BBl 2009 4493
Bundesbeschluss über die Genehmigung und die Umsetzung des Notenaustauschs zwischen der Schweiz und der EU betreffend die Übernahme des Rahmenbeschlusses 2006/960/JI über die Vereinfachung des Informationsaustauschs zwischen Strafverfolgungsbehörden (Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands)
Ablauf der Referendumsfrist: 1. Oktober 2009
Bundesbeschluss über die Genehmigung und die Umsetzung des Notenaustauschs zwischen der Schweiz und der EU betreffend die Übernahme des Rahmenbeschlusses 2006/960/JI über die Vereinfachung des Informationsaustauschs zwischen Strafverfolgungsbehörden (Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands)
vom 12. Juni 2009
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 54 Absatz 1 und 166 Absatz 2 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 19. November 20082, beschliesst:
Art. 1 1 Der Notenaustausch vom 28. März 2008 zwischen der Schweiz und der Europäischen Union betreffend die Übernahme des Rahmenbeschlusses 2006/960/JI des Rates vom 18. Dezember 20063 über die Vereinfachung des Austauschs von Informationen und Erkenntnissen zwischen den Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird genehmigt. 2 Der Bundesrat wird ermächtigt, die Europäische Union nach Artikel 7 Absatz 2 Buchstabe b des Abkommens vom 26. Oktober 20044 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands über die Erfüllung der verfassungsrechtlichen Voraussetzungen in Bezug auf den Notenaustausch nach Absatz 1 zu informieren.
Art. 2 Das Bundesgesetz über den Informationsaustausch zwischen den Strafverfolgungsbehörden des Bundes und denjenigen der anderen Schengen-Staaten wird in der Fassung gemäss Beilage angenommen.
Art. 3 1 Dieser Beschluss untersteht dem fakultativen Staatsvertragsreferendum für Verträge, die wichtige rechtsetzende Bestimmungen enthalten oder deren Umsetzung den Erlass von Bundesgesetzen erfordert, nach den Artikeln 141 Absatz 1 Buchstabe d Ziffer 3 und 141a Absatz 2 der Bundesverfassung. 2 Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten des in Artikel 2 aufgeführten Bundesgesetzes.
Nationalrat, 12. Juni 2009 Ständerat, 12. Juni 2009 Die Präsidentin: Chiara Simoneschi-Cortesi Der Präsident: Alain Berset Der Sekretär: Pierre-Hervé Freléchoz Der Sekretär: Philippe Schwab
Datum der Veröffentlichung: 23. Juni 20095 Ablauf der Referendumsfrist: 1. Oktober 2009
Beilage (Art. 2) Bundesgesetz über den Informationsaustausch zwischen den Strafverfolgungsbehörden des Bundes und denjenigen der anderen Schengen-Staaten (Schengen-Informationsaustausch-Gesetz, SIaG)
vom 12. Juni 2009
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 54 Absatz 1 und 123 Absatz 1 der Bundesverfassung6, in Ausführung des Rahmenbeschlusses 2006/960/JI des Rates vom 18. Dezember 20067 über die Vereinfachung des Austauschs von Informationen und Erkenntnissen zwischen den Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Rahmenbeschluss), nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 19. November 20088, beschliesst:
1 Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
Art. 1 Gegenstand
1 Um den Rahmenbeschluss umzusetzen, regelt dieses Gesetz:
a. die Modalitäten des Informationsaustauschs auf Anfrage zwischen den Strafverfolgungsbehörden des Bundes und den Strafverfolgungsbehörden der Staaten, die mit der Schweiz über eines der Schengen-Assoziierungsabkommen verbunden sind (Schengen-Staaten), zum Zweck der Verhütung und Verfolgung von Straftaten, sofern in einem Spezialgesetz oder in einem Abkommen vorgesehen ist, dass Daten zwischen den genannten Behörden und zu den genannten Zwecken ausgetauscht werden dürfen; b. die Bedingungen und die Modalitäten, die für den spontanen Austausch von Informationen zwischen den Strafverfolgungsbehörden des Bundes und den Strafverfolgungsbehörden der anderen Schengen-Staaten zum Zweck der Verhütung und Verfolgung von Straftaten gelten. 2 Die Schengen-Assoziierungsabkommen sind in Anhang 2 aufgeführt.
