09.007
Aussenwirtschaftspolitik 2008. Bericht
Aebi Andreas · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Der vorliegende Bericht beinhaltet und beleuchtet die wichtigsten Themen und Bereiche der Aussenwirtschaftspolitik. Der Bericht 2008 hat auch in diesem Jahr ein Einleitungskapitel zu einem besonderen Thema: die Ressourcenpolitik. Ausserdem finden Sie relevante Beschlüsse zur Genehmigung vor.
Der Bericht hat in der Kommission eine gute Aufnahme gefunden und wurde als hochstehend, vielseitig und informativ beurteilt und zur Kenntnis genommen. Der verantwortlichen Bundesrätin sei an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen.
Die Ziele der Aussenwirtschaftspolitik 2008 stützen sich auf die im Aussenwirtschaftsbericht festgelegte Strategie: auf die Mitgestaltung einer multilateralen Handels- und Wirtschaftsordnung, auf die Vertiefung des Vertragswerkes mit der EU, auf das Abschliessen von Handels- und Kooperationsverträgen mit wichtigen Partnern, auf die wettbewerbsorientierte Öffnung des schweizerischen Binnenmarktes sowie auf den Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in unseren Partnerländern. Auch im Jahre 2008 war die Doha-Runde im Rahmen der WTO ein zentrales Thema.
Die Aussenwirtschaftspolitik wird dieses Jahr durch die Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die Exportwirtschaft überschattet. Es ist aber sehr erfreulich - und das ist klar festzustellen -, dass das Jahr 2008 für die Schweiz ein Rekordjahr war. Zum ersten Mal wurde im Aussenhandel die 200-Milliarden-Grenze überschritten. Wir haben auch einen Aussenhandelsbilanzüberschuss mit neuem Rekordergebnis. Diese Zahlen sind aber im Oktober 2008 eingebrochen. Dennoch weist die Schweiz für das Jahr 2008 Wachstumsziffern von nie dagewesenem Ausmass auf.
Im Rahmen der Debatte über den Aussenwirtschaftsbericht 2008 wird unser Rat sodann über mehrere Bundesbeschlüsse zu befinden haben, nämlich über den Bundesbeschluss zum Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten und Kanada sowie zum Landwirtschaftsabkommen zwischen der Schweiz und Kanada, über den Bundesbeschluss betreffend das Abkommen zwischen der Schweiz und der Regierung von Turkmenistan über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen, über den Bundesbeschluss betreffend das Abkommen zwischen der Schweiz und der Republik Madagaskar über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investititionen, über den Bundesbeschluss über das Internationale Kaffee-Übereinkommen von 2007 sowie über den Bundesbeschluss über die Genehmigung von zolltarifarischen Massnahmen. Die Kommission empfiehlt Ihnen - um das schon vorwegzunehmen -, alle diese Bundesbeschlüsse anzunehmen.
Nun werde ich Ihnen in Kurzform die in der APK geführten Diskussionen zu ausgewählten Themen darlegen. Zur Doha-Runde der WTO: Ein ernsthafter Versuch, im Juli 2008 einen Durchbruch zu erzielen, ist wieder gescheitert. In Davos wurde versucht, die Agenda 2009 dennoch zu beeinflussen. Entscheidend für einen Durchbruch und den Zeitplan der Verhandlungen wird das Verhalten der neuen amerikanischen Regierung sein. Verschiedene Kommissionsmitglieder votierten dafür, dass sich die Schweiz bei einem möglichen WTO-Abkommen auch für Begleitmassnahmen wie Ernährungssicherheit, ökologische und soziale Standards einzusetzen hat.
Trotz oder gerade wegen der Doha-Runde ist es wichtig, die Schweizer Interessen parallel zu den multilateralen Verhandlungen mit dem Ausbau unseres Netzes von Freihandelsabkommen zu wahren. Im Jahr 2008 wurde mit Japan ein Freihandels- und wirtschaftliches Partnerschaftsabkommen ausgehandelt und in diesem Jahr bereits unterzeichnet. Verhandlungen im Rahmen der Efta mit Russland und der Ukraine sowie mit Albanien und Serbien sind ebenfalls vorgesehen.
Zur Analyse der Ressourcenknappheit: Ein wichtiges Kapitel des Berichtes, welches in der Kommission behandelt wurde und viele Fragen aufwarf, war die Analyse der Ressourcenknappheit. Innerhalb kürzester Zeit bestand bei vielen landwirtschaftlichen Rohstoffen für Lebensmittel eine prekäre Knappheit, welche sich unterdessen, wie bei Milchpulver und Weizen, in einen zeitweisen Überfluss mit sehr negativen Folgen auf die Produzentenpreise gewandelt hat. Dennoch wird es nicht möglich sein, dass die Zahl von einer Milliarde hungernder Menschen bis im Jahr 2015, wie im Bericht gewünscht, halbiert werden kann. Betreffend die Energieressourcen war sich die Kommission einig, dass die Energiepreise bei anziehender Konjunktur wieder ansteigen werden. Es wird für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik vordringlich sein, dass wir unsere herkömmlichen Ressourcen und Alternativenergien wie Holz, Wasser- und Windkraft besser, effizienter und schneller nutzen.
Zur internationalen Finanzkrise: Die von der amerikanischen Immobilienkrise ausgehende Finanzkrise war auch ein Thema in der APK. Die Finanzkrise wurde und wird in diesem Saal behandelt und verhandelt und wird die Aussenwirtschaft in diesem Jahr auch entscheidend mitbeeinflussen.
Schliesslich weise ich auf die zur Genehmigung unterbreiteten Bundesbeschlüsse hin:
1. Bundesbeschluss zum Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten und Kanada sowie zum Landwirtschaftsabkommen zwischen der Schweiz und Kanada: Dieser Beschlussentwurf wurde von der Kommission einstimmig angenommen.
2. Bundesbeschluss betreffend das Abkommen zwischen der Schweiz und der Regierung von Turkmenistan über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen: Dieser Beschlussentwurf wurde in der Kommission mit 20 zu 0 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen.
3. Bundesbeschluss betreffend das Abkommen zwischen der Schweiz und der Republik Madagaskar über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen: Dieser Beschlussentwurf wurde mit 20 zu 0 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen.
4. Bundesbeschluss über das Internationale Kaffee-Übereinkommen von 2007: Dieser Beschlussentwurf wurde von der Kommission mit 20 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen.
5. Bundesbeschluss über die Genehmigung von zolltarifarischen Massnahmen: Dieser Beschlussentwurf wurde mit 22 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung angenommen.
Brunschwig Graf Martine · Mit-F · Nationalrat · Genf · Freisinnig-demokratische Fraktion
L'année 2008 avait bien débuté sur le plan de la politique extérieure, mais la crise économique mondiale a touché peu à peu la Suisse au deuxième semestre 2008 et a déjà laissé des traces. Pour 2008, le Conseil fédéral, dans son rapport, s'était fixé les objectifs suivants: les négociations menées à l'OMC dans le cadre du cycle de Doha, la coopération avec l'Union européenne, l'extension des accords de libre-échange avec des pays qui ne sont membres ni de l'Union européenne ni de l'AELE. A cela s'ajoutent d'autres éléments comme la poursuite du financement des mesures de politique économique et commerciale, la coopération au développement ou la révision partielle de la loi fédérale sur les entraves techniques au commerce.
Le débat sur la politique extérieure a été l'occasion de faire le point sur la situation de notre économie d'exportation. Ainsi, nous constatons depuis octobre 2008 un net recul dans presque tous les domaines. Les constats faits justifient d'ailleurs les mesures prises dans le cadre du deuxième programme de soutien à la conjoncture adopté hier par notre conseil.
Le rapport sur la politique économique extérieure 2008 ne se veut pas exhaustif en ce qui concerne les différents points qui pourraient être abordés. Il ne peut pas tenir compte des événements les plus récents concernant certains aspects de la politique dans ce domaine. Aussi le présent résumé s'attachera-t-il à faire part de quelques points qui ont attiré particulièrement l'attention de la commission.
Tous les groupes se sont plu à relever la qualité du rapport et en ont apprécié l'aspect complet et bien documenté. Le débat en commission a été l'occasion d'exprimer le souci de chacun face à l'approvisionnement en énergie ainsi que dans le domaine des produits alimentaires ou encore celui des matières premières. Même si le présent rapport n'a pas pour objectif de traiter la politique énergétique et les enjeux qui y sont liés, plusieurs membres de la commission ont tenu à exprimer leurs préoccupations quant à la stratégie que la Suisse pourrait avoir à suivre dans le domaine énergétique, que cela touche le gaz, l'électricité ou encore les biocarburants.
En plus des réponses données, les députés pourront se référer au rapport paru au printemps dernier concernant la stratégie de la Suisse en matière de politique énergétique.
La commission a pris acte du déroulement actuel des discussions au sein de l'OMC. La position des Etats-Unis, suite à l'arrivée du nouveau président, reste encore à découvrir. La crise économique mondiale éveille par ailleurs des tentations protectionnistes dans différents pays, qui pourraient s'avérer néfastes pour la liberté des échanges.
Certains commissaires ont émis l'idée que la lutte contre la pauvreté et la crise alimentaire pouvaient être contradictoires avec les débats tenus au sein de l'OMC. Les explications données par Madame la conseillère fédérale Leuthard ont permis de constater que, au contraire, l'ouverture des marchés et la suppression progressive de certaines subventions visent à favoriser l'essor économique des pays les moins avancés. Les débats à l'OMC se focalisent sur la suppression des différences de traitement des produits provenant des différents pays industrialisés ou en développement.
La discussion en lien avec le rapport a aussi permis à la commission d'exprimer longuement sa préoccupation quant à la non-présence de la Suisse au G-20 et à son influence sur la scène internationale au sein des banques de développement et à la Banque mondiale, tout comme au FMI.
Le rapport sur la politique économique extérieure est à chaque fois l'occasion d'examiner dans quelle mesure il est possible, dans le cadre d'accords bilatéraux de différentes natures, d'intégrer des critères sociaux, écologiques ou en lien avec les droits de l'homme.
L'Organisation internationale du travail est l'instance responsable de la défense des droits sociaux et de la mise en place de standards applicables dans l'ensemble des pays. La négociation d'accords de libre-échange permet certes d'évoquer certaines problématiques, mais oblige aussi à tenir compte du fait que certains pays sont dépourvus de tout standard en la matière. Le secrétaire d'Etat à l'économie a donc informé la commission du fait que la Suisse avait proposé à l'OMC l'établissement d'une liste des "good and bad boys" en matière d'application de standards sociaux et environnementaux. Mais il a aussi relevé que la liste pourrait tout aussi bien s'appliquer aux pays qui pratiquent un protectionnisme plus ou moins rampant.
Certains groupes ont regretté que le rapport ne traite pas de la question d'un éventuel accord-cadre avec l'Union européenne. Ce rapport n'a pas cet objectif, et le Parlement aura certainement le loisir de traiter cette question en d'autres occasions. Les interventions ont néanmoins permis de constater que la notion d'accord-cadre recouvrait bien des représentations. Pour certains, il s'agit de reprendre les accords existants et de leur donner une forme plus articulée. Pour d'autres, il s'agit d'y introduire la reprise automatique de l'acquis communautaire. Pour d'autres encore, la question de la fiscalité pourrait y être intégrée. Les quelques interventions ont ainsi fait apparaître la nécessité de poursuivre ce débat dans un cadre plus précis et mieux circonscrit.
Les débats en commission ont aussi été l'occasion pour les commissaires d'exprimer leurs préoccupations quant au différend fiscal qui oppose la Suisse et les Etats-Unis d'une part, la Suisse et l'Union européenne d'autre part.
En principe, la Suisse s'efforce de conclure des accords de libre-échange en partenariat avec les pays de l'AELE. Dans l'hypothèse où l'Islande quitterait l'AELE pour rejoindre l'Union européenne, l'AELE se réduirait à nouveau comme peau de chagrin. Pour la Suisse, qui connaît déjà quelques difficultés à faire valoir ses positions au sein de l'AELE - il faut voir à ce propos l'accord avec le Canada -, notamment en raison des oppositions de la Norvège, il se pourrait qu'à l'avenir il devienne de plus en plus nécessaire de prendre l'initiative de négocier pour son propre compte certains accords de libre-échange.
Même si la discussion sur la politique extérieure n'est jamais épuisée, je vous propose, au nom de la commission, de prendre acte du rapport et d'adopter les arrêtés fédéraux qui l'accompagnent et dont nous aurons à discuter tout à l'heure.
Wehrli Reto · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Fraktion CVP/EVP/glp
Auch in dieser Frühjahrssession behandeln wir die rituelle Rundschau betreffend die eidgenössische Aussenwirtschaftspolitik. Unsere Fraktion beurteilt den vorliegenden Bericht für das Jahr 2008 als umfassend und in der Regel als qualitativ gut; dies im Wissen darum, dass die wesentlichen Teile des Berichtes zu einem Zeitpunkt verfasst worden sind, da Tiefe, Breite und mutmassliche Dauer der ersten globalen Wirtschafts-, Finanz- und hoffentlich nicht auch bald schon Staatenkrise nicht absehbar waren oder sich jedenfalls dem amtlichen Kenntnisstand noch entzogen. Ein in allen Facetten sehr schwieriges Jahr liegt hinter uns, ein noch viel schwierigeres Jahr liegt vor uns.
