Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé.

AC100003

AC100003

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AC100003/U/mum

Mitwirkende: die Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, Paul Baumgartner und Matthias Brunner sowie der juristische Sekretär Christof Tschurr

Zirkulationsbeschluss vom 31. März 2010

in Sachen

X.,

Gesuchsteller und Beschwerdeführer

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich, Rekursgegnerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Wiederaufnahme

Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der Revisionskammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3. Dezember 2009 (UW090005/U/bee)

Erwägungen

I.

1. Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich (I. Strafkammer) vom 28. Januar 2002 der vollendet versuchten vorsätz- lichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 aStGB sowie der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziffer 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 SSV schuldig gesprochen und mit 6 Jahren Zuchthaus bestraft (KG act. 4). Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. Kass.-Nr. AC080014 vom 23.9.2008 Erw. I.1).

2. Nachdem der Beschwerdeführer gegen das obergerichtliche Urteil vom 28. Januar 2002 erfolglos Rechtsmittel ergriffen hatte, stellte er im Jahre 2008 beim Obergericht ein Revisionsbegehren (Wiederaufnahmegesuch). Das Ober- gericht wies dieses Begehren mit Beschluss vom 24. Mai 2008 ab. Auf eine dagegen eingereichte kantonale Nichtigkeitsbeschwerde trat das Kassations- gericht mit Beschluss vom 23. September 2008 nicht ein (Kass.-Nr. AC080014, KG act. 2 S. 2).

3. Mit einer am 7. November 2009 im Kosovo zur Post gegebenen Eingabe stellte der Beschwerdeführer beim Obergericht des Kantons Zürich erneut ein Wiederaufnahmegesuch (OG act. 2). Mit Beschluss vom 3. Dezember 2009 wies die Revisionskammer des Obergerichts auch dieses Gesuch ab (KG act. 2).

4. Rechtzeitig meldete der Beschwerdeführer auch gegen diesen Beschluss eine kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an (OG act. 9 und 10). Mit Präsidial- verfügung vom 5. Januar 2010 setzte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine Frist von 30 Tagen zur Einreichung der Beschwerdebegründung beim Kassati- onsgericht an (OG act. 13). Am 14. Januar 2010 gab der Beschwerdeführer im Kosovo eine Eingabe in albanischer Sprache (vgl. OG act. 15) ans Kassations- gericht zur Post (KG act. 1a). Mit am 22. Januar 2010 (KG act. 7) zugestelltem Schreiben vom 19. Januar 2010 wurde er ersucht, diese Eingabe in deutscher

Sprache einzureichen (KG act. 6). Dies tat er innert angesetzter Frist mit Eingabe vom 24. Januar 2010 (KG act. 1b; Poststempel Kosovo 26. Januar 2010, Ankunft bei der schweizerischen Post gemäss post/trackandtrace am 1. Februar 2010). Offensichtlich versteht er diese Eingabe als Begründung der gegen den vor- instanzlichen Beschluss vom 3. Dezember 2009 angemeldeten Nichtigkeits- beschwerde.

5. Da sich sofort ergibt, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann (vgl. die nachfolgenden Erwägungen), kann in Anwendung von § 433 Abs. 1 Satz 1 StPO wiederum (vgl. Kass.-Nr. AC080014, Beschluss vom 23.9.2008 Erw. I.3.2) davon abgesehen werden, der Vorinstanz und der Beschwerde- gegnerin Gelegenheit zur Äusserung zur Beschwerde zu geben.

II.

