglicher Vereinbarungen erfolgen. Die Schweiz braucht also ein entsprechendes Abkommen mit dem Herkunftsland, um eine verurteilte Person dann überstellen und den Vollzug im Ausland gewährleisten zu können.

Es geht hier einerseits wie gesagt um die rechtsstaatlichen Aspekte, die geprüft werden müssen, was auch in der Motion verlangt wird. Andererseits geht es natürlich auch darum, zu gewährleisten, dass ein adäquater Strafvollzug erfolgt, der also beispielsweise mit demjenigen in der Schweiz in Bezug auf die Dauer, aber auch in Bezug auf die Qualität des Strafvollzuges vergleichbar ist. Entsprechend kann das nicht generell beschlossen werden, sondern es obliegt einzelstaatlichen Abkommen, die jeweils auf der Basis der konkreten Situation zwischen der Schweiz und dem betreffenden Staat abgeschlossen werden müssen. Nun ist es so, dass das bereits heute der Fall ist. Der Bundesrat bemüht sich, mit verschiedenen Staaten, die diesbezüglich infrage kommen, Abkommen abzuschliessen. Das gelingt mal besser, mal weniger gut. Das wurde uns in der Kommission relativ gut gezeigt. Das heisst, dass der Vorstoss, um den es hier geht - also die Motion, die wir heute beraten -, im eigentlichen Sinne bereits offene Türen einstösst. Dort, wo es sinnvoll ist, wird das bereits gemacht.

Insofern besteht aus Sicht der Kommission kein Handlungsbedarf, weshalb sie Ihnen mit 9 zu 3 Stimmen empfiehlt, die Motion abzulehnen.

Juillard Charles · Mit-M · Ständerat · Jura · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Je suis un peu surpris, je ne vous le cache pas, que la commission nous demande de rejeter cette motion. Pour avoir été en charge de l'exécution des peines dans mon canton, je peux vous dire que nous avons toujours essayé de faire en sorte de pouvoir intensifier ces collaborations internationales et de permettre que les délinquants étrangers puissent être expatriés ou renvoyés dans leur pays, de manière anticipée, pour y purger leur peine et ainsi, quelque part, de vider un peu nos prisons. Cela nous a quand même enlevé quelques problèmes qu'on constate dans les milieux carcéraux lorsqu'il s'agit de faire cohabiter des populations aux intentions, ou aux "philosophies", assez différentes. Cela aurait permis de régler aussi un certain nombre de problèmes internes à la Suisse.

Je me souviens également qu'au plus fort du débat concernant le nombre de places dans les prisons, on nous a assez dit qu'effectivement, en Suisse romande, nous étions, à un moment donné, un peu en manque de places d'exécution de peine. En Suisse alémanique, il y avait peut-être un peu plus de places, mais on avait de la peine à faire des échanges ou des collaborations de l'autre côté de la barrière linguistique, parce qu'il y avait justement des problèmes linguistiques à régler. J'avais eu l'audace de demander à la Confédération de pouvoir passer des accords avec des pays voisins pour faire purger leurs peines à des justiciables suisses dans des prisons étrangères, notamment en Allemagne. Certains Länder allemands étaient prêts à accepter un certain nombre de prisonniers suisses pour purger leurs peines. Mais on m'avait dit: "On n'a pas de bases légales pour pouvoir le faire." Pourtant, je pense que cela nous aurait permis, à moindre coût, d'assurer nos obligations dans ce cadre-là.

Donc, pour ma part, si Mme la conseillère fédérale Keller-Sutter demande un vote sur cette motion, je la soutiendrai, parce que je trouve qu'il y a quand même quelque chose à faire, il y a des réflexions à mener par rapport à la possibilité d'étendre cette collaboration, pas seulement dans les pays d'origine des personnes, mais aussi plus largement en ayant à l'esprit aujourd'hui l'espace Schengen. Nous participons déjà activement à cet espace Schengen. Alors pourquoi pas aussi dans le domaine de l'exécution des peines?

Keller-Sutter Karin · BR-F · Bundesrat · St. Gallen

Der Bundesrat war hier - wie das etwa vorkommt - in der Situation, dass eine Motion vorlag, die man in der Stossrichtung unterstützt, die aber nach Lesart des Bundesrates auch bereits umgesetzt wird. Dann ist es immer eine Frage: Beantragt der Bundesrat jetzt die Annahme oder die Ablehnung der Motion? Welches Zeichen gibt der Bundesrat, wenn er etwas ablehnt, das er eigentlich bereits macht und im Kern unterstützt? Ich sage Ihnen das also sehr offen; es geht etwa darum.

Ich unterstütze dieses Anliegen von alt Nationalrat Stamm persönlich klar. Es ist in den letzten Jahren auch viel unternommen worden. Die Schweizer Behörden haben viele Bemühungen unternommen, um eben Insassen von schweizerischen Haftanstalten zur Strafverbüssung in ihre Heimat zu überstellen. Ich muss Ihnen aber sagen, in der Praxis ist das nicht ganz einfach, weil sich vor allem lange Haftstrafen eignen.

Cela, Monsieur Juillard, vous le savez. Les détentions doivent avoir une certaine durée parce que, pour pouvoir envoyer ces gens dans leur pays d'origine, il faut tout traduire, tous les arrêtés de tribunaux, tous les documents qui concernent la personne. Si la détention dure six mois ou une année, dirai-je, finalement, les autorités cantonales refusent très souvent de faire l'effort. Je le comprends tout à fait. Cela sert vraiment la cause que les détentions aient une certaine durée, ce qui permet d'espérer que, finalement, l'effort fourni pour la traduction et pour la mise à disposition de tous les documents vaudra la peine.

Vieles hängt auch von der Kooperation der kantonalen und der ausländischen Behörden ab. Es gibt auch ausländische Behörden, die, sage ich jetzt, wenig Begeisterung zeigen, wenn man ihnen ihre Staatsangehörigen in dieser Art und Weise zurückschickt. Ich habe hier noch Zahlenmaterial, das ist vielleicht noch interessant. Im Jahr 2020 wurden 11 Überstellungen vorgenommen. Gut, wir hatten jetzt auch Corona und das war bis Oktober. Vorher, 2019, waren es 26, 2018 waren es 21, 2017 waren es 12, 2016 waren es 21 und 2015 waren es 16 Überstellungen. Es wird Sie nicht erstaunen, dass die Spitzenreiternationen natürlich nicht unbedingt jene sind, bei denen Überstellungen dann auch tatsächlich die Gefängnisse leeren.

Vous avez évoqué aussi, Monsieur Juillard, le fait de vider les prisons en Suisse. Si vous prenez le palmarès des cinq dernières années, nous avons transféré 28 Français, 15 Roumains et 9 Néerlandais. Les Allemands ne sont pas vraiment en tête du peloton. Sept d'entre eux ont été renvoyés dans leur patrie pour purger leur peine.

Also Sie sehen, es ist eben auch hier leider nicht so, dass dann auch tatsächlich Personen aus denjenigen Nationen, die am meisten Probleme machen, überstellt werden können. Also von daher hat der Bundesrat nichts dagegen, wenn Sie diese Motion ablehnen. Es ist so, dass wir in der Praxis so oder so daran arbeiten, möglichst viele Überstellungen zu machen.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 7 Stimmen

Dagegen ... 29 Stimmen

(0 Enthaltungen)