Nun, was hat unsere Aussenwirtschaftspolitik erreicht, und welche Fragen stellen sich dazu aus Sicht der CVP/EVP/glp-Fraktion? Wir beschränken uns auf ausgewählte Punkte.
Betreffend die multilaterale Wirtschaftszusammenarbeit, Kapitel 2: Wie im Vorjahr, so war auch im Berichtsjahr den Verhandlungen der Doha-Runde kein Durchbruch beschieden. Während sich im ersten Semester positive Verhandlungsergebnisse abzeichneten, blieb die Genfer Ministerkonferenz im Juli 2008 - wir haben es gehört - erfolglos. Im Moment verlangsamt sich der Verhandlungsprozess zusätzlich, weil die Positionen beispielsweise der USA oder Indiens noch unklar sind und nationale Konjunkturprogramme im Vordergrund stehen. Über die aktuelle Krise hinaus sind positive Ergebnisse jedoch überfällig; ein weiteres Vertagen des Abschlusses ist für unser exportorientiertes Land nachteilig. Wir begrüssen die fortgesetzten bundesrätlichen Bemühungen, so etwa, die Verhandlungen anlässlich der G-20-Konferenz vom 2. April 2009 fortzusetzen.
Betreffend die europäische Wirtschaftsintegration, Kapitel 3: In unserer Beziehung zur EU sind wichtige Schritte unternommen worden. Erwähnung verdient die wegweisende Fortentwicklungsklausel bei der Anpassung des Güterverkehrsabkommens mit der 24-Stunden-Regel. Die Abstimmung vom 8. Februar 2009 zeigt klar, dass der bilaterale Weg hinsichtlich der Beziehung Schweiz-EU erfolgversprechend, zukunftsweisend und realpolitisch der einzig mögliche ist. Die Zusammenarbeit soll also mit Intensität fortgesetzt werden. Ein Ärgernis ist der Vollzug beziehungsweise partielle Nichtvollzug der bilateralen Verträge durch Italien. Das Tessiner Nein zur Personenfreizügigkeit ist ein Fingerzeig; der Bundesrat ist entsprechend gefordert. Als ausserordentlich kritisch beurteilen wir, dass unterschiedliche Vorstellungen darüber kommuniziert wurden, was Inhalt eines sogenannten Rahmenvertrages mit der EU sein kann, dies notabene, ohne dass der Bundesrat bisher einen diesbezüglichen Beschluss gefasst hat.
Betreffend Freihandelsabkommen mit Partnern ausserhalb der EU und der Efta, Kapitel 4, betont der Bundesrat das wirkungsvolle Agieren in Sachen Freihandelspolitik. Erfolgreich ausgehandelt wurden Abkommen mit Japan, Kolumbien und Kanada. Via letztgenannten Staat werden wir über die Nafta mit dem amerikanischen und dem mexikanischen Markt verbunden sein, was für Schweizer Unternehmen eine Chance bezüglich Zugang zu weiteren Märkten bedeutet. Weitere Verhandlungen, so etwa mit dem Golf-Kooperationsrat oder Peru, sind fortgeschritten. Verhandlungen mit Algerien und Indien sind im Gange. Geplant sind weitere mit Russland, der Ukraine, Albanien und Serbien. Unterzeichnungen werden also für das laufende Jahr erwartet. Nach dem Besuch des chinesischen Premierministers zeichnen sich erste Schritte hin zu einem Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China ab. All das nimmt die CVP/EVP/glp-Fraktion mit Befriedigung zur Kenntnis.
Mit Fragezeichen zu versehen sind hingegen die Dossiers Efta und Island. Was passiert, wenn Island der EU beitreten sollte? In welchem Rahmen wird die Efta künftig bestehen? Wie weiter, wenn für die Schweiz nur mehr der Handelspartner Norwegen übrig bleibt? Diesbezüglich ist der Europabericht 2006 nachzuführen.
Zum internationalen Finanzsystem, Kapitel 6: Die internationalen Finanzmärkte bleiben instabil. Ganze Volkswirtschaften geraten aus dem Lot. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und das Financial Stability Forum (FSF) versuchen, Gegensteuer zu geben. Die Mitgliedschaft der Schweiz im FSF ist wichtig, weil sie so am internationalen Dialog zu Finanzmarktüberwachung, -aufsicht, -regulierung usw. teilnehmen kann. Darüber hinaus hat unser Land allerdings ein anderes schwerwiegendes Problem: Es wird als Finanz-, Steuer- und Wirtschaftsstandort angegriffen. Eine Strategie des Bundesrates, wie er diese Angriffe parieren will, ist weder im Bericht noch während der vergangenen Wochen wirklich sichtbar geworden; es besteht Nachholbedarf.
Schliesslich ein Wort zum Einleitungskapitel "Natürliche Ressourcen in der Aussenwirtschaftsstrategie": Die Schweiz ist arm an Rohstoffen, der weltweite Bedarf steigt kontinuierlich weiter an, eine Entspannung ist längerfristig nicht in Sicht. Der Bundesrat räumt nun ein, dass die verstärkte Einbindung natürlicher Rohstoffe in die internationale Handelspolitik eine hohe Bedeutung haben müsse. Trotzdem ist das Einleitungskapitel etwas eindimensional geraten. Von Interesse wären etwa vertiefte Überlegungen darüber, ob einfach die bisherige Energie- und Energieversorgungspolitik fortgesetzt werden kann oder ob die Zeit für eine deutliche Umorientierung angebrochen ist.
Schliesslich wird unsere Fraktion alle dem Bericht beiliegenden Beschlussentwürfe annehmen.
Riklin Kathy · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp
Auch ich möchte - im Namen der CVP/EVP/glp-Fraktion - für den ausgezeichneten Bericht danken. Er enthält eine Fülle von Informationen.
Pro memoria: Die Schweiz liegt, berechnet nach dem Bruttoinlandprodukt, weltweit an 19. Stelle, berechnet nach dem Bruttoinlandprodukt pro Kopf sogar auf dem 4. Platz. Die kleine Schweiz spielt aussenwirtschaftlich im grossen Stil mit. Rund 44 Prozent unseres Einkommens verdienen wir im Ausland. Kurz: Wir sind auf dem wirtschaftlichen Weltparkett äusserst aktiv. Und trotzdem sind wir als Nation kaum mehr vernetzt. Dies sehen wir in der anhaltenden, akuten Finanzkrise. Freunde und Allianzpartner, die uns beistehen könnten, haben wir kaum mehr. Nun drohen uns Sanktionen durch die G-20. Sollte die Schweiz auf einer schwarzen Liste landen, wäre dies für den Finanzplatz, aber auch für unsere Aussenwirtschaft und die international tätigen Firmen mit Sitz in der Schweiz eine dramatische Situation. Die bilateralen Verträge helfen uns beim wirtschaftlichen Austausch mit den 27 EU-Staaten. Doch echte Freunde schaffen uns diese Verträge nicht. Dies sahen wir in den letzten Wochen sehr deutlich. Der aussenpolitische Druck steigt.
Wir haben am 8. Februar 2009 mit 60 Prozent Jastimmen der erweiterten Personenfreizügigkeit zugestimmt. Auffällig ist das Resultat im Tessin. Nur 34 Prozent der Wählenden konnten dort den wirtschaftlich so wichtigen Verträgen zustimmen. Die Schweiz muss dringend darauf hinarbeiten, dass die Bilateralen - es sind ja nicht unilaterale Verträge mit der EU - von Italien genauso eingehalten werden wie von unseren anderen Nachbarländern. Unüberbrückbare administrative Hürden und Schikanen darf es nicht geben. Der Bundesrat, vor allem aber auch die Tessiner Regierung und, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, unsere parlamentarische Freundschaftsgruppe mit Italien sind hier gefordert.
Ein weiterer Trend ist sichtbar. Mit den gewaltigen nationalen Förderprogrammen nehmen die protektionistischen Massnahmen zu. Die einzelnen Staaten installieren neue Handelshemmnisse. Die Verhandlungen der Doha-Runde der WTO stocken. Dies ist ein gefährlicher Trend. Der Freihandel wird durch die kritische Lage an den internationalen Finanzmärkten und ihre Auswirkungen gestoppt. Was die Globalisierungsgegner nicht erreichten, wird nun durch die Wirtschaftslage Realität: zurück zum eigenen Gärtchen, Abschottung und Grenzzäune.
Protektionistische Tendenzen sind für die schweizerische Aussenwirtschaft sehr schädlich. Mit dem Stottern der Doha-Verhandlungen und dem WTO-Einfluss werden für unser Land die Freihandelsabkommen umso wichtiger. In diesem Sektor sind wir sehr erfolgreich. Besten Dank an unsere Volkswirtschaftsministerin, die sich hier mit grossem Elan und Erfolg dafür einsetzt. Kürzlich hat sich die Zeitschrift "Bilanz" über die Freihandelsabkommen mokiert; offenbar versteht der betreffende Journalist dieses Blattes nicht, welche Bedeutung der Freihandel hat. Die Wirtschaftsvertreter wissen auf alle Fälle die Bedeutung von Aussenhandelsbeziehungen und Besuchen vor Ort richtig einzuschätzen. Es gilt auch hier das chinesische Sprichwort: "Einmal sehen ist besser als tausendmal hören."
Lassen Sie mich noch etwas zu unserer energiepolitischen Abhängigkeit sagen. 2007 haben wir gemäss Bericht Erdölprodukte für 8,6 Milliarden Franken eingekauft. Dies sind 4 Milliarden Franken mehr als noch im Jahr 2003. Die Zahlen für 2008, die noch höher sein werden, fehlen leider noch. Dieses Geld könnten wir im Inland um einiges besser einsetzen. Mit unserer übermässigen Erdölabhängigkeit bezahlen wir gewaltige Summen in politisch riskante Länder wie z. B. Libyen. Auch hier haben sich die Wirtschaft und konservative politische Kräfte immer gegen eine modernere Energiepolitik, die auch Aussenwirtschaftspolitik wäre, gewehrt. Diese kurzsichtige Verhinderungspolitik mussten wir in den letzten zwei Jahren mit enorm hohen Energiekosten bezahlen. Ich bedaure dies sehr, und ich hoffe, dass wir jetzt doch den Schritt ins neue Energiejahrtausend machen und eine moderne Energiepolitik mit neuen Technologien und Produktion von erneuerbaren Energien finden werden.
John-Calame Francine · Mit-F · Nationalrat · Neuenburg · Grüne Fraktion
Le groupe des Verts tient à relever la bonne qualité de ce rapport très complet et bien documenté sur la politique économique que la Suisse a conduite l'année passée. Nous n'allons pas traiter tous les thèmes abordés dans ce rapport mais ceux qui nous concernent plus particulièrement.
Ainsi, le groupe des Verts a une définition plus large des ressources naturelles que celle contenue dans ce rapport pour présenter la stratégie de politique économique extérieure du Conseil fédéral. Nous jugeons en effet regrettable que l'analyse ne porte ici que sur les matières premières tirées de la nature et échangées sur les marchés internationaux telles que les énergies fossiles - pétrole charbon -, les métaux - cuivre, plomb, nickel, zinc - et les matières premières agricoles - céréales, lait, viande. Du coup, dans la définition retenue sont notamment exclues les ressources naturelles telles que l'eau, l'air, la biodiversité, soit l'environnement au sens large. Pourtant, ces critères devraient figurer en bonne place dans les accords économiques de libre-échange, comme nous l'appelons de nos voeux depuis de nombreuses années déjà, malheureusement sans grand succès.
S'il est judicieux de diversifier les régions d'approvisionnement pour les ressources fossiles, tels le pétrole et le gaz, puisque nous ne pourrons pas nous passer de ces énergies à très court terme, nous considérons néanmoins que viser une indépendance énergétique serait autrement plus efficace pour assurer notre avenir. Dans cet objectif, il faut envisager un recours beaucoup plus systématique aux énergies renouvelables et, bien sûr, encourager toutes les mesures permettant des économies d'énergie, car la mise en oeuvre d'une chasse efficace au gaspillage est indispensable.
Quant à la politique agricole souhaitée par le Conseil fédéral, elle nous cause quelques soucis, surtout lorsqu'elle s'exprime à travers une volonté de négocier des accords de libre-échange avec l'Union européenne. Cette politique est contraire au principe d'une agriculture de proximité, de qualité, multifonctionnelle et respectueuse de l'environnement.
C'est la raison pour laquelle, en l'état, les Verts ne soutiennent pas ce projet d'accord de libre-échange avec notre partenaire européen, car il nous semble incompatible avec les principes énumérés ci-dessus.
Par contre, nous sommes en parfaite adéquation avec la position que le Conseil fédéral a défendue devant la conférence de la FAO en matière de sécurité alimentaire, qui préconise une production locale et durable reposant sur des exploitations familiales.
