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Rote Liste der Moose - Gefährdeten Arten der Schweiz. Ausgabe 2023

BAFU 76jDFdwNtsSZ · Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Du 28 août 2023

https://lexipedia.io/fr/docs/ch/bafu-ofev-ufam/76jdfdwntssz/de/rote-liste-der-moose-gefahrdeten-arten-der-schweiz-ausgabe-2023

Consulté le 1 sept. 2026

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Rote Liste der Moose - Gefährdeten Arten der Schweiz. Ausgabe 2023

2023 | Umwelt-Vollzug Biodiversität / Rote Listen

Rote Liste der Moose Gefährdete Arten der Schweiz

2023 | Umwelt-Vollzug Biodiversität / Rote Listen

Rote Liste der Moose Gefährdete Arten der Schweiz

Herausgegeben vom Bundesamt für Umwelt BAFU und Swissbryophytes, Daten- und Informationszentrum Moose Schweiz Bern, 2023

Impressum Rechtliche Bedeutung Herausgeber Diese Publikation ist eine Vollzugshilfe des BAFU als Bundesamt für Umwelt (BAFU) Aufsichtsbehörde und richtet sich primär an die Das BAFU ist ein Amt des Eidg. Departements für Umwelt, Vollzugsbehörden. Sie konkretisiert die Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK); bundesumweltrechtlichen Vorgaben (bzgl. unbestimmten Swissbryophytes, Institut für Systematische und Rechtsbegriffen und Umfang/ Ausübung des Ermessens) Evolutionäre Botanik, Universität Zürich UZH. und soll eine einheitliche Vollzugspraxis fördern. Swissbryophytes ist das nationale Daten- und Berücksichtigen die Vollzugsbehörden diese Vollzugshilfe, Informationszentrum für die Moose der Schweiz. so können sie davon ausgehen, dass sie das Bundesrecht rechtskonform vollziehen; andere Lösungen sind aber auch Autorinnen und Autoren zulässig, sofern sie rechtskonform sind. Thomas Kiebacher (Hauptautor, Swissbryophytes, Universität Zürich UZH), Markus Meier (Hauptautor, Rote Liste des BAFU im Sinne von Artikel 14, Absatz 3 Swissbryophytes), Julie Steffen (Swissbryophytes), Ariel der Verordnung vom 16. Januar 1991 über den Natur- Bergamini (Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) Landschaft WSL, Birmensdorf), Norbert Schnyder www.admin.ch/ch/d/sr/45.html (Swissbryophytes) und Heike Hofmann (Swissbryophytes)

Begleitung BAFU Danielle Hofmann, Reinhard Schnidrig (BAFU, Abteilung Biodiversität und Landschaft) Francis Cordillot (BAFU, ab 2019 ecolingua)

Gestaltung Funke Lettershop AG

Titelbild Rudolphis Trompetenmoos (Tayloria rudolphiana, EN) ist auf den Erhalt einer alten Kulturlandschaft, den Bergahornweiden der Nordalpen, angewiesen. © Heike Hofmann

PDF-Download www.bafu.admin.ch/uv-2309-d Eine gedruckte Fassung kann nicht bestellt werden.

Diese Publikation ist auch in französischer und italienischer Sprache verfügbar. Die Originalsprache ist Deutsch.

© BAFU / Swissbryophytes 2023

1 Einleitung

1.1 Grundlage und Verwendungszweck

Rote Listen beurteilen die Aussterbewahrscheinlichkeit von Organismen und Lebensräumen und stellen damit ein Warnsystem bei der Erhaltung der Biodiversität dar. Seit dem Jahr 2000 werden die Arten in der Schweiz nach den Kriterien der International Union for Conservation of Nature (IUCN 2012; 2017) bewertet. Sie dienen insbesondere als Grundlage für: 1. die Bezeichnung von schützenswerten Lebensräumen von gefährdeten Arten und damit als wichtiges Argument in der Interessenabwägung bei Planungs- und Bauvorhaben nach Artikel 18 Absatz 1ter des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) und Artikel 14 der entsprechenden Verordnung (NHV; SR 451.1); 2. die Prioritätensetzung der fokussierten Massnahmen zur Artenförderung aufgrund des Gefährdungsgrades in Kombination mit der internationalen Verantwortung (National Prioritäre Arten; BAFU 2019); 3. die Information der Öffentlichkeit über den Zustand der Biodiversität.

Zehn Arten und alle Torfmoose gelten nach Art. 20 Abs. 1 (NHG; SR 451) in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 und Anhang 2 (NHV; SR 451.1) als geschützt.

Auf internationaler Ebene sind nationale Rote Listen ein wichtiges Hilfsmittel für die Beurteilung der internationalen Gefährdung der Arten und für die Erstellung von länderübergreifenden Roten Listen (z. B. Hodgetts et al. 2019).

1.2 Betrachtete Artengruppe

Moose begannen bereits vor über 450 Mio. Jahren das Festland zu besiedeln. Die heute existierenden Arten umfassen sowohl sehr alte Gruppen als auch junge Entwicklungslinien, die hohe Diversifikationsraten aufweisen (Laenen et al. 2014). Weltweit sind um die 20 000 Arten bekannt. In Europa kommen 1937 Arten und Unterarten vor (Hodgetts et al. 2020) und in der Schweiz sind es 1153. Damit umfasst die Moosflora der Schweiz 60 % der europäischen Arten und Unterarten obwohl die Landesfläche nur 0.4 % der Fläche Europas einnimmt. Dieser aussergewöhnliche Artenreichtum erklärt sich durch die Vielfalt an Lebensräumen und Umweltbedingungen (Klima, Geologie, Meereshöhe) sowie der Lage der Schweiz an der Grenze von Mittel- und Südeuropa.

Die vorliegende Rote Liste ist die dritte Auflage der Roten Liste der Moose der Schweiz (Anhang A1) und umfasst alle 1153 Arten und Unterarten die aus der Schweiz bekannt sind. Bei Angaben von Artenzahlen und für die Berechnung von Prozentwerten wurde jeweils nur die tiefste Rangstufe gezählt. Wenn sich also z. B. eine Art aus zwei Unterarten zusammensetzt, wurden nur die beiden Unterarten gezählt und nicht zusätzlich noch die Art. Dies betrifft 71 Arten, von welchen Unterarten unterschieden werden. Um den rangneutralen, aber in der Umgangssprache wenig gebräuchlichen Begriff Taxa zu vermeiden, verwenden wir im Folgenden den Begriff «Arten» für beide Rangstufen (Anhang A2).

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2 Zustand der Moose in der

Schweiz

2.1 Gefährdung der Arten

Von den 1153 berücksichtigten Moosarten konnten für fünf die Beurteilungskriterien nicht angewendet werden, weil es sich um Neophyten handelt (Kategorie NA) und für 36 Arten war die Bewertung der Gefährdung wegen mangelnder Datengrundlage (Kategorie DD) nicht möglich (Tabelle 1). Für die verbleibenden 1112 Arten wurde der Gefährdungsstatus bewertet (Abb. 1). Davon wurden 390 (35 %) als Rote Liste-Arten eingestuft (Kategorien RE, CR, CR [PE], EN, VU) und 159 (14 %) als potentiell gefährdet (NT). Gut die Hälfte der bewerteten Moosarten gilt als ungefährdet (563 Arten, 51 %, LC). Von den Rote-Liste-Arten gelten drei als in der Schweiz ausgestorben (RE) und 387 als gefährdet. Von den gefährdeten Arten gelten 24 als vermutlich ausgestorben (CR [PE]), weil sie in der Schweiz seit über 60 Jahren nicht mehr nachgewiesen wurden. Vom Aussterben bedroht (CR) sind 97 Arten,

102 Arten sind stark gefährdet (EN) und 164 wurden als verletzlich (VU) beurteilt. Der Zusatz PE (possibly extinct =

möglicherweise ausgestorben) wurde in der Roten Liste 2004 noch nicht verwendet, er wurde erst 2008 in die IUCN- Kriterien aufgenommen (IUCN 2008). Der Zusatz bezeichnet Arten, die in der Schweiz verschollen sind, aber möglicherwiese noch vorkommen. CR (PE) ist keine eigene Kategorie, sondern ist Teil der Kategorie CR – vom Aussterben bedroht. Der Rote Liste-Index beträgt 0,768 (Kapitel 4.2).

Tab. 1: Anzahl und Anteile der Moosarten pro Kategorie

Kategorie Anzahl Arten Anteil an Roter Liste Anteil an bewerteten Arten RE In der Schweiz ausgestorben 3 0,8 % 0,3 % CR (PE) Möglicherweise ausgestorben 24 6,2 % 2,2 % CR Vom Aussterben bedroht 97 24,9 % 8,7 % EN Stark gefährdet 102 26,2 % 9,2 % VU Verletzlich 164 42,1 % 14,7 % Total Arten der Roten Liste 390 100 % 35,1 % NT Potenziell gefährdet 159 14,3 % LC Nicht gefährdet 563 50,6 % Total bewertete Arten 1112 100 % DD Ungenügende Datengrundlage 36 Total beurteilte Arten 1148 NA Regional nicht anwendbar 5 NE Regional nicht beurteilt 0 Total bekannte Arten 1153

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Abb. 1: Anteil an bewerteten Moosarten pro Gefährdungskategorie

2.1.1 Gefährdungsursachen

Für die 390 Rote-Liste-Arten wurde jeweils die wichtigste Gefährdungsursache gemäss den standardisierten Kategorien der IUCN ermittelt (IUCN 2012a). Arten die vor allem durch geringe Populationsgrössen gefährdet sind, wurden der Kategorie 12 (Andere Optionen) zugeordnet (Tabelle 2).

Die häufigsten Gefährdungsursachen sind der Klimawandel (114 Arten), Bewirtschaftungsänderungen in der Landwirtschaft (88 Arten), geringe Populationsgrössen (51 Arten), Siedlungsentwicklung (44 Arten) und Eingriffe in den Wasserhaushalt zur Energiegewinnung (37 Arten). Im Folgenden gehen wir auf die 3 häufigsten Gefährdungsursachen genauer ein.

Tab. 2: Hauptgefährdungsursachen gemäss IUCN (IUCN 2012a) für die Rote-Liste-Arten der Schweiz

Gefährdungsursache Anzahl Arten

01 Siedlungsentwicklung (Wohnraum, Gewerbe, Freizeitanlagen) 44

02 Landwirtschaft (Intensivierung, Bewirtschaftungsaufgabe und Verbrachung) 88

03 Energiegewinnung (v. a. Wasserkraft) 37

04 Transport (Bau und Betrieb von Verkehrs-, Energie- und Informationswegen) 2

05 Waldwirtschaft 25

06 Menschliche Eingriffe und Störungen (z. B. durch Freizeitaktivitäten wie Mountainbiken, Bergsteigen, Klettern, Skifahren, u. a.) 4

07 Veränderungen der Ökosysteme (z. B. Eingriffe in den Wasserhaushalt ohne Energiegewinnung) 15

08 Invasive Arten 1

09 Verschmutzung (v. a. Nährstoffeintrag) 6

10 Geologische Ereignisse (z. B. Erdrutsche) 3

11 Klimawandel (Trockenphasen, höhere Temperaturen, geringere Schneebedeckung) 114

12 Andere Optionen (geringe Populationsgrössen) 51

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Gefährdungsursache Klimawandel

Das Ausmass der durch den Klimawandel verursachten Veränderungen, sowie Prognosen für die weitere Entwicklung wurden weitgehend erst in den letzten zwei Jahrzehnten belegt und quantifiziert. Um die Gefährdung der Arten durch klimatische Veränderungen abzuschätzen, stützen wir uns auf die Prognosen des Nationalen Klima-Berichts CH2018 (2018). In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Temperatur um durchschnittlich 0,5 °C pro Dekade angestiegen (Begert & Frei 2018, MeteoSwiss 2019). Es wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt, was einer Höhenverschiebung der Isothermen um über 400 m in 50 Jahren entsprechen würde. Weiter ist mit längeren Trockenphasen und kürzerer Schneebedeckung zu rechnen.

Durch den Klimawandel werden die Lebensräume der Moose verändert. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass sich die Verbreitung und die Populationsgrössen vieler Arten verändern werden. Prognosen für einzelne Arten sind aber unsicher, weil neben dem Klimawandel viele weitere Faktoren mitwirken. Entscheidend ist, in welchem Mass die Arten unter veränderten Bedingungen überdauern können und das Potenzial aufweisen, neue Flächen besiedeln zu können. Dafür spielen die Lebensraumspezialisierung und Ausbreitungsmöglichkeiten der Arten, Artinteraktionen (zwischen Moosen selbst und zwischen Moosen und anderen Organismengruppen) und die Verbreitung und Verfügbarkeit besiedelbarer Lebensräume eine Rolle. Ausserdem sind Wechselwirkungen zwischen den sich ändernden Klimabedingungen (insbesondere Temperatur und Niederschlag) und anderen Faktoren wie veränderten Nährstoffverhältnissen und deren räumliche Verteilung (Roth et al. 2013) von Bedeutung.

Feuchtigkeit Moose sind wechselfeuchte Organismen und viele Arten können auch lange Trockenphasen gut überstehen. Gerade bei den selteneren Arten gibt es aber viele, die auf konstant hohe Umgebungsfeuchtigkeit angewiesen sind. Diese Arten sind deshalb durch längere Trockenphasen gefährdet. Das betrifft auch Arten der Fliessgewässer und ihrer Ufer sowie Moorarten (Kapitel 2.2.1, 2.2.3).

Erwärmung in den Hochlagen Arten der Hochlagen sind durch den Klimawandel stark gefährdet. Durch die Erwärmung muss mit einer Verschiebung der Areale nach oben gerechnet werden. Dabei ist zu beachten, dass es beim Höhersteigen aus topographischen Gründen oberhalb von 2500 m zu einer starken Verkleinerung des besiedelbaren Lebensraums kommt (Anhang A3-2). Das Höherwandern von Moosen in der Schweiz wurde bereits konkret beobachtet und es ist zu erwarten, dass kälteliebende Arten vom Klimawandel am stärksten betroffen sind (Bergamini et al. 2009, Rumpf et al. 2018). Eine hohe Gefährdung besteht ausserdem für Arten, deren Lebensräume in höheren Lagen fehlen oder nicht in gleicher Ausprägung nach oben «wandern» können (z. B. Arten der Moore und Fliessgewässer; Köckinger & Schröck, 2017). So ist auch für Besiedler dicker Humusdecken eine Verschlechterung zu erwarten. Humusdecken sind in der nivalen Stufe kaum vorhanden und werden nur sehr langsam aufgebaut (Kapitel 2.2.6). Wichtig ist auch die unterschiedliche Höhenverteilung der verschiedenen Gesteinstypen. So erreichen die kalkreichen Gebirgsstöcke im Jura und in den Nordalpen weniger grosse Höhen als die vorwiegend aus Silikatgesteinen aufgebauten Zentralalpen. Insbesondere im Jura sind die Ausweichmöglichkeiten nach oben sehr begrenzt.

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Schneebedeckung Für das Vorkommen vieler Moosarten ist die Länge der Schneebedeckung ein wichtiger Faktor. Für Arten, die auf lange Schneebedeckung angewiesen sind, ist durch die kürzere Schneebedeckung mit Rückgängen zu rechnen.

Unklar ist bislang, ob es negative Auswirkungen des Klimawandels auf kontinentale Arten gibt. Die beobachtete Zunahme einiger ozeanischer Arten in der Schweiz (Kapitel 4.2.3) liesse eine Abnahme der kontinentalen Arten vermuten. Auf die kontinentalen Arten sollte in den folgenden Jahren deshalb vermehrt geachtet werden. Eine verbesserte Datenlage und entsprechende Auswertungen sind wünschenswert.

Ein Teil der Moosarten wird vom Klimawandel aber auch profitieren. So werden vermutlich thermophile Arten und solche von Trockenstandorten positiv beeinflusst. Sofern ihre Lebensräume nicht anderweitig beeinträchtigt werden, ist für diese Arten mit Lebensraumvergrösserungen und zunehmenden Populationsgrössen zu rechnen.

Gefährdungsursache Landwirtschaft

Bei den Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Moose kommen verschiedene Prozesse zum Tragen. Sowohl Intensivierung als auch Bewirtschaftungsaufgabe können sich negativ auf Moosarten auswirken. In Trockenwiesen führen Bewässerung oder Nährstoffeintrag in der Regel zu einer Zunahme der Gefässpflanzendeckung. Dadurch können Moosarten, die in Lücken wachsen, verdrängt werden. Andererseits kann auch die Einstellung der Beweidung oder Mahd zu einer Verdichtung der Pflanzendecke, zu einer Zunahme der Streudecke und zu Verbuschung führen und in der Folge zur Abnahme von Moosarten, die auf offene, lichtreiche Stellen angewiesen sind (Kapitel 2.2.4, 2.2.5).

Auf Äckern stellen veränderte Bewirtschaftungspraktiken eine zunehmende Gefährdung dar. Werden zum Beispiel Getreideäcker gleich nach der Ernte umgebrochen, kommen Arten in Bedrängnis, die auf Stoppelfelder angewiesen sind, um ihren Entwicklungszyklus abzuschliessen (Kapitel 2.2.10). Diese Arten sind entweder Kulturfolger oder ihr ursprünglicher Lebensraum (z. B. offener Boden in Auen oder an Seeufern mit natürlicher Wasserstandsdynamik), ist heute selten geworden.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Verlust von Kleinstrukturen. Oft werden zur Vereinfachung der Bewirtschaftung, Mulden ausgeglichen, Steine entfernt oder zertrümmert (z. B. mittels Steinfräsen) oder Absätze begradigt. Genau diese Stellen bieten aber Lebensbedingungen, die sich von der Umgebung unterscheiden. Hier wachsen nicht selten besondere Moosarten, für deren Überleben diese kleinflächigen Strukturen wichtig sind.

Gefährdungsursache Geringe Populationsgrössen

Bei Arten, bei denen keine konkreten Gefährdungen (zum Beispiel Lebensraumverlust) bekannt sind, die aber nur durch wenige Individuen vertreten sind, können unvorhergesehene Ereignisse und auch rein zufällige Schwankungen der Populationsgrösse leichter zu einem Zusammenbruch der Gesamtpopulation führen als bei individuenreichen Population. Es besteht also rein durch die Seltenheit ein Aussterberisiko. Ausserdem neigen kleine Populationen zur genetischen Verarmung und sind dadurch weniger anpassungsfähig. In dieser Gefährdungskategorie befinden sich Arten, die sehr wenige Vorkommen in der Schweiz aufweisen und deshalb gefährdet sind. Lebensräume, in denen Arten vorwiegend durch geringe Populationsgrössen gefährdet sind, sind zum Beispiel Felsstandorte (Kapitel 2.2.7, 2.2.8).

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2.2 Gefährdung nach Lebensraum

Für die Beurteilung der Gefährdung nach Lebensräumen wurden basierend auf Delarze et al. (2015) elf Lebensraumgruppen unterschieden (Tabelle 3). Dabei wurden Lebensräume zusammengefasst, die für Moose ähnliche ökologische Bedingungen aufweisen. Jede der 1148 beurteilten Arten wurde der Lebensraumgruppe in der sie überwiegend vorkommt zugeordnet.

Tab. 3: Die elf Lebensraumgruppen für Moose Bezeichnung und Beschreibung der elf Lebensraumgruppen sowie zugehörige TypoCH-Lebensräume (nach Delarze et al. 2015).

Lebensraumgruppe Beschreibung TypoCH 1 Fliessgewässer Quellen und Fliessgewässer und ihre Ufer, Bruch- und Weichholz- 1.2; 1.3; 2.1; 2.5; 3.2; 5.3.6; Auenwälder, Alluvionen, Moränen, Kies- und Sandgruben 5.3.8; 6.1.1; 6.1.2; 6.1.3

2 Stehende Gewässer Permanente und temporäre stehende Gewässer und ihre Ufer 1.1; 2.1; 2.5

3 Moore Hochmoore, Flachmoore und Nasswiesen 2.2; 2.3; 2.4; 5.3.7

4 Trockenstandorte Trockenwiesen und -weiden und trockenwarme Böschungen 4.1; 4.2; 4.6; 5.1.1

5 Wiesen und Weiden Mesophile und fette Wiesen und Weiden, Hochstaudenfluren und 4.0; 4.5; 5.1.2; 5.1.3; 5.1.4; 5.1.5; Krautsäume unterhalb der Waldgrenze 5.2.3; 5.2.4

6 Gebirgsrasen Gebirgsrasen, alpine Windheiden und Schneeböden oberhalb der 4.3; 4.4; 5.4.6

Waldgrenze

7 Felsstandorte der Tieflagen Fels und Geröll unterhalb der Waldgrenze 3.3; 3.4; 3.5

8 Felsstandorte der Hochlagen Fels und Geröll oberhalb der Waldgrenze 3.1.2, 3.3; 3.4; 3.5

9 Wälder und Gebüsche Wälder, Gebüsche und Einzelbäume (Arten am Boden, auf Totholz 5.2.1; 5.2.2; 5.3.1; 5.3.2; 5.3.3; und Epiphyten; Arten an Felsen in Gehölzen sind der 5.3.4; 5.3.5; 5.3.9; 5.4.1; 5.4.2; Lebensraumgruppe 7 zugeordnet) 5.4.3; 5.4.4; 5.4.5; 6.0; 6.1.4; 6.2; 6.3; 6.4; 6.5; 6.6; 8.1

10 Äcker und Rebberge Äcker, Rebberge und (sub-)ruderale Habitate (z. B. mesophile 7.1; 8.1; 8.2

Böschungen)

11 Anthropogene Steinfluren Anthropogene Steinfluren, Mauern, Gebäude und Pflasterfugen 7.2

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Die Lebensraumgruppen mit dem höchsten Anteil an Rote-Liste-Arten sind stehende Gewässer –insbesondere wechselfeuchte Pionierfluren an den Ufern (95 % Rote-Liste-Arten; Abbildung 2) –, Trockenstandorte (73 %), Fliessgewässer (48 %) und Moore (44 %).

Die Gründe für die Gefährdung der Arten sind vielfältig und teilweise lebensraumspezifisch. In den folgenden Unterkapiteln werden die elf Lebensraumgruppen im Detail behandelt. Es werden die möglichen Ursachen für die Gefährdung der Moosarten beschrieben. Die im Folgenden genannten Artenzahlen und Prozentwerte beziehen sich dabei auf die 1148 beurteilten Arten.

Abb. 2: Anzahl der beurteilten Arten und ihre Gefährdung in verschiedenen Lebensraumgruppen

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2.2.1 Fliessgewässer

Diese Lebensraumgruppe umfasst Quellen und Fliessgewässer und ihre Ufer, Bruch- und Weichholz- Auenwälder, Alluvionen und Moränen. Ausserdem sind Kies- und Sandgruben eingeschlossen, da sie ähnliche Lebensbedingungen bieten. Für Moose sind dies wichtige Lebensräume, in denen 129 Arten ihren Schwerpunkt haben. Nahezu die Hälfte der Moosarten in dieser Lebensraumgruppe sind Rote-Liste-Arten (48 %, 62 Arten).

Wichtige Gefährdungsursachen sind die fehlende Dynamik vieler Gewässer, z. B. aufgrund der grossen Flusskraftwerke, und geringe Restwassermengen durch Wasserabzug. Durch die hohe Zahl an Kleinwasserkraftwerken sind auch an vielen kleinen Bächen die natürlichen Abflussregimes gestört. Lange Trockenphasen bedingt durch den Klimawandel könnten sich in Zukunft als nachteilig für die Moose in und an Fliessgewässern erweisen. Bislang wenig Beachtung fand die durch geringe Restwassermengen verursachte Verringerung des Sprühnebels und der Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Fliessgewässer. Davon ist eine Reihe sehr spezieller Arten betroffen. In den Hochlagen sind einige Moosarten auf Quellstandorte mit langer Schneebedeckung spezialisiert. Diese Arten sind durch rückläufige Schneebedeckung und begrenzte Ausweichmöglichkeiten in höhere Lagen speziell durch den Klimawandel gefährdet.

