05.458, 06.441
Verbesserung des Konsumentenschutzes. Fernabsatz und Gewährleistung / Mehr Konsumentenschutz und weniger Missbräuche beim Telefonverkauf
Verfahrensbeitrag
05.458
Antrag der Mehrheit
Festhalten
(= Der Initiative keine Folge geben)
Antrag der Minderheit
(Thanei, Bader Elvira, Chevrier, Daguet, Donzé, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Schmid-Federer, Sommaruga Carlo, Vischer, von Graffenried, Wyss Brigit)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
(= Der Initiative Folge geben)
Proposition de la majorité
Maintenir
(= Ne pas donner suite à l'initiative)
Proposition de la minorité
(Thanei, Bader Elvira, Chevrier, Daguet, Donzé, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Schmid-Federer, Sommaruga Carlo, Vischer, von Graffenried, Wyss Brigit)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
(= Donner suite à l'initiative)
06.441
Antrag der Mehrheit
Festhalten
(= Der Initiative keine Folge geben)
Antrag der Minderheit
(Sommaruga Carlo, Bader Elvira, Chevrier, Daguet, Donzé, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Schmid-Federer, Thanei, Vischer, von Graffenried, Wyss Brigit)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
(= Der Initiative Folge geben)
Proposition de la majorité
Maintenir
(= Ne pas donner suite à l'initiative)
Proposition de la minorité
(Sommaruga Carlo, Bader Elvira, Chevrier, Daguet, Donzé, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Schmid-Federer, Thanei, Vischer, von Graffenried, Wyss Brigit)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
(= Donner suite à l'initiative)
Aeschbacher Ruedi · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp
Sie erinnern sich: Die beiden parlamentarischen Initiativen, die wir jetzt gemeinsam behandeln, sind in den Jahren 2005 und 2006 im Ständerat eingereicht worden. Sie beschlagen den gleichen Teilbereich des Konsumentenschutzes, und sie zielen auch in die gleiche Richtung. Deshalb werden sie wie bisher auch heute gemeinsam behandelt.
Die parlamentarische Initiative Sommaruga Simonetta will das Obligationenrecht und das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb derart ergänzen, dass bei Fernabsatzverkäufen - dabei ist insbesondere an Online-Verkäufe und -Einkäufe zu denken, aber auch an Telefonverkäufe - verbesserte, konsumentenfreundlichere Bestimmungen über die Gewährleistung sowie ein Widerrufsrecht die Käufer besser schützen sollen. Die parlamentarische Initiative Bonhôte greift einen Teilbereich der parlamentarischen Initiative Sommaruga Simonetta heraus: Es geht dort ausschliesslich um Missbräuche im Bereich der Telefonverkäufe.
Die beiden Vorstösse haben die Kommissionen für Rechtsfragen beider Räte und auch die beiden Kammern unseres Parlamentes schon mehrfach und zur Genüge beschäftigt. Sie haben einen langen Hürdenlauf hinter sich: Die ständerätliche Kommission für Rechtsfragen behandelte beide Initiativen vor knapp drei Jahren und beschloss, ihnen Folge zu geben. Dem stimmte jedoch die Kommission für Rechtsfragen unseres Rates nicht zu. Darauf mussten die Initiativen vom Ständerat behandelt werden, und dieser gab am 2. Juni 2008 beiden Initiativen Folge. Demgegenüber lehnte es unser Rat am 10. Dezember 2008 ab, den Initiativen Folge zu geben, und zwar mit einer klaren Mehrheit von 90 zu 66 bzw. von 96 zu 69 Stimmen. Der Ständerat stellte sich indessen am 10. Juni 2009 hinter die beiden Initiativen und gab ihnen erneut Folge. Somit hat unser Rat zu entscheiden, ob er nun Folge geben will oder ob er bei seinem Nein bleibt.