1. Die Vorinstanz hatte dem Beschwerdeführer bereits im ersten Revisions- verfahren dargelegt, dass das Revisionsverfahren keine Fortsetzung des Ver- fahrens vor dem Sachrichter sei. Es sei Sache des Revisionsklägers, selber all- fällige neue, konkrete Tatsachen und/oder Beweismittel vorzubringen, welche seines Erachtens dem erkennenden Sachgericht nicht bekannt gewesen seien und welche allein oder in Verbindung mit früher erhobenen Tatsachen seine Frei- sprechung oder eine mildere Bestrafung rechtfertigen könnten, oder einen Revisi- onsgrund im Sinne von § 449 Ziff. 1 oder 2 StPO geltend zu machen. Das habe er in seiner (ersten) Gesuchsbegründung in keiner Weise getan. Das Kassations- gericht hatte den Beschwerdeführer im Beschluss vom 23. September 2008 darauf hingewiesen, dass ein Beschwerdeführer mit einer Nichtigkeitsbeschwerde im Sinne von Rügen darlegen muss, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid mit einem Nichtigkeitsgrund behaftet ist. Er hat sich dafür konkret mit dem angefoch- tenen Entscheid auseinanderzusetzen und den behaupteten Nichtigkeitsgrund in der Beschwerdeschrift selbst nachzuweisen. Der Beschwerdeführer habe in der Nichtigkeitsbeschwerde gegen den vorinstanzlichen Beschluss vom 24. Mai 2008 keinerlei argumentativen Bezug auf diesen Beschluss genommen und sich somit mit den darin enthaltenen Erwägungen, mit denen sein Revisionsgesuch ab- gewiesen worden sei, nicht auseinandergesetzt. Die Beschwerde genüge den gesetzlichen Anforderungen nicht. Deshalb sei auf sie nicht einzutreten (Kass.-Nr.

2. Im angefochtenen Beschluss erwog die Vorinstanz nach dem wieder- holten Hinweis auf das Wesen eines Revisionsverfahrens, der Beschwerdeführer nenne keine neue Tatsache. Indem er beantrage, es sei eine "Rekonstruktion durch medizinische Fachleute" vorzunehmen, bezeichne er auch kein neues Beweismittel. Sein Vorbringen sei nicht mehr als ein Antrag, mit dem er nur die blosse Hoffnung verbinde, seine Tatversion werde bestätigt werden. Damit sei keineswegs glaubhaft gemacht, das genannte Beweismittel könnte die Urteils- grundlage erschüttern. Abgesehen davon sei der Antrag auf Durchführung einer Tatrekonstruktion vor dem Sachrichter vorzubringen gewesen. Wie der Beschwer- deführer selber festhalte, habe er das auch getan, und zwar vor "mehreren Instanzen". Das urteilende Gericht habe sich denn auch mit dem Antrag aus- drücklich befasst, ihn aber abgelehnt. Darüber habe sich der Beschwerdeführer beim Kassationsgericht beschwert, welches die entsprechende Rüge als un- begründet abgewiesen habe. Die Frage, ob eine Tatrekonstruktion vorzunehmen sei, sei demnach endgültig beurteilt worden und könne nicht erneut aufgeworfen werden. Der besagte Rechtsmittelantrag sei nicht neu und könne keinen Revisionsgrund bilden. Das Wiederaufnahmegesuch sei folglich abzuweisen (KG act. 2 S. 3 f.).

3. In seiner Beschwerdebegründung setzt sich der Beschwerdeführer wiederum in keiner Weise mit dem vorinstanzlichen Beschluss bzw. mit der vor- instanzlichen Begründung für die Abweisung seines Revisionsbegehrens aus- einander. Er macht nicht geltend, dass der vorinstanzliche Entscheid mit einem Nichtigkeitsgrund behaftet sei, und schon gar nicht legt er dar, inwiefern das der Fall wäre. Auch auf seine neue Beschwerde kann deshalb nicht eingetreten werden. Im Wesentlichen stützt der Beschwerdeführer seine Nichtigkeits- beschwerde auf behauptete Mängel in der Strafuntersuchung (KG act. 1b S. 1 - 3), ohne darzutun, dass er diese bereits vor der Vorinstanz geltend gemacht hätte und obwohl ihm bereits mit dem Beschluss des Kassationsgerichts vom

23. September 2008 auch erklärt worden war, dass solche Noven im Kassations- verfahren nicht zulässig sind (Kass.-Nr. AC080014, Beschluss vom 23.9.2008 Erw. II.3.1).

III.