Notre politique agricole semble manquer quelque peu de cohérence, car le discours tenu n'est pas le même selon qu'il s'adresse à des organisations internationales telle la FAO ou à l'Union européenne, voire même aux paysans de notre pays. Comment souhaiter la disparition de nombreuses exploitations agricoles, une plus grande productivité, tout en garantissant une production de qualité qui préserve l'environnement, dont la fertilité des sols et la qualité de l'eau? Ces objectifs ne nous paraissent pas particulièrement compatibles les uns avec les autres.
Dans ce contexte, nous nous posons la question de savoir si l'OMC est l'organisation adéquate pour régler les différends entre pays ayant trait au marché agricole car, il faut le répéter, l'OMC n'intègre aucun critère social ou environnemental dans la réglementation des marchés, et ceci est simplement inacceptable pour les Verts.
Concernant l'introduction unilatérale du principe du "Cassis de Dijon", les Verts restent pour le moins réservés, car si la baisse d'information au consommateur ne nous pose pas de problème fondamental, il en va autrement des produits issus de l'agriculture, de leur qualité et de la manière dont ils sont cultivés. Par ailleurs, la baisse de prix annoncée pour lutter contre l'îlot de cherté que semble être la Suisse est quant à elle très optimiste et nous ne savons pas sur quelle base cette évaluation a été calculée.
Dans le cadre des accords concernant l'UE, nous soutenons le financement de la contribution à l'élargissement à la Bulgarie et à la Roumanie pour un montant de 257 millions de francs qui sera compensé dans le budget général de la Confédération. Par contre, nous regrettons le manque d'informations concernant la négociation d'un accord-cadre avec l'Union européenne, car même si le peuple a confirmé la voie bilatérale en acceptant de reconduire l'Accord sur la libre circulation des personnes et son extension, nous aurions apprécié d'en connaître son contenu et ses objectifs.
Vous le savez, les Verts sont favorables à une adhésion à l'Union européenne. La crise UBS qui secoue notre pays a démontré à quel point la Suisse est isolée sur la scène internationale et toute la pertinence d'une meilleure collaboration avec notre principal partenaire économique. Il serait donc heureux que, dans sa stratégie, le Conseil fédéral garde cet objectif en ligne de mire et le dise clairement à la population.
En conclusion, nous prenons acte de ce rapport et nous ne nous opposerons pas aux différents arrêtés qui nous sont soumis.
Müller Geri · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Auch ich möchte mich ganz herzlich für den übersichtlichen Bericht bedanken, den wir erhalten haben. Bei meinen Ausführungen beschränke ich mich auf ein paar ganz spezielle Punkte in diesem Bericht.
Die Aussenwirtschaftspolitik ist ein wichtiger Teil der schweizerischen Aussenpolitik - dies ganz gemäss Artikel 54 Absatz 2 der Bundesverfassung, der vorschreibt, dass sich der Bund für die Wahrung der Unabhängigkeit der Schweiz und für ihre Wohlfahrt einsetzt, dass er namentlich zur Linderung von Not und Armut in der Welt, zur Achtung der Menschenrechte und zur Förderung der Demokratie beiträgt. Dies ist sehr wichtig, wie man sieht, wenn man den Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik liest. Daher ist auch die Kohärenz der Aussenpolitik, die auf zwei Departemente verteilt ist, enorm wichtig, damit klarwird, wie stark die Abhängigkeit der Staaten der Welt untereinander ist und wo unsere Aktivitäten allenfalls unseren Grundsätzen in der Bundesverfassung widersprechen oder sie unterstützen. Wir werden ja nachher noch eine spezielle Debatte über die Waffenausfuhr führen; Sie werden dort die Verlinkung zum Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik durchaus sehen.
Ganz speziell freuen wir uns über Kapitel 1.5.4; es ist das erste Mal, dass im Bericht über die Aussenwirtschaftspolitik die Energieeffizienz aufgeführt wird. Sie wissen, dass die Schweiz in einem Bereich extrem stark vom Ausland abhängig ist, es ist dies bei der Energieversorgung. Über 70 Prozent der Energie wird aus dem Ausland importiert. Wir haben dort eine Stabilitätsproblematik, insbesondere dann, wenn wir sehen, dass es im Sektor fossile Energien, Öl und Gas, im Zusammenhang mit "Peak Oil" demnächst zu grossen Schwierigkeiten mit den Preisen kommen wird. Das wird mit der Kompensation durch Uran nicht etwa erleichtert. Sie wissen, auch dort gibt es einen Peak, einfach ein bisschen später. Die Schweiz muss deshalb ganz gemäss der Bundesverfassung versuchen, in diesem Bereich Unabhängigkeit zu erreichen. Die Energieaussenpolitik darf sich also nicht darauf beschränken, dass man mit möglichst vielen Pipelines aus aller Welt Gaskraftwerke hier oder im Ausland nährt, damit wir Strom haben, ganz nach der Strategie, die unsere grossen Energiekonzerne aufzubauen versuchen. Energieeffizienz und erneuerbare Energien müssen die Strategie sein, um eine sichere Energieversorgung in der Schweiz zu haben.
Zu den verschiedenen Abkommen, die uns am Schluss des Berichtes präsentiert werden: Wir haben kein Problem mit einem Abkommen zwischen der Schweiz und den Efta-Staaten gehabt, einem Abkommen auf gleicher Augenhöhe. Die Grünen warnen aber in der Mehrheit vor Abkommen mit Ländern, die ein grosses Armutsproblem haben. Sie haben eine Botschaft zu Madagaskar und zu Turkmenistan in den Unterlagen. Es geht dort um die Sicherung von Investitionen. Natürlich wird das vor allem in eine Richtung gehen; es werden eher Schweizer Firmen in Turkmenistan und in Madagaskar investieren. Dabei muss sichergestellt werden, dass Artikel 54 Absatz 2 der Bundesverfassung eingehalten wird, dass diese Abkommen eben auch einen positiven Impact auf diese beiden Staaten haben. Insbesondere Madagaskar ist ein Land, das bei seinen Kontakten mit dem Westen ausgebeutet worden ist. Investoren in diesem Land dürfen nicht weiter an dieser Schraube drehen, um dieses Land noch ärmer zu machen. Deshalb hat sich ein Teil der grünen Fraktion bei dieser Frage der Stimme enthalten. Das wird auch nachher bei der Abstimmung so sein. Es geht wirklich darum, die Schweiz darauf aufmerksam zu machen, dass solche Abkommen auf beiden Seiten einen Impact haben müssen.
Auch dem Kaffee-Übereinkommen gegenüber sind wir sehr kritisch. Selbstverständlich gibt es Positives, wenn man sich international zusammenschliesst und über den Kaffeepreis diskutiert. Wenn man aber die Geschichte des Kaffeepreises anschaut, sieht man, dass der Kaffeepreis bis zum letzten Jahr unter den Gestehungskosten lag. Insbesondere die drei grossen Kaffee-Exporteure haben profitieren können, die über 67 kleinen Kaffee-Exporteure sind aber unter Druck gekommen. Die Schweiz muss darauf schauen, dass ILO-Grundsätze grundsätzlich einmal eingehalten werden und dass ökologische Grundsätze eingehalten werden. Wir wissen, dass der Kaffee hauptsächlich in Gebieten produziert wird, die nicht nachhaltig genug bewirtschaftet werden können. Es ist auch als Symbol zu verstehen, wenn wir uns dort der Stimme enthalten. Wir wollen, dass das Kaffee-Übereinkommen für die Länder, die ausschliesslich Kaffee produzieren, auch wirklich eine Entwicklungsmöglichkeit bringt, wir wollen nicht nur bei uns günstigen Kaffee.
In dem Sinn stimmen wir dem Bericht zu und enthalten uns bei den angesprochenen Themen der Stimme.
Gadient Brigitta M. · Mit-F · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD
Auch die BDP-Fraktion dankt für den interessanten und übersichtlichen Bericht. Die Aussenwirtschaftsstrategie der Schweiz aus dem Jahr 2004 bewährt sich nun schon im vierten Jahr. Das Wachstum und der Wohlstand unseres Landes sind zu einem wichtigen Teil in unserer Stärke in der Aussenwirtschaft begründet. Voraussetzungen dafür sind offene Märkte, Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Offene Märkte bringen mehr Wachstum, mehr Wohlstand, mehr Produktivität und damit auch eine bessere Wettbewerbsfähigkeit.
Um das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu stärken, müssen die internationale Öffnung und der Abbau interner Wettbewerbshindernisse weiterverfolgt werden. Dies gilt umso mehr in der aktuellen, für zahlreiche Unternehmen sehr schwierig gewordenen Wirtschaftssituation, die sich im laufenden Jahr voraussichtlich noch dramatisch verschlechtern wird. Auch in dieser Situation muss der Bundesrat am Vier-Pfeiler-Prinzip der Aussenwirtschaftspolitik festhalten: Die multilaterale Wirtschaftszusammenarbeit, die europäische Wirtschaftsintegration, die Präferenzabkommen - wie Freihandelsabkommen, Investitionsschutzabkommen - sowie die Unterstützung ärmerer Entwicklungsländer bei der Integration in die Weltwirtschaft müssen Eckpfeiler unserer Aussenwirtschaftspolitik bleiben.
Der Aussenwirtschaftsbericht zeigt auf, mit welcher - überraschenden, ist man geneigt zu sagen - Vielfalt und Intensität die Schweiz im Bereich der Aussenwirtschaftspolitik aktiv ist, im Bemühen, die internationalen Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft laufend zu verbessern und den sich ändernden Verhältnissen anzupassen. Dies ist gerade für die KMU, welche bekanntlich den allergrössten Teil unserer Wirtschaft ausmachen, überlebenswichtig. Ich sage dies im Wissen um die Tatsache, dass die grosse Mehrzahl der am Standort Schweiz tätigen Firmen direkt oder indirekt, z. B. über Zulieferbeziehungen, vom Export abhängt.
Die Doha-Runde der WTO hat den Durchbruch bekanntlich immer noch nicht geschafft. Da die multilaterale Schiene aber grundsätzlich das effizienteste Liberalisierungsinstrument ist, begrüssen wir, dass der Bundesrat in seinen Bemühungen nicht nachlässt, diese Verhandlung doch noch einem Abschluss zuzuführen. Gleichzeitig ist es aber sehr wichtig, dass wir auch den Zugang zum Markt unseres mit Abstand grössten Wirtschaftspartners, der EU, laufend zu verbessern versuchen. Die Verhandlungen mit der EU über ein Abkommen im Agrar-, Lebensmittel- und Gesundheitsbereich sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Auch die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft liegt letztlich in der Öffnung und im verbesserten Zugang zu Auslandmärkten. Dabei stehen die kaufkräftigen Konsumentenschichten in den Agglomerationen der angrenzenden Länder im Vordergrund. Auch Reach, die neue Chemikaliengesetzgebung der EU, ist ein Beispiel dafür, dass wir neue, nichttarifäre Handelshemmnisse, die wieder vor allem die KMU treffen, nur abwenden können, wenn wir möglichst auf dem Abkommensweg unnötige Abweichungen unserer Vorschriften von jenen der EU beseitigen oder vermeiden.
Die laufende Revision des Gesetzes über die technischen Handelshemmnisse (THG) zeigt aber auch, dass wir auch aus eigener Kraft, autonom, Handelshemmnisse angehen können. Das revidierte THG wird einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Wettbewerbs im Binnenmarkt Schweiz leisten. Die dadurch gewonnene Stärkung der Kaufkraft ist in Zeiten wie diesen besonders willkommen. Ich fordere Sie deshalb auf, die THG-Revision wie zuvor der Ständerat auch hier im Nationalrat zügig zu beraten und zu verabschieden.
Last, but not least hat im Berichtsjahr die Aushandlung von Freihandelsabkommen nochmals an Bedeutung gewonnen. Mit Kanada, Japan und Kolumbien konnten wichtige Abkommen unterzeichnet werden, Abkommen mit dem Golf-Kooperationsrat und mit Peru sind praktisch abgeschlossen, und neue Verhandlungen mit Indien sind aufgenommen. Zusätzlich besteht Aussicht auf baldige Verhandlungen, unter anderem mit Russland und China. Dieser eindrucksvolle Ausbau des Netzwerks an Freihandelsabkommen ist eine wichtige Ergänzung zur WTO und zu den bilateralen Verträgen mit der EU. Die Freihandelsabkommen mit Partnern ausserhalb der EU/Efta ermöglichen es der Schweiz, breit diversifizierte Absatzmärkte zu erschliessen und Diskriminierungen auf diesen Märkten abzuwenden oder zu beseitigen.
Die Ressourcenproblematik, der das diesjährige Schwerpunktkapitel des Aussenwirtschaftsberichtes gewidmet ist, zeigt exemplarisch auf, dass ein Land wie die Schweiz, das abgesehen von Kies und Wasser kaum über eigene natürliche Ressourcen verfügt, auch vital von den Importen abhängt - Aussenhandel ist keine Einbahnstrasse. Die BDP unterstützt den Bundesrat, wenn er sagt, dass die Ressourcenversorgung in erster Linie Aufgabe der Privatwirtschaft ist. Aber auch hier sind günstige Rahmenbedingungen unabdingbar. Das Schwerpunktkapitel zeigt sehr gut auf, dass Handelsabkommen wie die Abkommen der WTO, die Freihandels- oder die Investitionsschutzabkommen zwar die Beschaffung von Rohstoffen und Energieträgern begünstigen können, letztlich aber nicht in der Lage sind, den Zugang zu diesen Ressourcen, also die Versorgungssicherheit, zu garantieren. Hier müssten neuartige Abkommen, das heisst eigentliche Liefer- und Transitabkommen, abgeschlossen werden. Dies versucht der Bundesrat zum Beispiel im Elektrizitätsbereich durch Verhandlungen mit der EU. Allgemein ist es aber wichtig, die Bezugsquellen so weit als möglich zu diversifizieren.