Im Laufe des langwierigen Hin und Her zwischen den beiden Kommissionen für Rechtsfragen und zwischen den beiden Kammern unseres Parlamentes haben sich die Argumente der Befürwortenden und der Gegnerschaft nicht geändert, und sie sind auch nicht durch neue Aspekte oder Erkenntnisse angereichert worden. Kurz zusammengefasst: Die Minderheit Ihrer Kommission für Rechtsfragen argumentiert immer noch, die tiefgreifenden Veränderungen der Verkaufsformen - eben Telefonverkauf, Internetverkauf - würden eine Anpassung des Konsumentenschutzes an die neuen Gegebenheiten erfordern, weil die Konsumenten bei diesen neuen Verkaufsformen praktisch weniger geschützt seien als bei den bisherigen Verkaufsarten. Das Missbrauchspotenzial sei, so sagen sie, sowohl beim Telefon- als auch beim Internetkauf und -verkauf hoch. Demgegenüber sagt die Mehrheit Ihrer Kommission für Rechtsfragen, beiden Initiativen solle keine Folge gegeben werden. Sie sieht keinen Handlungsbedarf und will den Grundsatz der Vertragsfreiheit als Ausdruck der Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger nicht unnötig einschränken. Die Mehrheit verweist auch darauf, dass eine Gleichstellung der Fernabsatzgeschäfte mit den Haustürgeschäften falsch wäre, da bei den Fernabsatzgeschäften der Druck durch einen persönlich anwesenden Anbieter nicht gegeben ist. Zudem wäre ein Widerrufsrecht bei gewissen Verträgen im Internet weder praktikabel noch der Rechtssicherheit dienlich.
Die Minderheit verweist auch auf die Regelung in der EU. Die Schweiz hat sich aber nicht verpflichtet, in diesem Bereich EU-Recht zu übernehmen. Überdies sind die EU-Regeln kompliziert und eher kasuistisch, was nicht den Grundsätzen der schweizerischen Gesetzgebung entspricht. Die Kommissionsmehrheit argumentiert mit dem Hinweis auf die reiche Praxis der Gerichte hierzulande im Bereich der Missbrauchsbekämpfung.
Die Mehrheit der Kommission für Rechtsfragen beantragt Ihnen aus den genannten Gründen, den parlamentarischen Initiativen erneut keine Folge zu geben. Die beiden Initiativen fielen in der Kommission mit 14 zu 12 Stimmen durch.
Nidegger Yves · Mit-M · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Il s'agit ici d'un cas de divergence persistante entre les deux conseils à propos de la protection nécessaire aux consommateurs qui concluent des contrats à distance. Il y a d'un côté une initiative parlementaire Sommaruga Simonetta, qui souhaite muscler le Code des obligations, d'une part, et la loi contre la concurrence déloyale, d'autre part, en faveur des contractants qui achètent par téléphone ou par Internet. L'auteure de l'initiative estime que les contractants sont exposés à un danger, qu'ils ont besoin d'une protection supérieure à celle du contractant dans des circonstances traditionnelles.
De l'autre côté, il y a l'initiative parlementaire Bonhôte, qui reprend une partie de la problématique, celle qui concerne uniquement le démarchage téléphonique, en estimant que ledit démarchage doit être assimilé à la vente à domicile. On sait que lorsqu'un démarcheur intervient au domicile et qu'il met un pied dans la porte, il ne repart que lorsqu'on lui a acheté quelque chose. Eh bien, il y a dans ce cas un droit de révoquer le contrat ainsi conclu, qui n'existe pas dans le cas de la vente à domicile traditionnelle.
Le 2 juin 2008, le Conseil des Etats a décidé de donner suite aux deux initiatives parlementaires, alors que le Conseil national a décidé, le 10 décembre 2008, qu'il n'y avait pas lieu d'y donner suite. Le Conseil des Etats, le 10 juin 2009, a maintenu sa décision d'y donner suite et la Commission des affaires juridiques du Conseil national vient également de décider, le 26 juin 2009, de maintenir sa décision, c'est-à-dire de ne pas donner suite à ces deux initiatives.
