Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé. Aucune des 12 décisions citantes n’a été analysée.

42 II 339

338 - Familienrecht. No 51.

fait en 1907 — débitrice de 4900 fr. solidairement avec son mari, il en résulterait que, au moment de l’entrée en vigueur du CCS, elle était tenue pour ce montant vi.-àvis de la Caisse hypothécaire et il va sans dire qu'elle ne pouvait refuser de payer en excipant de l’art. 177 al. 3, car cette disposition n’a pas d'effet rétroactif (v. GmüR, Note 38 sur art. 177 et Praxis III, p. 190 et suiv.). Elle devait ou payér ou, si la créancière ÿ consentaït, renou- . veler l'effet. En prenant ce dernier parti, elle ne souscriVait pas un engagement nouveau, elle obtenait simplement une prorogation du délai de paiement de la dette préexistante ; le billet signé en 1914 n’impliquait done pas une obligation « dans l’intérét du mari », mais bien une obligation prise par la femme dans son propre intérêt, c'est-à-dire afin d'éviter les poursuites que la Caisse hypothécaire aurait été en droit d'exercer contre elle, si elle n'avait ni acquitté, ni renouvelé le billet précédent. Dans l'hypothèse par conséquent où il serait jugé que l'engagement contracté en 1907 par dame Bochatey était valable d’après le droit valaisan qui régissait à cette époque la capacité de la femme mariée, Fobligation de change souscrite en 1914 en exécution de cet engagement originaire ne pourrait être annulée en vertu de l’art. 177 al. 3 CCS et les conclusions de la demanderesse devraient donc être écartées.

Si au contraire l'engagement primitif était nul d’après le droit valaisan, il en résulteräit que, lors de l'entrée en vigueur du CCS., dame Bochatey n'était pas tenue envers la Caisse hypothécaire, le mari étant seul débiteur de la somme de 4900 fr. Dans cette hypothèse, en souscrivant le billet de 1914, la recourante a pris un engagement nouveau et l'on se trouve exactement dans le cas prévu dans l'arrêt rendu par le tribunal fédéral dans l'affaire Volksbank de Reïinach c. dame Humbert (RO 41 II p. 636/ 637 consid. 2) où il a été jugé que la femme qui s’oblige à la place de son mari ou conjointement avec lui, alors qu’auparavant il était seul débiteur, fait un acte typique d’inErbrecht, Ne 52. . 339 tervention rentrant dans la catégorie de ceux pour lesquels l’art. 177, al. 3 exige l'approbation de l'autorité tutélaire. Cette approbation n’ayant pas été requise en l'espèce, l'engagement pris par dame Bochatey serait nul et sa conclusion tendant à faire prononcer qu’elle n’est pas débitrice de la somme qui lui est réclamée devrait être admise.

Ainsi donc c’est d’une question préjudicielle de droit valaisan que dépend tout le procès. Cette question ne pouvant être tranchée que par le tribunal cantonal et celui-ci l'ayant laissée complètement de côté, il y a lieu de lui renvoyer la cause pour nouvelle décision.

Par ces motifs, le Tribunal fédéral prononce Le recours est admis, en ce sens que l'arrêt attaqué est annulé, la cause étant renvoyée à l'instance cantonale pour nouvelle décision.

IT. ERBRECHT DROIT DES SUCCESSIONS 52. Urteïl der I. Zivilabteilang vom 29. Jani 1916

Faits

I. i. S. Brand, Beklagter, gegen Geïsemann, Kläger.

Recht zur Ausübung des Amtes eines Erbschaftsverwaiters (streitig zwischen dem in einem angeïfochtenen Testament bezeichneten Willensvollistrecker, einerseits, und dem durch rechtskräftigen Beschluss der zuständigen Behôrde zum Erbschaftsverwalter ernannten bisherigen Vormund des Erblassers andrerseits). Art. 518, 554 und 556 ZGB.

A. — Der Kläger war Vormund der im Jahre 1842 geborenen, im Jahre 1911 wegen Altersverblédung entmün- 340 Erbrecht, No 52.

digten Emilie Isler, von Wohlen. Vor ihrer Bevormundung hatte die Genannte dem Beklagten und dessen Bruder Notar Emil Brand Generalvollmacht zur Besorgung ihrer Vermôgensangelegenheiten erteilt. Da der Beklagte gestützt auf diese Generalvollmacht eine Anzah]l der Emilie Isler gehôrender Wertpapiere in Besitz genommen hatte, sie in einem von ihm gemieteten Safe der Schweiz. Volksbank verwahrt behielt und ihre Herausgabe an den Vormund verweigerte, erfolgte im Juni 1913 die Emreichung der vorliegenden Klage, mit dem Rechtsbegehren :

« Der Beklagte sei schuldig und zu verurteilen, alle die- » jenigen der Fri. E. Isler in Bern gehôürenden Vermôgens- » stücke, die er in Händen hat, namentlich auch die hier- » nach aufgezählten Wertschriften und Dokumente dem » Kläger herauszugeben.» (Folgt eine Aufzählung der Wertpapiere).