In den letzten Jahrzehnten wurde vor allem in tieferen Lagen in die Fliessgewässer investiert. Auen wurden teilweise mit grossem Aufwand renaturiert und viele Bäche wieder offengelegt. In verschiedenen Gebieten wird der Pioniercharakter der renaturierten Bereiche durch Pflegeeinsätze erhalten. So wurde das Bunte Birnmoos (Bryum versicolor), das nur noch von wenigen Flussläufen bekannt war, in den letzten Jahren an mehreren renaturierten Stellen neu gefunden (Abb. 3). Andererseits haben sich alte Uferverbauungen aber auch zu wertvollen Ersatzstandorten für gefährdete Moosarten entwickelt.

Abbildung zu 2.2.1 Fliessgewässer auf der nächsten Seite

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Abb. 3: Vorkommen des Bunten Birnmooses (Bryum versicolor, VU) in einer Alluvion an der Rhone bei Salgesch Die natürliche Dynamik der Rhone wird in diesem Auengebiet von nationaler Bedeutung durch gezielte Massnahmen gefördert. Hiervon profitiert auch das Bunte Birnmoos, das Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch von sehr wenigen Orten in der Schweiz bekannt war. Die Bestände dieser Art konnten sich erholen (Fotos: H. Hofmann).

2.2.2 Stehende Gewässer

Neben Seen und Weihern gehören zu den stehenden Gewässern auch Röhrichte und kleine, temporäre Gewässer, die im Sommer austrocknen. Für insgesamt 22 Moosarten ist dieser Lebensraumtyp der Hauptlebensraum, wobei die meisten Arten periodisch trockenfallende Uferbereiche und wechselfeuchte Pionierfluren (Nanocyperion) im Ackerland besiedeln. Fast alle Moosarten in diesem Lebensraum sind Rote-Liste-Arten (95 %,

21 Arten) und zwei davon gelten als regional ausgestorben. So wurde der einzige Fundort des Kreisblättrigen

Birnmooses (Bryum cyclophyllum) durch einen Stausee zerstört und die Vorkommen des Morgenstern- Lebermoos (Riella notarisii) am Genfersee wurden vermutlich durch eine Kombination aus intensiver Nutzung und Verbauung des Ufers und der Pegelregulierung ausgelöscht. Da die Ufer der meisten grösseren Seen durch die starken Pegelregulierungen den Arten dieser Lebensraumgruppe kaum mehr geeignete Standorte bieten, sind heute vor allem kleinere Seen mit stärkeren Pegelschwankungen und temporäre Gewässer für diese Arten umso wichtiger. Auch vernässte Stellen im Ackerland mit ihren typischen Pionierfluren sind wegen grossflächiger Drainagen kaum mehr zu beobachten. Typische Moose in diesen Lebensräumen sind meist kurzlebige Arten,

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die auf offene und feuchte Böden angewiesen sind und ihren Lebenszyklus innerhalb weniger Monate abschliessen können. Die ungünstigen Jahreszeiten (wenn die Standorte überflutet oder gänzlich ausgetrocknet sind) überdauern sie in Form von Sporen oder vegetativen Verbreitungseinheiten im Boden. Nicht selten finden sich diese Arten heute auch an den Ufern künstlicher Weiher, die für Amphibien angelegt werden (Abb. 4). Einen optimalen Lebensraum für gefährdete Moose bilden künstliche Weiher aber nur, wenn sie aus natürlichen Materialien angelegt werden. Feuchte Pionierflächen an Ufern verändern sich ständig und ein Zuwachsen der offenen Bodenflächen kann bei fehlender Störung innert weniger Jahre erfolgen. Hierdurch wird der Lebensraum für die kurzlebigen Moosarten ungeeignet.

Auch in hohen Lagen, über 2000 m ü. M., gibt es Tümpel, die sich bei der Schneeschmelze mit Wasser füllen und im Sommer ganz oder teilweise austrocknen. Auf diese besonderen Standortbedingungen ist das in den Alpen endemische und global gefährdete Breidlers Sternlebermoos (Riccia breidleri) angewiesen. Es ist bedroht durch bauliche Eingriffe, z. B. für Beschneiungsanlagen, und Veränderungen im Wasserregime.

Abb. 4: Gefährdete Arten der stehenden Gewässer profitieren von Pflegemassnahmen Das Weitmündige Blasenmützenmoos (Physcomitrium eurystomum, EN) ist nur von wenigen Stellen in der Schweiz bekannt. Hier wächst es in der Reussebene auf den feuchten, offenen Bodenflächen am Ufer eines für Amphibien angelegten Weihers. Die offenen Flächen werden durch periodische Pflegemassnahmen erhalten (Fotos: H. Hofmann).

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2.2.3 Moore

Die Lebensraumgruppe der Moore umfasst neben den Hoch- und Flachmooren auch die Feuchtwiesen. Insgesamt 130 Moosarten haben hier ihren Schwerpunkt. Moose weisen in Mooren oft auch eine hohe Deckung und Biomasse auf und erfüllen wichtig Ökosystemfunktionen wie Wasser- und CO2-Speicherung. Hochmoore verdanken ihre Existenz einzig den Torfmoosen (Sphagnum spp.), die durch ihr kontinuierliches Wachstum in Jahrtausenden die Torfschichten der Hochmoore aufbauen.

Mit 44 % (57 Arten) Rote-Liste-Arten sind die Moose der Moore überdurchschnittlich stark gefährdet. Eine Art, Blandows Sumpf-Thujamoos (Helodium blandowii), gilt als in der Schweiz ausgestorben (RE). Diese im Norden Europas weiter verbreitete Art wurde nur einmal 1914 bei Saas-Fee in einem heute überbauten Gebiet gefunden. Weitere sieben Arten der Moore gelten als möglicherweise ausgestorben (CR [PE]).

Viele Moore sind als Biotope von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung geschützt. Trotz dieses Schutzes werden allerdings weiterhin negative Veränderungen wie Verbuschung, Austrocknung und Nähstoffzunahme festgestellt (Bergamini et al. 2019a). Wichtigste Ursachen für diese Veränderungen sind immer noch aktive Entwässerungsgräben in vielen Mooren, Nährstoffeinträge aus der Luft oder vom angrenzenden intensiv bewirtschafteten Kulturland und Bewirtschaftungsaufgabe insbesondere in Flachmooren. Bewirtschaftungsaufgabe führt zu einer starken Zunahme der Streuschicht, unter der die Moose begraben werden, sowie zu einer Zunahme der Gehölze, was zu stärkerer Beschattung führt. Beispielsweise verschwindet das auf Kuhdung vorkommende, gefährdete Flaschenförmige Schirmmoos (Splachnum ampullaceum, VU), wenn Flachmoore nicht mehr beweidet werden (Abb. 5). Kleinräumige Störungen durch weidende Tiere können zudem Kleinstrukturen schaffen, die sich positiv auf die Moose auswirken. In Hochmooren sollte allerdings von einer Beweidung abgesehen werden. Kleinräumige Störungen durch Wildtiere (z. B. Hirsche) haben allerdings auch dort eine positive Wirkung auf die Moose.

In der Roten Liste der Lebensräume gehören die Moore zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen (Delarze et al. 2016). Insbesondere die tief gelegenen Moore könnten in Zukunft im Sommer verstärkt austrocknen aufgrund der prognostizierten geringeren Sommerniederschläge und der gleichzeitig höheren Temperaturen.

Auch wenn die Moore insgesamt immer noch an Qualität verlieren, so gibt es auch viele Beispiele gelungener Moorrenaturierungen, die lokal zu einer Trendumkehr führen und von denen Moose profitieren können (Küchler et al. 2018). Werden z. B. Gräben in Hochmooren geschlossen, so dass der Grundwasserstand wieder bis knapp unter Flur reicht, reagieren Torfmoose (Sphagnum spp.) rasch mit verstärktem Wachstum und bedecken nach kurzer Zeit wieder grosse Flächen.

Abbildung zu 2.2.3 Moore auf der nächsten Seite

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Abb. 5: Beweidung ist wichtig für das gefährdete Flaschenfrüchtige Schirmmoos (Splachnum ampullaceum, VU) Extensiv beweidete Moore sind ein wichtiger Lebensraum für Moose, wie das gefährdete Flaschenfrüchtige Schirmmoos (Splachnum ampullaceum) aus der Familie der Dungmoose. Diese Moosart wächst auf altem, feuchtem Kuhdung. Eine extensive Beweidung von Flachmooren trägt deshalb zum Erhalt dieser besonderen Art bei. Fotos: A. Bergamini (grosses Bild), M. Lüth (kleines Bild).

2.2.4 Trockenstandorte

Die Lebensraumgruppe der Trockenstandorte umfasst Pionierfluren auf Felsböden (Felsgrusfluren), wärmeliebende Trockenrasen, Grasbrachen und trockenwarme Krautsäume. Auch wenn Moose meist mit feuchten oder schattigen Lebensräumen in Verbindung gebracht werden, beherbergen Trockenstandorte überraschend viele Moosarten. Insgesamt 51 Arten kommen hauptsächlich an Trockenstandorten vor. Die Trockenstandorte weisen mit 73 % (37 Arten) den zweithöchsten Anteil an Rote-Liste-Arten auf. Viele der gefährdeten Arten sind typisch für die tief gelegenen Felsgrusfluren und die inneralpinen Felsensteppen, wie sie z. B. für das Wallis charakteristisch sind (Abb. 6). Auch im Tessin sind viele gefährdete Arten der Trockenstandorte zu finden und zwar meist in warmen, siedlungsnahen Lagen. Vereinzelt kommen diese Arten auch um das Genferseebecken, entlang des Jurasüdfusses oder in den kontinental geprägten Gebieten Graubündens vor.

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Da die meisten Rote-Liste-Arten der Trockenstandorte in tiefen und oft südexponierten Lagen wachsen, gehört die Ausdehnung der Siedlungsgebiete zu einem wichtigen Gefährdungsfaktor. Die für Moose besonders wertvollen kontinentalen Trockenrasen die vor allem im Wallis, kleinflächig aber auch in Graubünden vorkommen, werden teilweise übernutzt (z. B. Standweiden mit Zufütterung, Bewässerung durch Sprinkler), teilweise überhaupt nicht mehr genutzt. Beides führt zum Rückgang der dort typischen Moose. Für die Moosflora der Trockenstandorte sind ausserdem Kleinstrukturen wie Steinblöcke, trockene Borde oder flachgründige, trockene Bereiche wichtig (Guntern et al. 2020). Viele Arten der Trockenstandorte sind im Mittelmeergebiet weit verbreitet. Sie könnten zukünftig von der Klimaerwärmung profitieren.

Abb. 6: Kontinentale Trockenrasen: ein Eldorado für gefährdete Moose Thallöse Lebermoose wie das Wohlriechende Grimaldimoos (Mannia fragrans, VU) und kleinwüchsige Arten aus der Familie der Pottmoose mit oft (sub-)mediterraner Verbreitung sind typisch für die kontinentalen Trockenrasen. Beide Gruppen enthalten eine Reihe gefährdeter Arten. Sie sind auf offenerdige, lichtreiche und konkurrenzarme Stellen angewiesen. Fällt die extensive Beweidung weg oder wird mit Sprinklern bewässert, werden die Moose entweder unter der zunehmenden Streue begraben oder sie werden durch die dichter wachsenden Gefässpflanzen verdrängt. Fotos: A. Bergamini (grosses Bild), H. Hofmann (kleines Bild).

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2.2.5 Wiesen und Weiden

Diese Lebensraumgruppe umfasst mesophile und fette Wiesen und Weiden unterhalb der Waldgrenze sowie Hochstaudenfluren und Krautsäume. Von den 26 Moosarten, die hier ihren Schwerpunkt haben sind etwa ein Viertel Rote-Liste-Arten (27 %, 7 Arten). Daneben kommen in mesophilen Wiesen und Weiden auch viele Arten vor, welche ihren Schwerpunkt in anderen Lebensraumgruppen wie Trockenstandorte, Gebirgsrasen oder Acker- und Pionierfluren haben.

Die starke Konkurrenz durch dichtwachsende Gräser und Kräuter ist für die meisten Moose ungünstig. In Wiesen und Weiden treten sie daher vor allem an lückigen, offen-erdigen Stellen und oft nur zu geeigneten Jahreszeiten auf. Insbesondere wenig produktive Bereiche an Rändern oder in vernässten Mulden der Wiesen und Weiden sind günstige Lebensräume für Moose, ebenso kleinräumig gestörte Stellen (Abb. 7). Viele Arten sind durch geringe Populationsgrössen gefährdet. Besonders durch Intensivierung in der Landwirtschaft, Meliorationen und verstärkte Düngung drohen Standorte verloren zu gehen. Für Arten die auf eine hohe Feuchtigkeit angewiesen sind, stellen ausserdem Drainagen eine Gefährdung dar. Die prognostizierten längeren Trockenphasen könnten die Situation solcher Arten weiter verschlechtern.

Abb. 7: Ein Standort des Kleinen Goldlebermooses (Fossombronia pusilla, VU) in einer Wiese Das Kleine Goldlebermoos ist auf Vegetationslücken in Wiesen, Weiden und Krautsäumen angewiesen. Als kurzlebige Pionierart besiedelt es offene Erdstellen. Fotos: H. Hofmann (grosses Bild), N. Schnyder (kleines Bild).

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2.2.6 Gebirgsrasen

Diese Lebensraumgruppe umfasst Gebirgsrasen, alpine Windheiden und Schneeböden oberhalb der Waldgrenze. Für Moose sind dies wichtige Lebensräume, in denen 134 Arten ihren Schwerpunkt haben. Ein Viertel der Moosarten in dieser Lebensraumgruppe sind Rote-Liste-Arten (25 %, 33 Arten).

Die wichtigste Ursache für die Gefährdung stellt der Klimawandel dar, weil die Erwärmung zum Höherwandern der Arten führt. Aus topographischen Gründen nimmt die verfügbare Fläche im Hochgebirge nach oben ab und so ist für viele Arten langfristig mit Populationsrückgängen zu rechnen (Anhang A3-2). Erschwerend kommt hinzu, dass Bodenbildungsprozesse langsam ablaufen und dadurch in höheren Lagen nicht schnell genug neue Rasen gebildet werden. Eine besondere Gefährdung besteht ausserdem für Arten der Schneeböden, weil durch die verkürzte Schneebedeckung für diese Arten zusätzlich mit negativen Auswirkungen zu rechnen ist. Rückgänge sind sowohl in direkter Folge der veränderten Umweltbedingungen als auch sekundär durch neu einwandernde, konkurrenzstärkere Arten zu erwarten. Moose kommen in alpinen Rasen vor allem in Lücken zwischen den Gefässpflanzen vor, deren Bildung durch Beweidung gefördert wird. Das Einstellen der Bewirtschaftung wirkt sich deshalb meist negativ auf Moose aus ebenso wie eine zu intensive Beweidung. Ist die Beweidung zu extensiv führt dies zum Zuwachsen von Lücken und zur Bildung dichter Streuschichten, die das Aufkommen von Moosen stark beeinträchtigen kann (Kiebacher 2013). Eine weitere Gefährdung stellen atmosphärische Stickstoffeinträge dar, durch die vor allem konkurrenzstarke Gefässpflanzen gefördert und konkurrenzschwache Moose verdrängt werden. Veränderte Konkurrenzverhältnisse haben vermutlich zum Verschwinden des Niedrigen Keulenmooses (Plagiobryum demissum, EN) an mehreren historischen Fundorten geführt (Abb. 8).

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Abb. 8: Das Niedrige Keulenmoos (Plagiobryum demissum, EN) besiedelt Vegetationslücken in windexponierten Rasen Höhere Temperaturen, geringere Beweidung und atmosphärische Nährstoffeinträge fördern konkurrenzstarke Gefässpflanzen, die konkurrenzschwache Arten wie das Niedrige Keulenmoos verdrängen können. Fotos: H. Hofmann (grosses Bild), M. Lüth (kleines Bild).

2.2.7 Felsstandorte der Tieflagen

Diese Lebensraumgruppe umfasst Felsen, Steinblöcke und Geröll unterhalb der potentiellen Waldgrenze und umfasst sowohl Standorte im Offenland als auch in Wäldern. Für Moose sind dies sehr wichtige Lebensräume, in denen 241 Arten ihren Schwerpunkt haben. Mehr als ein Viertel der Moosarten in dieser Lebensraumgruppe sind Rote-Liste-Arten (29 %, 69 Arten).

Viele Arten dieser Lebensraumgruppe sind durch geringe Populationsgrössen gefährdet und es ist in diesen Fällen wichtig, dass die bekannten Fundorte vor schädigenden Eingriffen, wie etwa die Zerstörung von Standorten durch Bautätigkeit, geschützt werden. Des Weiteren stellt der Klimawandel eine wesentliche Gefährdung dar. Insbesondere wirken sich lange Trockenphasen negativ auf Arten aus, die auf konstant hohe Feuchtigkeit angewiesen sind. In den Wäldern kann zunehmender Kronenschluss eine Gefährdung für Arten darstellen, die Felsen mit halbschattigen Bedingungen benötigen. Für mehrere dieser Arten, zum Bespiel für das Fels- Schwanenhalsmoos (Campylostelium saxicola, VU), wurde ein Rückgang beobachtet. Gleichzeitig gibt es aber auch Arten, die auf schattige Bedingungen angewiesen sind. So kommt zum Beispiel Rossettis Kalk-

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Lappenmoos (Cololejeunea rossettiana, CR), von dem in der Schweiz nur ein einziges Vorkommen bekannt ist, an einer schattigen Felswand in einem naturnahen Wald vor, der über Jahrzehnte nicht bewirtschaftet wurde. Einen besonderen Fall stellt dabei die Moosflora silikatischer Findlinge im Jura und Mittelland dar. Diese Findlinge sind Habitats-Inseln für Arten, die sonst nur in den Alpen vorkommen, wie das Urnenförmige Goldhaarmoos (Orthotrichum urnigerum, VU; Abbildung 9). Grössere Findlinge werden oft als Kletterfelsen genutzt. Das Putzen der Felsen und die Verwendung von Magnesia kann dabei eine Gefährdung für Moose darstellen (Hepenstrick et al. 2020).

Abb. 9: Findling in einem Waldbestand im Jura bei Rochefort, Kanton Neuenburg Durch dichtere Wälder und in Folge schattiger Bedingungen kommt es zu einer Verarmung der Moosflora silikatischer Findlinge im Mittelland und Jura. Im Besonderen ist davon das Urnenförmige Goldhaarmoos (Orthotrichum urnigerum, VU) betroffen. Fotos: T. Kiebacher (grosses Bild), A. Büschlen (kleines Bild).

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2.2.8 Felsstandorte der Hochlagen

Diese Lebensraumgruppe umfasst Standorte auf Felsen, Steinblöcken und Geröll oberhalb der potentiellen Waldgrenze. In dieser Lebensraumgruppe haben 76 Moosarten ihren Schwerpunkt und nahezu die Hälfte davon sind Rote-Liste-Arten (46 %, 35 Arten).

Die wichtigste Ursache für die Gefährdung stellt der Klimawandel dar, weil die Erwärmung zu einem Höherwandern der Arten führt, die zur Verfügung stehende Fläche aber mit zunehmender Höhe immer geringer wird. Für viele Arten ist deshalb langfristig mit Populationsrückgängen zu rechnen (Anhang A3-2). Eine besondere Gefährdung besteht dabei für Arten, die kalkreiche Gesteine im Jura und in den Nordalpen besiedeln, weil diese Gebirge geringere Höhen erreichen als die grösstenteils silikatischen Gebirgszüge der Zentralalpen. Dadurch sind für diese Arten die Ausweichmöglichkeiten nach oben begrenzt. Für Arten mit hohen Feuchtigkeitsansprüchen stellen lange Trockenperioden, die aufgrund des Klimawandels verstärkt auftreten könnten, eine weitere Gefährdung dar. Ebenso sind Arten, die Standorte mit langer Schneebedeckung besiedeln, wie das Schmutzige Rotkäppchenmoos (Schistidium sordidum, VU; Abbildung 10), durch früheres Ausapern gefährdet.

Abb. 10: Das Schmutzige Rotkäppchenmoos (Schistidium sordidum, VU) ist durch den Klimawandel gefährdet. Im Gebirge führt der Klimawandel zu kürzerer Schneebedeckung. Deshalb sind Populationsrückgänge insbesondere für Arten, die spät ausapernde Standorte besiedeln zu erwarten, so zum Beispiel für das Schmutzige Rotkäppchenmoos. Fotos: H. Hofmann (grosses Bild), T. Kiebacher (kleines Bild).

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2.2.9 Wälder und Gebüsche

Wälder und Gebüschformationen, die zu dieser Gruppe gezählt werden, sind sehr vielfältige Habitate und nehmen einen grossen Teil der Landesfläche ein. Sie stellen die artenreichste Lebensraumgruppe dar. Rund ein Viertel (271 Arten) der in der Schweiz bekannten Moose haben ihren Schwerpunkt in Gehölzformationen, davon sind 47 Rote-Liste-Arten (17 %). Die hohe Artenzahl von Moosen erklärt sich durch die vielfältigen Gehölzstandorte mit ihren unterschiedlichen Kleinlebensräumen und Substraten. Moose können auf dem Waldboden, an lebenden Gehölzen, auf Totholz oder auf Gestein vorkommen (letztere werden unter den Felsstandorten behandelt, Kapitel 2.2.7).

Der Wald als Lebensraum ist insgesamt kaum gefährdet und flächenmässig am Zunehmen, allerdings gilt dies nicht für alle Waldgesellschaften (Delarze et al. 2016). Die wichtigsten Ursachen für die Gefährdung von Waldmoosen sind die intensive Waldbewirtschaftung, der Klimawandel und der erhöhte Stickstoffeintrag aus der Luft. Letzterer kann zwar auch gewisse epiphytische Moose fördern, doch kommt es zu einer Verschiebung der Artenzusammensetzung. Problematisch ist die starke Wucherung von Brombeeren auf Waldschlagflächen durch die plötzliche Zunahme des Lichtangebotes und des hohen Stickstoffangebotes. Die Wucherung von Brombeeren ist die grösste Gefährdungsursache für das Lorentz’sche Ölglanzmoos (Brotherella lorentziana, EN), eine seltene Waldbodenart, die in Europa endemisch ist und in der Schweiz nur entlang der Alpennordflanke vorkommt (Abb. 11).

Erfreulich ist die Zunahme des Totholzangebotes in den letzten Jahren, die vielen darauf spezialisierten Arten zusätzlichen Lebensraum bietet. Im Mittelland und im Jura ist der Totholzanteil allerdings immer noch zu tief (Brändli et al. 2020). Für Moose besonders wertvoll ist Totholz mit grossem Volumen (liegende Stämme und Baumstrünke) in feuchten Lagen. Epiphytische Moose können durch das Verschwinden von geeigneten Trägerbäumen durch Krankheiten wie der Eschenwelke gefährdet sein. Die negativen Auswirkungen langer Trockenphasen durch den Klimawandel auf die Biodiversität im Wald, werden als hoch eingeschätzt (BAFU 2020). Bei den Moosen sind dabei vor allem epiphytische Arten und Totholzarten betroffen, die auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind.

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Abb. 11: Lorentz’sches Ölglanzmoos (Brotherella lorentziana, EN) wächst in schattigen Wäldern Diese Art braucht schattige Wälder mit wenig Unterwuchs. Wenn alle Bäume gleichzeitig geschlagen werden, kommen meist dichte Brombeerbestände auf, die den Standort für diese und andere gefährdete Moose unbewohnbar machen. (Fotos: N. Schnyder).