Die BDP ermuntert den Bundesrat, seine aussenwirtschaftspolitischen Bemühungen auch im Jahr 2009 konsequent zugunsten des Wirtschaftsstandortes Schweiz fortzusetzen. Schliesslich möchten wir den Bundesrat auffordern, alles zu unternehmen, damit die Schweiz im Zuge der G-20-Konferenz am 2. April dieses Jahres nicht auf die Liste der nichtkooperierenden Staaten gesetzt wird. Unser guter Ruf, nicht nur für unseren Finanzplatz, sondern für den gesamten Wirtschafts- und Arbeitsstandort Schweiz, würde grossen Schaden erleiden.
Allemann Evi · Mit-F · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Zuerst möchte ich im Namen der SP auch ganz herzlich danken für den über weite Strecken sehr ausführlichen Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik 2008. Er gibt einen interessanten Überblick über die wirtschaftlichen Verflechtungen unseres Landes. In krasser Eindrücklichkeit zeigt uns derzeit die Finanzmarktkrise, wie verflochten die globale Weltwirtschaft heute ist. Wenn wir uns die turbulenten Ereignisse dieser Wochen und Monate noch einmal vor Augen führen, wird klar, wie eng die Aussenwirtschaftspolitik und die Aussenpolitik miteinander verflochten sind und wie wichtig es deshalb ist, beide Politikfelder optimal zu koordinieren.
In der Bundesverfassung haben wir sogenannte aussenpolitische Ziele verankert, an welchen sich meines Erachtens auch die Aussenwirtschaftspolitik ausrichten muss. Unsere wirtschaftlichen Interessen müssen im Ausland mit einem gesamtheitlichen und langfristigen Ansatz vertreten werden, auch im ureigenen Interesse der schweizerischen Unternehmen und Arbeitnehmenden. Dieser Aspekt fehlt uns im Bericht etwas. Die einzelnen Themenfelder werden zudem kaum in einen aussenpolitischen Gesamtkontext gestellt. Das ist bedauerlich, denn heute sind Aussenwirtschaftspolitik, Steuerpolitik, Migrationspolitik, Klimapolitik oder auch die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr voneinander zu trennen. Die engen Verflechtungen und die gegenseitigen Abhängigkeiten zeigen sich speziell auch im diesjährigen Schwerpunktkapitel unter dem Titel "Natürliche Ressourcen in der Aussenwirtschaftsstrategie". Als rohstoffarmes Land ist die Schweiz auf aussenwirtschaftliche Beziehungen, aber auch auf eine gute internationale Zusammenarbeit dringend angewiesen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise macht den Bedarf an transnationalen Regelungen deutlich, nicht nur im Bankensektor. Wir brauchen einen Interessenausgleich zwischen starken, reichen und schwächeren, armen Ländern. Dieser Ausgleich kann unseres Erachtens am ehesten über multilaterale Regelungen gewährleistet werden. Universal gültige Abkommen und hoffentlich durchsetzungsfähige Institutionen wie die WTO sind unverzichtbar. Multilaterale Regulierungen müssen vor bilateralen Handelsabkommen eindeutig Priorität haben.
Leider ist derzeit eine etwas andere Entwicklung im Gange. Die Bilateralisierung des Welthandels senkt den Druck, multilaterale Lösungen zu finden, und macht sich so selbst zum Argument, noch mehr bilaterale Abkommen anzustreben. Wir fordern den Bundesrat deshalb auf, auch weiterhin den multilateralen Weg als attraktiven Weg zu beschreiten. Gleichzeitig möchten wir den Bundesrat ermutigen, sich der Verankerung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards im internationalen Recht über Handel, Investitionen und geistiges Eigentum nicht zu verschliessen; dies auch deshalb, um auch bei uns der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen entgegenzuwirken. Es darf keinen Wettbewerbsvorteil für jene geben, die Zwangsarbeiter und Kinder für sich schuften lassen, zwingendes internationales und nationales Arbeitsrecht missachten und Raubbau an der Natur betreiben. In der Diskussion um soziale, ökologische und menschenrechtliche Standards wünscht sich die SP eine stärkere Rolle der Schweiz nicht nur im multilateralen Prozess, sondern auch bei der Aushandlung künftiger bilateraler Freihandelsabkommen.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Le rapport sur la politique économique extérieure est toujours une mine de renseignements, une photographie fine de l'état des rapports de la Suisse, au niveau économique, avec le monde. Il montre bien les percées et les difficultés que rencontre notre pays. Chaque fois un domaine particulier est abordé.
Toutefois, il apparaît qu'année après année le rapport sur la politique économique extérieure pèche sur un point que nous considérons essentiel, celui de la cohérence des politiques développées en Suisse dans les multiples domaines qui ont trait à la politique extérieure, que ce soit la politique économique, migratoire, climatique, etc. Qu'en est-il effectivement de la politique de promotion des droits de l'homme ou de promotion du développement durable, intégrant - et je le souligne - le volet social, qui implique dès lors des conditions de travail dignes ici chez nous mais aussi chez nos partenaires internationaux?
Prenons comme exemple celui de la Colombie. Un accord de libre-échange entre les Etats de l'AELE et la Colombie a été signé. Or, dans ce pays, la violence est permanente, la gouvernance est "vermoulue", parfois jusqu'à la présidence, les droits de l'homme sont violés, les droits syndicaux sont méprisés. Quelle cohérence y a-t-il entre la signature d'un accord de libre-échange sans conditions particulières, qui s'inscrit dans la politique économique extérieure, et les autres volets de notre politique, ceux de promotion des droits de l'homme dans les instances internationales, de l'aide au développement, voire de la promotion des droits syndicaux au sein de l'Organisation internationale du travail?
La question de la cohérence des politiques menées pose un problème général, qui se retrouve d'ailleurs aujourd'hui aussi en matière fiscale et dans nos relations avec l'Union européenne. J'en profite pour dire que si, en matière de relations économiques avec l'Union européenne, il y a une cohérence avec la politique extérieure, il y a aussi un problème de cohérence avec la politique sociale chez nous et avec les mesures d'accompagnement. Tout à l'heure, quelqu'un a évoqué le résultat, au Tessin, du vote du 8 février dernier sur la libre circulation des personnes. Il se pose là aussi effectivement le problème de la protection sociale et de la garantie sur le plan social pour les travailleurs: celles-ci n'ont pas été assez prises en considération aux yeux des Tessinois et des responsables de cette région particulière. Là aussi la cohérence serait de mise.
La question de la cohérence a aussi été abordée dernièrement lors d'une rencontre entre certains parlementaires et une délégation du Comité d'aide au développement de l'OCDE. Certes, c'était en relation avec l'aide au développement, mais quelle cohérence la politique d'aide au développement a-t-elle avec la politique économique extérieure? N'y a-t-il pas contradiction? N'y a-t-il pas finalement instrumentalisation de l'aide au développement au bénéfice de la politique économique extérieure?
Il y a donc là un important travail à effectuer pour clarifier les choses. Certes, ce n'est pas facile dans une situation où il n'y a pas, au Conseil fédéral, de programme de gouvernement englobant l'ensemble des politiques; mais il est indispensable d'avoir non seulement des lieux de coordination mais surtout une volonté politique d'obtenir cette cohérence.
En tant que socialistes, nous considérons aujourd'hui, tant dans le domaine bilatéral que multilatéral - tout particulièrement dans le cadre de l'OMC -, qu'il doit y avoir un véritable engagement de la Suisse pour les dimensions sociale et environnementale. Nous demandons également qu'on prenne en considération les droits de l'homme. Nous ne pouvons plus entendre, année après année, le Conseil fédéral et la cheffe ou le chef du Département fédéral de l'économie nous dire qu'il n'y a pas de possibilité d'introduire des clauses sociales, des clauses de respect des droits de l'homme, que ce soit dans les enceintes multilatérales ou dans les rapports bilatéraux.
Il y a des exemples qui montrent que c'est possible. L'Union européenne, par exemple, l'a fait dans les accords économiques. Il est temps aujourd'hui de montrer une claire volonté politique d'aller dans ce sens. L'absence de réglementation, notamment sociale, est aussi un élément qui prétérite la situation mondiale, qui accentue les inégalités à l'échelle mondiale. Nous vivons aujourd'hui une crise financière, bancaire; mais il y a aussi une crise permanente - humanitaire, alimentaire et sociale - qu'il faut prendre en considération avec une autre orientation de la politique économique extérieure.
Rechsteiner Rudolf · Mit-M · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Ich möchte mich ebenfalls für diesen Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik bedanken. Er ist ausführlich und gibt einen guten Einblick in die Verflechtungen unseres Landes und in die grosse und gegenseitige Abhängigkeit von unseren Partnern. Was den Schwerpunkt "Ressourcen und Energie" betrifft, ist auch hier vieles gut und schön, was gesagt wird. Eigentlich ist auch nichts ganz falsch, aber einiges ist etwas unvollständig.
Was im Bericht völlig fehlt, ist eine Analyse des explosiven Wachstums der Energieträger Wind und Sonne. Hier besteht offenbar ein Wahrnehmungsproblem. In Europa und in den USA steht Windenergie heute auf Platz eins im Kraftwerksmarkt, es werden mehr Windkraftwerke als Gas-, Kohle- oder Kernkraftwerke gebaut.
Was fehlt, ist eine Aussenwirtschaftspolitik, die auf erneuerbare Energien ausgerichtet ist. Man schickt die Aussenministerin nach Iran, und die Axpo erklärt neue Gaspipelines zum Rückgrat unserer Versorgungssicherheit. Ich halte dies angesichts der Ölpreisbindung von Erdgas für völlig absurd. Es fehlt eine Pipelinepolitik im Bereich der erneuerbaren Energien. Dort müsste man Gleichstromleitungen bauen. Die Nordsee ist theoretisch in der Lage, den Weltstrombedarf zu decken; das ist 1000 Kilometer entfernt von uns. In China baut ABB Leitungen mit einer Leistung von sechs Gigawatt, entsprechend sechs AKW Leibstadt, in nur einem Kabelzug über 2000 Kilometer Länge: Das alles soll in Europa nicht möglich sein. Ich denke, hier könnte man den Bericht noch etwas ergänzen.
Müller Walter · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zum ersten Mal wurde - trotz deutlichem Einbruch im Oktober, der leider weitergehen wird - im Aussenhandel die 200-Milliarden-Grenze überschritten, was auch einen rekordverdächtigen Überschuss der Aussenhandelsbilanz ermöglichte. Auch wenn wir es alle wissen, auch wenn wir es immer wieder predigen, sage ich es noch einmal: Ich habe manchmal den Eindruck, dass der Wohlstand immer häufiger die Sicht auf die wesentlichen Grundpfeiler unseres Wohlstandes vernebelt. Die Schweiz als rohstoffarmes Land ist auf möglichst ungehinderten Marktzugang angewiesen. Wohlstand und Arbeitsplätze sind stark vom internationalen Handel abhängig. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind für den Wirtschaftsstandort Schweiz Marktzugang und verlässliche Rechtsgrundlagen sowohl für die multi- als auch für die bilateralen Abkommen von zentraler Bedeutung. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es für besonders sensible Bereiche, wie z. B. die Frage der Ernährungssicherheit, besondere Lösungen braucht. Wenn die internationale Staatengemeinschaft in diesem Bereich eine langfristig verlässliche Lösung findet, dürfte das die Chancen für den Abschluss von multilateralen, sprich WTO-Abkommen verbessern. Die ständig steigende Weltbevölkerung erfordert klare Perspektiven im Ernährungsbereich.
Die FDP-Liberale Fraktion begrüsst die Strategie des Bundesrates, die aussenwirtschaftliche Öffnung konsequent weiterzuführen. Erkannte Risiken müssen aber ernst genommen werden und ihren Niederschlag in den Freihandelsabkommen auf bilateraler und multilateraler Ebene finden. Wenn uns die Krise auf den Finanzmärkten, die sich mit hoher Geschwindigkeit zu einer veritablen Wirtschaftskrise ausweitet, eines lehrt, so dies, dass die Globalisierung der Märkte klare Regeln braucht. Es braucht Vertrauen in das Funktionieren der Märkte, sonst drohen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Protektionismus und Marktabschottung. Mit der EU, unserem wichtigsten Handelspartner, soll der bilaterale Weg weitergeführt und konsolidiert werden. Stabile und gute Beziehungen zu den EU-Ländern sind für die Schweiz von ganz zentraler Bedeutung. Technische Handelshemmnisse sollen - wenn nötig auch einseitig - abgebaut werden, z. B. durch die Anwendung des Cassis-de-Dijon-Prinzips. Dabei ist mit gezielten Massnahmen die Chancengleichheit für die einheimische Industrie sicherzustellen.