Am 1. September 1913 starb die Emilie Isler. Sie hatte am 15. September 1910 ein Testament errichtet und darin den Beklagten zum Willensvollstrecker ernannt. Die gesetzlichen Erben fochten jedoch dieses, am 15. September 1913 erôffnete Testament an. Zur Vornahme der Sicherungsmassregeln im Sinne der Art. 551 ff. ZGB wurdeu durch Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 1913 (AS 33 I S. 606 ff.) die aargauer Behôrden zuständig erkiärt. Darauf ordnete am 23. Dezember 1913 das Bezirksgericht Bremgarten auf Begebren der gesetzlichen Erbeu die Erbschafisverwaltung an und ernannte zum Erbschaftsverwalter den Kläger, indem es diese Wahl damit begründete, dass nach Art. 554 Abs. 3 ZGB beim Tode einer bevormundeten Person und beim Fehlen einer andern Anordnung dem bisherigen Vormund die Erbschaftsverwaltung obliege. Der Beklagte hatte verlangt, selber zum Erbschaftsverwalter ernannt zu werden, weil nach Art. 554 Abs. 2 ZGB, wenn der Erblasser einen Willensvollstrecker bezeichnet habe, die Verwaltung diesem zu übergeben sei.

Nach seiner Ernennung zum Erbschaftsverwalter erÉrbrecht. N° 52. ‘ 34t klärte der Kläger, den Prozess namens der Erbmasse wiederaufzunehmen. Der Beklagte verweigerte jedoch auch jetzt noch die Herausgabe der streitigen Wertpapiere, weil er, als Willensvollstrecker, zur Erbschaftsverwaltung befugt sei.

B. — Durch Urteil vom 22. März 1916 hat der Appellationshof des Kantons Bern die Klage gutgeheissen, wobei er in prozessualer Beziehung davon ausgegangen ist, dass der Rechtsstreit auf Grund der durch den Tod der Emilie Isler und die Klage-Reassumption geschaffenen neuen Grundlage zu beurteilen sei.

C. — Gegen dieses Urteil richtet sich die vorliegende Berufung, mit dem Antrag auf Abweiïisung der Klage.

Das Bundesgericht zieht in Erwäâgung:

1. — Da die Vorinstanz auf Grund ihrer, für das Bundesgericht verbindlichen Auslegung des kantonaleu Prozessrechts davon ausgegangen ist, dass im vorliegenden Falle auch die seit der Rechtshängigkeit eingetretenen Tatsachen — Tod der Emilie Isler, Erôffnung ihres Testaments, Einsetzung einer Erbschaftsverwaltung, Ernennung des Klägers zum Erbschaftsverwalter und Wiederaufnahme des Prozesses durch den Erbschaftsverwalter im Namen der Erbmasse — zu berücksichtigen selen, so steht damit fest, dass die ursprünglich auf das Recht des Vormundes einer lebenden Person gestützte Klage, sowie die ursprünglich auf einen Auftrag derselben lebenden Person gestützte Bestreitung der Klage nicht mehr in Betracht fallen, sondern dass der Ausgang des Prozesses nunmehr einzig davon abhängt, wem die Erbschaïîtsverwaltung zustehe. Der Kläger beansprucht diese auf Grund der Verfügung des Bezirksgerichts Bremgarten vom 13. Dezember 1913, durch welche in der Tater zum Erbschaftsverwalter ernannt worden ist, der Beklagte dagegen auf Grund der Art. 518 und 554 Abs. 2 ZGB. Darüber aber, dass diejenige Partei, welcher die 342 -_ Erbrecht. Ne 52.

Erbschaftsverwaltung zusteht, zur Anhandnahme der in der Klage aufgezählten Wertpapiere befugt sei, herrscht kein Streit und sind auch keine Zweïfel môglich.