2.2.10 Äcker und Rebberge

Neben Äckern und Rebbergen umfasst diese Lebensraumgruppe auch (sub-)ruderale Habitate wie mesophile Böschungen. Insgesamt 49 Moosarten haben hier ihren Schwerpunkt, 16 davon (33 %) sind Rote-Liste-Arten. Die Standorte sind wegen des zeitweise offenen Bodens Lebensraum für verschiedene spezialisierte Moose. Die typischen Ackermoose, wie das Acker-Schwarzhornmoos (Anthoceros agrestis, VU), sind kurzlebig und sowohl auf einen regelmässigen Umbruch des Bodens angewiesen, als auch auf eine störungsfreie Zeit (Abb. 12). Am besten entwickeln sich Ackermoose auf Getreidestoppelfeldern, die bis weit in den Herbst hinein stehen gelassen werden.

Rebberge sind Lebensraum für wärmeliebende Bodenmoose, aber auch für Epiphyten, die auf den Rebstöcken wachsen. Auch wenn heute die Böden der Rebberge aus Gründen des Erosionsschutzes meist begrünt sind, finden sich doch oft noch viele offenerdige Stellen, auf denen Moose vorkommen können. Ausserdem sind sonnige Rebbergmauern Lebensraum für wärmeliebende Gesteinsmoose und die Rebstöcke selbst sind oft dicht

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mit Goldhaarmoos-Arten (Orthotrichum, Lewinskya) bewachsen. Die Auswirkung intensiver Bewirtschaftung der Rebberge auf gefährdete Moose ist wenig bekannt.

Die Ackermoose sind durch Bewirtschaftungsänderungen in den letzten Jahren stark zurückgegangen und zunehmend bedroht. In der gegenwärtigen Praxis werden die Felder kurz nach der Ernte umgebrochen und mit Zwischensaaten angesät, um Nährstoffauswaschungen zu verhindern. Dies verunmöglicht es den Ackermoosen, ihren Lebenszyklus abzuschliessen und genügend Sporen zu bilden. Dadurch wird die Sporenbank im Boden fortlaufend ausgedünnt. Gefährdete Ackermoose kommen auch in wechselfeuchten Pionierfluren vor, die man heute im Landwirtschaftsgebiet wegen grossflächiger Drainagen allerdings kaum mehr findet.

Biodiversitätsförderflächen wie Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Blühstreifen können Ersatzhabitate für Ackermoose darstellen, allerdings nur wenn diese genügend offenen Boden aufweisen (Bisang & Bergamini 2020, Bisang et al. 2019). In den letzten Jahren sind auch verschiedene Projekte angegangen worden, um in Randbereichen von geeigneten Äckern Schonstreifen anzulegen, auf denen die Stoppelbrache bis in den Herbst hinein stehen bleibt.

Abb. 12: Das Acker-Schwarzhornmoos (Anthoceros agrestis, VU) gedeiht auch in schmalen Randstreifen Das Acker-Schwarzhornmoos wächst auf offenen Ackerböden, die jährlich umgebrochen werden. Dabei ist die Art auf eine genügend lange Entwicklungszeit nach der Ernte der Kulturen angewiesen, in der die Sporen reifen können. Schon schmale Randstreifen von Getreidestoppelfeldern, die bis in den Oktober hinein unbearbeitet bleiben, können Populationen erhalten (Fotos: N. Schnyder).

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2.2.11 Anthropogene Steinfluren

Zu den anthropogenen Steinfluren gehören Mauern und Pflasterritzen. Für 19 Moosarten sind dies die Hauptlebensräume, 6 Arten davon sind Rote-Liste-Arten (32 %). Moose können an fast allen Mauern wachsen. Je nach Bauart und verwendeten Materialien beherbergen Mauern aber unterschiedlich viele Arten und sind für gefährdete Arten mehr oder weniger gut geeignet. Insbesondere das Alter der Mauern spielt eine Rolle. Lebensraum für gefährdete Moosarten bieten vor allem ältere Mauern, die ganz oder teilweise mit Kalk-Mörtel verputzt sind.

Die wichtigste Gefährdungsursache für die Arten der anthropogenen Steinfluren ist das Reinigen von Mauern und Pflasterritzen, da Moose oft als Verunreinigung empfunden und entsprechend entfernt werden. Dabei schützen sie die Oberfläche vor Verwitterung und sind Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Auch das Versiegeln von Pflasterritzen führt zum Verlust dieses für Moose wichtigen Lebensraums.

Abb. 13: Das Haar-Kissenmoos (Grimmia crinita, VU) ist aus der Schweiz nur von mit Mörtel verputzten Mauern bekannt Bei Pflegeeingriffen an alten Mauern sollten bestimmte Dinge beachtet werden (Hinden & Price 2013). Zum Beispiel beherbergt Efeu zwar viele Tiere, ist aber eine potentielle Gefährdung für die Stabilität der Mauer und die darauf wachsenden Moose und sollte regelmässig zurückgeschnitten werden. Fotos: H. Hofmann.

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3 Artenliste mit

Gefährdungskategorien Legende der Artenliste

Wissenschaftlicher Name Eine Liste der wissenschaftlichen Namen mit Autorschaft ist in (Meier et al. 2023a) verfügbar. Kat. Gefährdungskategorien gemäss IUCN (IUCN Standards and Petitions Committee 2019) RE In der Schweiz ausgestorben CR Vom Aussterben bedroht EN Stark gefährdet VU Verletzlich NT Potenziell gefährdet LC Nicht gefährdet DD Ungenügende Datengrundlage Kriterien IUCN Einstufungskriterien der IUCN (ausgewählte Kriterien aufgrund der Methode; IUCN Standards and Petitions Committee 2019; Anhang A3)

A Abnahme der Populationsgrösse im Zeitverlauf (früher, heute, künftig) B Geografische Verbreitung verbunden mit Fragmentierung, Abnahme eines Habitats C Geringe Grösse der Population verbunden mit einer Abnahme der Populationsgrösse D Sehr geringe Grösse der Population oder des Verbreitungsgebietes Zusätzliche Bezeichnungen PE Möglicherweise ausgestorben (nur bei Kategorie CR) cd «conservation dependent»: nur aufgrund der Annahme der Aufhebung der bestehenden Förderung als gefährdet klassiert. Weitere Erläuterungen unter ‘Bestehender Schutz’ (Anhang A3-2). Bemerkungen Wichtige Hinweise zu Gefährdungsursachen, Abhängigkeit von Schutzmassnahmen, Gefährdung inkludierter Sippen, regionaler Gefährdung, Verbreitungsgebiet, bekannten Fundorten, Indigenat, Taxonomie, etc.

Entsprechungen der Artnamen zu den Artnamen in der Roten Liste 2004 (Schnyder et al. 2004) in Meier et al. (2023a). Liste der Gefährdungskategorien der Aggregate in der Digitalen Liste (XLS; auf der Webseite des BAFU erhältlich: www.bafu.admin.ch/rotelisten) und in Meier et al. (2023a). Sind von einer Art zwei oder mehrere Unterarten anerkannt werden beide Rangstufen angeführt, auch wenn in der Schweiz nur eine Unterart vorkommt.

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3.1 Artenliste mit Gefährdungskategorien

Tab. 4: Liste der in der Schweiz einheimischen Arten und Unterarten mit Gefährdungskategorien

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Hornmoose Anthoceros agrestis VU B2ab(iii) Angewiesen auf Ackerbrachen. Anthoceros punctatus CR B1ab(ii,iii)c(iv)+2ab(ii,iii)c(iv); D1 Letzter Nachweis 1916. Phaeoceros laevis EN B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Ackerbrachen. Phaeoceros laevis subsp. EN B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Ackerbrachen. carolinianus Lebermoose Anastrepta orcadensis LC Anastrophyllum assimile VU D1 Aneura pinguis LC Anthelia julacea VU A3c; C2a(i) Abhängig von intakten Fliesswässern. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Anthelia juratzkana NT B2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Asterella lindenbergiana NT B1b(iii)+2b(iii) Keine aktuellen Nachweise im Jura. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Asterella saccata EN C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Barbilophozia atlantica VU D1 Barbilophozia attenuata LC Barbilophozia barbata LC Barbilophozia floerkei LC Barbilophozia hatcheri LC Barbilophozia kunzeana NT B1b(iii)+2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Barbilophozia LC lycopodioides Barbilophozia quadriloba LC Bazzania flaccida LC Bazzania tricrenata LC Bazzania trilobata LC Biantheridion undulifolium CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1894. Blasia pusilla NT A2c; A3c; B1b(i,ii,iii)+2b(i,ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Blepharostoma LC trichophyllum Blepharostoma LC trichophyllum subsp. brevirete Blepharostoma LC trichophyllum subsp. trichophyllum Calypogeia arguta NT D1 Calypogeia azurea LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Calypogeia fissa LC Calypogeia fissa subsp. LC fissa Calypogeia integristipula LC Calypogeia muelleriana LC Calypogeia muelleriana LC subsp. muelleriana Calypogeia neesiana LC Calypogeia neesiana LC subsp. neesiana Calypogeia sphagnicola VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Calypogeia suecica LC Cephalozia albescens NT B1b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Cephalozia ambigua NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Cephalozia bicuspidata LC Cephalozia catenulata LC Cephalozia catenulata LC subsp. catenulata Cephalozia connivens NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Cephalozia connivens NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. subsp. connivens Cephalozia leucantha NT D1 Cephalozia loitlesbergeri VU C2a(i); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Cephalozia lunulifolia LC Cephalozia macrostachya CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore. Nur zwei aktuelle Fundorte bekannt. Cephalozia macrostachya CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore. Nur zwei aktuelle subsp. macrostachya Fundorte bekannt. Cephalozia pleniceps LC Im Mittelland gefährdet. Cephaloziella aspericaulis DD Verbreitung unzureichend bekannt. Cephaloziella divaricata LC Cephaloziella elachista EN B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore und angewiesen auf kleinräumige Störungen (z. B. durch Beweidung). Cephaloziella elegans CR D1 Cephaloziella grimsulana EN B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Abhängig von intakten Fliesswässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Letzter Nachweis 1996. Cephaloziella hampeana NT D1 Kein aktueller Nachweis im Mittelland. Die in Mooren vorkommende var. subtilis ist stärker gefährdet. Cephaloziella integerrima EN B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Cephaloziella massalongi EN D1 Cephaloziella phyllacantha CR D1 Cephaloziella rubella LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Cephaloziella spinigera EN B2ab(iii); C2a(i); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Cephaloziella stellulifera CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); D1 Letzter Nachweis 1985. Cephaloziella varians VU D1 Letzter Nachweis 1996. Chiloscyphus pallescens LC Chiloscyphus polyanthos LC Clevea hyalina NT B1b(iii)+2b(iii) Cololejeunea calcarea LC Cololejeunea rossettiana CR D1 Nur ein aktueller Nachweis. Conocephalum conicum LC Conocephalum LC salebrosum Corsinia coriandrina VU D1 Crossocalyx hellerianus EN D1 Angewiesen auf Totholz. Diplophyllum albicans LC Diplophyllum obtusatum CR D1 Nur 3 Nachweise. Diplophyllum obtusifolium NT B2b(ii,iii) Keine aktuellen Nachweise im Jura. Diplophyllum obtusifolium NT B2b(ii,iii) Keine aktuellen Nachweise im Jura. subsp. obtusifolium Diplophyllum taxifolium LC Endogemma caespiticia CR D1 Eremonotus myriocarpus LC Fossombronia angulosa VU D1 Fossombronia DD Nur ein aktueller Fundort bekannt. Bestimmung caespitiformis unsicher. Fossombronia DD Nur ein aktueller Fundort bekannt. Bestimmung caespitiformis subsp. unsicher. multispira Fossombronia foveolata CR D1 Nur ein aktueller Fundort bekannt. Fossombronia incurva CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Fossombronia pusilla VU D1 Fossombronia VU D1 wondraczekii Frullania dilatata LC Frullania fragilifolia LC Frullania inflata EN D1 Frullania jackii NT B1a+2a Frullania riparia CR D1 Frullania tamarisci LC Geocalyx graveolens VU D1 Angewiesen auf Totholz. Gymnocolea inflata LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Gymnocolea inflata subsp. LC inflata Gymnomitrion adustum EN B2ab(iii); C2a(i); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Gymnomitrion alpinum EN B1ab(iii)+2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Gymnomitrion NT A3c Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. brevissimum Gymnomitrion EN B2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. commutatum Gymnomitrion LC concinnatum Gymnomitrion corallioides LC Gymnomitrion obtusum VU B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Gymnomitrion revolutum EN B2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Gymnomitrion revolutum EN B2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. subsp. revolutum Haplomitrium hookeri VU D1 Harpalejeunea molleri CR B1ab(iv)+2ab(iv); C2a(i); D1 Letzter Nachweis 1986. Harpalejeunea molleri CR B1ab(iv)+2ab(iv); C2a(i); D1 Letzter Nachweis 1986. subsp. molleri Harpanthus flotovianus CR D1 Abhängig vom Schutz der Moore und intakten Fliessgewässern. Harpanthus scutatus VU D1 Angewiesen auf Totholz. Heterogemma laxa EN B2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Hygrobiella laxifolia EN D1 Isopaches bicrenatus NT B2b(i,ii,iii) Kein aktueller Nachweis im Mittelland. Isopaches decolorans NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Jungermannia atrovirens LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Jungermannia borealis VU D1 Jungermannia exsertifolia VU D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Jungermannia exsertifolia VU D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. subsp. cordifolia Jungermannia polaris NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Jungermannia pumila LC Kurzia pauciflora EN B2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und angewiesen auf kleinräumige Störungen (z. B. durch Beweidung). Lejeunea cavifolia LC Lejeunea lamacerina CR D1 Nur ein Fundort bekannt. Lejeunea lamacerina CR D1 Nur ein Fundort bekannt. subsp. lamacerina Lepidozia reptans LC Liochlaena lanceolata NT B1b(iii)+2b(iii) Angewiesen auf Totholz.

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Lophocolea bidentata LC Lophocolea heterophylla LC Lophocolea heterophylla LC subsp. heterophylla Lophocolea minor LC Lophozia ascendens LC Lophozia guttulata LC Lophozia longiflora VU D1 Lophozia silvicola LC Lophozia sudetica LC Keine aktuellen Nachweise im Jura. Lophozia ventricosa LC Lophozia wenzelii LC Lophoziopsis excisa LC Im Mittelland möglicherweise ausgestorben. Lophoziopsis jurensis CR B2ab(iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Lophoziopsis longidens LC Lophoziopsis longidens LC subsp. longidens Mannia androgyna VU D1 Mannia controversa VU C2a(i); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Mannia controversa VU C2a(i); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. subsp. controversa Mannia fragrans VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Mannia gracilis EN B2ab(iv); C2a(i) Mannia pilosa EN D1 Mannia triandra EN D1 Marchantia paleacea CR D1 Nur ein Nachweis 1923. Marchantia paleacea CR D1 Nur ein Nachweis 1923. subsp. paleacea Marchantia polymorpha LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die potentiell gefährdet sind. Marchantia polymorpha LC subsp. montivagans Marchantia polymorpha NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. subsp. polymorpha Marchantia polymorpha LC subsp. ruderalis Marchantia quadrata LC Marchantia quadrata LC subsp. quadrata Marsupella apiculata EN B2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Marsupella aquatica NT B2b(iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Marsupella boeckii EN B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel.

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Marsupella condensata CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i); D1 Nur 1 Fundort bekannt. Gefährdet durch den Klimawandel. Marsupella emarginata LC Marsupella funckii NT A2c; B1b(ii)+2b(ii) In tiefen Lagen zurückgegangen und stärker gefährdet. Marsupella sparsifolia VU D1 Marsupella sparsifolia VU D1 subsp. sparsifolia Marsupella sphacelata LC Marsupella spiniloba DD Verbreitung unzureichend bekannt. Marsupella sprucei LC Marsupella subemarginata DD Verbreitung unzureichend bekannt. Mesoptychia badensis LC Mesoptychia bantriensis LC Mesoptychia bantriensis LC subsp. bantriensis Mesoptychia collaris LC Mesoptychia gillmanii CR C2a(i); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Mesoptychia heterocolpos LC Mesoptychia turbinata VU D1 Metzgeria conjugata LC Metzgeria consanguinea LC Metzgeria furcata LC Metzgeria pubescens LC Metzgeria violacea LC Microlejeunea ulicina LC Moerckia blyttii NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Moerckia flotoviana VU B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Abhängig von intakten Gewässern. Mylia anomala NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Mylia taylorii NT B1a+2a Nardia breidleri VU B1ab(iii)+2ab(iii); C2a(i); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Nardia compressa VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Abhängig von intakten Fliesswässern. Nardia geoscyphus NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Nardia insecta CR B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Nardia scalaris LC Nowellia curvifolia LC Obtusifolium obtusum LC Odontoschisma LC denudatum Odontoschisma LC denudatum subsp. denudatum

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Odontoschisma elongatum NT B1b(iii)+2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Odontoschisma fluitans VU A2c; B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Odontoschisma francisci EN B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Odontoschisma macounii VU D1 Gefährdet durch den Klimawandel. Odontoschisma sphagni EN B2ab(ii,iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Oleolophozia perssonii VU D1+2 Oxymitra incrassata CR B1ab(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Pedinophyllum interruptum LC Pellia endiviifolia LC Pellia epiphylla LC Pellia epiphylla subsp. LC epiphylla Pellia neesiana LC Peltolepis quadrata VU C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Plagiochasma rupestre CR D1 Plagiochila asplenioides LC Plagiochila britannica NT D1 Plagiochila exigua EN D1 Plagiochila porelloides LC Porella arboris-vitae VU A2c Porella arboris-vitae VU A2c subsp. arboris-vitae Porella baueri DD Verbreitung unzureichend bekannt. Porella cordaeana NT B2b(ii,iii); C2a(i) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Porella platyphylla LC Prasanthus suecicus CR D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Ptilidium ciliare LC Ptilidium pulcherrimum LC Radula complanata LC Radula complanata subsp. LC complanata Radula complanata subsp. LC lindenbergiana Reboulia hemisphaerica NT B1b(i,ii)+2b(i,ii); D1 Riccardia chamedryfolia VU B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Riccardia incurvata VU B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore und abhängig von intakten Gewässern. Riccardia latifrons LC Riccardia latifrons subsp. LC latifrons Riccardia multifida LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Riccardia multifida subsp. LC multifida Riccardia palmata LC Riccia bifurca VU B2ab(ii,iii,iv) Angewiesen auf Ackerbrachen. Riccia breidleri EN B2ab(ii,iii,iv) Gefährdet durch den Klimawandel. Riccia canaliculata CR B1ab(i,ii,iii,iv)c(iv)+2ab(i,ii,iii,iv)c(iv); D1 Nur ein aktueller Fundort bekannt. Riccia cavernosa EN B2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Riccia ciliata EN B2ab(i,ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Riccia ciliifera VU B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Riccia crozalsii EN B2ab(ii,iii,iv) Riccia fluitans VU B2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten stehenden Gewässern. Aquarienpflanze; Teilpopulationen möglicherweise eingebracht. Riccia glauca LC Riccia gougetiana EN B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Riccia huebeneriana CR D1 Nur 2 Fundorte bekannt. Riccia huebeneriana CR D1 Nur 2 Fundorte bekannt. subsp. huebeneriana Riccia ligula CR (PE) D1 Nur 2 Nachweise vor 1984. Riccia michelii CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); D1 Nur 3 Nachweise, letzter 1965. Riccia nigrella EN B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Riccia rhenana EN B1ac(iv)+2ac(iv); D1 Riccia sorocarpa LC Riccia sorocarpa subsp. LC sorocarpa Riccia subbifurca VU B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Riccia warnstorfii VU B2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore und Auen und angewiesen auf feuchte Pionierflächen. Ricciocarpos natans EN B1ac(iv)+2ac(iv) Abhängig vom Schutz der Moore und abhängig von intakten stehenden Gewässern. Riella notarisii RE Letzter Nachweis 1917. Fundorte zerstört. Saccobasis polita NT B2b(ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Sauteria alpina LC Keine aktuellen Nachweise im Jura. Scapania aequiloba LC Scapania apiculata CR B2ab(ii,iii,iv); D1 Angewiesen auf Totholz. Scapania aspera LC Scapania calcicola NT D1 Scapania carinthiaca CR B2ab(ii,iii,iv); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Angewiesen auf Totholz. Scapania compacta EN B2ab(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Scapania curta NT B2b(ii,iii) Scapania cuspiduligera LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 39

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Scapania NT B2b(i,ii,iii,iv) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. gymnostomophila Scapania helvetica LC Scapania irrigua NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und abhängig von intakten Fliessgewässern. Scapania irrigua subsp. NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und abhängig von irrigua intakten Fliessgewässern. Scapania jensenii CR B1ab(i,ii,iii,iv)c(iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv)c(iii,iv); D1 Abhängig vom Schutz der Auen (Gebirgsauen). Gefährdet durch den Klimawandel. Scapania lingulata CR D1 Nur ein Nachweis 1963. Scapania mucronata NT B2a Scapania mucronata DD Verbreitung unzureichend bekannt. subsp. mucronata Scapania mucronata DD Verbreitung unzureichend bekannt. subsp. praetervisa Scapania nemorea LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Scapania nemorea subsp. CR D1 Nur 2 Fundorte bekannt. crassiretis Scapania nemorea subsp. LC nemorea Scapania obscura CR B1ab(iii,iv)+2ab(iii,iv); D1 Abhängig von intakten Gewässern Scapania paludicola NT B2b(ii,iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Scapania paludosa NT C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Scapania scandica LC Scapania scapanioides CR B2ab(i,ii,iii,iv); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Angewiesen auf Totholz. Scapania subalpina NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und abhängig von intakten Gewässern. Scapania uliginosa VU C2a(i) Gefährdet durch den Klimawandel. Scapania umbrosa LC Scapania undulata LC Scapania verrucosa EN B2ab(ii,iii,iv); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Schistochilopsis VU D1 grandiretis Schistochilopsis incisa LC Schistochilopsis opacifolia NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Solenostoma LC confertissimum Solenostoma gracillimum LC Solenostoma hyalinum NT B1b(iii)+2b(iii) Im Mittelland stärker gefährdet. Solenostoma obovatum LC Solenostoma LC sphaerocarpum Solenostoma subellipticum VU D1

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Sphaerocarpos europaeus EN D1+2 Angewiesen auf Ackerbrachen. Sphenolobopsis pearsonii CR D1 Nur 1 Fundort bekannt. Sphenolobus minutus LC Syzygiella autumnalis VU B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Totholz. Targionia hypophylla EN B1ab(iii)+2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Trichocolea tomentella NT A2c; A3c; A4c Gefährdet durch den Klimawandel. Trilophozia LC quinquedentata Tritomaria exsecta LC Tritomaria exsecta subsp. LC exsecta Tritomaria exsectiformis LC Tritomaria exsectiformis LC subsp. exsectiformis Tritomaria scitula NT B2b(iii); D1 Laubmoose Abietinella abietina LC Acaulon muticum CR B1ab(i,ii,iii,iv)c(iv)+2ab(i,ii,iii,iv)c(iv); D1 Letzter Nachweis 1992. Keine aktuellen Nachweise im Mittelland und Jura. Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Acaulon triquetrum EN B1ab(iii)+2ab(iii); C2a(i) Letzter Nachweis 1994. Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Aloina aloides EN B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Aloina ambigua EN B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Aloina brevirostris EN B1ac(iv)+2ac(iv); D1 Aloina obliquifolia CR B1ab(iii)+2ab(iii) Aloina rigida NT B2b(iii); C1; D1 Amblyodon dealbatus NT B2b(ii,iii) Letzte Nachweise im Jura und Mittelland vor über 100 Jahren. Amblystegium serpens LC Amphidium lapponicum LC Amphidium mougeotii LC Anacamptodon CR C2a(i) Angewiesen auf Habitatbäume. splachnoides Andreaea alpestris NT B1b(iii)+2b(iii) Andreaea crassinervia EN B2ab(iii); C2a(i); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Andreaea frigida NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Andreaea heinemannii VU D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Andreaea heinemannii VU D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. subsp. heinemannii Andreaea nivalis NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Andreaea rothii VU D1 Die Art umfasst infraspezifische Taxa die stärker gefährdet sind.