6 SR 101 7 ABl. L 386 vom 29.12.2006, S. 89 8 BBl 2008 9061
3 Vorbehalten bleiben:
a. das Rechtshilfegesetz vom 20. März 19819; b. internationale Übereinkommen über die Amts- und die Rechtshilfe in Strafsachen. 4 Dieses Gesetz lässt weitergehende Pflichten im Bereich der Amtshilfe und die günstigeren Bestimmungen bestehender bilateraler oder multilateraler Übereinkünfte zwischen der Schweiz und einem oder mehreren Schengen-Staaten über Zusammenarbeit unberührt.
Art. 2 Informationen und Datenschutz 1 Informationen nach diesem Gesetz umfassen alle Arten von Daten, die bei Strafverfolgungsbehörden vorhanden sind. 2 Informationsersuchen, welche die Anwendung prozessualen Zwangs erfordern oder Informationen betreffen, die vom innerstaatlichen Recht geschützt sind, wird nicht entsprochen. Unter prozessualem Zwang sind insbesondere die gemäss schweizerischem Polizei- und Strafverfahrensrecht möglichen Zwangsmassnahmen zu verstehen. 3 Die Bearbeitung von Informationen nach diesem Gesetz unterliegt dem Datenschutzrecht des Bundes und der Kantone.
Art. 3 Strafverfolgungsbehörden des Bundes 1 Als Strafverfolgungsbehörden des Bundes nach diesem Gesetz gelten Behörden, die gemäss Bundesrecht befugt sind, zur Verfolgung und Verhütung von Straftaten öffentliche Gewalt auszuüben und Zwangsmassnahmen zu ergreifen. 2 Die Behörden, welche Verwaltungsstrafverfahren durchführen, sind vom Geltungsbereich dieses Gesetzes ausgenommen.
Art. 4 Strafverfolgungsbehörden der anderen Schengen-Staaten Als zuständige Strafverfolgungsbehörden der anderen Schengen-Staaten gelten die Behörden nach Artikel 2 Buchstabe a des Rahmenbeschlusses.
Art. 5 Kommunikationswege und Anlaufstellen 1 Der Informationsaustausch zwischen den Strafverfolgungsbehörden des Bundes und denjenigen der anderen Schengen-Staaten erfolgt über die für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Strafverfolgung verfügbaren Kanäle. 2 Das Bundesamt für Polizei kann als zentrale Anlaufstelle für andere Strafverfolgungsbehörden auftreten.
9 SR 351.1
Art. 6 Gleichbehandlung 1 Für die Weitergabe von Informationen an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden der anderen Schengen-Staaten dürfen nicht strengere Regeln gelten als für die Weitergabe an schweizerische Strafverfolgungsbehörden. 2 Spezialgesetze, die strengere Regeln für die Weitergabe an ausländische Strafverfolgungsbehörden vorsehen, finden auf die Weitergabe an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden der anderen Schengen-Staaten keine Anwendung.
2 Abschnitt: Informationsaustausch
Art. 7 Informationsaustausch ohne Ersuchen 1 Die Strafverfolgungsbehörden des Bundes stellen den zuständigen Strafverfolgungsbehörden der anderen Schengen-Staaten die Informationen nach Artikel 2, die für die Verhütung und Verfolgung der in Anhang 1 aufgezählten Straftaten von Bedeutung sein könnten, unaufgefordert zur Verfügung. 2 Diese Informationen werden mittels Formular gemäss Artikel 10 Buchstabe b weitergeleitet. 3 Über die Anwendung des Informationsaustausches ohne Ersuchen wird jährlich ein Bericht erstellt.
Art. 8 Inhalt und Form der Ersuchen
1 Informationsersuchen müssen insbesondere folgende Angaben enthalten:
a. die ersuchende Stelle; b. die Informationen, um die ersucht wird; c. den Zweck, zu dem die Informationen erbeten werden; d. eine kurze Umschreibung des wesentlichen Sachverhalts; e. allfällige Beschränkungen der Verwendung der im Ersuchen enthaltenen Informationen; f. allenfalls den Hinweis, dass die Bearbeitung dringlich ist. 2 Für Informationsersuchen ist das Formular nach Artikel 10 Buchstabe a zu verwenden.