2. — Was zunächst die Berufung des Beklagten auf Art. 518 ZGB betrifft, so genügt es, festzustellen, dass diese Gesetzesbestimmung nur dann gilt, wenn keine Erbschaftsverwaltung im Sinne der Art. 554 und 556 einge- . setzt ist. Der Willensvollstrecker leitet seine Rechte aus der letztwilligen Verfügung ab und kann sie nur aus dieser ableiten. Die Erbschaïftsverwaltung hat nun aber u. a. gerade den Zweck, die Ausführung letztwilliger Verfügungen, deren Gültigkeit zweifelhaft oder bestritten ist, bis nach Abklärung der Sachlage hinauszuschieben. Sofern also, wie im vorliegenden Falle, weil die in Betracht kommende letztwillige Verfügung den Gegenstand einer Anfechtung bildet, eine Erbschaftsverwaltung eingesetzt worden ist, und solange diese besteht, kann der Willensvollstrecker als solcher sein Amt nicht, oder doch nur mit Genehmigung des Erbschaftsverwalters ausüben, und er kann sich somit gegenüber dem Erbschaftsverwalter, vorausgesetzt, dass dieser gültig ernannt worden ist, nicht auf Art. 518 berufen.

3. — Nun schreibt allerdings Art. 554 Abs. 2 vor, dass, weun «der Erblasser einen Willensvollstrecker bezeichnet » habe, dann dieser zum Erbschaftsverwalter zu ernennen sei, und der Beklagte beruft sich denn auch, wie berelts bemerkt, gerade auf diese Gesetzesbestimmung, um daraus die von ihm behauptete Ungesetzlichkeïit der Ernennung des Klägers zum Erbschaftsverwalter abzuleiten. Allein, abgesehen von der Frage, ob die angeführte Gesetzesbestimmung wirklich auch für den Fall gilt, dass, wie hier, die letztwillige Verfügung, welche die Ernennung des Willensvollstreckers enthält, a n gefochten ist, — fällt namentlich in Betracht, dass es sich im gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit gar nicht mehr um die Frage handelt, ob der Beklagte ein Recht auf Ernennung zum Erbschaftsverwalter besass.

oder nicht. Art. 554 Abs. 2 ist eine blosse Weïisung an diejenige Behôrde, welcher die Ernennung des Erbschaftsverwalters obliegt. Zur Ausübung des Amtes eines Erbschaftsverwalters genügt es daher nicht, sich auf jene Gesetzesbestimmung berufen zu kônnen, sondern es bedarf eines Ernennungsaktes von Seiten der dazu kompetenten Behôrde. Im vorliegenden Falle hat sich deshalh der Richter auf die Feststellung zu beschränken, dass die eine Partei, nämlich der Kläger, durch einen rechtskräftigen Beschluss der zuständigen Behôrde zum Erbschaîftsverwalter ernannt worden ist. Die Kompetenz des Bezirksgerichts Bremgarten zu der am 13. Dezember 1913 von ihm vorgenommenen Ernennung des Erbschaftsverwalters ergibt sich nämlich ohne weiteres aus dem Urteile des Bundesgerichts vom 28. November 1913, durch welches zur Anordnung der Sicherungsmassregeln im Sinne der Art. 551 ff. ZGB die a ar ga u e r Behôrden zuständig erklärt worden sind ; die Rechtskraft jener Ernennung aber folgt u. a. schon aus der Tatsache, dass der Beklagte selber nicht behauptet, ein Rechtsmittel dagegeu ergriffen zu haben, — weshalb nicht untersucht zu werden braucht, ob (was der Beklagte bestreitet) ein Rechtsmittel überhaupt gegeben war. Ist aber der Kläger durch einen rechtskräftigen Beschluss der zuständigen Behôrde zum Erbschaftsverwalter ernannt worden, 50 hat der Beklagte zur Zeit jedenfalls kein Recht mehr, die streitigen Erbschaftsaktiven dem Kläger vorzuenthalten.

Dispositif

Demnach hat das Bundesgericht erkannit: Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Appellationshofes des Kantons Bern vom 27. April 1916 bestätigt.

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Code civil suisse, Art. 177, Art. 518, Art. 551, Art. 554 et Art. 556 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2000, 1 janvier 2001, 1 mars 2002, 1 janvier 2003, 1 avril 2003, 1 janvier 2004, 1 avril 2004, 1 juin 2004, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 juin 2005, 1 janvier 2006, 1 janvier 2007, 1 mai 2007, 1 juillet 2007, 1 décembre 2007, 1 janvier 2008, 1 juillet 2008, 5 décembre 2008, 1 janvier 2010, 1 février 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 janvier 2013, 1 juillet 2013, 1 juillet 2014, 1 janvier 2016, 1 avril 2016, 1 janvier 2017, 1 septembre 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 1 juillet 2020, 1 janvier 2021, 1 janvier 2022, 1 juillet 2022, 1 janvier 2023, 23 janvier 2023, 1 septembre 2023, 1 janvier 2024, 1 janvier 2025, 1 janvier 2026 et 1 juillet 2026.

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