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Andreaea rothii subsp. EN C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. falcata Andreaea rothii subsp. VU D1 rothii Andreaea rupestris LC Anoectangium aestivum LC Anoectangium CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. hornschuchianum Anoectangium CR D1 Nur 2 Nachweise vor über 100 Jahren. schliephackei Anoectangium EN B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. sendtnerianum Anoectangium CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i); D1 Nur ein Fundort bekannt. Abhängig von intakten taeniatifolium Fliessgewässern. Anoectangium tenuinerve EN B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); D1 Nur 3 Nachweise, letzter 1969. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Anomobryum bavaricum VU D1 Anomobryum concinnatum LC Anomobryum julaceum VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Anomodon longifolius LC Anomodon rugelii NT B1b(iii,iv)+2b(iii,iv); D1 Anomodon tristis VU D1+2 Anomodon viticulosus LC Antitrichia curtipendula LC Aongstroemia longipes VU B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Auen (Gebirgsauen). Gefährdet durch den Klimawandel. Archidium alternifolium CR B1ab(ii,iii)c(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Gewässern. Letzter Nachweis im Jura 1905. Arctoa fulvella VU C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Atractylocarpus alpinus CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1869. Atrichum angustatum LC Atrichum flavisetum NT D1 Atrichum tenellum VU D1 Atrichum undulatum LC Aulacomnium androgynum VU D1 Aulacomnium palustre LC Barbula unguiculata LC Bartramia halleriana LC Im Mittelland stärker gefährdet. Bartramia ithyphylla LC Bartramia ithyphylla subsp. LC ithyphylla Bartramia pomiformis NT B2b(iii,iv) Bartramia subulata CR B2ab(iii); C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel.

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 42

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Bartramia subulata subsp. CR B2ab(iii); C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. subulata Blindia acuta LC Blindia caespiticia VU D1 Gefährdet durch den Klimawandel. Blindiadelphus VU D1 campylopodus Blindiadelphus diversifolius EN D1 Blindiadelphus recurvatus LC Brachydontium trichodes VU B1ab(iii)+2ab(iii); C2a(i) Brachytheciastrum LC collinum Brachytheciastrum LC trachypodium Brachytheciastrum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet velutinum sind. Brachythecium albicans LC Brachythecium campestre LC Brachythecium EN D1 Nur ein aktueller Nachweis. capillaceum Brachythecium cirrosum LC Brachythecium NT D1 erythrorrhizon Brachythecium geheebii EN B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Habitatbäume. Brachythecium glareosum LC Brachythecium japygum LC Brachythecium laetum LC Brachythecium mildeanum LC Brachythecium rivulare LC Brachythecium rutabulum LC Brachythecium LC salebrosum Brachythecium NT A3c; B2b(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. tauriscorum Brachythecium tenuicaule DD Taxonomie unklar. Brachythecium tommasinii LC Brachythecium turgidum VU B2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Brachythecium udum EN B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); D1 Abhängig vom Schutz der Moore und intakten stehenden Gewässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Braunia alopecura LC Breutelia chrysocoma VU C1+2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Brotherella lorentziana EN B1ab(iii)+2ab(iii) Abhängig von der forstlichen Praxis. Bryoerythrophyllum VU D1 alpigenum

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Bryoerythrophyllum LC ferruginascens Bryoerythrophyllum LC recurvirostrum Bryoerythrophyllum NT D1 Gefährdet durch den Klimawandel. rubrum Bryum algovicum LC Bryum alpinum LC Bryum archangelicum LC Bryum arcticum NT A3bc; B2b(i,ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Bryum argenteum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Bryum argenteum subsp. LC argenteum Bryum argenteum subsp. DD Taxonomie unklar. veronense Bryum austriacum EN B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Erst 2013 beschrieben. 2017 in der Schweiz nachgewiesen. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Bryum barnesii LC Bryum bicolor LC Bryum blindii VU B2ab(iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Bryum caespiticium LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Bryum caespiticium subsp. VU B2ab(iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. badium Bryum caespiticium subsp. LC caespiticium Bryum caespiticium subsp. NT D1 kunzei Bryum capillare LC Bryum creberrimum LC Bryum cyclophyllum RE Nur ein Nachweis 1896. Fundort durch Stausee zerstört. Bryum demaretianum CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1890. Bryum elegans LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die wahrscheinlich gefährdet sind. Bryum funckii VU D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Bryum gemmiferum VU D1 Abhängig vom Schutz der Auen. Bryum gemmilucens EN D1 Bryum gemmiparum EN B2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Gewässern. Bryum intermedium VU D1 Bryum klinggraeffii LC Bryum longisetum CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1867. Bryum mildeanum VU B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C1

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Bryum moravicum LC Bryum muehlenbeckii NT B1b(ii,iii,iv)+2b(ii,iii,iv) Gefährdet durch den Klimawandel. Bryum pallens LC Bryum pallescens LC Bryum pseudotriquetrum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Bryum pseudotriquetrum VU D1 Abhängig vom Schutz der Moore. subsp. bimum Bryum pseudotriquetrum LC subsp. pseudotriquetrum Bryum radiculosum NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Bryum rubens LC Bryum ruderale NT D1 Angewiesen auf Ackerbrachen. Bryum sauteri EN B2ab(ii,iii); D1 Letzter Nachweis 1967. Abhängig von intakten Fliessgewässern. Bryum schleicheri LC Bryum stirtonii DD Taxonomie unklar. Bryum subapiculatum LC Bryum torquescens NT B2b(iii) Bryum turbinatum NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Bryum uliginosum CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1918. Bryum versicolor VU B2ab(ii,iii,iv)c(iii), cd Abhängig vom Schutz der Auen. Evaluiert unter der Annahme der Aufhebung bestehender Fördermassnahmen. Bryum violaceum LC Bryum weigelii NT B2b(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore. Buckia vaucheri LC Buxbaumia aphylla VU C2a(i) Im Mittelland wahrscheinlich ausgestorben. Buxbaumia viridis LC Callicladium haldanianum CR D1 Nur 2 Fundorte bekannt. Callicladium imponens CR B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Calliergon cordifolium VU B2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und abhängig von intakten Gewässern. Calliergon giganteum NT A2c; B2b(iii) Calliergon richardsonii EN B2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Calliergonella cuspidata LC Calliergonella lindbergii LC Campyliadelphus LC chrysophyllus Campyliadelphus elodes VU B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Campylium bambergeri LC Campylium stellatum LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Campylium stellatum LC subsp. protensum Campylium stellatum LC subsp. stellatum Campylophyllopsis LC calcarea Campylophyllum halleri LC Campylopus atrovirens LC Campylopus flexuosus LC Campylopus fragilis NT B2b(ii,iii) Campylopus gracilis LC Campylopus oerstedianus VU D1 Campylopus pilifer LC Campylopus pyriformis NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und angewiesen auf kleinräumige Störungen (z. B. durch Beweidung). Campylopus subulatus LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Campylopus subulatus DD Taxonomie unklar. subsp. schimperi Campylopus subulatus DD Taxonomie unklar. subsp. subulatus Campylostelium saxicola VU B1ab(i,ii,iii)+2ab(i,ii,iii); C2a(i) Catoscopium nigritum LC Im Mittelland und Jura gefährdet. Ceratodon conicus LC Ceratodon purpureus LC Ceratodon purpureus LC subsp. purpureus Cinclidium stygium VU C1+2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Cinclidotus aquaticus NT B2b(i,ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Cinclidotus danubicus LC Cinclidotus fontinaloides LC Cinclidotus riparius LC Cirriphyllum crassinervium LC Cirriphyllum piliferum LC Claopodium rostratum VU D1 Cleistocarpidium palustre CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1890. Climacium dendroides LC Cnestrum alpestre EN B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv); C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Cnestrum schisti CR D1 Nur ein aktueller Nachweis. Conardia compacta VU D1 Conostomum tetragonum NT B1b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Coscinodon cribrosus LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 46

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Coscinodon humilis VU D1 Cratoneuron curvicaule NT B1b(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Cratoneuron filicinum LC Crossidium aberrans EN B1ab(iii,iv)+2ab(iii,iv); C2a(i); D1 Crossidium squamiferum VU D1 Cryphaea heteromalla LC Art in Ausbreitung begriffen. Ctenidium molluscum LC Cynodontium bruntonii NT D1 Cynodontium fallax LC Cynodontium gracilescens LC Cynodontium polycarpon LC Cynodontium strumiferum LC Cynodontium tenellum LC Cyrtomnium VU B2ab(ii,iii,iv) Gefährdet durch den Klimawandel. hymenophylloides Dialytrichia mucronata VU B2ab(ii,iii), cd Abhängig von intakten Gewässern. Evaluiert unter der Annahme der Aufhebung bestehender Fördermassnahmen. Dichelyma falcatum CR D1 Nur ein Fundort bekannt. Dichodontium flavescens VU B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern. Dichodontium pellucidum LC Dicranella cerviculata VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore und angewiesen auf kleinräumige Störungen (z. B. durch Beweidung). Dicranella crispa EN C2a(i) Dicranella grevilleana LC Dicranella heteromalla LC Dicranella howei NT D1 Dicranella rufescens LC Dicranella schreberiana LC Dicranella staphylina LC Dicranella subulata LC Dicranella varia LC Dicranodontium asperulum VU D1 Dicranodontium LC denudatum Dicranodontium uncinatum NT D1 Dicranoweisia cirrata LC Dicranum acutifolium LC Dicranum bonjeanii LC Dicranum brevifolium LC Dicranum dispersum VU D1 Gefährdet durch den Klimawandel.

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 47

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Dicranum elongatum LC Dicranum flagellare VU B2ab(iii,iv) Im Mittelland stärker gefährdet. Dicranum flexicaule NT B1b(ii,iii)+2b(ii,iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Dicranum fulvum NT B1a+2a Dicranum fuscescens LC Dicranum majus NT B2b(iv) Dicranum montanum LC Dicranum muehlenbeckii DD Verbreitung unzureichend bekannt. Dicranum polysetum LC Dicranum scoparium LC Dicranum scottianum DD Letzter Nachweis 1855. Taxonomie unklar. Dicranum spadiceum LC Dicranum spurium EN D1 Dicranum tauricum LC Dicranum transsylvanicum DD Taxonomie unklar. Vorkommen in der Schweiz unsicher. Dicranum undulatum NT A2c; B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Im Mittelland wahrscheinlich ausgestorben. Dicranum viride LC . Didymodon acutus NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Didymodon asperifolius NT A3c Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Didymodon cordatus EN B2ab(iii) Didymodon fallax LC Didymodon ferrugineus LC Didymodon giganteus LC Didymodon glaucus CR D1 Didymodon icmadophilus VU D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Didymodon insulanus NT D1 Didymodon johansenii CR B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Nur 2 Nachweise, 1912 und 1914. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Didymodon luridus LC Didymodon rigidulus LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Didymodon sinuosus LC Didymodon spadiceus LC Didymodon NT B1a+2a subandreaeoides Didymodon tophaceus LC Regional durch Beeinträchtigung von Quellen gefährdet. Didymodon verbanus CR B1ab(iii,iv); D1 Didymodon vinealis VU C2a(i) . Diobelonella palustris LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 48

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Diphyscium foliosum LC Distichium capillaceum LC Distichium inclinatum LC Distichophyllum carinatum CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); D1 Nur ein Fundort bekannt. Ditrichum flexicaule LC Ditrichum gracile LC Ditrichum heteromallum LC Ditrichum lineare NT D1 Ditrichum pallidum VU B2ab(ii,iii,iv) Ditrichum pusillum VU B2ab(ii,iii,iv) Ditrichum zonatum NT D1 Drepanium fastigiatum LC Drepanocladus aduncus LC Drepanocladus EN A2c; B2ab(i,ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. lycopodioides Drepanocladus polygamus EN B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Drepanocladus sendtneri CR A2c; D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Drepanocladus sordidus CR B1ab(iii,iv)+2ab(iii,iv); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Drepanocladus trifarius NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Im Mittelland stärker gefährdet. Drepanocladus turgescens EN A2c; B2ab(i,ii,iii,iv); C2a(i); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Encalypta affinis NT B2b(ii,iii,iv) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Die Art umfasst infraspezifische Taxa die stärker gefährdet sind. Encalypta affinis subsp. NT B2b(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. affinis Encalypta affinis subsp. CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1859. macounii Encalypta alpina LC Encalypta ciliata LC Encalypta longicolla VU B1ab(i,ii,iii)+2ab(i,ii,iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Encalypta microstoma NT B2b(ii,iii,iv) Gefährdet durch den Klimawandel. Encalypta pilifera VU D1 Encalypta rhaptocarpa LC Encalypta spathulata DD Taxonomie unklar. Vorkommen in der Schweiz unsicher. Encalypta streptocarpa LC Encalypta trachymitria LC Encalypta vulgaris LC Entodon cladorrhizans CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1916. Entodon concinnus LC Entodon schleicheri NT A2c

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 49

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Entosthodon attenuatus VU D1 Entosthodon fascicularis VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Angewiesen auf Ackerbrachen. Entosthodon muhlenbergii EN B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Entosthodon obtusus CR B2ab(ii,iv); D1 Entosthodon pulchellus EN B2ab(iii); D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Ephemerum cohaerens EN B2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore und Auen und angewiesen auf feuchte Pionierflächen. Ephemerum recurvifolium CR D1 Ephemerum serratum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Epipterygium tozeri VU D1+2 Eucladium verticillatum LC Eurhynchiastrum LC diversifolium Eurhynchiastrum LC pulchellum Eurhynchium angustirete LC Eurhynchium striatum LC Fabronia ciliaris DD Verbreitung unzureichend bekannt. Fabronia major DD Verbreitung unzureichend bekannt. Fabronia pusilla LC Fissidens adianthoides LC Fissidens bryoides LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Fissidens bryoides subsp. LC bryoides Fissidens bryoides subsp. CR D1 Nur ein aktueller Nachweis. curnovii Fissidens celticus VU D1 Fissidens crassipes LC Fissidens crassipes subsp. LC crassipes Fissidens crispus VU D1 Fissidens dubius LC Fissidens exilis LC Fissidens fontanus CR B1ab(i,ii) Fissidens gracilifolius LC Fissidens grandifrons EN B1ab(iii)+2ab(iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Fissidens gymnandrus NT D1 Fissidens osmundoides LC Fissidens pusillus LC Fissidens rivularis EN B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Abhängig von intakten Fliessgewässern.

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 50

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Fissidens rufulus NT B2b(iii) Fissidens taxifolius LC Fissidens viridulus LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Fissidens viridulus subsp. EN B1ab(iii)+2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. bambergeri Fissidens viridulus subsp. NT D1 incurvus Fissidens viridulus subsp. LC viridulus Fontinalis antipyretica LC Fontinalis hypnoides EN B2ab(ii,iii,iv); C2a(i); D1 Fontinalis squamosa CR (PE) D1 Nur ein Nachweis vor 1860. Der Fundort wurde zerstört. Funaria hygrometrica LC Funaria microstoma CR (PE) A2c; B1ab(iv)+2ab(iv) Letzter Nachweis 1886. Grimmia alpestris LC Grimmia anodon LC Grimmia anomala LC Grimmia arenaria VU D1 Grimmia atrata VU D1 Grimmia caespiticia NT B1b(ii,iii)+2b(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Grimmia crinita VU A3c, cd Abhängig von der Erhaltung alter Mauern. Evaluiert unter der Annahme der Aufhebung bestehender Fördermassnahmen. Grimmia crinitoleucophaea DD Verbreitung unzureichend bekannt. Grimmia decipiens VU D1 Letzter Nachweis im Jura 1902. Grimmia dissimulata VU D1 Grimmia donniana LC Grimmia elatior LC Grimmia elongata LC Grimmia funalis LC Grimmia fuscolutea VU D1 Grimmia hartmanii LC Grimmia incurva LC Grimmia laevigata LC Grimmia lisae VU D1 Grimmia longirostris LC Grimmia mollis NT B1b(ii,iii)+2b(ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Grimmia montana LC Grimmia muehlenbeckii LC Grimmia orbicularis LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 51

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Grimmia ovalis LC Grimmia pulvinata LC Grimmia ramondii LC Grimmia sessitana LC Grimmia tergestina LC Grimmia tergestinoides DD Verbreitung unzureichend bekannt. Grimmia torquata LC Grimmia trichophylla LC Grimmia triformis NT B1b(ii,iii,iv)+2b(ii,iii,iv) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Grimmia unicolor LC Gymnobarbula bicolor VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Gymnostomum LC aeruginosum Gymnostomum calcareum LC Gymnostomum viridulum NT B1b(ii,iii)+2b(ii,iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Gyroweisia tenuis LC Habrodon perpusillus LC Hamatocaulis vernicosus VU A2bc Abhängig vom Schutz der Moore. Die Art umfasst zwei infraspezifische Taxa die möglicherweise stärker gefährdet sind. Haplocladium CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i); D1 Letzter Nachweis 1985. angustifolium Haplocladium virginianum CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i); D1 Hedwigia ciliata LC Hedwigia stellata NT D1 Helodium blandowii RE Nur ein Nachweis 1914. Fundort zerstört. Hennediella heimii CR D1 Herzogiella seligeri LC Herzogiella striatella LC Heterocladiella dimorpha LC Kein aktueller Nachweis im Mittelland. Heterocladium flaccidum DD Nur ein zweifelhafter Nachweis. Heterocladium LC heteropterum Homalia trichomanoides LC Homalothecium lutescens LC Homalothecium LC philippeanum Homalothecium sericeum LC Homomallium incurvatum LC Hookeria lucens NT A2ac; A3c; B2b(ii,iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Abhängig von der forstlichen Praxis. Hydrogonium NT D1 amplexifolium

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 52

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Hydrogonium bolleanum CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1921. Hydrogonium CR C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore und Auen und consanguineum angewiesen auf feuchte Pionierflächen. Hydrogonium croceum LC Hygroamblystegium NT B2b(ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. fluviatile Hygroamblystegium VU A3c, cd Abhängig vom Schutz der Moore. Evaluiert unter humile der Annahme der Aufhebung bestehender Fördermassnahmen. Hygroamblystegium tenax LC Hygroamblystegium LC varium Hygrohypnella ochracea EN B2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Hygrohypnum luridum LC Hygrohypnum styriacum EN B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Hylocomiadelphus LC triquetrus Hylocomiastrum LC pyrenaicum Hylocomiastrum umbratum LC Hylocomium splendens LC Hymenoloma compactum NT B2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Hymenoloma crispulum LC Hymenoloma mulahaceni CR D1 Nur ein Nachweis 1912. Hymenostylium LC recurvirostrum Hyophila involuta NT B2b(iii) Hypnum andoi LC Hypnum cupressiforme LC Hypnum cupressiforme LC subsp. cupressiforme Hypnum cupressiforme LC subsp. lacunosum Hypnum cupressiforme NT A3c; B1b(ii,iii)+2b(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. subsp. subjulaceum Hypnum jutlandicum LC Hypnum resupinatum DD Vorkommen in der Schweiz zweifelhaft. Hypnum uncinulatum DD Nur ein Nachweis 1916. Vorkommen in der Schweiz zweifelhaft. Isopterygiopsis LC muelleriana Isopterygiopsis pulchella LC Isothecium alopecuroides LC Isothecium myosuroides LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 53

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Jochenia pallescens LC Jochenia protuberans VU D1 Kiaeria blyttii NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Kiaeria falcata NT B1b(iii)+2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Kiaeria starkei LC Kindbergia praelonga LC Leptobryum pyriforme LC Leptodictyum riparium LC Leptodon smithii LC Leptodontium flexifolium DD Nur ein zweifelhafter Nachweis. Art kommt möglicherweise nicht in der Schweiz vor. Leptodontium styriacum VU C2a(i); D1 Gefährdet durch den Klimawandel. Lescuraea incurvata LC Lescuraea mutabilis LC Lescuraea patens LC Lescuraea plicata LC Lescuraea radicosa LC Lescuraea saxicola LC Leskea polycarpa LC Leucobryum glaucum LC Leucobryum LC juniperoideum Leucodon sciuroides LC Lewinskya acuminata NT D1 Lewinskya affinis LC Lewinskya fastigiata LC Lewinskya killiasii VU B1ab(iii)+2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Die Art umfasst infraspezifische Taxa die stärker gefährdet sind. Lewinskya killiasii subsp. VU B1ab(iii)+2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. killiasii Lewinskya killiasii subsp. EN B1ab(iii)+2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. simonyi Lewinskya laevigata CR D1 Nur ein Fundort bekannt. Lewinskya rupestris LC Lewinskya speciosa LC Lewinskya striata LC Loeskeobryum brevirostre LC Meesia longiseta CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1928. Meesia minor LC Meesia minutissima VU D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel.

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Meesia triquetra VU B2ab(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore. Gefährdet durch den Klimawandel. Meesia uliginosa LC Microbryum curvicollum EN B2ab(iii); C2a(i); D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Microbryum davallianum EN B2ab(iii); C2a(i) Die Art umfasst infraspezifische Taxa. Microbryum floerkeanum CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1909. Microbryum rectum DD Vorkommen in der Schweiz unsicher (Literaturangabe). Microbryum starckeanum EN B2ab(iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Microeurhynchium VU D1+2 pumilum Microhypnum sauteri LC Mielichhoferia elongata VU D1 mielichhoferiana Mnium hornum LC Mnium lycopodioides LC Mnium marginatum LC Mnium spinosum LC Mnium spinulosum LC Mnium stellare LC Mnium thomsonii LC Myurella julacea LC Myurella tenerrima LC Neckera besseri LC Art wahrscheinlich in Ausbreitung begriffen. Neckera complanata LC Neckera crispa LC Neckera menziesii EN B1ab(i,ii,iv)+2ab(i,ii,iv) Keine aktuellen Nachweise im Jura. Neckera pennata VU B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Habitatbäume. Neckera pumila LC Nogopterium gracile LC Nyholmiella obtusifolia LC Oligotrichum hercynicum LC Oncophorus integerrimus NT B2b(ii,iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Oncophorus sinensis EN B2ab(iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Oncophorus virens VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i) Gefährdet durch den Klimawandel. Oncophorus wahlenbergii DD Unklar ob Art in der Schweiz vorkommt. Oreas martiana EN B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Oreoweisia torquescens EN D1 Gefährdet durch den Klimawandel. Orthothecium chryseon EN B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Orthothecium intricatum LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Orthothecium rufescens LC Orthothecium strictum VU C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Orthotrichum alpestre LC Orthotrichum anomalum LC Orthotrichum callistomum CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1907. Orthotrichum cupulatum LC Orthotrichum dentatum VU D1 Erst 2016 beschrieben. Orthotrichum diaphanum LC Orthotrichum hispanicum EN D1 Orthotrichum limprichtii VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Orthotrichum microcarpum NT D1 Art in Ausbreitung begriffen. Orthotrichum pallens LC Orthotrichum patens LC Orthotrichum pulchellum LC Art in Ausbreitung begriffen. Orthotrichum pumilum LC Orthotrichum rogeri LC Orthotrichum scanicum LC Orthotrichum schimperi LC Orthotrichum stellatum VU D1 Orthotrichum stramineum LC Orthotrichum tenellum LC Orthotrichum urnigerum VU C2a(i) Orthotrichum vittii DD Nur ein Nachweis. Unklar ob ausdauerndes Vorkommen. Oxyrrhynchium hians LC Oxyrrhynchium schleicheri NT B1b(ii,iii)+2b(ii,iii); C2a(i) Oxyrrhynchium speciosum NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore und Auen. Oxystegus daldinianus LC Oxystegus minor CR D1 Nur ein Nachweis 1913. Oxystegus tenuirostris LC Paludella squarrosa VU B2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Palustriella commutata LC Palustriella decipiens LC Palustriella falcata LC Paraleucobryum enerve LC Paraleucobryum LC longifolium Paraleucobryum sauteri LC Phascum cuspidatum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind.