Art. 9 Beantwortung 1 Für die Beantwortung von Informationsersuchen ist das Formular nach Artikel 10 Buchstabe b zu verwenden. 2 Erhält eine Behörde ein Ersuchen und ist sie dafür nicht zuständig, so leitet sie das Ersuchen von Amtes wegen weiter.
3 Die Weiterleitung von Ersuchen, die Verweigerung von Informationen und die
Verzögerung bei der Beantwortung sind auf dem Formular nach Absatz 1 zu begründen. 4 Ist die Zustimmung einer Justizbehörde nötig, so fordert die ersuchte Strafverfolgungsbehörde diese Zustimmung von Amtes wegen an. 5 Die Behörde, die Informationen übermittelt, muss diese mit Verwendungsbeschränkungen versehen, soweit eine spezialgesetzliche Bestimmung dies vorsieht.
Art. 10 Formulare Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement legt je ein Formular fest: a. für die Informationsersuchen; b. für die Beantwortung von Informationsersuchen einschliesslich der Begründung der Weiterleitung eines Ersuchens, der Verweigerung von Informationen und der Verzögerung bei der Beantwortung.
Art. 11 Fristen 1 Betreffen die erbetenen Informationen eine Straftat nach Anhang 1 und sind sie durch Zugriff auf eine Datenbank unmittelbar verfügbar, so gelten für die Beantwortung des Ersuchens folgende Fristen: a. acht Stunden bei dringenden Ersuchen; b. sieben Tage bei nicht dringenden Ersuchen. 2 Die Frist gemäss Absatz 1 Buchstabe a kann auf drei Tage ausgedehnt werden; die Ausdehnung muss begründet werden. 3 In allen anderen Fällen muss das Ersuchen innerhalb von vierzehn Tagen beantwortet werden.
Art. 12 Verweigerungsgründe
1 Der Informationsaustausch kann verweigert werden, wenn:
a. er wesentliche nationale Sicherheitsinteressen beeinträchtigen könnte; b. er den Erfolg laufender Ermittlungen oder die Sicherheit von Personen gefährden könnte; oder c. die Informationen, um die ersucht wird, nicht als sachdienlich und erforderlich für die Verhütung oder Verfolgung einer Straftat erscheinen.
2 Der Informationsaustausch ist zu verweigern, wenn:
a. die Informationen als Beweismittel vor einer Justizbehörde verwendet werden sollen; b. sich das Ersuchen auf eine Straftat bezieht, die mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder weniger bedroht ist; oder
c. der Zugang zu den Informationen und deren Austausch durch eine Justizbehörde genehmigt werden muss und diese die Genehmigung verweigert hat.
3 Cyberkriminalität Unbefugte Datenbeschaffung, unbefugtes
Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem, Datenbeschädigung, betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Erschleichen einer Leistung sowie Art. 150 StGB) 4. Sabotage Sachbeschädigung, Brandstiftung, Verursachung einer Explosion, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen, Verursachen einer Überschwemmung oder eines Einsturzes, Beschädigung von elektrischen Anlagen, Wasserbauten und Schutzvorrichtungen (Art. 144, 221, 223, 224, 226, 227 und 228 StGB)
5 Betrug Betrug (Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB)
10 Rahmenbeschluss des Rates vom 13. Juni 2002 über den Europäischen Haftbefehl und die Übergabeverfahren zwischen den Mitgliedstaaten, ABl. L 190 vom 18.7.2002, S. 1. 11 Strafgesetzbuch, SR 311.0
RB 2RB 2002/584/JI Straftaten nach schweizerischem Recht
6 Betrugsdelikte, einschliesslich Betrügerischer Missbrauch einer Daten-
