Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé. Aucune des 1 décisions citantes n’a été analysée.

57 III 98

27. Entscheid vom 10. Jnli 1931

Sachverhalt

I. i. S. Spar- und Leihkasse in Bern, SchKG Art. 260: Die Abtretung von Rechtsansprüchen. der Konkursmasse an einzelne Konkuregläubiger geht mit der Konkursforderung über. (Änderung der Rechtssprechung.) Art. 260 LP : En cédant sa créance contre le failli, le créancier aliène du même coup les droits que la masse lui avait cédés. (Changement de jurisprudence.) “Art. 260 LEF : Cedendo il credito verso il fallito, il creditore aliena anche i diritti cedutigli dalla massa (mutamento della giurisprudenza).

Die im Konkurs über W. Müller in Muri bei Bern mit zwei Forderungen von 23,497 Fr. und 39,131 Fr. zugelassene Spar- und Leihkasse in Bern verlangte am 19. Januar 1931 die Abtretung einer Forderung des Gemeingchuldners gegen die Mitglieder der Vormundschaftsbehörde Muri gemäss Art. 260 SchKG, auf deren Geltendmachung die zweite Gläubigerversammlung am 9. Januar zu verzichten beschlossen hatte. Am 21. Januar zahlte die Firma Fritz Pulver & Söhne die zweitgenannte VForderung, die sie seinerzeit « unter voller Gewähr für Bestand und Einbringlichkeit » an die Spar- und Leihkasse in Bern abgetreten hatte, worauf sie ihr zurückzediert wurde. Als die Konkursverwaltung in der Folge die Abtretung _ gemäss Art. 260 SchKG ausstellte, verlangte die Sparund Leihbkasse in Bern eine Bescheinigung darüber, dass die Rechte aus der Abtretung gemäss Art. 260 SchKG ebenfalls auf die Firma Fritz Pulver & Söhne übergegangen gcien. Die vorliegende von der Spar- und Leihkasse in Bern für sich und die Firma Fritz Pulver & Söhne geführte “ und nach Abweisung durch die kantonale Aufsichtsbehörde an das Bundesgericht weitergezogene Beschwerde richtet sich gegen die Ablehnung dieses Begehrens.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Erwägungen

Auf die Beschwerde der Spar- und Leihkasse in Bern kann nur eingetreten werden, weil sie auch für die Firma - Fritz Pulver & Söhne geführt worden ist, die allein am Erfolg der Beschwerde inter essiert ist. Im Gegenteil scheint die Spar- und Leibkasse ein Interesse an der Abweisung der Beschwerde zu haben, um als Gläubigerin ihrer ersterwähnten Konkursforderung allein im Besitz einer Abtretung gemäss Art. 260 SchKG zu bleiben.

Von der Auffassung ausgehend, dass die Abtretung von Rechtsansprüchen der Konkursmasse, auf deren Geltendmachung dié Gesamtheit der Gläubiger verzichtet hat, an einzelne Konkursgläubiger gemäss Art. 260 SchKG nichts anderes als ein Auftrag, nämlich zur Prozessführung, sei, hat die bisherige Rechtsprechung die Übertragbarkeit dieser Abtretung regelmässig verneint (vgl. BGE 39 LS. 464 E. 2 = Sept.-Ausg. 16 8. 166 ; 51 III S. 34). Eine Ausnahme konnte nur zugunsten der Vererblichkeit der Abtretung gemacht werden in Anwendung des Art. 405 OR, wonach der Auftrag durch den Tod des Beauftragten, zwar regelmüssig erlizcht, jedoch dann nicht, wenn das 100 Schuldbetreibungs- und Konkurerecht. Ne 27.

Gegenteil aus der Natur des Geschäftes gefolgert werden muss (BGE 56 IIT $. 70). Allein auch in anderen Fällen gesetzlicher Rechtenachfolge, sei es auch blosser Singularsukzession, in die Konkursforderung des Zessionars der Konkursmasse (im Sinne des Art. 260 SchKG), ja auch im Falle der rechtsgeschäftlichen Abtretung der Konkursforderung, zumal wenn sie durch Umstände bedingt ist, die schon im Zeitpunkte der Konkurseröffnung vorgelegen haben, führt die Verneinung der Übertragbarkeit der Masserechtsabtretung zu unerwünschten Ergebnissen. Sie zu vermeiden, gestattet eine von der hergebrachten etwas abweichende Betrachtungsweise.