Les arguments ont déjà été développés par le passé. Fondamentalement, la majorité de la commission met au centre de ses considérations la liberté contractuelle, qui est une particularité du droit suisse, qui est favorable à l'économie et qui a fait ses preuves au regard des législations beaucoup plus tatillonnes et moins libres chez nos voisins; la majorité de la commission estime qu'il ne faut pas infantiliser le consommateur en l'empêchant de conclure le contrat qu'il entend conclure, sous réserve évidemment de ce que la loi prohibe. La majorité de la commission estime, en d'autres termes, que le droit actuel est suffisant. La majorité considère également que le démarchage téléphonique ne peut pas être assimilé au démarchage à domicile, puisqu'il est très facile de boucler le téléphone au nez du démarcheur insistant et qu'on n'est pas dans le même genre de cas que lorsque la personne est physiquement devant le client.
La minorité de la commission considère, elle, qu'il faut y donner suite parce que le consommateur à distance serait moins bien protégé que le consommateur en situation traditionnelle, et aussi parce que le droit européen prévoit des conditions de protection supérieures au droit suisse et qu'il conviendrait, selon la minorité, de transposer le droit européen en cette matière.
Au final, c'est par 14 voix contre 12 que la commission vous invite à maintenir la position de notre conseil consistant à ne pas donner suite aux deux initiatives.
Thanei Anita · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Der Bundesrat beauftragte das EJPD Ende 2002 damit, zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten eine Botschaft für ein Bundesgesetz über den elektronischen Geschäftsverkehr auszuarbeiten, und zwar, weil er dringenden Handlungsbedarf ortete. Auch Ihre Geschäftsprüfungskommission hielt im Jahr 2004 fest, dass die heutige Gesetzgebung im elektronischen Geschäftsverkehr keinen ausreichenden Konsumentenschutz gewährleiste. Der Bundesrat machte dann im November 2005 leider eine Kehrtwende und beschloss, auf Massnahmen zu verzichten. Er war der Ansicht, dass diese Fragen punktuell geregelt werden sollten. Die Initiantin hat nun das berechtigte Anliegen glücklicherweise wieder aufgenommen. Im Zentrum stehen dabei die sogenannten Online-Einkäufe im Internet.
Was fordert die Initiative 05.458 konkret? Sie verlangt bessere Regeln bei der Gewährleistungspflicht, ein Widerrufsrecht sowie Informationspflichten. Konkret muss der Anbieter identifizierbar sein, es braucht Informationen über die wesentlichen Eigenschaften der Ware sowie über den Preis: Sehr oft ist unklar, ob zum Beispiel die Lieferkosten eingeschlossen sind oder nicht. Weiter ist vorgesehen, dass die Gewährleistungspflicht nicht wegbedingbar ist, und schliesslich soll es ein Widerrufsrecht geben, wie wir es heute bei den Haustürgeschäften kennen, damit die Überrumpelungsgefahr minimiert werden kann.
Eine grosse Minderheit - die grösstmögliche, sie zählt nämlich 12 Stimmen - beantragt Ihnen, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben. Das Widerrufsrecht ist EU-Standard. Es gibt keinen Grund, weshalb Konsumierende in der Schweiz schlechtergestellt werden sollten als Konsumierende in einem EU-Land. Dann ist zu berücksichtigen, dass beim Online-Kauf das Gegenüber entfällt und die Ware nicht geprüft werden kann, wie das bei einem normalen Kauf in einem Geschäft möglich ist. Deshalb braucht es Massnahmen, welche dieses Missverhältnis aufwiegen und helfen, Missbräuche zu verhindern.
