Quelle

742.122.4

Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahn-Netzzugangsverordung (AB-NZV)
(AB-NZV)

vom 7. Juni 1999 (Stand am 29. Januar 2002)

Das Bundesamt für Verkehr (Bundesamt), gestützt auf die Artikel 10 und 19 der Eisenbahn-Netzzugangsverordnung vom 25. November 19981 (NZV), verordnet:

Art. 1 Mindestpreis

Der Mindestpreis setzt sich zusammen aus:

  1. dem Anteil für den Energieverbrauch, berechnet wie folgt: 1. 11 Rp./kWh für den Bezug ab Fahrdraht zwischen 6 Uhr und 22 Uhr (Hochtarif), 2. 7 Rp./kWh für den Bezug ab Fahrdraht zwischen 22 Uhr und 6 Uhr (Niedertarif), 3. 0,3 Rp./Bruttotonnenkilometer (Btkm) für Züge mit thermischer Traktion auf elektrifizierten Strecken, ausgenommen Versuchsfahrten, Fahrten mit historischen Fahrzeugen und Dienstzüge von Infrastrukturbetreiberinnen;

  2. dem Anteil für den leistungsabhängigen Unterhalt, berechnet wie folgt: 1. 0,2 Rp./Btkm für Bahnen mit leichtem Oberbau, 2. 0,25 Rp./Btkm für alle anderen Bahnen;

  3. dem Anteil Personalkosten für den Fahrdienst, der 40 Rp./Zugskilometer (Zkm) beträgt und für Strecken im Strassenbahnbetrieb (Fahrt auf Sicht) entfällt;

  4. dem Anteil Kosten für jede Ankunft und jede Abfahrt in Knotenbahnhöfen, berechnet wie folgt: 1. Fr.5.00 in grossen Knotenbahnhöfen, 2. Fr.3.00 in den übrigen Knotenbahnhöfen.2 2 Das Bundesamt bewilligt den Gleichstrombahnen einen abweichenden Energiepreis, wenn die abweichenden Kosten nachgewiesen werden.

Der Energieverbrauch wird durch die Netzbenutzerin gemessen. Sie muss die Kalibrierung und Überwachung der Messeinrichtungen auf ihren Fahrzeugen, die AS 2000 1037

Art. 4a in Kraft seit1. Jan. 2002 (AS 2002 196).

korrekte Messwertaufzeichnung und -ablesung sowie die Aufteilung der Messwerte auf Hoch- und Niedertarifzeiten in nachweisbarer Form gewährleisten. Für Züge, die in gleicher Zusammensetzung zu gleichen Fahrzeiten wiederholt geführt werden, können Referenzmessungen im Normalbetrieb durchgeführt werden. Unterbleibt eine Messung, so legt die Infrastrukturbetreiberin die Verbrauchssätze je Zugskategorie bezogen auf die Btkm fest. Sie kann einen einheitlichen Satz je Zugskategorie und Netzbenutzerin festlegen, der die Verteilung auf die Hoch- und Niedertarifzeiten berücksichtigt.3

Art. 2 Knotenbahnhöfe

Als Knotenbahnhöfe gelten Bahnhöfe, die mindestens 15 Weichen in Zirkulationsgleisen und eine grosse Verkehrsintensität aufweisen sowie entweder über mindestens eine Abzweigung verfügen oder zwei der drei folgenden Funktionen aufweisen:

  1. Anschlussbahnhof für Eisenbahnen anderer Spurweite oder Betriebsart;

  2. Umladeterminal;

  3. Fernsteuerbahnhof oder autonomer Bahnhof.

Verfügt ein Bahnhof über mehr als eine Abzweigung und mehr als 40 Weichen in Zirkulationsgleisen, gilt er als grosser Knotenbahnhof.

Die Einteilung der Knotenbahnhöfe ist in Anhang 1 aufgeführt.

Art. 3 Zusatzleistungen

(Art. 22 Abs. 1 Bst. g und h NZV)

Die Rangierbahnhöfe (RB/SM), in welchen Rangierleistungen als Zusatzleistungen angeboten werden, sind in Anhang 2 aufgeführt.

Die Betriebszeit für die Zusatzleistung Rangieren in Rangierbahnhöfen ist 12.00 bis 04.00 Uhr. In den Grenzrangierbahnhöfen wird die Zusatzleistung Rangieren im 24-Stunden-Betrieb angeboten.