Die FDP-Liberale Fraktion will die Schweiz zum attraktivsten Unternehmensstandort in Europa machen. Die Schweiz als Europas erste Adresse für Hauptsitze von Forschungs- und spezialisierten Produktionsbetrieben schafft und sichert Arbeitsplätze - auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Schweiz steht mit den EU-Ländern in einem zunehmenden Standort- und Steuerwettbewerb. Der Steuerföderalismus und Steuerwettbewerb ist im europäischen und internationalen Rahmen aktiv und mit Nachdruck zu verteidigen. Ich frage den Bundesrat, ob er glaubt, diesbezüglich genügend früh und konsequent gehandelt zu haben.
Vor einem Jahr habe ich im Rahmen der Stellungnahme zum Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik Folgendes gesagt: "Eine erfolgreiche Aussenwirtschaftspolitik muss aber auch ein strategisches Element der koordinierten Krisenbewältigung haben. Diesbezüglich erwarte ich eine Anpassung der Aussenwirtschaftsstrategie des Bundesrates. In einer liberalisierten und globalisierten Welt mit weitestgehend freiem Marktzugang dürfte in Zukunft der Kampf um Marktanteile und gegen ungeliebte Konkurrenten in anderen Gefechtsfeldern härter werden. Zusätzlich reagiert eine derart vernetzte Welt empfindlicher auf Krisen, Sicherheitsfragen, Terrorismusbekämpfung, Steuerfragen, Kreditkrisen, Kampf um Ressourcen und Rohstoffe. Dies sind nur einige wenige Beispiele, die in etwa andeuten, wo gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen für unser Land lauern. Eine Volkswirtschaft, die nicht rasch und effizient auf solche Herausforderungen reagieren kann, wird an Bedeutung verlieren." (AB 2008 N 10) Ich frage nun den Bundesrat, ob er diesbezüglich Vorkehrungen getroffen hat oder gedenkt, hinsichtlich möglicher Krisen die Vorkehrungen zu verstärken.
Die FDP-Liberale Fraktion steht zur Aussenwirtschaftsstrategie des Bundesrates. Wir sehen aber durchaus Optimierungsbedarf und fordern rasches und konsequentes Handeln bei erkannten Schwächen. Diesbezüglich möchte ich einige Bereiche konkret ansprechen und auch Fragen stellen:
1. Im Rahmen des Berichtes zur Aussenwirtschaftspolitik werden wir jeweils ausführlich über das vergangene Jahr informiert. Dafür danken wir bestens. In dieser schnelllebigen Zeit stellt sich aber schon die Frage, ob der Bericht in Zukunft nicht als ein eigentlicher Controlling-Bericht mit einem Teil "Zukünftige Strategie und Handlungsbedarf" ausgestaltet werden soll.
2. Der Zusammenhang zwischen der Aussenwirtschafts- und der Binnenmarktpolitik sollte noch besser aufgezeigt werden. Liberalisierungen an der Grenze müssen zwingend im Inland zu Deregulierungen führen; als Beispiel sei ein liberales Arbeitsgesetz erwähnt.
3. Das Einleitungskapitel ist berechtigterweise dem aktuellen Thema "Natürliche Ressourcen in der Aussenwirtschaftsstrategie" gewidmet. Die Rohstoffpolitik dürfte zunehmend wichtiger werden. Der Bericht ist eine gute Analyse, dafür danken wir bestens. Wir vermissen aber eine klare Strategie und fordern den Bundesrat auf, die Analyse als Anlass zur Formulierung einer kohärenten Strategie im Rahmen künftiger Freihandelsverträge zu nehmen.
4. Wir fordern den Bundesrat auf, den technischen und zolltechnischen Handelshemmnissen volle Aufmerksamkeit zu schenken. So wird z. B. unsere Wirtschaft im Handel mit der Türkei stark behindert.
5. In Bezug auf die Europapolitik wird vom EDA immer wieder ein mögliches Rahmenabkommen initiiert. Wir vermissen diesbezüglich eine klare Strategie des Bundesrates. Ich denke, wir müssen auch dazu stehen, dass der bilaterale Weg - der erfolgreiche Weg - nicht alles regeln kann und muss.
6. Enttäuscht sind wir, was den Fortschritt beim Memorandum of Understanding mit den Vereinigten Staaten betrifft. Hier fordern wir ein konsequenteres Vorgehen.
7. Die Revision des Güterkontrollgesetzes lehnen wir als absolut unnötig ab; sie ist in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage kontraproduktiv.
Die FDP-Liberale Fraktion dankt für den Bericht, sie stimmt den im Anhang aufgeführten Bundesbeschlüssen zu. Ganz speziell begrüssen wir das Abkommen mit Kanada.
Favre Laurent · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · Freisinnig-demokratische Fraktion
Je complète le rapport de mon collègue Müller Walter pour le groupe libéral-radical, en abordant la problématique des ressources énergétiques dans ce rapport de politique économique extérieure 2008.
Le prix du pétrole comme baromètre de l'activité économique et objet de tensions géopolitiques a montré une extrême volatilité en 2008. De plus de 120 dollars le baril, son prix est redescendu en fin d'année à près de 40 dollars, en lien avec une situation politique et de marché complètement renversée par la crise financière. En matière de gaz, les tensions régnant entre la Russie et l'Ukraine ont péjoré l'approvisionnement de l'Europe entière. Voici deux exemples qui parlent pour une politique énergétique extérieure forte permettant de garantir la sécurité de l'approvisionnement du pays.
Dès lors, nous soutenons la stratégie que s'est fixée le Conseil fédéral en 2008 en développant des coopérations internationales pour l'approvisionnement à long terme en gaz, en pétrole et en uranium. Il ne faut pas oublier le renforcement de nos relations avec l'Union européenne afin d'accentuer encore notre rôle de plaque tournante au centre du réseau européen de distribution. A cet égard, les négociations avec l'Union européenne concernant l'électricité sont d'une grande importance.
Au chapitre européen toujours, il est judicieux de rappeler que la Suisse a joué un rôle décisif dans la conclusion d'un contrat de fourniture de gaz naturel entre l'entreprise EGL et l'Iran, permettant ainsi des progrès considérables vers la réalisation du pipeline TAP d'une valeur stratégique pour l'Europe et la Suisse. Dès lors, ne serait-il pas temps de parler d'un accord énergétique entre l'Union européenne et la Suisse, et pas uniquement en matière d'électricité?
Le groupe libéral-radical salue encore les discussions bilatérales menées avec plusieurs pays stratégiques en matière énergétique qui sont la Norvège, la Turquie, l'Algérie et l'Azerbaïdjan, tout comme avec nos voisins français, autrichiens, allemands et italiens.
De plus, nous ne pouvons qu'appuyer le Conseil fédéral dans sa volonté de négocier un accord de libre-échange avec la Russie et l'Ukraine, en demandant que la question énergétique soit considérée comme stratégique.
Au niveau des infrastructures, avec l'augmentation des besoins en électricité, nous constatons comme le Conseil fédéral, que les goulets d'étranglement sur le réseau électrique doivent faire l'objet de nouveaux investissements partagés avec nos voisins, afin que le transit puisse être assuré tant pour nos besoins que pour l'exportation de nos précieux kilowattheures d'origine hydraulique.
En matière d'énergies renouvelables, nous saluons les travaux allant dans la direction d'un système libéral de commerce des droits d'émission de CO2. Le système européen ETS nous semble à cet égard le plus approprié. En parallèle, les efforts entrepris avec la reconnaissance des certificats d'électricité d'origine renouvelable vont dans la bonne direction. Nous pensons aussi que le commerce des droits d'émission de CO2 devrait favoriser l'imbrication de la politique énergétique extérieure avec la politique de coopération au développement.
Notre groupe approuve ce rapport tout en insistant sur la nécessité de garantir l'acquisition d'énergie à des conditions économiques favorables à notre place économique, ce qui suppose un marché de l'énergie ouvert et des relations bilatérales et multilatérales renforcées.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Nationalrat · Tessin · Fraktion CVP/EVP/glp
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Vous aviez dix minutes à vous répartir entre deux personnes. Veuillez m'excuser, mais je ne peux pas faire des exceptions, sinon cela ne va pas.
Stamm Luzi · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Sie werden Freude an mir haben: Ich werde die zehn Minuten nicht ausnützen. Ich habe nur Fragen zu zwei Punkten: zur Landwirtschaft und zum internationalen Finanzsystem.
Zuerst zur Landwirtschaft: Ich lese auf Seite 28 Folgendes: "Die Rohstoffpreishausse hat zu Ernährungsunsicherheit für arme Menschen auf der ganzen Welt geführt. Die FAO schätzt, dass die Anzahl der an Hunger leidenden Menschen auf 923 Millionen Menschen angestiegen ist." Auf Seite 29 geht es dann weiter: "Wenn man ... bedenkt, dass die Ernährungssicherheit schon heute für fast eine Milliarde Menschen nicht gegeben ist, stimmt die Einschätzung tendenziell ansteigender Lebensmittelpreise düster." Dann wird verbal die Unterstützung der Kleinbauern in Aussicht gestellt: "Die an der Konferenz geforderte spezielle Unterstützung der Kleinbauern liegt darin begründet, dass sie und ihre Familienangehörigen 2 Milliarden oder rund einen Drittel der Weltbevölkerung ausmachen." Wir haben also 2 Milliarden Leute, Familienangehörige, die von Landwirtschaftsbetrieben abhängen. Am Schluss kommt dann - ich bin nun auf Seite 52 des Berichtes - die Folgerung: "Die Verhandlungen im Rahmen der WTO-Doha-Runde waren im Berichtsjahr von einer grossen Dynamik geprägt. Trotzdem kam es zu keinem Durchbruch, und auch im Jahr 2009 ist ein Abschluss ungewiss."
Da hätte ich die Frage an den Bundesrat: Will er den Freihandel in der Landwirtschaft weltweit? Die Frage geht auch an Votanten wie Frau Kollegin Allemann. Ich habe Sie zu wenig verstanden. Was meinten Sie, als Sie sagten, man müsse den multilateralen Weg beschreiten? Meinen Sie Freihandel auch in der Landwirtschaft? Freihandel als Prinzip ist unbestritten, und auch dass Freihandel unserem Land seit Jahrzehnten Wohlstand gebracht hat, ist völlig unbestritten. Eine andere Frage ist, ob dieselbe Philosophie des Freihandels für die Landwirtschaft die richtige ist. Und darauf möchte ich eine Antwort des Bundesrates haben. Ist Folgendes richtig? Wenn wir weltweit Freihandel haben, setzt in den betroffenen Drittweltländern die Landflucht ein, sobald wir tiefe Preise haben. Die Familienbetriebe können sich nicht über Wasser halten, sie gehen zugrunde. Die Leute wandern in die Städte ab. Und sobald die Preise steigen, verhungern die Leute. Ist das richtig?
Ich verstehe zwar sehr wohl, dass die grossen landwirtschaftlichen Exportländer weltweit den Freihandel wollen; ich verstehe auch sehr wohl, dass die Repräsentanten der Drittweltländer, die ihren eigenen Monopolmarkt, zum Beispiel die Baumwolle, in den Händen haben, auch Freihandel wollen oder dass sie manchmal gekauft sind. Das ist mir auch klar. Aber ich will von der Schweiz und ich will von Frau Allemann usw. hören, ob wir auch weltweit für den landwirtschaftlichen Freihandel einstehen. Ich bin dagegen. Unsere Fraktion ist dagegen. Das ist der erste Punkt, bei dem ich mir vom Bundesrat eine Antwort erhoffe.
Der zweite Punkt betrifft das internationale Finanzsystem. Das sind die Banken. Die Bankendiskussion kommt ja noch, ich bleibe deshalb hier relativ kurz. Es stört mich nicht, wenn die Amerikaner auf ihrem Territorium ihr Strafrecht umsetzen. Das sollen sie tun. Es stört mich aber, wenn die Amerikaner rechtsstaatliche Prinzipien beiseiteschieben und unser Land unter Druck setzen. Ich rufe in Erinnerung: In den USA, von Abraham Lincoln bis Robert Kennedy, halten sie immer die Fahne des Rechtsstaates hoch, aber offensichtlich gilt das international nicht. Anders verstehe ich diese Erpressersituation per 18. Februar 2009 nicht.