Ich bitte Sie deshalb, dieser Initiative Folge zu geben.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Les pratiques commerciales évoluent en fonction des progrès technologiques et se transforment ainsi dans le cadre de la société. L'illustration de cette évolution, c'est le démarchage téléphonique qui a connu ces dernières années un essor sans précédent jusqu'à devenir quasiment systématique. Chaque semaine, de nombreuses personnes en Suisse, mais vous aussi comme parlementaires dans vos bureaux, à la maison, vous recevez des appels de sociétés qui cherchent à conclure un contrat de vente, que ce soit pour du vin, des ouvrages ou pour tel autre objet de consommation courante.
Si le droit de révocation existe dans le Code des obligations, c'est pour les contrats conclus à l'occasion de démarchages à domicile - c'est-à-dire ce qu'on appelle le porte-à-porte -, sur le lieu de travail, dans les transports publics, sur la voie publique ou lors d'excursions publicitaires. Or, vous le savez, et vous vous en rendez compte vous-mêmes, aujourd'hui il n'y a pratiquement plus de démarchage sous forme de porte-à-porte, il y a relativement peu de démarchage sur le lieu de travail, il y a encore un peu de démarchage sur la voie publique. Le démarchage qui a lieu par voie électronique, voire par voie téléphonique, est nettement plus important en quantité.
L'initiative parlementaire 06.441 de l'ancien conseiller aux Etats Pierre Bonhôte vise donc à assimiler le démarchage téléphonique, qui est extrêmement présent actuellement dans notre société, au démarchage à domicile pour ce qui est du droit de révocation. Il s'agit par ce biais de lutter contre les abus, ce qui touche les personnes qui ont de la difficulté à pouvoir apprécier les conséquences de l'engagement pris par voie téléphonique.
La minorité de la commission vous demande de donner suite à cette initiative. Elle est en effet d'avis qu'il est nécessaire d'adapter la législation concernant la protection du consommateur aux changements en profondeur qui touchent les pratiques commerciales, d'autant plus que, comme le notait déjà en 2007 la Commission fédérale de la consommation dans une recommandation au Conseil fédéral, on constate un nombre croissant de pratiques abusives dans le démarchage téléphonique, de même qu'une grande vulnérabilité des personnes âgées face à cette pratique. Or, malgré cette situation, actuellement, aucun projet n'est en cours au sein de l'administration.
La minorité de la commission estime de surcroît que les dangers du démarchage téléphonique, notamment l'effet de surprise et la pression du vendeur sur le consommateur, rejoignent ceux du démarchage à domicile tel qu'il était pratiqué essentiellement par le passé. Elle souligne également que les consommateurs qui utilisent les nouveaux instruments de transactions commerciales sont dans les faits moins bien protégés que s'ils avaient conclu un contrat d'achat avec démarchage traditionnel.
Finalement, la minorité rappelle que cette préoccupation a été faite sienne par le Conseil des Etats à deux reprises, ce qui n'est pas rien. En effet, par deux fois le Conseil des Etats a décidé de donner suite à l'initiative parlementaire Bonhôte. Il a donc considéré de manière très nette et claire qu'il était nécessaire d'intervenir et qu'il y avait une nécessité d'agir. Il appartient à notre Conseil de montrer qu'il partage également cette préoccupation sociale et qu'elle peut entrer dans le cadre de la révision des dispositions sur les contrats conclus à distance.
Je vous prie donc de soutenir la proposition de la minorité et de donner suite à l'initiative parlementaire Bonhôte. La minorité est relativement importante, puisqu'en commission 12 voix l'ont soutenue contre 14 voix pour la majorité.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Nationalrat · Tessin · Fraktion CVP/EVP/glp
Vous avez reçu un rapport de la Commission des affaires juridiques daté du 26 juin 2009.
Abstimmung
05.458
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 74 Stimmen
Dagegen ... 79 Stimmen
Abstimmung
06.441
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 77 Stimmen
Dagegen ... 77 Stimmen
Mit Stichentscheid der Präsidentin
wird der Initiative Folge gegeben
Avec la voix prépondérante de la présidente
il est donné suite à l'initiative