Als übliche Betriebszeit einer Strecke gilt die Zeitspanne zwischen dem ersten und dem letzten in der offiziellen Fahrplanpublikation verzeichneten Reisezug. Von Montag bis Freitag sind die für den Güterverkehr geeigneten Strecken in der Regel ab4.00 Uhr zu öffnen. Auf den Strecken nach Anhang 3 herrscht grundsätzlich ein 24-Stunden-Betrieb.

Art. 4 Publikation

Die nach Artikel 10 Absatz 1 Buchstabe d NZV vorgeschriebenen Publikationen:

  1. können am Sitz der Unternehmung eingesehen werden;

  2. liegen beim Bundesamt öffentlich auf; und

Art. 4a in Kraft seit1. Jan. 2002 (AS 2002 196).

c. sind den Interessenten auf Verlangen von der Unternehmung zuzustellen oder auf einer Internet-Homepage zur Verfügung zu stellen.

Die Homepage-Adressen sind dem Bundesamt mitzuteilen, welches sie als Links auf seiner Homepage aufführt.

Für die von den Infrastrukturbetreiberinnen festzulegenden Preise sind die Berechnungsgrundlagen bekanntzugeben.

Art. 4a4 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 9. Oktober 2001 Die Änderungen vom 9. Oktober 2001 gelten ab1. Januar 2002, für nach Artikel 6 der Abgeltungsverordnung vom 18. Dezember 19955 bestellte Leistungen des Personenverkehrs ab1. Januar 2003.

Art. 5 Inkrafttreten

Diese Ausführungsbestimmungen treten rückwirkend auf den1. Januar 1999 in Kraft.

Als grosse Knoten im Sinne von Artikel 2 Absatz 2 gelten: Normalspur: Romanshorn Basel PB Rorschach Basel RB Schaffhausen (PB/RB) Bellinzona Solothurn (N) Bern Spiez BLS Brugg AG Wil (N) Chiasso (PB/RB) Winterthur Genève Zürich Altstetten Lausanne Zürich Hauptbahnhof Lausanne-Triage Zürich Oerlikon Lenzburg Zürich RBL Luzern (N) Schmalspur: Neuchâtel Olten keine

Als Knoten im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 gelten: Normalspur: Pratteln Aarau (N) Rapperswil Arth-Goldau Renens Basel Birsfelden Hafen Rotkreuz Basel Kleinhüningen Hf Sargans Brig Sissach Buchs SG (PB/RB) St. Gallen Bülach St. Margrethen Burgdorf St-Maurice Chaux-de-Fonds, La (N) Thalwil Chur (N) Vevey (N) Delémont Visp (N) Dietikon (N) Wädenswil Effretikon Wallisellen Emmenbrücke Wattwil Frauenfeld (N) Weinfelden Fribourg Wetzikon Gossau SG (N) Wohlen (N) Hasle-Rüegsau Worblaufen (N-3S) Herisau (N) Yverdon (N) Interlaken Ost BOB (N) Ziegelbrücke Konolfingen Zofingen Kreuzlingen Zug Landquart (N) Zürich Giesshübel Langenthal (N) Zweisimmen (N) Langnau Schmalspur: Lugano (N) Lyss Chur (S) Martigny (N) Interlaken Ost (S) Morges (N) Luzern (S) Payerne Samedan (S) Pfäffikon SZ

Als Rangierbahnhöfe gelten: Basel RB Biel RB Buchs (SG) Chiasso SM Lausanne Triage RB Limmattal (einschliesslich Rangieranlage Zürich Mülligen) Olten RB (einschliesslich Rangieranlagen in Olten Hammer und Däniken) Rotkreuz

Ein 24-Stunden-Betrieb gilt für die Strecken: La Plaine (Grenze) – Lausanne Triage – Biel/Bienne – Olten – Othmarsingen – Heitersberg – RB Limmattal – Winterthur – Frauenfeld – Rorschach – Chur Lausanne Triage – Bern Vallorbe (Grenze) – Lausanne – Brig – Iselle (Grenze) Basel (Grenze) – Olten – Bern – Thun – Brig Basel (Grenze) – Bözberg – Othmarsingen – Rotkreuz – Giubiasco – Chiasso (Grenze) Giubiasco – Pino (Grenze)

Art. 4a in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2002 196).