Frau Bundesrätin, ich möchte eigentlich weniger Ihre Antwort betreffend USA haben als vielmehr betreffend EU. Jetzt geht am 2. April das G-20-Treffen los. Dort hat es bekanntlich Schwergewichte aus der EU. Ist es nicht richtig, dass wir soeben mit der EU Verträge abgeschlossen haben? Ich rede vor allem von den Bilateralen II. Ist es nicht richtig, dass der Bundesrat uns ständig erzählt hat, von der Zinsbesteuerung bis zu Schengen: "Wenn wir diese Verträge mit der EU abschliessen, haben wir verlässliche Partner, und wir haben auf Jahre hinaus unser Bankgeheimnis gesichert"? Ist man jetzt mit der EU in dieser Richtung per 2. April und im Hinblick auf die G-20 im Gespräch? Ruft man der EU in Erinnerung: "Ihr habt uns das Bankgeheimnis verbindlich und auf Jahre hinaus zugesichert"? Ist das so, oder ist das nicht so? Oder war es so, dass der Bundesrat im internen Abstimmungskampf der schweizerischen Bevölkerung gegenüber Dinge gesagt hat, welche die EU gar nicht zugesichert hat? Hier möchte ich bitte wissen, ob uns die EU das Bankkundengeheimnis zugesichert hat, wie uns das erklärt wurde, und ob ihnen das in genügender Schärfe in Erinnerung gerufen wird.
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Ich möchte zuerst der vorberatenden Kommission, ihren Sprechern und allen Fraktionssprechern für die wohlwollenden Worte zu diesem Aussenwirtschaftsbericht 2008 herzlich danken. Ich möchte diese Worte vor allem an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterleiten. Es ist ein Bericht, der Ihnen rückblickend über die Aktivitäten im Jahr 2008 Auskunft gibt, wiederum aber verbunden mit Genehmigungsbeschlüssen, nämlich zum Abkommen mit Kanada - darin eingeschlossen das bilaterale Landwirtschaftsabkommen -, zu den Investitionsschutzabkommen der Schweiz mit Turkmenistan und Madagaskar und zum Internationalen Kaffee-Übereinkommen sowie auch zum Bericht über die zolltarifarischen Massnahmen 2008, den Sie zu genehmigen haben.
Sie finden im Bericht auch den Hinweis, dass das Jahr 2008 aus der Sicht des Handels für die Schweiz ein sehr erfolgreiches Jahr war. Einige von Ihnen haben darauf hingewiesen, dass der Aussenhandel zum ersten Mal die 200-Milliarden-Grenze überschritten hat, das natürlich gedämpft durch die negative Entwicklung seit Oktober, die uns auch in diesem Jahr begleiten wird. Nichtsdestotrotz ist die Schweiz als Exportland darauf angewiesen, weiterhin und gerade in der Krise dieses Netz von Aussenhandelsbeziehungen zu festigen und daran zu arbeiten, dass die Bedingungen für die Exportwirtschaft in der Zeit nach der Krise nochmals verbessert werden können.
Sie haben gestern im Rahmen der Debatte über die Konjunkturmassnahmen gesehen, dass wir relativ wenig an Binnenmarktmassnahmen für die Exportwirtschaft leisten können. Was wir aber tun können, ist, für diese Industrie die Rahmenbedingungen, das heisst den Marktzugang, zu verbessern, technische Handelshemmnisse abzuschaffen und auch im nichttarifären Bereich die entsprechenden Bedingungen mit wichtigen Partnerstaaten auszuhandeln. Das wird auch in diesem Jahr unser Hauptziel bleiben.
Das Jahr 2008 hat uns aber auch vor Augen geführt, wie global verflochten das Finanzsystem ist und dass es sich sofort auf die Realwirtschaft auswirkt, wenn dort Probleme auftauchen - und das nicht mehr nur lokal oder regional, sondern auch in den Schwellenländern, die heute in die Weltwirtschaft eingebunden sind. Es hat sich auch gezeigt, wie wichtig internationale Organisationen sind, die sich dieser internationalen Probleme annehmen. Die jetzige globale Krise wird auch nur global zu lösen sein. Deshalb ist es wichtig, dass die neue Finanzarchitektur eben nicht von einem kleinen Gremium wie der G-20 bestimmt wird. Das ist eine gute Diskussionsplattform, die Lösung aber erfordert ein breiter abgestütztes Gremium, und das können wahrscheinlich nur die Bretton-Woods-Institutionen sein, bei denen die Schweiz mit ihrer Stimmrechtsgruppe dabei ist.
Aus der Sicht des Handels ist es wichtig, dass die WTO als multilaterale Organisation weiter gestärkt wird. Mit jedem Jahr aber, das wir mit der Doha-Runde verlieren, wird die Organisation eher geschwächt; sie verliert an Glaubwürdigkeit. Das ist kein Verschulden der Organisation, es ist eine Schwäche des Willens der Staatengemeinschaft, diese Runde abzuschliessen.
Ich komme vielleicht hier gerade auf eine Bemerkung und eine Frage von Herrn Stamm zu sprechen. Herr Nationalrat, gerade die Doha-Runde, die Sie auch zitiert haben, ist als "Doha Development Round" konzipiert. Sie hat zum ersten Mal als eines der grossen Mandate der Verhandlungen die Landwirtschaft, denn die Landwirtschaft, wie Sie zu Recht zitiert haben, ist für die jeweilige Bevölkerung bezüglich der Ernährung zentral. Jetzt haben aber notabene gerade die Industriestaaten nach wie vor hohe Subventionen, hohe Zölle, um eben den Marktzutritt für Produkte von anderen Staaten zu erschweren. Das ist Protektionismus für die einheimische produzierende Landwirtschaft. Das schwächt vor allem auch die Entwicklungsstaaten, die noch viel mehr agrarisch geprägt sind als die Industriestaaten.
Deshalb ist es richtig - und die Schweiz hat das 2001 deshalb auch unterstützt -, dass man im Rahmen dieser Runde eben Subventionen abbaut, Marktverzerrungen abbaut und auch in diesem Bereich versucht, beim Marktzutritt für Agrarprodukte gleich lange Spiesse zu erlauben. Das ist der Kern dieser Runde, und das ist auch vom Gedanken der Gerechtigkeit her absolut richtig. Die Schweiz hat hier schon einiges gemacht, indem wir unsere Subventionen kontinuierlich in Direktzahlungen umgelagert haben, die WTO-konform sind, und indem das Parlament zugestimmt hat, dass Exportsubventionen in diesem Jahr dahinfallen werden. Das sind wichtige Schritte, bei denen die Schweiz gerade bezüglich Exportsubventionen etwa der EU einen Schritt voraus ist.
Diese Stossrichtung wird bleiben. Sie wissen: Für uns bleibt die schwierigste Verhandlung in diesem Dossier der Abbau von Zöllen, der Grenzschutz, was innenpolitisch für viele Bauern eine Bedrohung darstellt, das verstehen wir sehr gut; aber aussenpolitisch, entwicklungspolitisch und handelspolitisch lässt sich der Grenzschutz argumentativ nicht aufrechterhalten. Das ist für unser Land eine schwierige Aufgabe. Aber gerade die Schweiz ist im Bereiche der Nahrungsmittel auf den Handel angewiesen. Wie Sie wissen, produzieren wir etwa 60 Prozent der Nahrungsmittel für unsere Versorgung, für den Rest sind wir auf Importe und deshalb auf Marktzugang, Handel, Austausch mit Exporteuren angewiesen.
Die Ziele des Bundesrates wurden im vergangenen Jahr weitestgehend erreicht. Einerseits konnten wir mit Japan, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt und dem viertgrössten Handelspartner der Schweiz, ein Freihandelsabkommen abschliessen - als erstes Land Europas. Diese Botschaft werden wir dem Parlament schnell zustellen, damit das Abkommen wenn möglich nach den Sommerferien in Kraft gesetzt werden kann. Mit jedem Monat, den wir durch die Inkraftsetzung gewinnen, kann die Exportwirtschaft Zölle und damit Kosten sparen und können wir auch nichttarifären Handelshemmnissen entgegentreten. Das sind, gerade in der jetzigen Situation, willkommene Kosteneinsparungen und damit eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Die Abkommen im Rahmen der Efta mit Kanada und Kolumbien sind ebenso zentral. Kanada ermöglicht importierten Waren schweizerischen Ursprungs einen präferenziellen Zugang zum kanadischen Markt, und das ist wichtig, weil unsere Hauptkonkurrenz wie die EU und Japan noch nicht von solchen Bedingungen profitieren kann. Zugleich werden Nachteile im Vergleich zu den Nafta-Staaten Mexiko und USA beseitigt. Herr Nationalrat Wehrli hat zu Recht auf diese Verflechtung hingewiesen. Wir hoffen, dass wir auch dieses Abkommen Mitte dieses Jahres in Kraft setzen können. Auf kanadischer Seite ist der Prozess der Ratifizierung im Parlament auch im Gange.
Kolumbien: Auch hier bin ich sehr dankbar, dass es gelungen ist, ein Abkommen auszuhandeln. Ich möchte vielleicht auf eine Bemerkung von Frau Nationalrätin John-Calame und auch auf eine Bemerkung von Frau Allemann eingehen. Kolumbien hat natürlich nach wie vor einige Probleme im Bereich der Gewalt. Es gibt dort nach wie vor auch innenpolitisch punkto Sicherheit noch nicht die besten Bedingungen. Aber die kolumbianische Regierung, die jetzt seit ein paar Jahren an der Macht ist, hat erhebliche Reformen vorgenommen, hat in dieser kurzen Zeit viel erreicht. Wir sind zuversichtlich, dass durch diese starke Regierung die Sicherheitssituation besser wird. Wir sind deshalb der Meinung, dass für die Industrie Kolumbien auf dem südamerikanischen Markt wichtiger werden wird, vor allem auch, weil Kolumbien eine ausgezeichnet ausgebildete Bevölkerung aufweist. Unsere Unternehmen sind sehr zufrieden mit den Bedingungen, die man dort antrifft. Die Sicherheitssituation bleibt natürlich ein Problem, aber die Fortschritte sind doch erfreulich.
Wir werden in diesem Jahr hoffentlich die Abkommen mit den Staaten des Golf-Kooperationsrates und Peru unterzeichnen können. Die Abkommen sind in der Substanz grundsätzlich fertig ausgehandelt. Zudem hoffen wir, dass wir vor allem mit Algerien und Indien ein gutes Stück weiterkommen werden. Russland, die Ukraine wie auch Albanien und Serbien sind im Katalog der Efta.
Je suis tout à fait d'accord avec vous, Monsieur Favre, pour dire que, comme partenaire économique potentiel de la Suisse, la Russie est extrêmement importante. Je suis aussi d'accord avec vous pour qu'on intègre les aspects de l'énergie et des ressources dans les négociations. Vous avez évoqué, et c'est absolument juste, l'importance de la Russie dans le domaine de l'énergie. C'est aussi important d'un point de vue géopolitique et géostratégique, et la Suisse en est consciente. C'est pour cela que nous voudrions que la Russie soit vraiment un partenaire prioritaire en Europe, pour être moins dépendants des livraisons, soit de gaz, soit de pétrole, en provenance d'autres pays. Cela permettrait d'avoir une marge de manoeuvre. C'est aussi un intérêt de la Suisse qui sera inclus dans les négociations avec la Russie.
Die EU-Politik bleibt natürlich ein wichtiger Bereich der Aussenhandelspolitik. Es wurde zu Recht erwähnt, dass im vergangenen Jahr vor allem die Anpassung des Güterverkehrsabkommens an die 24-Stunden-Regel im wirtschaftspolitischen Fokus stand. Wir haben hier ein gutes Resultat erreicht: Für den Warenverkehr zwischen der Schweiz und der EU gelten die gleichen Sicherheitsregeln wie im EU-Binnenverkehr. Das heisst, wir konnten vermeiden, dass die Voranmeldepflichten für Drittstaaten auch auf die Schweiz angewendet werden. Wir konnten auch erreichen, dass ein Mitwirkungsrecht der Schweiz bei der Weiterentwicklung des entsprechenden EU-Acquis in die Verhandlungsergebnisse aufgenommen wird.
Erlauben Sie mir noch ein paar Bemerkungen zur Doha-Runde: Es ist selbstverständlich so, Frau Allemann, dass wir dem Multilateralismus nach wie vor grosse Bedeutung zumessen. Es ist entscheidend, dass wir rechtsstaatliche Regeln und auch verlässliche Spielregeln für den Handel haben. Das kann man nur im Verbund mit der WTO und somit im Verbund mit 153 Mitgliedstaaten erreichen. Nichtsdestotrotz - Sie wissen, wie die Situation im Moment aussieht. Wir haben im Januar in Davos ja erneut versucht, einiges in Gang zu bringen. Es ist sehr erfreulich, dass die Transparenz-Initiative der WTO jetzt auch aufzeigt, wo protektionistische Massnahmen, die eigentlich den WTO-Anstrengungen "Öffnung der Märkte" zuwiderlaufen, getroffen werden. Ob es in diesem Jahr zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt, steht in den Sternen, weil wir nach wie vor nicht wissen, wie sich die USA positionieren. Die neue Regierung Obama hat sich bis heute nicht über ihre Sicht der Dinge ausgesprochen. Es ist auch nach wie vor kein USTR, also kein Handelsminister, im Amt. Das Ganze ist daher sehr offen. Wir werden aber bemüht sein, allenfalls an der OECD-Ministertagung im Juni informell ein weiteres Treffen zu unterstützen, um den Prozess voranzutreiben. Je länger die Runde nicht zum Abschluss kommt, desto intensiver werden die bilateralen Bemühungen sein, wie Sie richtig bemerkt haben. Diese am Schluss zu multilateralisieren wird natürlich zunehmend schwierig werden; das ist so.