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Philonotis calcarea LC Philonotis capillaris VU D1 Philonotis fontana LC Philonotis marchica VU B1ab(iii)+2ab(iii), cd Abhängig vom Schutz der Moore und Auen und angewiesen auf feuchte Pionierflächen. Evaluiert unter der Annahme der Aufhebung bestehender Fördermassnahmen. Philonotis rigida EN D1 Philonotis seriata LC Philonotis tomentella LC Physcomitrium EN B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Ackerbrachen. Im Mittelland stärker eurystomum gefährdet. Die Art umfasst infraspezifische Taxa die stärker gefährdet sind. Physcomitrium CR D1 Nur ein Nachweis vor 1822. eurystomum subsp. acuminatum Physcomitrium EN B2ab(ii,iii) Angewiesen auf Ackerbrachen. Im Mittelland stärker eurystomum subsp. gefährdet. eurystomum Physcomitrium patens VU B1ab(iii)+2ab(iii) Angewiesen auf Ackerbrachen. Physcomitrium pyriforme LC Physcomitrium CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1866. sphaericum Plagiobryum demissum EN B2ab(ii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Plagiobryum zieri NT B2b(ii,iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Plagiomnium affine LC Plagiomnium cuspidatum LC Plagiomnium elatum LC Plagiomnium ellipticum NT A2c; B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Plagiomnium medium LC Plagiomnium rostratum LC Plagiomnium undulatum LC Plagiopus oederianus LC Plagiothecium cavifolium LC Plagiothecium curvifolium LC Plagiothecium LC denticulatum Plagiothecium handelii VU D1 Plagiothecium laetum LC Plagiothecium VU D1 neckeroideum Plagiothecium nemorale LC Plagiothecium piliferum CR D1 Letzter Nachweis 1911.

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 57

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Plagiothecium LC platyphyllum Plagiothecium ruthei VU B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Plagiothecium LC succulentum Plagiothecium undulatum LC Plasteurhynchium LC striatulum Platydictya LC jungermannioides Platygyrium repens LC Platyhypnum alpestre DD Nur ein zweifelhafter Nachweis. Art kommt möglicherweise nicht in der Schweiz vor. Platyhypnum alpinum VU B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Platyhypnum EN B2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Gefährdet cochlearifolium durch den Klimawandel. Platyhypnum duriusculum LC Platyhypnum molle VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i) Abhängig von intakten Fliesswässern. Gefährdet durch den Klimawandel. Platyhypnum norvegicum DD Bestimmung unsicher. Unklar ob Art in der Schweiz vorkommt. Platyhypnum smithii NT B1b(ii,iii,iv)+2b(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Pleuridium acuminatum LC Pleuridium subulatum LC Pleurochaete squarrosa VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Pleurozium schreberi LC Pohlia andalusica LC Pohlia andrewsii NT B2b(ii,iii,iv) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Pohlia annotina LC Im Mittelland gefährdet. Pohlia bulbifera CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1908. Pohlia camptotrachela LC Pohlia cruda LC Im Mittelland gefährdet. Pohlia drummondii LC Pohlia elongata LC Im Mittelland stark zurückgegangen. Pohlia filum NT B2b(iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Abhängig vom Schutz der Auen (Gebirgsauen). Pohlia flexuosa EN D1 Pohlia lescuriana CR D1 Letzter Nachweis 1989. Pohlia longicolla LC Pohlia ludwigii NT B1b(ii,iii,iv)+2b(ii,iii,iv) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Pohlia lutescens LC Pohlia melanodon LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 58

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Pohlia nutans LC Pohlia nutans subsp. LC nutans Pohlia obtusifolia NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Auen (Gebirgsauen) Pohlia proligera LC Pohlia sphagnicola CR B2ab(ii,iii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Letzter Nachweis 1984. Pohlia vexans CR B2ab(ii,iii,iv)c(ii,iv); D1 Letzter Nachweis 1965. Pohlia wahlenbergii LC Polytrichum aloides LC Polytrichum alpinum LC Polytrichum commune LC Polytrichum commune LC subsp. commune Polytrichum commune LC subsp. perigoniale Polytrichum formosum LC Polytrichum juniperinum LC Polytrichum longisetum LC Polytrichum pallidisetum LC Polytrichum piliferum LC Polytrichum septentrionale VU D1 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Polytrichum sexangulare LC Polytrichum strictum LC Polytrichum urnigerum LC Pottiopsis caespitosa CR (PE) D1 Nur ein Nachweis 1848. Protobryum bryoides LC Pseudanomodon LC attenuatus Pseudephemerum nitidum LC Pseudoamblystegium LC subtile Pseudobryum cinclidioides CR (PE) D1 Letzter Nachweis im 19. Jahrhundert. Pseudocampylium radicale VU B2ab(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Pseudocrossidium LC hornschuchianum Pseudocrossidium VU C2a(i) revolutum Pseudohygrohypnum EN B2ab(ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. eugyrium Pseudohygrohypnum CR D1 Nur ein Nachweis vor 1875. fertile

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 59

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Pseudoleskeella LC catenulata Pseudoleskeella nervosa LC Pseudoleskeella rupestris VU D1 Pseudoleskeella tectorum NT D1 Pseudoleskeopsis artariae CR D1 Pseudoscleropodium LC purum Pseudostereodon NT A3c; B2b(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. procerrimus Pseudotaxiphyllum LC elegans Pterigynandrum filiforme LC Pterygoneurum lamellatum CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Pterygoneurum ovatum NT B2b(ii,iii) Pterygoneurum CR B1ab(i,ii,iii,iv)c(iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv)c(iii,iv); D1 Letzter Nachweis 1915. sampaianum Pterygoneurum subsessile VU B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Ptilium crista-castrensis LC Ptychomitrium incurvum CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i); D1 Ptychomitrium polyphyllum LC Pulvigera lyellii LC Pylaisia polyantha LC Pyramidula tetragona CR (PE) D1 Historische Literaturangaben. Racomitrium aciculare LC Racomitrium affine LC Racomitrium aquaticum LC Racomitrium canescens LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Racomitrium canescens LC subsp. canescens Racomitrium canescens DD Taxonomie unklar. subsp. latifolium Racomitrium elongatum LC Racomitrium ericoides LC Racomitrium fasciculare LC Racomitrium LC heterostichum Racomitrium lanuginosum LC Racomitrium macounii LC Racomitrium macounii LC subsp. alpinum Racomitrium macounii LC subsp. macounii

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 60

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Racomitrium microcarpon LC Racomitrium nivale CR B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Erst 2007 beschrieben. 2017 in der Schweiz nachgewiesen. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Racomitrium sudeticum LC Rhabdoweisia crenulata VU D1 Rhabdoweisia crispata NT D1 Rhabdoweisia fugax LC Rhizomnium magnifolium LC Rhizomnium NT A2c; B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. pseudopunctatum Rhizomnium punctatum LC Rhodobryum ontariense LC Rhodobryum roseum LC Rhynchostegiella tenella LC Rhynchostegiella VU D1 teneriffae Rhynchostegium LC confertum Rhynchostegium NT D1 megapolitanum Rhynchostegium murale LC Rhynchostegium LC riparioides Rhynchostegium LC Art in Ausbreitung begriffen. rotundifolium Rhytidiadelphus loreus LC Rhytidiadelphus LC squarrosus Rhytidiadelphus LC subpinnatus Rhytidium rugosum LC Roaldia dolomitica DD Verbreitung unzureichend bekannt. Roaldia revoluta LC Saelania glaucescens NT B2b(iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Sanionia uncinata LC Sarmentypnum LC exannulatum Sarmentypnum LC sarmentosum Schistidium agassizii EN B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Schistidium apocarpum LC Schistidium atrofuscum LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 61

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Schistidium boreale CR D1 Letzter Nachweis 1927. Schistidium brunnescens LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die potentiell gefährdet sind. Schistidium brunnescens DD Taxonomie unklar. subsp. brunnescens Schistidium brunnescens NT D1 subsp. griseum Schistidium confertum LC Schistidium confusum NT D1 Schistidium crassipilum LC Schistidium dupretii LC Schistidium elegantulum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Schistidium elegantulum LC subsp. elegantulum Schistidium elegantulum DD Verbreitung unzureichend bekannt. subsp. wilsonii Schistidium flaccidum LC Schistidium foraminis- CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); D1 Erst 2021 beschrieben. Hochgebirgsart, gefährdet martini durch den Klimawandel. Schistidium grande VU D2 Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Schistidium helveticum LC Schistidium lancifolium VU B1ab(iii)+2ab(iii) Schistidium marginale NT D1 Schistidium memnonium DD Schistidium obscurum DD Taxonomie unklar. Schistidium papillosum LC Im Mittelland und Jura stärker gefährdet. Schistidium platyphyllum VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Abhängig von intakten Fliessgewässern. Schistidium pruinosum LC Schistidium pulchrum NT D1 Schistidium rivulare LC Schistidium robustum LC Schistidium sordidum VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Schistidium spinosum CR D1 Nur zwei Fundorte bekannt. Schistidium subflaccidum LC Schistidium trichodon LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa. Schistidium umbrosum EN C2a(i); D1 Gefährdet durch den Klimawandel. Schistidium venetum CR D1 Nur zwei Fundorte bekannt. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Schistostega pennata VU D1 Sciuro-Hypnum curtum LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 62

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name flotowianum Sciuro-Hypnum glaciale LC Sciuro-Hypnum latifolium VU B1ab(iii)+2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Sciuro-Hypnum CR D1 Letzter Nachweis 1932. ornellanum Sciuro-Hypnum plumosum LC Sciuro-Hypnum populeum LC Sciuro-Hypnum reflexum LC Sciuro-Hypnum starkei LC Sciuro-Hypnum NT D1 tromsoeense Scopelophila ligulata CR B2ab(iii); D1 Scorpidium cossonii NT A2c; B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Scorpidium revolvens VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Scorpidium scorpioides VU A3c Abhängig vom Schutz der Moore. Scorpiurium circinatum NT D1 Scorpiurium deflexifolium CR D1 Nur auf den Brissago-Inseln im Tessin. Seligeria acutifolia CR D1 Seligeria austriaca VU D1 Seligeria brevifolia VU D1 Seligeria calcarea NT D1 Seligeria carniolica CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1885. Seligeria donniana LC Seligeria oelandica CR (PE) D1 Letzter Nachweis 1899. Seligeria patula NT D1 Seligeria pusilla LC Seligeria trifaria LC Sematophyllum demissum LC Serpoleskea confervoides LC Sphagnum affine EN B2ab(ii,iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum angustifolium NT A3c; B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum auriculatum NT B1b(iii)+2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum balticum CR (PE) B1ab(ii)+2ab(ii); D1 Letzter Nachweis 1954. Sphagnum capillifolium NT B2b(ii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum centrale LC Sphagnum compactum NT A2c; A3c; A4c; B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum contortum VU A2c Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum cuspidatum NT A3c; B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Gefährdet durch den Klimawandel. Sphagnum divinum NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore.

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 63

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Sphagnum fallax NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum fimbriatum NT B1b(iii)+2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum flexuosum NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum fuscum VU B2ab(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum girgensohnii LC Sphagnum inundatum NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum majus VU A3c Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum majus subsp. VU A3c Abhängig vom Schutz der Moore. majus Sphagnum medium NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum molle CR B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); C2a(i,ii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Nur ein Fundort bekannt. Sphagnum palustre LC Sphagnum papillosum NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum platyphyllum NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum quinquefarium LC Sphagnum riparium CR B1ab(iv)+2ab(iv); C2a(i,ii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Nur ein Nachweis 2007. Sphagnum rubellum VU A3c Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum russowii LC Sphagnum squarrosum LC Sphagnum subfulvum CR B1ab(i,ii,iii)+2ab(i,ii,iii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum subfulvum CR B1ab(i,ii,iii)+2ab(i,ii,iii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. subsp. subfulvum Sphagnum subnitens NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Die Art umfasst infraspezifische Taxa die stärker gefährdet sind. Sphagnum subnitens CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Nur zwei subsp. ferrugineum Fundorte bekannt. Sphagnum subnitens NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. subsp. subnitens Sphagnum subsecundum LC Sphagnum tenellum NT A3c; B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum teres NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Sphagnum warnstorfii NT B2b(iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Splachnum ampullaceum VU C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore. Splachnum sphaericum LC Stegonia latifolia LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Stereodon callichrous LC Stereodon hamulosus NT B1b(ii,iii)+2b(ii,iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Stereodon pratensis NT B2b(ii,iii,iv) Abhängig vom Schutz der Moore. Straminergon stramineum LC

Rote Liste der Moose © BAFU / Swissbryophytes 2023 64

Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Streblotrichum convolutum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Streblotrichum enderesii EN B2ac(iv); D1 Syntrichia calcicola LC Syntrichia caninervis VU B1ab(iii)+2ab(iii); D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Syntrichia fragilis NT D1 Syntrichia laevipila NT D1 Syntrichia latifolia VU D1 Syntrichia montana LC Syntrichia norvegica LC Syntrichia pagorum LC Syntrichia papillosa LC Syntrichia ruralis LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Syntrichia sinensis EN D1 Syntrichia virescens LC Taxiphyllum wissgrillii LC Tayloria acuminata VU B2ab(ii) Tayloria froelichiana LC Tayloria hornschuchii CR B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv); D1 Nur ein Nachweis 1936. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Tayloria lingulata VU B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii) Gefährdet durch den Klimawandel. Tayloria rudolphiana EN B2ab(ii,iii,iv) Angewiesen auf Habitatbäume. Abhängig vom Erhalt der Bergahornweiden in den Nordalpen. Tayloria serrata LC Tayloria splachnoides VU C2a(i) Tayloria tenuis LC Tetraphis pellucida LC Tetraplodon angustatus VU B1ab(iii)+2ab(iii) Tetraplodon mnioides NT D1 Tetraplodon urceolatus EN B2ab(ii,iii,iv); C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Tetrodontium ovatum CR D1 Tetrodontium repandum VU D1 Thamnobryum LC alopecurum Thamnobryum EN D1 Nur zwei aktuelle Fundorte bekannt. neckeroides Thuidium assimile LC Thuidium delicatulum LC Thuidium recognitum LC Thuidium tamariscinum LC Timmia austriaca LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Timmia bavarica LC Timmia comata CR B2ab(iii,iv); D1 Letzter Nachweis 1932. Timmia norvegica LC Timmiella anomala NT D1 Tomentypnum involutum CR B2ab(iii); C2a(i); D1 Nur 2 Nachweise im 19. Jahrhundert.Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Tomentypnum nitens LC Tortella alpicola LC Tortella densa LC Tortella fasciculata LC Tortella fragilis LC Tortella humilis CR D1 Tortella inclinata LC Tortella nitida VU D1 Tortella pseudofragilis LC Tortella tortuosa LC Tortula atrovirens VU D1 Tortula brevissima CR D1 Tortula canescens VU D1 Tortula cernua CR B1ab(ii,iii)+2ab(ii,iii); C2a(i); D1 Letzter Nachweis 1942. Tortula hoppeana LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die potentiell gefährdet sind. Tortula lanceola NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Tortula laureri CR B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv); C2a(i); D1 Nur ein aktueller Fundort bekannt. Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Tortula leucostoma EN B2ab(iii) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Tortula modica LC Tortula mucronifolia LC Tortula muralis LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Tortula muralis subsp. LC muralis Tortula muralis subsp. VU D1 obtusifolia Tortula revolvens EN B1ab(i,ii,iii,iv)+2ab(i,ii,iii,iv); D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Tortula schimperi LC Tortula subulata LC Tortula systylia VU C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Tortula truncata LC

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Wissenschaftlicher Kat. Kriterien IUCN Bemerkungen Name Trematodon ambiguus EN C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore und angewiesen auf kleinräumige Störungen (z. B. durch Beweidung). Trematodon brevicollis EN C2a(i) Hochgebirgsart, gefährdet durch den Klimawandel. Trichodon cylindricus LC Trichostomum LC brachydontium Trichostomum crispulum LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die möglicherweise gefährdet sind. Trichostomum triumphans CR B1ab(iii)+2ab(iii); C2a(i); D1 Abhängig vom Schutz der Trockenwiesen. Ulota bruchii LC Ulota coarctata NT B2b(ii,iii) Ulota crispa LC Ulota crispula LC Ulota hutchinsiae LC Ulota intermedia LC Ulota macrospora LC Voitia nivalis CR (PE) B1ab(ii,iii,iv)+2ab(ii,iii,iv); D1 Letzter Nachweis 1863. Warnstorfia fluitans NT B2b(ii,iii) Abhängig vom Schutz der Moore. Warnstorfia EN B1ab(ii,iii); D1 Abhängig vom Schutz der Moore. Letzter Nachweis pseudostraminea 1985. Weissia brachycarpa LC Weissia controversa LC Die Art umfasst infraspezifische Taxa die gefährdet sind. Weissia longifolia LC Weissia rostellata NT D1 Weissia rutilans EN B2ab(iii) Weissia squarrosa EN B2ab(iii); C2a(i) Abhängig vom Schutz der Moore und angewiesen auf kleinräumige Störungen (z. B. durch Beweidung). Weissia wimmeriana LC Zygodon conoideus LC Art in Ausbreitung begriffen. Zygodon dentatus LC Zygodon forsteri DD Angewiesen auf Habitatbäume. Nur ein Nachweis ohne Fundortangaben. Zygodon gracilis VU D1 Zygodon rupestris LC Zygodon viridissimus LC

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4 Interpretation und Diskussion

der Roten Liste

4.1 Entwicklung des Wissensstands

Die wissenschaftliche Erforschung der Moose der Schweiz begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts und erlebte an der Wende zum 20. Jahrhundert mit einer intensiven Sammeltätigkeit und den Florenwerken von Jules J. Amann, Paul F. Culmann und Charles Meylan einen ersten Höhepunkt (Urmi et al. 2007). In neuerer Zeit werden seit 1984 im Rahmen des Projekts Nationales Inventar der Schweizer Moosflora NISM, seit 2017 Swissbryophytes, sowohl aktuelle als auch historische Funddaten von Moosen erfasst und damit das Wissen über die Verbreitung der Arten in der Schweiz aufgebaut.

Die systematischen Aufnahmen des Nationalen Inventars der Schweizer Moosflora NISM brachten bis zum Abschluss im Jahr 2006 gut 20 000 Datensätze aus 1250 Moosvegetationsaufnahmen, verteilt über die ganze Schweiz. Daneben wurden viele weitere Funde sowie Belege aus den Herbarien erfasst.

Vegetationserhebungen mit Berücksichtigung der Moose wurden im Rahmen verschiedener Projekte insbesondere in Mooren durchgeführt. Die «Kartierung der Hoch- und Übergangsmoore» (Grünig et al. 1986), die «Wirkungskontrolle Moorbiotope» (Küchler et al. 2018) und aktuell die «Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz WBS» (Bergamini et al. 2019a) lieferten bis heute rund 40 000 Datensätze aus Mooren. Moorkartierungen im Glaubenberg-Gebiet (Kantone LU und OW) und im Kanton Zürich brachten fast 12 000 bzw. 2500 weitere Datensätze. Die Fundmeldungen aus Mooren sind also mit ca. 130 Funden pro km2 stark übervertreten gegenüber der übrigen Landesfläche, wo der Durchschnitt nur rund 7 Fundmeldungen pro km2 beträgt. Dies kann zu einer starken Überschätzung der Häufigkeit von Moorarten führen, die bei der Evaluation der Gefährdung berücksichtigt wurde.

Gezielte Erhebungen in Fliessgewässern (z. B. Egloff & Urmi 2004; Känel et al. 2009) ergaben rund 2500 Einträge in die Swissbryophytes Datenbank. Das Projekt «Vegetation und Boden» (Küchler et al. 2013) lieferte rund

6500 Datensätze aus Wäldern. Für kantonale Moosfloren wurden viele weitere Daten erhoben, so rund 5000 in Bern

(Bagutti & Hofmann 2007), 4500 in Genf (Burgisser & Cailliau 2012), 1200 in Schaffhausen (Bergamini 2015) und 15 000 in Luzern (Zemp et al. 2016).

Das «Biodiversitätsmonitoring Schweiz BDM» (Koordinationsstelle BDM 2014) startete im Jahr 2001 und lieferte bis heute gegen 62 000 Datensätze von ca. 1500 systematisch über die ganze Schweiz verteilten und wiederholt erhobenen Dauerflächen. Diese Daten liefern hauptsächlich Informationen zu häufigen und mittelhäufigen Arten. Aber auch einige seltene Arten konnten hierbei entdeckt werden. Insbesondere kamen zwei in der Schweiz ausgestorben geglaubte Arten, nämlich Sphaerocarpos europaeus und Fossombronia foveolata, wieder zum Vorschein (Bergamini et al. 2011, Schnyder 2003).

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In mehreren kantonalen Herbarien wurden die Belege digital erfasst und georeferenziert und die Daten an Swissbryophytes abgegeben, woraus rund 28 000 Datenbankeinträge resultierten (Luzern, Altdorf, Porrentruy, Lugano, Chur, Frauenfeld, Schweizer Belege in Stockholm). Ausserdem wurden alle 12 000 Belege von P. Culmann im Herbarium der Universität Zürich erfasst und diejenigen von Jules Amann im Herbarium der ETH Zürich werden gerade registriert. Die historischen Daten stammen aus dem Zeitraum von 1810 bis 1984.

Für die vorliegende Rote Liste wurden etwa 1000 weitere Herbarbelege nachgeprüft und weitere rund 3000 Belege bei Nachsuchen seltener Arten und Moosvegetationsaufnahmen gesammelt und digital erfasst.

Basierend auf den im Rahmen des Projekts Nationales Inventar der Schweizer Moosflora NISM gesammelten Daten entstand 1992 die erste Rote Liste der Moose der Schweiz (Urmi et al. 1992; Anhang A1). Damals standen rund 37 000 Datensätze zur Verfügung. Die zweite Rote Liste erschien im Jahr 2004 (Schnyder et al. 2004). Dafür standen bereits knapp 100 000 Datensätze zur Verfügung und für die aktuelle Liste waren es insgesamt über 320 000 (Stand Oktober 2019). Das entspricht jeweils etwa einer Verdreifachung der Datengrundlage (Abb. 14). Die Rote Liste 2004 wurde erstmals nach den internationalen Kriterien der IUCN erstellt, die vom BAFU als Standard für die Erstellung Roter Listen festgelegt wurden. Die hier vorliegende dritte Fassung der Roten Liste wurde gemäss den aktualisierten Richtlinien der IUCN erstellt (IUCN 2012b, IUCN Species Survival Commission 2012, IUCN Standards and Petitions Committee 2019). Die Einschätzung der Gefährdung der Arten wurde umfassend überarbeitet. Als Basis diente ein, gemäss neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiertes, Artkonzept.