Betrug zum Nachteil der finanziel- verarbeitungsanlage, Check- und len Interessen der Europäischen Kreditkartenmissbrauch, Zechprellerei, Gemeinschaften im Sinne des Erschleichen einer Leistung, arglistige Übereinkommens vom 26. Juli Vermögensschädigung, unwahre Angaben 199512 aufgrund von Artikel K3 des über kaufmännische Gewerbe, unwahre Vertrags über die Europäische Angaben gegenüber Handelsregisterbe- Union über den Schutz der finan- hörden, Warenfälschung, betrügerischer ziellen Interessen der Europäischen Konkurs und Pfändungsbetrug, Erschlei- Gemeinschaften chung eines gerichtlichen Nachlassvertrages (Art. 147–150, 151–155, 163 und 170 StGB) Leistungs- und Abgabebetrug gemäss Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht (Art. 14 Abs. 1 VStR13) 7. Nachahmung und Produktpiraterie Warenfälschung (Art. 155 StGB) Markenrechtsverletzung, betrügerischer Markengebrauch, Gebrauch unzutreffender Herkunftsangaben (Art. 61 Abs. 3, Art. 62 Abs. 1 und 2 sowie Art. 64 Abs. 2 Designrechtsverletzung (Art. 41 Abs. 2 Urheberrechtsverletzung, Verletzung von verwandten Schutzrechten (Art. 67 Abs. 2 8. Erpressung und Schutzgeld- Erpressung (Art. 156 StGB) erpressung 9. Flugzeug- und Schiffsentführung Erpressung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung, Geiselnahme (Art. 156, 181 und 183–185 StGB) 10. Handel mit gestohlenen Hehlerei (Art. 160 StGB) Kraftfahrzeugen 11. Menschenhandel Menschenhandel (Art. 182 StGB)
12 ABl. C 316 vom 27.11.1995, S. 49. 13 Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht, SR 313.0 14 Markenschutzgesetz vom 28. August 1992, SR 232.11 15 Designgesetz vom 5. Oktober 2001, SR 232.12 16 Urheberrechtsgesetz vom 9. Oktober 1992, SR 231.1
RB 2RB 2002/584/JI Straftaten nach schweizerischem Recht
12. Entführung, Freiheitsberaubung Freiheitsberaubung und Entführung, und Geiselnahme erschwerende Umstände, Geiselnahme (Art. 183–185 StGB) Verbotene Handlungen für einen fremden Staat (Art. 271 Ziff. 2 StGB) 13. Sexuelle Ausbeutung von Kindern Gefährdung der Entwicklung von Un- und Kinderpornografie mündigen: sexuelle Handlungen mit Kindern, Pornografie (Art. 187 und 197 Ziff. 3 StGB) 14. Vergewaltigung Vergewaltigung (Art. 190 StGB) 15. Brandstiftung Brandstiftung (Art. 221 StGB) 16. Illegaler Handel mit nuklearen Gefährdung durch Kernenergie, Radioak- und radioaktiven Substanzen tivität und ionisierende Strahlen, strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 226bis und Missachtung von Sicherheits- und Sicherungsmassnahmen des Kernenergiegeset- 17. Geldfälschung, einschliesslich Geldfälschung, Geldverfälschung der Euro-Fälschung (Art. 240 und 241 StGB) 18. Fälschung von Zahlungsmitteln Geldfälschung, Geldverfälschung, in Umlaufsetzen falschen Geldes, Nachmachen von Banknoten, Münzen oder amtlichen Wertzeichen ohne Fälschungsabsicht, Einführen, Erwerben, Lagern falschen Geldes (Art. 240–244 StGB) 19. Fälschung von amtlichen Urkundenfälschung, Fälschung von Dokumenten und Handel damit Ausweisen, Erschleichung einer falschen Beurkundung, Urkundenfälschung im Amt (Art. 251–253 und Art. 317 Ziff. 1 StGB) 20. Beteiligung an einer kriminellen Kriminelle Organisation, rechtswidrige 21. Illegaler Handel mit Waffen, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Munition und Sprengstoffen mit Waffen (Art. 260quater StGB) Vergehen gemäss Waffengesetz
17 Kernenergiegesetz vom 21. März 2003, SR 732.1 18 Waffengesetz vom 20. Juni 1997, SR 514.54
RB 2RB 2002/584/JI Straftaten nach schweizerischem Recht