Vielleicht zu ein paar Bemerkungen, die im Rahmen des Eintretens aufgeworfen worden sind, Folgendes: Herr Nationalrat Wehrli, zum Italien-Problem, das sich im Rahmen der Personenfreizügigkeitsabstimmung manifestiert hat: Italien stellt für den Kanton Tessin ein Problem dar, weil die Reziprozität sehr oft nicht gewährleistet ist; vor allem im Bausektor stellen wir das immer wieder fest. Es gab schon zig Kontakte, ohne dass konkrete Resultate erreicht wurden. Es gibt in diesem Frühling nochmals Arbeitsgruppen Schweiz/Italien; ich werde selber die Tessiner Regierung und dann im Juni den italienischen Wirtschaftsminister hier in der Schweiz treffen, um genau diese Probleme nochmals anzugehen. Wir erwarten diesbezüglich, dass Italien im Vollzug wirklich Vorwärtsschritte macht und die Reziprozität ernst nimmt.
J'en viens aux remarques de Madame John-Calame au sujet de l'environnement et de l'OMC. C'est vraiment aussi une préoccupation de la Suisse: l'OMC ne connaît pas, jusqu'à présent, de règles qui intègrent des standards environnementaux. Dans le cycle de Doha, on a un dossier "Commerce et environnement", et la Suisse s'engage beaucoup sur ce dossier avec l'Europe et le Japon, par exemple. Mais c'est très difficile, notamment pour les pays en développement, qui éprouvent une certaine crainte face aux pays industrialisés qui maîtrisent déjà toutes les techniques et les énergies renouvelables.
Les pays en développement représentent une forte puissance, mais ils ne sont pas encore préparés pour tous ces instruments. Je pense donc qu'il faut chercher des instruments qui permettent non seulement le transfert technologique, mais aussi l'accès à ces technologies sans que les coûts soient élevés, de façon à respecter la situation financière de ces pays.
Zum Kaffeeabkommen, das Sie, Herr Geri Müller, erwähnt haben, folgende Bemerkung: Ich möchte Sie auf Artikel 3 des Abkommens hinweisen. Hier steht in der Zielsetzung, dass alle Mitglieder dieses Übereinkommens ermutigt werden, eine nachhaltige Kaffeewirtschaft in wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht zu entwickeln. Natürlich ist es ein Ermutigen, aber es ist trotzdem ein Commitment. Sie haben hier bei Fair Trade im Bereich des Teppichhandels ein Abkommen, Sie haben ein solches bei den Tropenhölzern, aber überall dort erreichen Sie einfach nicht mehr als ein Commitment und ein Sensibilisieren; auch das ist eine Zukunftsaufgabe. Ich bin mit Ihnen einverstanden, dass es auch hier nach wie vor Auswüchse gibt. Aber gerade die Fair-Trade-Artikel haben ja dadurch auch eine Marketingchance, indem Sie respektieren, dass angemessene, faire Löhne bezahlt werden. Wenn der Konsument bereit ist, sich das auch etwas kosten zu lassen, und diese Art des Handels bewusst unterstützt, hat er auch eine Machtposition. Ich glaube, das sollten wir in der Schweiz vorantreiben, unsere Bevölkerung ist in Bezug auf diese Fair-Trade-Artikel sehr sensibel.
Zu den Bemerkungen von Frau Nationalrätin Gadient: Ich danke Ihnen für die Unterstützung insbesondere auch des THG. Die Bemerkung, dass diese technischen Handelshemmnisse nicht nur im internationalen Bereich, sondern auch im Verhältnis innenpolitischer Natur anzugehen sind, ist natürlich richtig. Wir werden in der WAK Ihres Rates im April mit diesen Beratungen beginnen. Ich hoffe, dass die Kommission dem Plenum diese Revision sehr schnell vorlegen kann.
Vielleicht noch zu Ihrer Bemerkung zu Liefer- und Transitabkommen und zur Ressourcenproblematik: Es ist natürlich so, wie Sie sagen, dass die Schweiz ein Interesse hat, auch bei der Energielieferung zu diversifizieren. Deshalb ist es dem Bundesrat wichtig, erstens einmal unsere Ölabhängigkeit mit der Effizienzpolitik, aber auch mit dem Fokus auf erneuerbare Energien generell zu reduzieren und zweitens auf der anderen Seite dort, wo wir Öl importieren, mit der Forschung auch nach einer Substituierung zu suchen respektive dann im Aussenhandel möglichst verschiedene Lieferanten zu haben. Ich glaube, das ist bisher nicht so schlecht gelungen. Wir litten im letzten Jahr, als mit Öl- und Gaslieferungen eine gewisse Machtpolitik gemacht wurde, wenig darunter, weil die heutigen Zufuhren, die Pipelines in die Schweiz, nicht nur einseitig vom Osten in die Schweiz gelangen, sondern eben auch von Süden, von anderen Staaten her, ohne dass ich diese jetzt nennen will, sichergestellt sind.
Zur Frage von Herrn Rechsteiner zu einer Pipelinepolitik für erneuerbare Energien: Ich nehme das gerne auf, es ist allerdings so, dass dieser Bericht kein Energiebericht ist. Er ist eine Darstellung der Ressourcenproblematik, und es ist so, dass wir bisher nur im Bereich der Energieaussenpolitik so etwas wie eine Strategie haben. In den anderen Bereichen, seien es Metalle oder Nahrungsmittel, hat der Bundesrat eine solche noch nicht entwickelt. Hier gilt es jetzt, das anzupacken und voranzutreiben.
Herr Nationalrat Walter Müller, wir haben, wie Sie eigentlich als Mitglied der APK wissen, im Bereich der Aussenwirtschaft Strategien entwickelt. Wir legen Ihnen diese regelmässig vor. Wir haben die Bric-Strategie, und wir haben weitere Länderstrategien.
Noch eine Antwort an Frau Allemann und Herrn Sommaruga: Es gibt bei der Aussenpolitik generell immer einen Aspekt, der einbezogen ist, nämlich die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit. Das beschliesst der Bundesrat jeweils, und das wird dann umgesetzt. Es wird auch so umgesetzt, dass in jedem Fachbereich das jeweilige federführende Departement den Lead hat. Wir haben im Bereich der Energiepolitik jetzt begonnen - und haben das etwa mit China schon umgesetzt -, ein Memorandum of Understanding zur Zusammenarbeit im Energie- und Umwelttechnologiebereich zu formulieren. Selbstverständlich haben hier das BFE und das Bafu den Lead für die Umsetzung dieser Strategien. Wenn es Bereiche gibt, bei denen die Menschenrechtspolitik oder die Entwicklungszusammenarbeit führend ist, geht die Federführung an das EDA. Hier schaut man immer sehr individuell auf die Kohärenz, was die Strategien betrifft. Die Umsetzung findet jeweils durch das zuständige Fachamt oder Fachdepartement statt. Ich denke, das funktioniert gemäss diesem Schema ziemlich gut.
Zur zweiten Bemerkung von Herrn Nationalrat Müller, zu seiner Bemerkung zum Rahmenabkommen mit der EU: Sie wissen, dass diesbezüglich weder ein Beschluss noch ein Entscheid des Bundesrates vorliegt - es gibt schon seit längerer Zeit Vorstösse aus dem Parlament. Wir haben im Europabericht gesagt, dass das Überlegungen sind, die gerechtfertigt sind. Was das Prozedere betrifft, macht es auch Sinn, dass man nach Vereinfachungen sucht. Die Vorstellungen darüber, was der Inhalt eines Abkommens sein sollte, sind aber nicht konkretisiert; wir stehen diesbezüglich deshalb in einer Überlegungsphase, und der Bundesrat hat noch keine gefestigte Meinung.
Noch zum Hinweis betreffend die USA: Hier möchte ich doch darauf hinweisen, dass wir letztes Jahr mit den USA ein konkretes Abkommen über E-Commerce abgeschlossen haben. Der Dialog mittels des Forums läuft weiter, aber es sind sehr viele Fragen, wo die Interessenlage natürlich unterschiedlich ist und die Verhandlungen sich nicht als ganz einfach erweisen. Es gibt die EU, die mit den USA auch einen transatlantischen Dialog führt, der in die gleiche Richtung zielt wie die Gespräche, welche die Schweiz führt. Wir werden das mit der neuen Administration Obama jetzt neu definieren müssen. Im April werden in Washington Kontakte stattfinden - Herr Staatssekretär Gerber war schon im Januar dort -, um die neue Ausrichtung der Administration kennenzulernen und auch wieder neue Aktivitäten lancieren zu können. Das ist also selbstverständlich im Fokus meines Departementes.
Noch zur verbleibenden Frage von Herrn Nationalrat Stamm zu den internationalen Finanzsystemen: Herr Nationalrat Stamm, Sie wissen, dass wir mit der EU das Zinsbesteuerungsabkommen haben, das gerade das Bankgeheimnis gesichert hat und bis zum Jahr 2013 gilt. An diesem Abkommen halten wir fest. Der Bundesrat hat im Dezember 2008 signalisiert, dass er, falls die EU ihre Zinsbesteuerungsrichtlinie inhaltlich anpasst und erweitert, bereit ist, darüber zu diskutieren - wenn uns das auch etwas bringt. Aber, Herr Nationalrat Stamm, es ist so: Politik ist auch Machtpolitik. Es ist klar, dass gewisse Nachbarstaaten die Schweiz seit Jahrzehnten immer wieder punkto Bankgeheimnis angreifen. Das hat sich jetzt verstärkt, auch aufgrund von Fehlern, die unsere Banken gemacht haben und die jetzt zu einem verstärkten Fokus geführt haben. Ich glaube, das kann man nicht einfach der EU oder einzelnen Staaten ankreiden, es ist vielmehr ein Thema, das nicht mehr von der Tagesordnung zu streichen ist.
Der Bundesrat, das wissen Sie, ist klar der Meinung, dass wir an unserem Bankgeheimnis festhalten - es beinhaltet vor allem, dass kein Zugriff der Behörden auf Ihre Bankdaten erfolgen darf. Wir müssen unsere Kooperation mit Drittstaaten im Rahmen von Verfahren zu im Ausland begangenen Steuerdelikten verbessern. Hier wollen wir den Dialog führen, eine Lösung suchen, und dafür ist ja jetzt auch diese Expertengruppe an der Arbeit.
Erlauben Sie mir zum Schluss eine kurze Bemerkung zu den Ressourcen. Das Kapitel über die Ressourcenpolitik ist uns wichtig. Vor einem Jahr waren die hohen Energiekosten, die teuren Nahrungsmittel das grosse Thema in diesem Land. Wir sind überzeugt, dass dieses Thema wieder auf die Traktandenliste kommen wird, sobald sich die Weltsituation wieder verändert. Die Schweiz muss sich als ressourcenarmes Land gut überlegen: Wo sind wir verletzlich, wo haben wir ein Interesse daran, uns abzusichern, einerseits mit Handelsaktivitäten, andererseits mit einer klugen Innenpolitik, um uns weniger von gewissen Ressourcen abhängig zu machen? Dieses Kapitel zeigt denn auch, dass das multilaterale Regelwerk für die Aussenwirtschaftsstrategie wichtig ist, dass aber auch die plurilateralen Regulierungen wie etwa die Energiecharta von Bedeutung sind, dass Investitionsschutz- und Freihandelsabkommen einen Beitrag zur Zielerreichung auf bilateraler Ebene leisten und dass auch funktionierende Streitschlichtungsmechanismen die Unternehmen in diesem Bereich unterstützen, damit Regeln eingehalten werden. Wir werden in diesem Bereich weiterarbeiten und versuchen, gerade die Lösung dieser Ressourcenprobleme zu konkretisieren, immer unter dem Aspekt, in den betreffenden Staaten die Umweltschutzaspekte zu verstärken - wie wir das in einem Memorandum mit China letzten Februar getan haben -, unsere Guten Dienste, unser Know-how anzubieten und gleichzeitig für unsere Unternehmen eine Plattform zu erarbeiten, die Handel ermöglicht und die somit Arbeitsplätze sichert.
Besten Dank, wenn Sie den Bericht und die Beschlüsse genehmigen und diese Politik des Bundesrates weiterhin unterstützen.
Bourgeois Jacques · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Freisinnig-demokratische Fraktion
Madame la conseillère fédérale, au niveau du principe du "Cassis de Dijon", compte tenu du fait que nous sommes sur une base unilatérale, quelles sont les mesures qui sont prévues pour que les entreprises orientées sur le marché intérieur ne soient pas discriminées?
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Monsieur Bourgeois, nous ne menons pas une discussion sur la nouvelle loi sur les entraves techniques au commerce. En avril, en séance de commission, vous verrez que nous avons consacré tout un chapitre au sujet de la discrimination du producteur qui ne produit que pour le marché suisse. Pour éviter cette discrimination, il s'agit notamment de prévoir un permis pour l'importation de produits dans le domaine des denrées alimentaires. Il est aussi prévu de permettre de produire en Suisse selon les règles en vigueur dans les pays européens selon une procédure spéciale. D'autres mesures encore sont envisagées.