Abb. 14: Entwicklung des Datenbestandes in der Datenbank von Swissbryophytes

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4.2 Vergleich mit der Roten Liste 2004

4.2.1 Übersicht

In der Roten Liste 2004 (Schnyder et al. 2004) lag der Anteil der gefährdeten Arten an den bewerteten Arten bei 41,9 %, in der vorliegenden Roten Liste sind es 35,1 % (Tabelle 5). Dies Abnahme des Anteils an gefährdeten Arten ist vor allem durch die geänderte Methodik und die bessere Datenlage bedingt (Anhänge A3−4) und ist kein Hinweis auf eine abnehmende Gefährdung der Moose. Betrachtet man die Gesamtheit der gefährdeten und potentiell gefährdeten Arten, so ist ihr Anteil heute sogar etwas höher als noch 2004 (2004: 48,7 %; 2023: 49,4 %). Betrachtet man den IUCN Rote-Liste-Index (RLI; Bubb et al. 2009, Butchart et al. 2007), der auf einer Gewichtung nach Gefährdungskategorien basiert, so ist dieser für beide Roten Listen praktisch gleich (2004: 0,773; 2023: 0,768). Durch die methodischen Änderungen und den unterschiedlichen Kenntnisstand ist aber ein Vergleich der beiden Rote-Liste-Indices nur bedingt möglich. Für den Vergleich des RLI dürfen nur echte Änderungen der Gefährdungssituation und das gleiche Artenset berücksichtigt werden (Bubb et al. 2009, Butchart et al. 2007). Da die Moostaxonomie in den letzten 20 Jahren aber stark geändert hat (Anhang A4), wäre dies nur mit einer umfassenden Neu-Evaluation sämtlicher Taxa mit Datenstand 2004 möglich.

Neben der Änderung im Gesamtanteil der gefährdeten Arten gibt es auch grosse Änderungen der Anteile an den verschiedenen Gefährdungskategorien (Tabelle 5) und der Einstufung einzelner Arten. Insgesamt wurden etwa je 200 Arten als weniger, bzw. stärker gefährdet beurteilt (Anhang A4). Auch diese Änderungen sind weitgehend methodisch bedingt. So wurde 2004 zum Beispiel der AOO anders berechnet als in der vorliegenden Roten Liste und Individuenzahlen wurden nicht geschätzt (Kriterium D1 wurde nicht verwendet; Anhang A3−4)

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Tab. 5: Anzahl und Anteil der Arten je Gefährdungskategorien, sowie Rote-Liste-Index in der Roten Liste 2004 (Schnyder et al. 2004) und 2023

Kategorie 2004 2023 Anzahl Anteil an Anteil an Anzahl Anteil an Anteil an Arten Roter Liste bewerteten Arten Roter Liste bewerteten Arten Arten RE In der Schweiz ausgestorben 15 3,6 % 1,5 % 3 0,8 % 0,3 % CR (PE) Möglicherweise ausgestorben 0 0% 0% 24 6,2 % 2,2 % CR Vom Aussterben bedroht 61 14,7 % 6,1 % 97 24,9 % 8,7 % EN Stark gefährdet 58 13,9 % 5,8 % 102 26,2 % 9,2 % VU Verletzlich 282 67,8 % 28,4 % 164 42,1 % 14,7 % Total Arten der Roten Liste 416 100 % 41,9 % 390 100 % 35,1 % NT Potenziell gefährdet 67 6,8 % 159 14,3 % LC Nicht gefährdet 509* 51,3 % 563 50,6 % Total bewertete Arten 992 100 % 1112 100 % RLI (Rote-Liste-Index) 0,773 0,768 DD Ungenügende Datengrundlage 98 36 Total beurteilte Arten 1090* 1148

* Schnyder et al. (2004, Kapitel 6) führen in der Artenliste 1090 beurteilte und 509 nicht gefährdete Arten; im Text und in Tabelle 5 werden davon abweichend 1093 beurteilte und 512 nicht gefährdete Arten genannt.

4.2.2 Veränderungen in den verschiedenen Lebensräumen

Abbildung 15 zeigt einen Vergleich der Anteil gefährdeter Arten in den 6 Lebensraumklassen, die in der Roten Liste 2004 für die Auswertung je Lebensraum verwendet wurden (Schnyder et al. 2004). Dabei bilden die Gehölzformationen die grösste Lebensraumklasse, mit 471 (Rote Liste 2004) bzw. 490 (Rote Liste 2023) berücksichtigten Arten, gefolgt von Gesteinsvegetation (195 bzw. 281 Arten), Nass-Standorten (173 bzw. 211 Arten), Übrigem Grünland (53 bzw. 79 Arten), Offenem Land (43 bzw. 64 Arten) und Trockenrasen (17 bzw.

23 Arten). Diese Gegenüberstellung zeigt plausible Trends, wenngleich für diesen Vergleich die gleichen

Einschränkungen gelten wie für den Vergleich der Gesamtzahlen der beiden Roten Listen (Kapitel 4.2.1). Im Weiteren wurden 2004 nur 948 Arten einer Lebensraumklasse zugeordnet, wohingegen für die Berechnung der aktuellen Anteile alle 1148 einheimischen Arten berücksichtigt werden konnten.

Während sich die Anteile in den meisten Lebensraumklassen nur wenig verändert haben, ist in der Klasse der Nass-Standorte, welche die Arten der Moore und Gewässer umfasst, der Anteil an gefährdeten Arten aktuell höher als 2004. Die Moore stehen weiterhin unter hohem Druck, weil ihre Lebensraumqualität trotz Schutzmassnahmen abnimmt (Küchler et al. 2018; Bergamini et al. 2019a). Gleichfalls reagieren auch die Moose der Gewässer sensibel auf Veränderungen und in beiden Fällen ist zusätzlich mit negativen Effekten durch den Klimawandel zu rechnen.

Bei den Gehölzformationen ist der Anteil der gefährdeten Arten aktuell geringer als 2004. Dies hängt vor allem mit vielen Neufunden von ehemals als gefährdet eingestufter Epiphyten zusammen, aber auch das verbesserte Totholzangebot trägt dazu bei, die Lebensbedingungen für Moose im Wald zu verbessern. Allerdings sind besonders im Mittelland und dem Jura die Totholzmengen immer noch recht tief (Brändli et al. 2020). Eine Zunahme der Epiphyten scheint tatsächlich stattzufinden, vermutlich wegen der verbesserten Luftqualität.

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Teilweise widerspiegeln die Neufunde aber auch das gestiegene Interesse an diesen Arten und ihrem Lebensraum und damit einen verbesserten Kenntnisstand.

Abb. 15: Anteil gefährdeter Arten an den beutreilten Arten in verschiedenen Lebensraumklassen, 2004 und 2023

4.2.3 Veränderungen von Artengruppen

Neben den Veränderungen in den Lebensräumen konnten wir auch für bestimmte Artengruppen reale und nicht nur methodisch bedingte Veränderungen feststellen: 1) Epiphyten: In Folge der massiven Verminderung der Luftverschmutzung mit Schwefeldioxid in den 1980- und 1990er-Jahren nahmen viele Epiphyten zu, so z. B. viele Orthotrichum- und Ulota-Arten. Bestimmte Arten, z. B. Syntrichia papillosa, profitieren vermutlich zusätzlich durch hohe Stickstoffeinträge. Dass im Gegenzug konkurrenzschwache Arten negativ beeinflusst werden ist möglich, konnte anhand der verfügbaren Daten aber nicht eindeutig festgestellt werden. 2) Wärmeliebende und (sub)ozeanische Arten: Veränderte Klimabedingungen führen dazu, dass früher nur, oder fast nur im Tessin heimische Arten vermehrt auch in der Nordschweiz gefunden werden, so zum Beispiel Orthotrichum microcarpum und Neckera besseri. Im Gebirge findet sich ein Höhersteigen der Arten satt (Bergamini et al. 2009). Es zeigt sich auch eine deutliche Ausbreitung von Arten ozeanisch geprägter Gebiete, z. B. Cryphaea heteromalla, Dicranoweisia cirrata, Neckera smithii, Orthotrichum pulchellum, Rhynchostegium rotundifolium und der neophytischen Art Orthodontium lineare. Ob im Gegenzug Arten, die kontinentale Klimabedingungen bevorzugen, im Rückgang sind oder zurückgehen werden, ist weit schwerer festzustellen und sollte anhand gezielter Analysen untersucht werden. 3) Arten der Fluss-Alluvionen: Wenngleich in den Nass-Standorte insgesamt eine Zunahme der gefährdeten Arten festgestellt wurde (Kapitel 4.2.2) zeigten sich bei einzelnen Arten der Fliessgewässer auch positive Entwicklungen. Renaturierungen und Pflege der Flussufer und Alluvionen in den Tieflagen haben dazu geführt, dass einige Arten wieder vermehrt gefunden werden. So wurde z. B. Bryum versicolor viele Jahrzehnte beinahe gar nicht mehr gefunden und wird nun wieder öfters nachgewiesen, insbesondere an Uferbereichen, die genügend Dynamik aufweisen.

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4) Hornmoose: Eines der wenigen mehrjährigen Monitoring-Projekte, welches auf einzelne Arten ausgerichtet ist, ist das Hornmoosprojekt von Irene Bisang und Mitarbeitern (Bisang et al. 2021). Hier zeigte sich ein starker Rückgang der Hornmoos-Vorkommen im Mittelland. Dies vor allem, weil Stoppelfelder, die bis weit in den Herbst hinein nicht umgebrochen werden, weitgehend aus der Landschaft verschwunden sind. In diesem für Hornmoose zentralen Habitat kommen auch viele weitere typische und teilweise gefährdete Ackermoose vor (Bryum spp., Ephemerum spp., Riccia spp.). Biodiversitätsförderflächen, z. B. Buntbrachen, können zwar typische Ackermoose aufweisen, aber nur wenn die Brachen jung sind. Nach wenigen Jahren verhindert eine dicke Streuschicht ein Aufkommen der Ackermoose. Hier sind weitere Massnahmen notwendig.

4.2.4 Veränderungen bei einzelnen Arten

Für die aktuelle Rote Liste wurden 163 Populationen von insgesamt 86 Arten nachgesucht (Anhang A3). Im Vordergrund stand dabei die Nachsuche von älteren Funden (vor 2004), so dass diese Daten für die Analyse der Änderungen 2004−2023 nur eine beschränkte Aussagekraft haben. Im Durchschnitt lag die Wiederfundrate bei 34 %, bei bis zu 20-jährigen Belegen mit 50 % deutlich höher, bei über 50-jährigen mit nur noch 26 % deutlich darunter. Grund für diese unterschiedlichen Wiederfundraten ist nicht nur die grössere Wahrscheinlichkeit für das Aussterben einer lokalen Population, wenn ein längerer Zeitraum betrachtet wird, sondern auch die ungenaueren Fundortangaben bei den älteren Belegen, die ein Wiederfinden erschweren.

Bei einigen schon länger nicht mehr gefundenen Arten kann mit grosser Sicherheit von Verlusten ausgegangen werden (Didymodon glaucus, Polytrichum nanum). Ein Fundort der sehr seltenen Cephaloziella phyllacantha wurde durch einen Felssturz zerstört. Bei einigen Arten wurde eine verminderte Vitalität oder Ausdehnung der Populationen festgestellt (z. B. Scopelophila ligulata). Bei vielen erfolglosen Nachsuchen konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Art trotzdem noch vorkommt oder wenigstens in der näheren Umgebung des früheren Fundortes noch vorhanden ist. Auch könnten gewisse Arten zu anderen Jahreszeiten möglicherweise wiedergefunden werden. Es gab jedoch bei etwa 40 der 107 erfolglosen Nachsuchen deutliche Hinweise, dass die negative Entwicklung der Lebensräume der Grund für das Nicht-Wiederfinden war, wie ausgetrocknete Bergbäche, überdüngte Äcker, nährstoffreichere Verhältnisse in Mooren und an Erdböschungen, verbaute Gipfelregionen, das Fehlen von offenen Pionierstellen in Wäldern und in Feuchtgebieten, Aufgabe der Beweidung, und zunehmende Beschattung von Felsen.

Umgekehrt zeigen Wiederfundraten von 50 % und mehr bei einigen Arten, von denen Nachsuchen an mehreren früheren Fundorten erfolgten, dass einige der Lebensräume noch erhalten sind, etwa bei den Gebirgsmoosen Tortula systylia und Orthothecium chryseon, bei einigen Arten alpiner Bäche über Silikatgestein (Schistidium agassizii, Platyhypnum cochlearifolium, Platyhypnum smithii) oder den Epiphyten Neckera pennata und Ulota macrospora. Eine Aussage über die generelle Entwicklung dieser Arten ist aber aufgrund der wenigen Nachsuchen je Art schwierig.

4.3 Vergleich mit Europa und Nachbarländern

Für Europa, Deutschland und verschiedene Nachbarregionen (Bayern, Baden-Württemberg, Elsass, Vorarlberg) liegen aktuelle Rote Listen der Moose vor. Für die Erstellung dieser Listen wurden unterschiedliche Methoden und Gefährdungskategorien verwendet. Um einen Vergleich der Listen zu ermöglichen wurden die unterschiedlichen Kategorien zusammengefasst. Unter der Bezeichnung «Rote-Liste-Arten» wurden seltene, gefährdete, ausgestorbene, möglicherweise ausgestorbene bzw. verschollene sowie regional ausgestorbene Arten zusammengefasst (Kategorien 0, 1, 2, 3, CR, CR [PE], EN, EX, G, R, RE, VU, VU-R). Die Bezeichnung «Potentiell gefährdet» umfasst die Kategorien NT (Near Threatenend) und V (Vorwarnstufe).

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Die vor wenigen Jahren erschienene Rote Liste der Moose Europas wurde wie die Rote Liste der Schweiz nach IUCN-Kriterien erstellt (Hodgetts et al. 2019). Der Anteil der Rote-Liste-Arten liegt bei 22,9 % (Tabelle 6). Der geringere Anteil an Rote-Liste-Arten verglichen zur Schweiz erklärt sich vor allem dadurch, dass sich die Aussterbe-Wahrscheinlichkeit mit zunehmender Grösse des betrachteten Gebiets verringert. Unter den europaweit gefährdeten Moosen finden sich auch einige Alpenendemiten, sowie Arten, deren Lebensraumqualität flächendeckend und europaweit am Abnehmen ist. Einige in der Schweiz gefährdete Arten der Alpen gelten hingegen in Europa als ungefährdet, weil sie im borealen und arktischen Teil Nordeuropas weit verbreitet sind. Gleiches gilt für (sub)mediterrane Arten, welche in der Schweiz ihre Verbreitungsgrenze erreichen. Insgesamt sind 31 % der europaweit gefährdeten Arten in der Schweiz nachgewiesen und 12 % der in der vorliegenden Roten Liste bewerteten Arten sind europaweit gefährdet (Anhang A5).

Das einzige Nachbarland der Schweiz, für welches eine aktuelle Rote Liste der Moose verfügbar ist, ist Deutschland (Caspari et al. 2018). Die Artenzahl ist dort mit 1189 einheimischen Arten ähnlich gross wie in der Schweiz, der Anteil der gefährdeten Arten an den bewerteten liegt mit 42,6 % höher (Tabelle 6). Der höhere Prozentsatz an gefährdeten Arten in Deutschland dürfte u. a. dadurch begründet sein, dass der Flächenanteil der Alpen in Deutschland sehr gering ist und damit viele alpine Arten dort sehr selten sind. Allerdings werden die Roten Listen in Deutschland nicht nach den IUCN-Kriterien erstellt und sind dadurch nur bedingt mit den Roten Listen der Schweiz vergleichbar.

In Bayern gelten 40,9 % der bewerteten Arten als gefährdet (Dürhammer & Reimann 2019), in der schon etwas älteren Liste Baden-Württembergs sind es 39,9 % (Sauer & Ahrens 2006) und in Vorarlberg 29,1 % (Schröck et al. 2013). Auch diese drei Listen wurden nicht nach IUCN-Kriterien erstellt.

Aus Frankreich gibt es eine nach IUCN-Kriterien erstellte Rote Liste des Elsass (Bick & Stoehr 2014). Hier wurden lediglich 13,3 % der bewerteten Arten als gefährdet eingestuft. Allerdings wurden fast ein Viertel der Arten wegen ungenügender Datenlage nicht bewertet, gegenüber etwa 3 % in der Schweiz. Dabei handelt es sich vor allem um sehr selten nachgewiesene Arten. Solche Arten wurden in der Roten Liste der Schweiz meist als gefährdet eingestuft.

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Tab. 6: Vergleich mit Roten Listen Europas, der Nachbarstaaten und Regionen Anzahl (n) und Anteile der Arten verschiedener Gefährdungskategorien in der Schweiz (vorliegende Rote Liste), in Europa (Hodgetts et al. 2019), in Deutschland (Caspari et al. 2018), in Bayern (Dürhammer & Reimann 2019), in Baden-Württemberg (Sauer & Ahrens 2006), im Elsass (Bick & Stoehr 2014) und in Vorarlberg (Schröck et al. 2013).

Status Schweiz Europa Deutschland Bayern Baden- Elsass Vorarlberg 2023 2019 2018 2019 Württemberg 2014 2013 n % n % n % n % n % n % n % Rote-Liste- 390 35,1 % 390 22,9 % 448 42,6 % 414 40,9 % 338 39,9 % 68 13,3 % 243 29,1 % Arten Potentiell 159 14,3 % 173 10,2 % 120 11,4 % 51 5,6 % 156 18,4 % 45 8,8 % 25 3% gefährdet Nicht gefährdet 563 50,6 % 1140 66,9 % 483 46 % 485 53,4 % 352 41,6 % 398 77,9 % 568 67,9 % Total bewertet 1112 100 % 1703 100 % 1051 100 % 908 100 % 846 100 % 511 100 % 836 100 % Ungenügende 36 93 138 73 29 157 22 Datengrundlage Total 1148 1796 1189 981 875 668 858 einheimisch

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Anhänge A1 Entwicklung der Roten Liste der Moose

Dies ist die dritte Rote Liste der Moose der Schweiz und die zweite die nach den Richtlinien der IUCN verfasst wurde. Die erste Rote Liste der Moose wurde 1992 publiziert und war die zweite Rote Liste in der Schweiz überhaupt mit Rechtskraft (Cordillot & Klaus 2011, Urmi et al. 1992). Die Funktion Roter Listen als rechtswirksames Instrument des Natur- und Landschaftsschutzes wurde im Jahr 1991 in der Bundesverordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) festgelegt.

Für die Evaluation der Arten wurde in der Roten Liste von 1992 eine wesentlich andere Methode angewandt als in der zweiten Roten Liste von 2004 (Schnyder et al. 2004) und in der vorliegenden Roten Liste. In der ersten Roten Liste 1992 kamen noch die älteren von der IUCN vorgeschlagenen Kategorien zum Einsatz, die nur teilweise mit den heute verwendeten übereinstimmen (Lucas & Synge 1978). So gab es eine Kategorie R (Rare) für seltene Arten und keine Kategorien für potentiell gefährdete Arten (heute NT, Near Threatened).

Mit dem Ziel, Rote Listen unterschiedlicher Organismengruppen länderübergreifend vergleichbar zu machen, erarbeitete die IUCN eine neue Methode, deren Erstfassung 1995 publiziert wurde (IUCN 1995). Die Methode fand international grosse Akzeptanz und wurde 2000 vom BAFU zur Standardmethode für die Erstellung der nationalen Roten Listen erklärt. Die Richtlinien der IUCN wurden und werden laufend weiterentwickelt. Für die Erstellung der Roten Liste der Moose 2004 waren die Version 3.1 der IUCN-Kriterien sowie die Richtlinien für die Erstellung regionaler Roter Listen von 2003 die Grundlagen (IUCN 2001, 2003). Da die Richtlinien der IUCN allgemein formuliert sind, war es nötig diese für die Artengruppe der Moose zu adaptieren, so wurde zum Beispiel auf die Kriterien C und D1 verzichtet, weil es bei den Moosen selten möglich ist, die Individuenzahl verlässlich abzuschätzen.

Die vorliegende Rote Liste wurde nach den überarbeiteten IUCN-Richtlinien von 2019 erstellt (IUCN Standards and Petitions Committee 2019). Weiter konnten wir auf revidierte Empfehlungen für die Interpretation der IUCN- Kriterien für Moose zurückgreifen, die für die Erstellung der Europäischen Roten Liste erarbeitet wurden (Bergamini et al. 2019b; Hodgetts et al. 2019). So wurde zum Beispiel die Individuenzahl boden- und felsbewohnender Arten mit der Anzahl besiedelter Quadratmeter definiert. Damit konnten nun die Kriterien C und D1 verwendet werden. In der Roten Liste 2004 wurden Individuenzahlen nicht geschätzt und deshalb auch die Kriterien C und D1 nicht verwendet. Eine weitere wichtige Änderung ist die Berechnung des AOO. 2004 wurde dafür die Summe der besiedelten Quadratkilometer verwendet, in der vorliegenden Fassung wurde die Summe der besiedelten 2 × 2 km Quadrate verwendet und damit die Berechnung an die IUCN-Richtlinien von 2019 angepasst.

Die Rote Liste von 2004 und die aktuelle Rote Liste wurden also im Grunde nach der gleichen Methode erstellt. Durch neue Richtlinien, die eine verbesserte Evaluationen erlauben, sind die beiden Listen aber nicht eins zu eins vergleichbar. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den drei Roten Listen ist auch die Datenlage die für die Evaluationen zur Verfügung stand, sie hat sich jeweils verdreifach (Kapitel 4.1). Der Aufbau der nationalen Datenbank, die für alle drei Roten Listen die wichtigste Informationsquelle war, startete 1984. Die Datenmenge ermöglichte bereits für die Rote Liste 2004 die Berechnung von Indikatoren für die Bestandesentwicklung einzelner

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Arten. Die Heterogenität der Daten erfordert aber nach wie vor eine kritische expertenbasierte Beurteilung der Ergebnisse.

Eine Zunahme gab es auch in der Anzahl bekannter Taxa; 1992 wurden für die Schweiz 1030 Taxa angegeben (Urmi et al. 1992), 2004 waren es 1090 (Schnyder et al. 2004, korrigierter Wert) und nun sind es 1153. Die Zunahme erklärt sich einerseits durch Neufunde, andererseits durch taxonomische Änderungen (neue Arten, Wiederanerkennung von Arten, Aufspaltung bestehender Arten; Anhang A4-1).

A2 Auswahl der Arten, Nomenklatur und Taxonomie

Der Begriff Taxon bezeichnet eine Gruppe von Lebewesen die aufgrund gemeinsamer Abstammung eine Einheit bilden. Diese Einheit kann dabei unterschiedliche Rangstufen umfassen, eine Art, eine Unterart, oder auch eine Familie. Der Begriff Taxa wird also verwendet, wenn von Einheiten unterschiedlicher oder unbekannter Rangstufe die Rede ist. In der vorliegenden Roten Liste wurden Arten und Unterarten evaluiert, wobei Arten einen deutlich grösseren Anteil einnahmen als Unterarten.

Aus praktischen Gründen werden Arten oft zu Aggregaten zusammengefasst. Aggregate umfassen Arten, die schwer, nur mit erheblichem Aufwand oder nur beim Vorhandensein wichtiger Merkmale (z. B. Sporophyten) unterscheidbar sind. Da in Erhebungen oftmals viele Arten nur bis zum Aggregat bestimmt werden können, ist es wichtig, auch für diese eine Angabe zum Gefährdungsstatus zu haben. In der Digitalen Liste (XLS; auf der Webseite des BAFU erhältlich: www.bafu.admin.ch/rotelisten) und in Meier et al. (2023a) ist deshalb für jedes Aggregat die Spanne der Gefährdungen der enthaltenen Arten angegeben.

Die Rote Liste umfasst alle wildwachsenden Arten und Unterarten, die aus der Schweiz bekannt sind. Nicht enthalten sind fünf Neophyten, die gemäss den Empfehlungen der IUCN (IUCN Species Survival Commission 2012) nicht evaluiert werden sollen (Tabelle 7). Eine weitere Art, Riccia fluitans, ist in der Schweiz heimisch, sie wird aber als Aquarienpflanze verwendet und es ist nicht ausgeschlossen, dass einzelne Vorkommen aus Aquarien entstammen. Der Anteil dieser Vorkommen an der Gesamtpopulation ist unbekannt, vermutlich aber gering, und so wurden für die Evaluation alle bekannten Vorkommen berücksichtigt.

Varietäten und Formen werden in der Roten Liste nicht berücksichtigt. Umfasst eine Art Varietäten, Formen oder infraspezifische Taxa unbekannten Ranges die möglicherweise gefährdet sind, wird in einer Bemerkung (Tabelle 4) darauf hingewiesen.