22. Terrorismus Finanzierung des Terrorismus (Art. 260quinquies StGB) 23. Rassismus und Fremdenfeindlich- Rassendiskriminierung (Art. 261bis StGB) keit 24. Verbrechen, die in die Zuständig- Völkermord (Art. 264 StGB) keit des Internationalen Strafgerichtshofs fallen 25. Wäsche von Erträgen aus Straftaten Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) 26. Korruption Bestechung schweizerischer Amtsträger (Bestechen, sich bestechen lassen, Vorteilsgewährung, Vorteilsannahme), Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322ter–322septies StGB) Bestechen und sich bestechen lassen und unlauterer Wettbewerb gemäss Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (Art. 4a in Verbindung mit Art. 23 27. Beihilfe zur illegalen Einreise Förderung der rechtswidrigen Ein- und und zum illegalen Aufenthalt Ausreise sowie des rechtswidrigen Aufenthalts (Art. 116 Abs. 1 Bst. a in Verbin- 28. Illegaler Handel mit Hormonen Strafbestimmung des Bundesgesetzes und anderen Wachstumsförderern über die Förderung von Turnen und Vergehen gemäss Lebensmittelgesetz Vergehen gemäss Heilmittelgesetz 29. Illegaler Handel mit Kulturgütern, Strafbestimmungen gemäss Kulturgütereinschliesslich Antiquitäten und transfergesetz (Art. 24–29 KGTG24) Kunstgegenstände
19 Bundesgesetz vom 19. Dezember 1986 gegen den unlauteren Wettbewerb, SR 241 20 Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20 21 Bundesgesetz vom 17. März 1972 über die Förderung von Turnen und Sport, SR 415.0 22 Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 1992, SR 817.0 23 Heilmittelgesetz vom 15. Dezember 2000, SR 812.21 24 Kulturgütertransfergesetz vom 20. Juni 2003, SR 444.1
RB 2RB 2002/584/JI Straftaten nach schweizerischem Recht
30. Illegaler Handel mit Organen und Vergehen gemäss Stammzellenformenschlichem Gewebe schungsgesetz (Art. 24 Abs. 1–3 StFG25) Missbrauch von Keimgut und Handeln ohne Einwilligung oder Bewilligung gemäss Fortpflanzungsmedizingesetz Vergehen gemäss Transplantationsgesetz27 (Art. 69 Abs. 1 und 2) 31. Illegaler Handel mit Drogen und Strafbestimmungen des Betäubungspsychotropen Stoffen mittelgesetzes (Art. 19 Ziff. 1 und 2 BetmG28) 32. Umweltkriminalität, einschliesslich Vergehen gemäss Umweltschutzgesetz des illegalen Handels mit bedrohten (Art. 60 Abs. 1 USG29) Tierarten oder mit bedrohten Pflan- Vergehen gemäss Gewässerschutzgesetz zen- und Baumarten (Art. 70 Abs. 1 GSchG30) Strafbestimmungen des Strahlenschutzge- Strafbestimmungen des Gentechnikgeset-
25 Stammzellenforschungsgesetz vom 19. Dezember 2003, SR 810.31 26 Fortpflanzungsmedizingesetz vom 18. Dezember 1998, SR 810.11 27 Transplantationsgesetz vom 8. Oktober 2004, SR 810.21 28 Betäubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951, SR 812.121 29 Umweltschutzgesetz vom 7. Oktober 1983, SR 814.01 30 Gewässerschutzgesetz vom 24. Januar 1991, SR 814.20 31 Strahlenschutzgesetz vom 22. März 1991, SR 814.50 32 Gentechnikgesetz vom 21. März 2003, SR 814.91
Anhang 2 (Art. 1 Abs. 2)
Schengen-Assoziierungsabkommen
Die Schengen-Assoziierungsabkommen umfassen: a. Abkommen vom 26. Oktober 200433 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands; b. Abkommen vom 26. Oktober 200434 in Form eines Briefwechsels zwischen dem Rat der Europäischen Union und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Ausschüsse, die die Europäische Kommission bei der Ausübung ihrer Durchführungsbefugnisse unterstützen; c. Übereinkommen vom 17. Dezember 200435 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags; d. Abkommen vom 28. April 200536 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich Dänemark über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung derjenigen Teile des Schengen-Besitzstands, die auf Bestimmungen des Titels IV des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft basieren; e. Protokoll vom 28. Februar 200837 zwischen der Europäischen Union, der Europäischen Gemeinschaft, der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein über den Beitritt des Fürstentums Liechtenstein zum Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands.
33 SR 0.360.268.1 34 SR 0.360.268.10 35 SR 0.360.598.1 36 SR 0.360.314.1 37 SR 0.360.514.1; noch nicht in Kraft getreten