Auf die Beschwerde kann mangels Auseinandersetzung mit dem angefoch- tenen Entscheid und mangels Darlegung eines Nichtigkeitsgrundes nicht ein- getreten werden. Ausgangsgemäss wird der Beschwerdeführer im Kassations- verfahren kostenpflichtig (§ 396a StPO).

Dispositiv

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 500.--.

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden.

Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Beschlusses der Revisionskammer des Obergerichtes vom 3. Dezember 2009 mit Beschwer- de an das Bundesgericht neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG).

Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG.

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Revisionskammer des Ober- gerichts und an die I. Strafkammer des Obergerichts (ad Proz.-Nr. SE010026), je gegen Empfangsschein.

KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär:

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Code pénal suisse, Art. 111 — lu dans la version du 1 janvier 2010; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 décembre 2010, 1 janvier 2011, 1 juillet 2011, 1 octobre 2011, 1 janvier 2012, 1 juillet 2012, 16 juillet 2012, 1 octobre 2012, 1 janvier 2013, 19 mars 2013, 1 avril 2013, 1 mai 2013, 1 juillet 2013, 1 janvier 2014, 1 juillet 2014, 1 janvier 2015, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 octobre 2016, 1 janvier 2017, 11 juillet 2017, 1 septembre 2017, 12 décembre 2017, 1 janvier 2018, 1 mars 2018, 1 mars 2019, 1 juillet 2019, 1 novembre 2019, 1 février 2020, 3 mars 2020, 1 juillet 2020, 1 juillet 2021, 1 janvier 2022, 1 juin 2022, 22 novembre 2022, 1 janvier 2023, 23 janvier 2023, 1 juillet 2023, 1 août 2023, 1 septembre 2023, 6 décembre 2023, 1 janvier 2024, 1 juillet 2024, 1 janvier 2025, 1 août 2025, 1 janvier 2026 et 12 juin 2026.
  • Code de procédure pénale suisse, Art. 396a, Art. 433 et Art. 449 — lu dans la version du 1 janvier 2010; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2011, 1 juillet 2011, 1 juillet 2012, 1 octobre 2012, 1 février 2013, 12 mars 2013, 1 avril 2013, 1 mai 2013, 21 janvier 2014, 1 juillet 2014, 25 novembre 2014, 1 janvier 2015, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 octobre 2016, 1 janvier 2017, 1 septembre 2017, 1 janvier 2018, 1 mars 2018, 1 janvier 2019, 1 mars 2019, 1 février 2020, 1 mars 2021, 1 juillet 2021, 1 juillet 2022, 1 janvier 2023, 23 janvier 2023, 1 juillet 2023, 1 août 2023, 1 janvier 2024, 1 juillet 2024 et 1 avril 2025.
  • Loi sur le Tribunal fédéral, Art. 6, Art. 42, Art. 44, Art. 78, Art. 90 et Art. 100 — lu dans la version du 1 janvier 2009; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2011, 1 avril 2011, 5 décembre 2011, 1 janvier 2012, 1 avril 2012, 1 octobre 2012, 1 janvier 2013, 1 février 2013, 1 juillet 2013, 1 janvier 2014, 1 juillet 2014, 1 août 2014, 1 novembre 2015, 1 janvier 2016, 1 janvier 2017, 1 avril 2017, 1 juin 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2021, 1 janvier 2022, 1 juillet 2022, 1 janvier 2024, 1 février 2024, 1 juillet 2024, 1 janvier 2025, 1 avril 2026 et 13 mai 2026.
  • Loi fédérale sur la circulation routière, Art. 27 et Art. 90 — lu dans la version du 1 janvier 2010; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 juillet 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 mai 2012, 1 janvier 2013, 1 juillet 2013, 27 décembre 2013, 1 janvier 2014, 1 juin 2014, 11 juin 2014, 1 juillet 2014, 1 janvier 2015, 20 mai 2015, 1 juillet 2016, 1 août 2016, 1 octobre 2016, 1 septembre 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 1 juillet 2023, 1 septembre 2023, 1 octobre 2023, 1 janvier 2024, 1 mai 2024, 1 mars 2025, 1 avril 2025 et 1 juillet 2026.