Seit der Roten Liste 2004 wurde das Artkonzept der Moose der Schweiz basierend auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen grundlegend überarbeitet und orientiert sich an der europäischen Checkliste der Moose (Hodgetts et al. 2020). In einigen Fällen weicht es davon ab, weil wir bezüglich des Artkonzepts eine andere Auffassung vertreten als die Europäische Checkliste (zum Teil auch aus praktischen Gründen), weil taxonomische Überarbeitungen und Neuerungen erst nach der Publikation der europäischen Checkliste erschienen sind, oder weil im Projekt Online-Moosflora der Schweiz (Hofmann 2020, Hofmann et al. 2009, www.swissbryophytes.ch/index.php/de/home/projekt-moosflora) Arten bereits mit abweichendem taxonomischem Konzept behandelt wurden.

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Tab. 7: Neophyten Liste der fünf in der Schweiz nachgewiesenen Neophyten (1 Lebermoos, 4 Laubmoose). In der digitalen Liste (XLS) werden diese Arten mit der Kategorie NA – Not Applicable – bezeichnet.

Art Bemerkung Lunularia cruciata Erster Nachweis 1840. In Südeuropa heimisch. Aus der Schweiz ist nur Lunularia cruciata subsp. cruciata bekannt. Campylopus introflexus Erster Nachweis 1980. Stark in Ausbreitung begriffen. Leptophascum leptophyllum Erster Nachweis 1998. Nur 2 Fundorte bekannt. Es ist nicht restlos geklärt ob die Art natürlicherweise eingewandert ist, oder ob das Einwandern vom Menschen verursacht wurde. Orthodontium lineare Erster Nachweis 2020. Sematophyllum adnatum Erster Nachweis 2014.

A3 Vorgehen bei der Erstellung der aktuellen Roten Liste

A3-1 Datengrundlagen Die wichtigste Datenquelle für die Evaluation des Gefährdungsgrades der Arten bildete die Datenbank von Swissbryophytes (ehemals Nationales Inventar der Schweizer Moosflora NISM) mit über 320 000 historischen und aktuellen Fundmeldungen (Stand Oktober 2019; Kapitel 4.1). Für eine einheitliche Beurteilung wurde für alle Arten der Stand der Datenbank Ende September 2019 verwendet. Weiter wurde für die Abschätzung der früheren Verbreitung und Häufigkeit der Arten auf verschiedene Literaturquellen zurückgegriffen, insbesondere auf die wichtigen Florenwerke von Jules J. Amann, Paul F. Culmann und Charles Meylan (Amann 1933, Amann et al. 1918, Meylan 1924).

Die Datenerhebung im Zuge des Rote Liste Projekts umfasste drei Module 1) Um die Bestandesentwicklung einzelner Arten zu erfassen wurden unter Mithilfe von Ehrenamtlichen gezielte Nachsuchen historischer Fundangaben unternommen. Solche Nachsuchen wurden bereits für das Artenschutzprogramm (Urmi et al. 1996) und im Rahmen verschiedener anderer Projekte durchgeführt. Für die vorliegende Rote Liste wurden zwischen 2017 und 2019 insgesamt 163 Populationen von insgesamt 86 Moosarten nachgesucht. Im Vordergrund stand dabei die Nachsuche von Arten und Populationen, für die es seit Jahrzehnten keine Nachweise mehr gab. Basierend auf einer Priorisierung wurden ehrenamtlichen Mitarbeitenden Populationen zur Nachsuche über ein Onlineportal angeboten. Bei der Priorisierung der nachzusuchenden Populationen wurde die Genauigkeit der alten Fundangaben berücksichtigt. Ungenau verortete Fundorte, mit in Folge eingeschränkter Chance die Population wiederzufinden, erhielten eine geringere Priorität. Die Erfassung der Grösse wiedergefundener Populationen und die Dokumentation der Nachsuchen erfolgten nach einer standardisierten Methode. Viele Nachsuchen wurden auch durch das Autorenteam der Roten Liste selbst durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 27 Personen an den Nachsuchen. 2) In drei für gefährdete Moosarten besonders wichtigen Lebensräumen wurden insgesamt 105 Dauerflächen eingerichtet, um den Bestand der Arten längerfristig überwachen zu können. Die Daten aus diesen Erhebungen werden insbesondere bei der Wiederholung der Aufnahmen für zukünftige Rote Listen wichtige Informationen liefern. Daneben erbrachte das Einrichten der Dauerflächen auch für diese Rote Liste bereits wichtige Daten. So wurden dabei zwei Arten, Bryum austriacum und Racomitrium nivale, neu für die Schweiz nachgewiesen. Die Methodik ist an die grossen nationalen Projekte Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM; Koordinationsstelle BDM 2014) und Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS; Bergamini et al. 2016) angepasst. Es wurden dauerhaft markierte kreisförmige Flächen mit einer Fläche von 10 m2 erhoben. Die drei Lebensräume sind

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«Feuchte Pionierflächen der Tieflagen» (34 Dauerflächen), «Bäche der Hochlagen über Silikatgestein» (37) und «Exponierte Fluren der Hochlagen» (34). Detaillierte Angaben zu allen Dauerflächen, inklusive der Artenlisten, sind in Meier et al. (2023b) publiziert. 3) Um kritische Belege zu prüfen und um Vorkommen und Häufigkeit neu anerkannter Taxa abschätzen zu können, wurden Revisionen von Herbarbelegen aus Schweizer und internationalen Herbarien durchgeführt (Herbarium Basel, Chur, Frauenfeld, Genf, Jena, Lausanne, Lugano, Luzern, Neuchâtel, Uri, Universität und ETH Zürich). Dabei wurden 1) zweifelhafte Angaben überprüft; 2) Belege von Arten mit ungenügender oder lückenhafter Datenlage gesucht, kontrolliert, digital erfasst und der Fundort georeferenziert; 3) Arten und Artengruppen bearbeitet, für die das Artkonzept geändert hat. Insgesamt wurden ca. 10 000 Herbarbelege von ca. 70 Arten revidiert.

Weiter Informationen zu den Arbeiten finden sich in Kiebacher et al. (2017). Die detaillierte Methodik für die Nachsuchen und das Einrichten und die Erhebung der Dauerflächen ist in Meier et al. (2023a) beschrieben. Die gewonnenen Daten wurden in die Datenbank von Swissbryophytes übernommen und die Moos-Belege aus den Dauerflächen und Nachsuchen sind im Herbarium der Universität Zürich (Z) hinterlegt.

A3-2 Vorgehen zur Einstufung der Gefährdung Die Evaluation der Arten folgte den aktuellen IUCN Richtlinien (IUCN 2012b, IUCN Species Survival Commission 2012, IUCN Standards and Petitions Committee 2019). Nötige Anpassungen für die Artengruppe der Moose folgten den Empfehlungen von Bergamini et al. (2019b), die bei der Erstellung der europäischen Roten Liste der Moose unter Aufsicht der IUCN angewandt wurden (Hodgetts et al. 2019).

Individuenzahlen Die Definition was bei Moosen ein Individuum ist, ist allgemein schwierig. Auf einem Quadratmeter können unter Umständen Tausende Einzelpflänzchen vorkommen, die aus Sporen gekeimt sind. Gleichwohl ist es bei klonal wachsenden Arten schwierig zu bestimmen, wo ein Individuum aufhört und das nächste beginnt. Lebensfähig und in Folge auch reproduktionsfähig, sind bei vielen Moosarten kleinste Bruchstücke der Pflanzen. Wegen dieser Schwierigkeiten wurde in der Roten Liste 2004 (Schnyder et al. 2004) gänzlich auf die Kriterien C und D1 verzichtet, die auf der Schätzung der Individuenzahl beruhen. In der vorliegenden Roten Liste haben wir gemäss den Empfehlungen von Bergamini et al. (2019b), die folgenden, pragmatischen Definitionen angewandt: · Arten auf Erde und Gestein: 1 besiedelter m2 = 1 Individuum · Arten auf lebenden Bäumen und Sträuchern: 1 besiedelter Baum oder Strauch = 1 Individuum. · Arten auf Totholz: 1 besiedeltes Totholzstück = 1 Individuum

Die Schätzung der in der Schweiz vorhandenen Individuenzahlen wurde nach Experteneinschätzung unter Berücksichtigung des Kentnissstandes, der ökologischen Anforderungen der Arten und der Häufigkeit des potentiellen Lebensraums aus der Anzahl der Funde abgeleitet.

Generationszeiten Ähnlich wie die Individuenzahl ist auch die Generationszeit bei Moosen eine problematische und meist nicht bekannte Grösse. Wir verwendeten den Lösungsansatz von Bergamini et al. (2019b) und teilten die Arten gemäss ihrer Lebensstrategie im Sinne von During (1979, 1992) in vier Klassen von Generationszeiten ein (Tabelle 8). Als Grundlage für die Zuweisung der Arten zu Strategietypen verwendeten wir die Klassierung von Dierssen (2001), die kritisch hinterfragt und wenn nötig korrigiert wurde. Dabei wurde das ökologische Verhalten der Arten im Sinne von During (1979, 1992) stärker gewichtet als die strenge Klassierung gemäss Sporengrösse

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und potenzieller Lebensdauer, die von Dierssen (2001) vollzogen wurde. Der höchsten Klasse, mit einer Generationszeit von 33 Jahren, wurden nur sehr wenige Arten zugewiesen.

Tab. 8: Zuweisung der Strategietypen von During (1979, 1992) zu den verwendete Geneartionszeiten gemäss Bergamini et al. (2019b)

Klasse 1 2 3 4 Strategietypen Fugitives Colonists Perennial stayers Sporophytes unknown or Annual shuttles Short-lived shuttles Long-lived shuttles very rare & no means of Ephemeral colonists Dominants asexual reproduction Spanne Generationszeiten 1–5 Jahre 6–10 Jahre 11–25 Jahre 33 Jahre Verwendeter Wert für die 3,3 Jahre 6,7 Jahre 16,7 Jahre 33 Jahre Generationszeit

3 Generationen 10 Jahre 20 Jahre 50 Jahre 100 Jahre

Kriterium C2 Gemäss den Richtlinien der IUCN (IUCN Standards and Petitions Committee 2019) war nicht restlos klar, ob ein Rückgang des Lebensraums als Annäherung für den Rückgang der Individuen für das Kriterium C2 zulässig ist. Gemäss Rücksprache mit C. Hilton-Taylor (Head IUCN Red List Unit; pers. Mitt. 2019) ist diese Annäherung konform mit den IUCN Richtlinien. Wir haben sie daher entsprechend angewandt.

Grenzwerte für NT (Near Threatened; potenziell gefährdet) Für eine konsistente Anwendung der Kategorie NT verwendeten wir die in Tabelle 9 aufgeführten Grenzwerte. Soweit verfügbar übernahmen wir die Werte aus der letzten Roten Liste (Schnyder et al. 2004).

Tab. 9: Grenzwerte für die Anwendung des Kriteriums NT (potentiell gefährdet)

Kriterium Grenzwert für NT Quelle A2 > 20 % Schnyder et al. 2004 A3, A4 > 20 % (gleich wie für A2) Neu in dieser Roten Liste B1 < 25 000 km² Schnyder et al. 2004 B1a ≤ 13 Fundorte Schnyder et al. 2004 B2 < 2500 km² Neu in dieser Roten Liste C < 15 000 Individuen Neu in dieser Roten Liste C1 7 % in 15 Jahren oder 4 Generationen (je nachdem was länger ist) Neu in dieser Roten Liste C2a(i) ≤ 4000 Individuen Neu in dieser Roten Liste C2a(ii) 100 % Neu in dieser Roten Liste D1 < 4000 Individuen Neu in dieser Roten Liste D2 < 25 km² Schnyder et al. 2004 ≤ 8 Fundorte

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EOO, AOO und der Anzahl Lokalitäten Die Ausdehnung der Verbreitung (EOO) wurde berechnet als die Fläche des Polygons mit dem kleinsten Umfang um die bekannten Fundorte (IUCN Standards and Petitions Committee 2019). Im Gegensatz dazu wurde der EOO in der Roten Liste 2004 als die Summe der Flächen der Naturräume nach Urmi & Schnyder (1996), in denen Funde der Art vorlagen, berechnet. Die besiedelte Fläche (AOO) definiert sich als Summe der besiedelten 2 × 2 km Quadrate (IUCN Standards and Petitions Committee 2019). Diese Definition unterscheidet sich von der in der letzten Roten Liste, wo der AOO als Summe der besiedelten 1 × 1 km Quadrate definiert war (Schnyder et al. 2004).

Für die Berechnung von EOO, AOO und der Anzahl Lokalitäten (locations) wurden die Funde von 1984 (Projektbeginn Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora NISM) bis 1. September 2019 herangezogen. Diese berechneten Werte mussten mittels Experteneinschätzungen oft angepasst werden. Die angepassten Werte dienten als Grundlage für die Evaluation. Da keine flächendeckenden Kartierungen der Moosflora vorliegen, wurden insbesondere beim AOO in den meisten Fällen grosse Korrekturen nach oben durchgeführt, da in vielen Fällen davon auszugehen war, dass weitere Vorkommen existieren.

Die Korrekturen wurden basierend auf dem Lebensraum der Art, der bekannten Verbreitung und der Erhebungsdichte im potentiell besiedelten Gebiet gemacht. So wurden z. B. bei den Mooren, die im Vergleich zu anderen Lebensräumen gut erfasst sind (Kapitel 4.1), die Werte weniger nach oben korrigiert. Weiter wurde nach dem «Vorsichtsprinzip» vorgegangen («precautionary priciple»; IUCN Standards and Petitions Committee, 2019). Bei Arten deren Ökologie gut bekannt und bei denen gemäss unseren Beobachtungen eine weitere Verbreitung sehr wahrscheinlich ist, wurden die errechneten Werte stärker nach oben korrigiert als bei Arten bei denen grössere Unsicherheiten bezüglich ihrer tatsächlichen Verbreitung vorliegen.

Klimawandel Die topographisch bedingte Verkleinerung des potentiellen Lebensraums durch die aufgrund des Klimawandels zu erwartenden Arealverschiebungen in den Hochlagen floss als «Fortlaufender Rückgang» in die Kriterien B und C2 ein. Mit prozentualen Rückgangsprognosen infolge des Klimawandels im Sinne von Kriterium A waren wir dagegen aufgrund der hohen Unsicherheiten (Kapitel 2.1.1) sehr vorsichtig und ein Rückgang wurde nicht automatisch für alle Arten der Hochlagen angenommen. Gemäss der hypsographischen Kurve der Schweiz (Weingartner & Pearson 2001) ist der Flächenanteil je Höhenintervall zwischen 350 und 650 m ü. M. am höchsten, zwischen 650 und 900 m nimmt er merklich ab, ist aber im Bereich von 1000 bis 2500 m weitgehend konstant. Ab 2500 m sinkt der Flächenanteil je Höhenintervall dann stark ab. Inwieweit es beim Höherwandern durch die Reduktion des Flächenanteils bei 650–900 m zum Lebensraumverlust für einzelne Arten kommt, ist schwer zu prognostizieren, da in diesem Bereich Wechselwirkungen zwischen Arten eine grosse Rolle spielen. In höheren Lagen werden dagegen abiotische Faktoren wichtiger und so sind dort unmittelbarere Auswirkungen zu erwarten. Dagegen wurden in tieferen Lagen oft stark verzögerte Arealverschiebungen beobachtet (Angert et al. 2011, Bertrand et al. 2011, Savage & Vellend 2015). Diese sollten allerdings genau beobachtet werden, weil Aussterbeprozesse dort möglicherwiese lediglich langsamer ablaufen.

Insbesondere vom Klimawandel bedroht sind also Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt erwartungsgemäss auf Höhen über 2500 m verschieben, da die dort zur Verfügung stehende Fläche sehr rasch kleiner wird. Ausserdem wurde die besondere Situation im Jura und in den Kalkgebirgen berücksichtigt, wo die Ausweichmöglichkeiten stärker limitiert sind als in den weitgehend silikatischen Zentralalpen, die grössere Höhen erreichen. Für kälteliebende Arten, die nur im Jura vorkommen kann, der Klimawandel eine grosse Bedrohung sein und für Arten, die auch in den

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Alpen vorkommen kann auf lange Sicht ein starker Rückgang des EOO prognostiziert werden. Weiter wurden die Rückgangprognosen gemäss der Verfügbarkeit geeigneter Lebensräume und Substrate in höheren Lagen gewichtet (Kapitel 2.1.1). Ausserdem ist der Klimawandel durch längere Trockenphasen ein Gefährdungsrisiko für Arten die auf gleichbleibend feuchte Bedingungen angewiesen sind oder nur kurze Trockenphasen ertragen. Dies betrifft grundsätzlich alle Höhenstufen und wurde bei der Evaluation dieser Arten berücksichtigt.

Bestehender Schutz Für Arten, die aufgrund bestehender Schutzmassnahmen (Art, Lebensraum) als ungefährdet gelten müssen, ist die Lockerung des Schutzes eine reale Gefährdung und wird bei der Evaluation als solche berücksichtigt. Dieses Vorgehen ist nicht vollkommen konform mit den Kriterien der IUCN (IUCN Standards and Petitions Committee 2019), es ist aber nötig, weil in der Schweiz der Verwendungszweck der Roten Listen im Widerspruch zu den Empfehlungen der IUCN steht. Die IUCN Kategorien widerspiegeln lediglich die unmittelbare Aussterbewahrscheinlichkeit. Arten, deren Populationen durch Schutzmassnahmen stabilisiert sind und die Kriterien für eine Gefährdung dadurch nicht mehr erfüllen, z. B., weil es keinen Rückgang mehr gibt, können maximal als potentiell gefährdet eingestuft werden. Deshalb empfiehlt die IUCN, dass der Gefährdungsstatus der Arten nicht alleine für die Priorisierung im Naturschutz verwendet werden soll, weil auch ungefährdete Arten auf Massnahmen angewiesen sein können (IUCN Standards and Petitions Committee 2019). Die Naturschutzgesetzgebung in der Schweiz (Art. 14 NHV; SR 451.1) sieht aber vor, dass Kantone Biotope u. a. aufgrund des Vorkommens von gefährdeten und seltenen Pflanzen und Tierarten, die in den vom BAFU erlassenen oder anerkannten Roten Listen aufgeführt sind, als schützenswert bezeichnen. Erscheinen nun Arten, die durch den Schutz des Lebensraums stabilisiert sind, nicht mehr als gefährdet in der Roten Liste, könnte der Schutz gelockert werden und infolge würde sich der Zustand der Arten wieder verschlechtern. Dieser Jo-Jo-Effekt soll vermieden werden. Arten, die nur aufgrund der Annahme der Aufhebung des bestehenden Schutzes als gefährdet klassiert wurden, werden mit dem Tag cd (conservation dependent) im Anschluss an die Kriterien gekennzeichnet. Konkret trifft dieser Fall nur bei wenigen Arten zu, weil sich z. B. in den Mooren trotz der Schutzmassnahmen eine Verschlechterung des Zustandes zeigt, insbesondere abnehmende Feuchtigkeit, Verbuschung und teilweise Stickstoffzunahme (Bergamini et al. 2019a). Das hier gewählte Vorgehen ist konform mit den aktuellen Bestrebungen von InfoSpecies ein für alle Artengruppen verbindliches Vorgehen bezüglich der Behandlung von Naturschutz-abhängigen Arten in den Roten Listen zu definieren.

Indikatoren Aus den Funddaten in der Swissbryophytes Datenbank und den Ergebnissen der Nachsuchen wurden Indikatoren für die Bestandesentwicklung der Arten errechnet:

1) Zeitliche Entwicklung der relativen Sammelhäufigkeit (Abb. 16) Die relative Sammelhäufigkeit ist der Anteil der Funde einer Art im Verhältnis zur Gesamtzahl der Funde in einem Zeitintervall. Dabei wurden Funde, die im gleichen Jahr innerhalb desselben Quadratkilometers gemacht wurden aggregiert. Die zeitliche Entwicklung wurde in Fünf-Jahresintervallen dargestellt. Die relative Sammelhäufigkeit ist ein Indikator für die Änderung der Häufigkeit der Arten über die Zeit und setzt voraus, dass sich das Sammelverhalten der Bryologinnen und Bryologen nicht wesentlich verändert hat. Deshalb wurden für diesen Indikator Daten aus öffentlichen oder privaten Projekten in denen zeitlich begrenzt bestimmte Gebiete, Lebensräume oder Arten gezielt beprobt wurden nicht berücksichtigt. Dazu zählen das Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM), die Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS) und Vorgänrprojekte, das Projekt Moosflora des Kantons Luzern sowie viele kleinere Projekte, zum Beispiel das Projekt zu Gewässermoosen des Kantons Zürich. Die berücksichtigten Funde setzen sich aus den seit dem Aufbau der Datenbank 1984 von Privatpersonen

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geleisteten Fundmeldungen und den digitalisierten Herbardaten zusammen. Der Indikator wurde insbesondere für die Bestimmung des fortlaufenden Rückgangs verwendet.

  1. Prozentuale Bestandsveränderung Die prozentuale Bestandsveränderung ist die prozentuale Veränderung der relativen Sammelhäufigkeit (siehe oben) zwischen zwei Zeitintervallen die jeweils drei Generationszeiten umfassen. Dabei wurde die relative Sammelhäufigkeit im Intervall von vor drei Generationszeiten bis 2019 mit der relativen Sammelhäufigkeit im Referenzintervall von vor sechs Generationszeiten bis vor drei Generationszeiten verglichen; also zum Beispiel für eine Art mit einer Generationszeit von 3,3 Jahren das Intervall 2009–2019 mit dem Intervall 1999–2009. Gleich wie für die Berechnung der relativen Sammelhäufigkeit wurden Funde aus Projekten ausgeschlossen (siehe oben). Dieser Indikator wurde verwendet um prozentuale Rückgänge der Bestände für das Kriterium A abzuschätzen. Dafür müsste eigentlich die aktuelle Bestandesgrösse mit der Bestandesgrösse vor 3 Genrationszeiten verglichen werden. Dies war nicht möglich, weil die geringe Datendichte keine plausible Quantifizierung der Bestandesgrössen anhand der Funde in kleinen Zeitintervallen erlaubt.

  2. Zeitliche Entwicklung der Sammelhäufigkeit (Abb. 17) Die Sammelhäufigkeit ist die Anzahl Funde je Zeitintervall. Dabei wurden Funde, die im gleichen Jahr innerhalb desselben Quadratkilometers gemacht wurden aggregiert. Die zeitliche Entwicklung wurde in Fünf-Jahresintervallen dargestellt und Funde aus Projekten (siehe oben) wurden farblich markiert. Der Indikator diente dazu, einen Überblick über die Anzahl und Herkunft der Funde zu gewinnen.

  3. Wiederfundrate Die Wiederfundrate ist der Anteil der erfolgreichen Nachsuchen relativ zur Gesamtzahl der für eine Art durchgeführten Nachsuchen.

  4. Bestandesentwicklung BDM Z9 Anhand von Regressionsmodellen (linear mixed effect models) wurde die Entwicklung der Fundhäufigkeit der Arten in den 10 m2 Z9 Flächen des Biodiversitätsmonitorings Schweiz (BDM) berechnet.

Da die den Indikatorenberechnungen zugrundeliegenden Daten sowohl zeitlich als auch räumlich sehr heterogen sind, wurden alle Indikatoren nach Expertenmeinung auf ihre Plausibilität geprüft. Für diese Prüfung standen verschiedene aus den Daten abgeleitete Faktoren zur Verfügung. Zum Beispiel wurde berechnet, ob eine Art fast ausschliesslich von einem Sammler, der eventuell ein besonderes Interesse für die Art hatte, gesammelt wurde. Weiter wurde die Attraktivität der Art, die Vollständigkeit der Erfassung der Herbarbelege, die Höhenverbreitung, die saisonale Erfass- und Bestimmbarkeit und die geographische Verbreitung in Zusammenhang mit der regionalen Sammelaktivität der Bryologinnen und Bryologen in Betracht gezogen. So liegen zum Beispiel durch die intensive Sammeltätigkeit von Charles Meylan (1868–1941) aus dem westlichen Jura viele historischen Fundmeldungen vor, seitdem wurde das Gebiet aber nur mehr wenig besucht und so fehlen dort für viele Arten aktuelle Nachweise.