Vous savez aussi que, dans l'accord de libre-échange sur les produits agricoles et alimentaires qu'on est en train de négocier avec l'UE, on veut intégrer la réciprocité. C'est un élément du mandat du Conseil fédéral.
Widmer Hans · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Sozialdemokratische Fraktion
Im Zusammenhang mit der Efta, einem wichtigen Instrument der Aussenwirtschaftspolitik, habe ich eine Frage: Haben Sie eine Strategie für den Fall, dass zum Beispiel Island austritt und zum Beispiel neue "kleine Grössen" wie die Färöer Inseln eintreten wollen?
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Ja, Herr Nationalrat Widmer, das beschäftigt uns seit geraumer Zeit. Wir haben im November an der letzten Efta-Ministerkonferenz unserem Generalsekretär den Auftrag erteilt, eine Analyse zu unterbreiten, weil mit einem allfälligen EU-Beitritt von Island natürlich auch der EWR gefährdet wäre; das hätte wahrscheinlich auch für Norwegen entsprechende Konsequenzen. Diesen Bericht werden wir im Juni zur Kenntnis nehmen. Wir müssen ja jetzt auch abwarten, ob die Isländer tatsächlich einen EU-Beitritt bevorzugen - offenbar wird in Island im April oder Mai eine entsprechende Volksabstimmung stattfinden. Wir sind also vorbereitet und analysieren das. Nach dieser Abstimmung werden wir dann auch dem Parlament unsere Erkenntnisse darlegen.
Schibli Ernst · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Bundesrätin, Sie haben vom Abbau der technischen Handelshemmnisse gesprochen. Findet dieser Abbau beidseitig oder nur einseitig zuungunsten der Schweiz statt?
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Jetzt müsste ich wissen, wovon Sie sprechen. Sprechen Sie von einem Freihandelsvertrag, von der WTO, vom Efta-Abkommen oder vom Cassis-de-Dijon-Prinzip?
Schibli Ernst · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es geht natürlich in die Richtung des Cassis-de-Dijon-Prinzips, das ja, wie Sie das bereits angetönt haben, im April zur Sprache kommt. Aber dort werden ja die Handelshemmnisse einseitig abgebaut, zuungunsten der Schweiz.
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Das kann ich so nicht unterschreiben. Wir beseitigen Handelshemmnisse, die unnötig sind und die nur Kosten verursachen. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, dass man für Produkte eine Schweizer Verpackung kreieren muss, mit schweizerischen Etiketten, mit schweizerischen Produktevorschriften. Hier, Herr Nationalrat, haben wir zum Teil harmonisiert, weil es einfach keinen Sinn macht, irgendwelche Produktevorschriften nur für den Binnenmarkt Schweiz aufrechtzuerhalten - es sei denn, es bestehe ein öffentliches Interesse oder es sei eine bewusst politische Abweichung gewünscht, wie wir das bei den Ausnahmen von den Harmonisierungen vorgesehen haben.
Im Grossen und Ganzen geht es darum, Kosten zu vermeiden für einen schweizerischen Produzenten, für einen schweizerischen Hersteller, der seine Ware auch exportiert, und auch für den Konsumenten, der von Kosten nichts hat. Der Konsument hat nur etwas von Qualitätsverbesserungen, aber er hat nichts von Mehrkosten für dasselbe Produkt.
Scherer Marcel · Mit-M · Nationalrat · Zug · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Bundesrätin, was ist eigentlich der wirkliche Grund dafür, dass Sie das Cassis-de-Dijon-Prinzip nur einseitig und nicht gegenseitig anwenden wollen?
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Auch das ist eine Diskussion, die wir dann wahrscheinlich im Juni intensiv führen können; der Ständerat hat das erkannt und deshalb auch unterstützt.
Herr Scherer, die Einseitigkeit bringt uns verschiedene Vorteile: Erstens behalten wir autonom unsere eigene Politik. Wir entscheiden, wo wir Ausnahmen haben wollen. Wenn Sie das gegenseitig und umfassend machen, dann heisst das in der Regel, dass Sie den EU-Acquis übernehmen. Sie übernehmen dann also einfach das EU-Recht und haben keine Möglichkeit mehr, beispielsweise zu sagen: GVO möchten wir in der Schweiz nicht, Käfighühner möchten wir eigentlich auch nicht. Im Bereich der Phosphate haben wir Ausnahmen, die politisch gewollt sind und die wir beibehalten wollen. Das ermöglicht uns die Einseitigkeit. Bei den Produktevorschriften haben wir zu 70 Prozent harmonisiert; das ist richtig. Aber es gibt einfach Ausnahmen, das betrifft etwa 10 Prozent der ganzen Importe, und es gibt auch Zulassungen, an denen wir festhalten, etwa im Bereich der Arzneimittel. Hier soll die Schweiz ihr eigenes Zulassungsverfahren beibehalten, weil das öffentliche Interesse höher gewichtet ist als die Harmonisierung mit der EU.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Madame la conseillère fédérale, j'ai une question relative à la cohérence, avec l'exemple de la Colombie. Vous nous avez dit que tout est en train d'aller pour le mieux dans le meilleur des mondes et qu'il y a une amélioration globale de la situation en Colombie.
Or en ce qui concerne la violation des droits humains, des droits syndicaux de manière générale, l'on sait que les Etats-Unis, par exemple, ont suspendu la procédure de ratification de l'accord de libre-échange avec la Colombie justement parce qu'il y avait un problème. Ils ont demandé à la Colombie de faire d'abord des progrès au niveau de la mise en place des droits humains. Est-ce que la Suisse ne pourrait pas s'inspirer de cette vision, peut-être plus éthique et plus cohérente, dans les politiques économique extérieure, étrangère et des droits humains?
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Herr Sommaruga, ich äussere mich nicht zu den Beschlüssen des amerikanischen Parlamentes; diese Beschlüsse sind dessen Sache. Das schweizerische Parlament entscheidet autonom darüber, wie es das findet, wie es das korrekt anwendet.
Dass Menschenrechtsverletzungen in vielen Staaten stattfinden, ist eine Realität. Wenn aber Ihre Folgerung ist, dass wir nicht mehr verhandeln, dass wir keine Abkommen mehr abschliessen, dann muss ich sagen: Das wäre fatal; dann müssten Sie viele dieser Abkommen sofort auf Eis legen. Es ist am Schluss eine Frage der Gewichtung. Handel verbessert die Demokratieverhältnisse - das ist eine klare Sache -, Handel verbessert die Rechtsstaatlichkeit, Handel verbessert die Armutssituation, und er ist ein Element, mit dem in vielen Entwicklungsländern die Situation verbessert werden kann. Die Schweiz steht deshalb mit vielen Staaten in Kontakt, neben den Handelsaktivitäten auch in Kommissionen, wo wir diese Fragen diskutieren, wo wir unser Know-how zur Verfügung stellen, wo wir gerade auch soziale Rechte wie den Arbeitnehmerschutz thematisieren und verbessern helfen. Aber es besteht keine Konditionalität. Unser Ansatz ist: Wir nehmen den Handel und arbeiten darauf hin, die Lebensbedingungen der Menschen in einem Land zu verbessern. Das funktioniert, und das ist international auch anerkannt.
Aebi Andreas · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Aussenwirtschaftspolitik ist wichtig, Aussenwirtschaftspolitik ist vielseitig, und die Aussenwirtschaftspolitik wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Aussenwirtschaftspolitik wird aber immer eine Gratwanderung zwischen Freihandel, Ökologie und Nachhaltigkeit bleiben. Auf der einen Seite möchten wir alle Freihandel, ungehinderten, freien Handel, wir möchten rasch Abkommen wie Gatt und WTO. Einige möchten sogar ein Freihandelsabkommen mit der EU betreffend Landwirtschaft. Wenn das alles nicht klappt, möchten wir möglichst viele Freihandelsabkommen mit entsprechenden Ländern, und da sind wir ja völlig auf Kurs.
Jetzt kommt aber das Aber, das Aber der Ökologie. Ich gehe mit den Linken völlig einig: Bei Kupfer und Zink wollen wir keinen Raubbau, aber wir wollen auch keinen Raubbau bei Fruchtfolgeflächen. Gerade das Kaffee-Übereinkommen hat nachhaltige und soziale Standards. Gerade dieses Übereinkommen mit diesen Kaffeeproduzenten könnte für uns auch wegweisend sein für all das, was wir importieren. Wir möchten beim Salat aus Spanien auch nicht blutige Hände mitbezahlen. Soziale und ökologische Standards müssen wirklich mit dabei sein.
Zum letzten Punkt, zur Nachhaltigkeit: Wenn wir von Exporten sprechen und von Exportsubventionen für die Zukunft, dann darf und muss ich sagen, dass wir da unsere Aufgaben gemacht haben. Aber ich stelle fest, dass der Protektionismus blüht. Wir fahren zum Beispiel beim Viehexport mit den Exportsubventionen auf null, und die EU verlängert plötzlich ihre Subventionspolitik. Wo sind da gleich lange Spiesse?
Auch gibt es immer Überraschungen in diesen Freihandelsabkommen, und da gilt es aufzupassen. Ich denke zum Beispiel an das Freihandelsabkommen mit Ägypten. Mit Ägypten sind wir das Abkommen eingegangen, dass einige Tausend Tonnen Kartoffeln importiert werden können. Wo ist da die Ökologie? Für ein Kilogramm Kartoffeln braucht es 4000 Liter Wasser. Diese Kartoffeln kommen per 15. März, das wurde so beschlossen. Neu sind sie bereits per 1. März da. Das sind Überraschungen bei der Nachhaltigkeit, auch für vor- und nachgelagerte Betriebe.
Auch in Zukunft werden also Freihandel, Ökologie und Nachhaltigkeit uns wie auch die Kommission intensiv beschäftigen.
Brunschwig Graf Martine · Mit-F · Nationalrat · Genf · Freisinnig-demokratische Fraktion
Je ne vais pas apporter davantage de commentaires dans ce débat. Suffisamment de questions ont été posées, qui ont reçu suffisamment de réponses. Il serait bon que chacun revienne dans la salle, car je vous signale que nous avons maintenant cinq arrêtés fédéraux à adopter.
Outre le rapport, il y a des actions concrètes de la Suisse:
1. l'arrêté fédéral portant approbation de l'accord de libre-échange entre les Etats de l'AELE et le Canada et de l'accord agricole entre la Suisse et le Canada - il a été adopté à l'unanimité;
2. l'arrêté fédéral portant approbation de l'accord entre la Suisse et le Turkménistan concernant la promotion et la protection réciproque des investissements, qui a été adopté par 20 voix contre 0 et 3 abstentions;
3. l'arrêté fédéral portant approbation de l'accord entre la Suisse et Madagascar concernant la promotion et la protection réciproque des investissements, qui a été adopté par 22 voix contre 0 et 3 abstentions;
4. l'arrêté fédéral portant approbation de l'Accord international de 2007 sur le café, adopté par 20 voix contre 0 et 5 abstentions;
5. l'arrêté fédéral portant approbation de mesures touchant le tarif des douanes, adopté par 22 voix contre 0 et 1 abstention.
Au nom de la commission, je vous prie d'adopter ces cinq arrêtés fédéraux sur lesquels nous allons maintenant voter.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Nationalrat · Tessin · Fraktion CVP/EVP/glp
Vom Bericht wird Kenntnis genommen
Il est pris acte du rapport
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
1. Bundesbeschluss zum Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten und Kanada sowie zum Landwirtschaftsabkommen zwischen der Schweiz und Kanada
1. Arrêté fédéral portant approbation de l'accord de libre-échange entre les Etats de l'AELE et le Canada et de l'accord agricole entre la Suisse et le Canada
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1, 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 129 Stimmen
Dagegen ... 24 Stimmen
Verfahrensbeitrag
2. Bundesbeschluss betreffend das Abkommen zwischen der Schweiz und der Regierung Turkmenistan über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen
2. Arrêté fédéral portant approbation de l'accord entre la Suisse et le Turkménistan concernant la promotion et la protection réciproque des investissements
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1, 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 106 Stimmen
Dagegen ... 9 Stimmen
Verfahrensbeitrag
3. Bundesbeschluss betreffend das Abkommen zwischen der Schweiz und der Republik Madagaskar über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen
3. Arrêté fédéral portant approbation de l'accord entre la Suisse et Madagascar concernant la promotion et la protection réciproque des investissements
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1, 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 122 Stimmen
Dagegen ... 6 Stimmen
Verfahrensbeitrag
4. Bundesbeschluss über das Internationale Kaffee-Übereinkommen von 2007
4. Arrêté fédéral portant approbation de l'Accord international de 2007 sur le café
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1, 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 117 Stimmen
Dagegen ... 2 Stimmen
Verfahrensbeitrag
5. Bundesbeschluss über die Genehmigung von zolltarifarischen Massnahmen
5. Arrêté fédéral portant approbation de mesures touchant le tarif des douanes
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1, 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 160 Stimmen
Dagegen ... 7 Stimmen
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Nationalrat · Tessin · Fraktion CVP/EVP/glp
Je voudrais souhaiter à notre collègue Ada Marra un bon anniversaire. Buon compleanno! Elle est très jeune! (Applaudissements)