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Abb. 16: Indikator «Zeitliche Entwicklung der relativen Sammelhäufigkeit» Relative Sammelhäufigkeit des Scharfen Kahlfruchtmooses (Porella arboris-vitae, VU) zwischen 1800 und 2019.

Abb. 17: Indikator «Zeitliche Entwicklung der Sammelhäufigkeit» Zeitlicher Verlauf der Anzahl Funde des Scharfen Kahlfruchtmooses (Porella arboris-vitae, VU) in 5 Jahresschritten. Funde die im Zuge von Projekten gemacht wurden sind farbig dargestellt. LANAG: Langfristüberwachung der Artenvielfalt in der normal genutzten Landschaft des Kantons Aargau; NISM B: Standardaufnahme B im Zuge des Projekts Nationales Inventar der Schweizer Moosflora; BDM: Biodoversitätsmonitoring Schweiz; Flora Luzern: Projekt Moosflora des Kantons Luzern.

Gefährdungsursachen Für alle gefährdeten und potentiell gefährdeten Arten wurden gemäss den Vorgaben der IUCN (IUCN 2012a) die 1–3 wichtigsten Gefährdungsursachen angegeben. Für die Auswertung (Kapitel 2.1.1) wurde jeweils nur die wichtigste Gefährdungsursache für die gefährdeten Arten auf dem ersten Klassifikationslevel (IUCN 2012a) verwendet.

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A4 Methodische und taxonomische Unterschiede zwischen der Roten Liste 2004 und

A4-1 Taxonomische Änderungen, Neufunde und Streichungen Die Erforschung der Moosarten ist selbst im relativ gut untersuchten Mitteleuropa bei weitem nicht abgeschlossen. So wurde z. B. das Gezähnte Goldhaarmoos (Orthotrichum dentatum, VU) erst 2016 in der Schweiz entdeckt (Kiebacher & Lüth 2017). Diese Moosart war der Wissenschaft bis dahin nicht bekannt. Die Taxonomie der Moose, also die Artabgrenzungen und die Beziehungen zwischen den Arten, ist insbesondere deshalb schwierig, weil viele Merkmale sehr variabel sind. In Folge ist es oft schwer zu beurteilen ob eine bestimmte Merkmalsausprägung durch Umweltbedingungen hervorgerufen wird oder ob ihr eine genetische Differenzierung zugrunde liegt. Durch die Verwendung genetischer Methoden hat die Erforschung der Moosarten in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte gemacht. Basierend auf genetischen Ergebnissen ist es nun auch leichter, relevante morphologische Merkmale für die Unterscheidung der Arten zu identifizieren. Unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse wurde seit der letzten Roten Liste das Artkonzept grundlegend überarbeitet (Anhang A2).

Insgesamt ergaben sich dadurch erhebliche Unterschiede zwischen der Artenliste in der Roten Liste 2004 und der aktuellen Roten Liste. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass sich das Gewöhnliche Krausblattmoos (Ulota crispa) wie es in der Roten Liste 2004 behandelt wurde, aus drei Arten zusammensetzt (Caparros et al. 2016), die jetzt getrennt behandelt werden. Gleichzeitig werden einzelne Arten der Roten Liste 2004 heute nicht mehr aufgeführt, zum Beispiel, weil sie synonymisiert wurden, oder ihre Angabe für die Schweiz auf Fehlbestimmungen beruhte (Abb. 18). Neben den taxonomischen Änderungen gab es seit 2004 auch mehrere Neufunde von Arten in der Schweiz (z. B. Büschlen 2014, Kiebacher 2015, Kiebacher et al. 2019, 2021, Schnyder 2015, 2018). Gesamtheitlich ergibt sich zwischen der Liste 2004 und 2023 ein Nettozuwachs von 56 beurteilten Arten. Die Änderungen in der Artenliste betreffen sowohl gefährdete als auch nicht gefährdete Arten (Abb. 18). Von den heute nicht mehr akzeptierten Arten wurden 2004 viele als Data Deficient (DD) eingestuft. In Summe sind bei den von taxonomischen Änderungen betroffenen Arten mehr gefährdete Arten dazugekommen als weggefallen. In Meier et al. (2023a) sind die taxonomischen und nomenklatorischen Änderungen zwischen den beiden Roten Listen im Detail aufgeführt. Die umfassenden taxonomischen Änderungen seit 2004, die sogar Neubeschreibungen von Arten in den letzten Jahren umfassen (Kiebacher & Lüth 2017, Kiebacher et al. 2021), zeigen dass die Kenntnisse über die biologischen Vielfalt der Moose der Schweiz noch lückenhaft sind. Prioritär sollte die Erforschung unbeschriebener Arten sein, damit diese in zukünftigen Roten Listen berücksichtigt werden können. Solche Arten sind sehr wahrscheinlich gefährdet. So sind zum Beispiel von den vier seit 2004 neu beschrieben Arten (Meier et al. 2023a) zwei vom Aussterben bedroht, eine ist stark gefährdet und eine verletzlich. Weitere solcher Arten sind vielfach schon bekannt, müssen aber noch genauer untersucht und formal beschrieben werden. Ausserdem ist bei mehreren Artengruppen eine taxonomische Überarbeitung nötig, so zum Beispiel bei den Gattungen Cephaloziella, Schistidium und Scapania.

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Abb. 18: Änderungen der Artenliste 2023 im Vergleich zur Roten Liste 2004 Aufgrund taxonomischer Fortschritte sowie Neufunden ergaben sich viele Änderungen in der Artenliste seit 2004 mit einem Nettozuwachs von 56 beurteilten Arten. Die Neufunde und Neubeschreibungen umfassen 37 Arten. Nicht mehr berücksichtigt wurden 27 Arten. Dabei handelt es sich um vormals bewertete Neophyten, Arten, welche für die Schweiz nicht bestätigt werden konnten, sowie einige Arten, bei denen in den Auswertungen nur ihre Unterarten berücksichtigt werden. Bei den 169 neu anerkannten Arten handelt es sich vor allem um Arten, die 2004 noch nicht unterschieden wurden. Die 123 nicht mehr anerkannten Arten umfassen Arten, welche synonymisiert oder durch taxonomisch anders gefasste Arten ersetzt wurden.

A4-2 Methodische Änderungen bei der Einstufung und Kenntniszuwachs

Insgesamt wurden 205 Arten im Vergleich zur Roten Liste 2004 als weniger oder nicht mehr gefährdet eingestuft,

178 Arten wurden dagegen als stärker gefährdet eingestuft und von 253 zum ersten Mal bewerteten Arten

wurden 89 als gefährdet eingestuft und eine in der Schweiz ausgestorben. Die Änderungen sind meist methodisch oder durch eine veränderte Datengrundlage begründet, nur in wenigen Fällen kann eine tatsächliche Änderung der Gefährdung angenommen werden.

Bei den neu oder stärker gefährdeten Arten lassen sich drei Gruppen feststellen: 1) Neu bewertete Arten die 2004 nicht (NE) oder als Data Deficient (DD) beurteilt wurden; 2) seltene Arten, die in der Roten Liste 2004 mit dem Kriterium D2 als VU aufgeführt wurden und nun mit anderen Kriterien als stärker gefährdet bewertet wurden; 3) LC-Arten, welche nun als NT eingestuft wurden, weil sie ein kleines Verbreitungsgebiet haben und zusätzlich ein fortlaufender Rückgang, aber keine starke Fragmentierung oder Fluktuationen festgestellt wurden. Diese Möglichkeit wurde in der Roten Liste 2004 nicht angewandt. Eine wichtige methodische Änderung ist ausserdem, dass 2004 im Gegensatz zu 2023 keine Individuenzahlen geschätzt wurden (Anhang A3). Dadurch konnten auch die Kriterien C und D1 nicht verwendet werden. Neu wurden insbesondere seltene Arten mit dem Kriterium D1 als gefährdet bewertet.

Bei den Arten, welche als weniger gefährdet eingestuft wurden, spielen folgende methodischen Faktoren eine wichtige Rolle: 1) Unterschiedliche Referenzperioden: In der Roten Liste 2004 wurden die Populationsgrössen für die Perioden vor 1940 und nach 1984 geschätzt um Veränderungen festzustellen, also unabhängig von den Generationszeiten der Arten. In der aktuellen Liste wurden für Veränderungen die Generationszeiten berücksichtigt. Je nach Generationszeit wurden Veränderungen in den letzten 10, 20 oder 50 (selten 100) Jahren betrachtet. In die Vergleichsperiode der letzten Roten Liste (vor 1940) fallen gravierende landschaftliche Veränderungen (Ewald & Klaus 2009), welche in neuerer Zeit deutlich geringer waren (z. B. Moor-Entwässerungen). Ein starker Rückgang unter Kriterium A2 von 30 % oder mehr innerhalb von 3 Generationen konnte nun nur noch für wenige langlebige Arten angenommen werden. Etwa 20 Arten,

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welche in der Roten Liste 2004 ausschliesslich aufgrund des Kriteriums A2 als gefährdet oder potenziell gefährdet eingestuft wurden, wurden in der vorliegenden Liste als weniger gefährdet eingeschätzt. 2) Seltenere Arten mit Kategorie VU und Kriterium D2: Das Kriterium D2 wurde in der Roten Liste 2004 weniger streng angewandt indem eine Gefährdung der einzelnen Lokalitäten nicht zwingend vorliegen musste. Aufgrund einer IUCN-konformeren Anwendung des Kriteriums in der aktuellen Liste und etlichen Neufunden verlor über ein Viertel (67 Arten) der 230 «VU D2» -Arten den Gefährdungsstatus. Dagegen wurden jedoch 43 % (99 Arten) aufgrund anderer Kriterien (B1+2, C2, D1) als stärker gefährdet eingestuft und 29 % (67 Arten) behielt die Kategorie VU bei. Für die verbleibenden 6 Arten wurde die Datenlage neu als für eine Bewertung unzureichend (DD) beurteilt. 3) Berechnung von AOO und EOO: In der Roten Liste 2004 führte die Berechnungsmethode generell zu etwas höheren EOO-, aber zu tieferen AOO-Werten als mit der aktuellen Berechnungsmethode (siehe Anhang A3). Dabei haben insbesondere die veränderten AOO-Werte zu tieferen Gefährdungskategorien in der aktuellen Roten Liste geführt. Neu wurden die AOO-Werte als Summe der besiedelten 2 × 2 km- Quadrate berechnet, wohingegen 2004 die Werte als Summe der 1 × 1 km-Quadrate berechnet wurden. Zudem wurde bei den aktuellen Evaluationen die aus den Daten abgeleiteten AOO- und EOO-Werte gemäss Expertenmeinung auf geschätzte reale Werte hochgerechnet, was in der Roten Liste 2004 nur punktuell bei offensichtlicher Untersammlung gemacht wurde. Der Einfluss dieser Methodenänderungen lässt sich schwer quantifizieren, unter anderem, weil im Kriterium B auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Etwa 40 bis 50 Arten wurden um eine oder zwei Gefährdungsstufen weniger gefährdet eingeschätzt, weil die Schwellenwerte für B1 oder B2 nun überschritten wurden. 4) Strengere Bewertung von in der Schweiz ausgestorbenen Arten: Fast alle Arten, die in der Roten Liste 2004 als RE evaluiert wurden, werden in der aktuellen Liste als CR bewertet, weil nicht umfassend nach ihnen gesucht wurde. Sieben wurden mit dem Tag PE – possibly extinct – versehen, und fünf wurden seit der letzten Roten Liste überraschenderweise wiedergefunden. Die Liste umfasst nun nur noch drei RE-Arten, deren Fundorte nachweislich zerstört wurden.

A5 Europaweit gefährdete Arten

Tab. 10: Europaweit gefährdete Arten in der Schweiz Von den 390 europaweit gefährdeten oder (regional) ausgestorbenen Moosarten gemäss der Europäischen Roten Liste der Moose (Hodgetts et al. 2019) sind 122 aus der Schweiz nachgewiesen. Davon haben 48 Arten in der Schweiz die gleiche Gefährdungskategorie wie auf europäischer Ebene. Für 44 Arten ist die Aussterbe-Wahrscheinlichkeit in der Schweiz höher, was meist mit kleineren Teilpopulationen in der Schweiz zusammenhängt. Für 20 Arten haben wir die Gefährdung als weniger stark eingeschätzt. Für die verbleibenden 10 Arten kann die Aussterbewahrscheinlichkeit nicht verglichen werden, weil das taxonomische Konzept in den beiden Listen unterschiedlich ist oder die Art in der Schweiz nicht bewertet wurde.

Art Rote Liste Schweiz 2023 Rote Liste Europa 2019 Andreaea crassinervia EN EN Andreaea frigida NT VU Anoectangium hornschuchianum aggr. VU Anoectangium hornschuchianum CR Anoectangium sendtnerianum EN Anoectangium tenuinerve EN Anoectangium schliephackei CR EN

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Art Rote Liste Schweiz 2023 Rote Liste Europa 2019 Anoectangium taeniatifolium CR EN Anomobryum bavaricum VU VU Anomodon tristis VU VU Asterella saccata EN EN Atractylocarpus alpinus CR (PE) CR Atrichum angustatum LC VU Bartramia subulata CR EN Biantheridion undulifolium CR (PE) EN Brachythecium geheebii EN VU Braunia alopecura LC VU Bryoerythrophyllum alpigenum VU VU Bryum austriacum EN VU Bryum blindii VU EN Bryum funckii VU VU Bryum longisetum CR (PE) CR Bryum turbinatum NT VU Bryum uliginosum CR (PE) EN Bryum versicolor VU EN Campylostelium saxicola VU VU Cephaloziella aspericaulis DD CR Cephaloziella elachista EN VU Cephaloziella integerrima EN EN Cephaloziella massalongi EN EN Cephaloziella phyllacantha CR CR Claopodium rostratum VU VU Cleistocarpidium palustre CR (PE) VU Dicranum dispersum VU EN Dicranum muehlenbeckii DD VU Dicranum transsylvanicum DD CR Didymodon glaucus (inkl. D. verbanus) VU Didymodon glaucus (exkl. D. verbanus) CR Didymodon verbanus CR Didymodon johansenii CR VU Didymodon validus nicht anerkannt VU Distichophyllum carinatum CR CR Drepanocladus lycopodioides EN VU Drepanocladus sendtneri CR VU Encalypta spathulata VU VU Ephemerum cohaerens EN VU Fabronia ciliaris aggr. VU Fabronia ciliaris DD Fabronia major DD Frullania inflata EN EN

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Art Rote Liste Schweiz 2023 Rote Liste Europa 2019 Frullania jackii NT VU Frullania parvistipula CR CR Frullania riparia CR EN Grimmia crinita VU VU Grimmia fuscolutea VU VU Grimmia mollis NT VU Gymnobarbula bicolor VU VU Gymnomitrion alpinum EN VU Hamatocaulis vernicosus VU VU Haplocladium virginianum CR CR Heterogemma laxa EN VU Hygrohypnum styriacum EN EN Hyophila involuta NT VU Isopaches decolorans NT VU Leptodontium styriacum VU VU Lewinskya laevigata CR VU Mannia controversa VU EN Mannia fragrans VU VU Mannia triandra EN VU Marchantia paleacea CR VU Marsupella condensata CR VU Meesia longiseta CR (PE) VU Mesoptychia gillmanii CR VU Mielichhoferia elongata VU VU Moerckia blyttii NT VU Oreas martiana EN VU Oreoweisia torquescens EN VU Orthotrichum callistomum CR (PE) RE Orthotrichum dentatum VU VU Orthotrichum microcarpum NT VU Orthotrichum stellatum VU VU Orthotrichum urnigerum VU VU Philonotis marchica VU EN Philonotis rigida EN VU Physcomitrium eurystomum EN VU Physcomitrium sphaericum CR (PE) VU Plagiobryum demissum EN EN Plagiothecium handelii VU VU Plagiothecium neckeroideum VU VU Platyhypnum cochlearifolium EN EN Platyhypnum molle VU VU Platyhypnum norvegicum DD VU Pohlia vexans CR EN

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Art Rote Liste Schweiz 2023 Rote Liste Europa 2019 Pottia caespitosa [incl. T. triumphans] VU Pottiopsis caespitosa CR (PE) Trichostomum triumphans CR Pseudohygrohypnum fertile CR CR Pseudoleskeopsis artariae CR EN Ptychomitrium incurvum CR CR Pyramidula tetragona CR (PE) EN Racomitrium nivale CR VU Riccia breidleri EN VU Riccia ligula CR (PE) EN Riccia warnstorfii VU VU Scapania carinthiaca CR EN Scapania scapanioides CR CR Scapania verrucosa EN VU Schistidium flaccidum LC VU Schistidium grande VU VU Schistidium spinosum CR CR Sciuro-Hypnum ornellanum CR EN Seligeria austriaca VU VU Seligeria carniolica CR (PE) EN Streblotrichum enderesii EN VU Syntrichia sinensis EN VU Tayloria acuminata VU VU Tayloria hornschuchii CR EN Tayloria rudolphiana EN EN Tayloria tenuis LC VU Tetraplodon urceolatus EN EN Thamnobryum neckeroides EN VU Tortula cernua CR VU Tortula laureri CR CR Tortula leucostoma EN EN Tortula systylia VU EN Trematodon brevicollis EN VU Ulota macrospora LC EN Voitia nivalis CR (PE) CR Weissia squarrosa EN VU Zygodon forsteri DD EN Zygodon gracilis VU VU

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Die Arbeiten an der vorliegenden Roten Liste haben insgesamt sechs Jahre in Anspruch genommen. Mit grossem Einsatz haben sich daran viele Personen beteiligt, denen wir an dieser Stelle herzlich danken möchten. Ohne Ihr Zutun wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. Den grössten Dank möchten wir allen ehrenamtlichen Mitarbeitern aussprechen, die an den Erhebungen für die Rote Liste, insbesondere durch die Durchführung von Art-Nachsuchen, mitgewirkt haben und damit die Datengrundlage für die Evaluationen entscheidend verbessert haben: Klaus Ammann, Angéline Bedolla, Irene Bisang, Arnold Büschlen, Peter Erzberger, Hansruedi Felix, Dominik Gerber, Lars Hedenäs, Daniel Hepenstrick, Heiner Lenzin, Laurent Juillerat, Heribert Köckinger, Lara Lucini, Michael Lüth, Tobias Moser, Niklaus Müller, Aline Perez-Graber, Markus Reimann, Frauke Roloff, Philipp Schmid, Cécile Schubiger, Senta Stix, Edi Urmi, Narjes Yousefi und Fredi Zemp. Hervorheben möchten wir Edi Urmi, Niklaus Müller, Arnold Büschlen und Heribert Köckinger, die viele Herbarbelege revidiert haben. Bei Alex Bernhard und Tobias Moser bedanken wir uns für die Betreuung der Datenbank, bei Doris Kahle und Josefine Jacksch für Ihre Mithilfe im Herbar und bei Arnold Büschlen und Michael Lüth für die freundliche Bereitstellung von Bildmaterial. Jan Kučera lieferte wertvolle Informationen zu verschiedenen Arten. Wir bedanken uns bei den Kuratorinnen und Kuratoren sowie den Mitarbeitenden der Herbarien Basel, Berlin, Britisches Museum, Chur, Frauenfeld, Genf, Jena, Lausanne, Lugano, Luzern, Neuchâtel, Uri und Zürich für die freundliche Bereitstellung von Herbarbelegen.

Ein grosser Dank geht an Danielle Hofmann und Francis Cordillot, die das Projekt seitens BAFU betreut haben, und an Reto Nyffeler für die Projektaufsicht.

Der Aufbau der Datengrundlage für diese Rote Liste hat weit mehr als vier Jahre in Anspruch genommen. Seit 1984 wurden im Projekt Nationales Inventar der Schweizer Moosflora NISM, heute Swissbryophytes, unermüdlich Daten gesammelt. Allen Mithelfenden, die Daten beigesteuert haben, sei herzlich gedankt. Sie haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz beigetragen, unser heutiges Wissen über die Verbreitung der Moose in der Schweiz aufzubauen.

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Abbildungsverzeichnis Abbildung 1 Abbildung 10 Anteil an bewerteten Moosarten pro Das Schmutzige Rotkäppchenmoos Gefährdungskategorie 10 (Schistidium sordidum, VU) ist durch den Klimawandel gefährdet. 25 Abbildung 2 Anzahl der beurteilten Arten und ihre Gefährdung Abbildung 11 in verschiedenen Lebensraumgruppen 14 Lorentz’sches Ölglanzmoos (Brotherella lorentziana, EN) wächst in schattigen Abbildung 3 Wäldern 26 Vorkommen des Bunten Birnmooses (Bryum versicolor, VU) in einer Alluvion an der Abbildung 12 Rhone bei Salgesch 15 Acker-Schwarzhornmoose (Anthoceros agrestis, VU) gedeihen auch in schmalen Randstreifen 28 Abbildung 4 Gefährdete Arten der stehenden Gewässer Abbildung 13 profitieren von Pflegemassnahmen 17 Das Haar-Kissenmoos (Grimmia crinita, VU) ist aus der Schweiz nur von mit Mörtel verputzten Abbildung 5 Mauern bekannt. 29 Beweidung ist wichtig für das gefährdete Flaschenfrüchtige Schirmmoos Abbildung 14 (Splachnum ampullaceum, VU) 18 Entwicklung des Datenbestandes in der Datenbank von Swissbryophytes 68 Abbildung 6 Kontinentale Trockenrasen: ein Eldorado für Abbildung 15 gefährdete Moose 20 Anteil gefährdeter Arten an den beutreilten Arten in verschiedenen Lebensraumklassen, 2004 Abbildung 7 und 2023 71 Ein Standort des Kleinen Goldlebermooses (Fossombronia pusilla, VU) in einer Wiese 21 Abbildung 16 Indikator «Zeitliche Entwicklung der relativen Abbildung 8 Sammelhäufigkeit» 83 Das Niedrige Keulenmoos (Plagiobryum demissum, EN) besiedelt Vegetationslücken in windexponierten Abbildung 17 Rasen. 22 Indikator «Zeitliche Entwicklung der Sammelhäufigkeit» 83 Abbildung 9 Findling in einem Waldbestand im Jura bei Abbildung 18 Rochefort, Kanton Neuenburg 24 Änderungen der Artenliste im Vergleich zur Roten Liste 2004 85

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Tabellenverzeichnis Tabelle 1 Anzahl und Anteile der Moosarten pro Kategorie 9

Tabelle 2 Hauptgefährdungsursachen gemäss IUCN Schweiz 10

Tabelle 3 Die elf Lebensraumgruppen für Moose 13

Tabelle 4 Liste der Arten und Unterarten mit Gefährdungskategorien 30

Tabelle 5 Anzahl und Anteil der Arten je Gefährdungskategorien, sowie Rote-Liste-Index in der Roten Liste 2004 (Schnyder et al. 2004) und 2023. 70

Tabelle 6 Vergleich mit Roten Listen Europas, der Nachbarstaaten und Regionen 73

Tabelle 7 Neophyten 77

Tabelle 8 Zuweisung der Strategietypen von During (1979, 1992) zu den verwendete Geneartionszeiten gemäss Bergamini et al. (2019b) 79

Tabelle 9 Grenzwerte für die Anwendung des Kriteriums NT (potentiell gefährdet) 79

Tabelle 10 Europaweit gefährdete Arten in der Schweiz 86