Die Abtretung von Rechtsansprüchen der Konkursmasse gemäss Art. 260 SckKG ist nämlich nicht ein Auftrag, der sich ohne weiteres den bezüglichen Vorschriften des OR subsumieren liesse. Zunächst sind die Organe des Konkursverfahrens nicht frei in der Entschliessung, ob und allfällig wem sie einen solchen Auftrag erteilen wollen. Vielmehr hat jeder einzelne Konkursgläubiger ein Recht darauf, dass die Abtretung erteilt werde, und zwar ihm (allfällig zusammen mit anderen Konkursgläubigern), sobald die Gesamtheit der Gläubiger auf die Geltendmachung eines Masserechtsanspruches verzichtet. Hieraus folgt weiter, dass dieser Auftrag entgegen Art. 404 OR nicht frei, bezw. nicht etwa nur mit der Beschränkung des Art. 404 Abs. 2 OR, widerruflich ist. Endlich ist für die Verabredung einer Vergütung, wie sie Art. 394 Abs. 3 OR vorsieht, kein Raum, sondern von Gesetzes wegen kann als Vergütung (und Kostenersatz) das Ergebnis der Prozessführung bis zur Deckung der Zessionare der Konkursmasse (im Sinne des Art. 260 SchKG) beansprucht werden (während bei Ergebnislosigkeit der Prozessfübrung der Zessionar Auslagen, Verwendungen und eingegangene Verbindlichkeiten entgegen Art. 402 OR an sich tragen muss). Eine verständnisvolle Würdigung der für den Prozessführungsauftrag der Konkursmasse an einzelne Konkursgläubiger geltenden eigenartigen, von der Ordnung des Auftrages abweichenden Rechtssätze lässt die Abtretung von Masserechtsansprüchen gemäss Art. 260 SchKG, wie auch schon das Recht jedes einzelnen Konkursgläubigers auf Abtretung als ein Nebenrecht seiner Konkursforderung im Sinne des Art. 170 Abs. 1 OR erscheinen, das, wenn die Konkursforderung zum Gegenstand einer Abtretung (im zivilistischen Sinne) gemacht wird, mit ihr übergeht. Das Recht auf Erteilung dieses Prozessführungsauftrages sowie die Ausführung desselben stellen sich als eine vollstreckungs- bezw. Kkonkursrechtliche Befugnis des Gläubigers dar, die ihm zur Befriedigung für seine Forderung verhelfen s0Ill, und verdient deshalb nicht weniger als andere zum gleichen Zwecke verliehene vollstreckungsrechtliche Befugnisse, als mit der Forderung verbundenes Nebenrecht angesehen zu werden (vgl. BGE 22 8. 669 ; 49 ITT S. 202). Nur dann ginge dieses Nebenrecht nach dem ausdrücklichen Vorbehalte des Art. 170 Abs. 1 OR nicht mit der Vorderung über, wenn es untrennbar mit

der Person des Abtretenden (im zivilistischen Sinne) verknüpft wäre. Ist nun zwar im allgemeinen der Auftrag in Person auszuführen (vgl. Art. 398 Abs. 3 OR), s0 kann der einem einzelnen Konkursgläubiger gemäss Art. 260 SchKG erteilte Prozessführungsauftrag nicht als untrennbar mit seiner Person verknüpft angesehen werden, weil ihm eben der Auftrag nicht mit Rücksicht auf seine Persönlichen Eigenschaften erteilb wurde, sondern, ohne Rüecksicht auf seine persönlichen Eigenschaften erteilt werden musste. Gerade aus diesem letzteren Grunde geht es auch nicht etwa an, der Übertragbarkeit der Abtretung von Masserechtsansprüchen im Sinne des Art. 260 SchKG die Grenze ziehen zu wollen, dass sie nicht an eine dem Belangten bezw. zu Belangenden nahestehende Person - stattfinden dürfe, von der zu befürchten wäre, dass sie (milde gesagt) den Prozess lässig führen werde (wie FLACHSMANN, Abtretung nach Art. 260 SchKG, S. 15, meint) ; denn wenn diese Person schon von Anfang an Konkursgläubiger gewesen wäre, hätte ihr die Abtretung ja doch 102 Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. Ne 28.

nicht verweigert werden dürfen. Der Qualifizierung der Abtretung von Masserechtsansprüchen gemäss Art. 260 SchKG als Nebenrecht der Konkursforderung, das bei “ (gewillkürter oder gesetzlicher) Abtretung der Konkursforderung (im zivilistischen Sinne) mit dieser übergeht, steht nicht etwa Ziffer 1 des obligatorischen Formulares für die Abtretung von Rechtsansprüchen der Masse gemüss Art. 260 SchKG entgegen, die lautet : « Eine Abtretung der Prozessführungsrechte an Dritte ist unstatthaft » und freilich als Bestandteil der Konkursverordnung anzusehen ist (vgl. Art. 3 Abs. 1 KV). Unstatthaft kann nämlich nach dem Ausgeführten nur die Abtretung der Prozessführungsrechte an eine andere Person als den Erwerber der Konkursforderung des Zessionars der Konkursmasse (im Sinne des Art. 260 SchKG) sein, und, etwas anderes kann bei richtiger Betrachtung entgegen BGE 51 IITS. 54 aus der erwähnten Bedingung nicht gelesen werden, die immerhin künftig schärfer formuliert werden mag. Zessionar der in Frage stehenden Forderung der Kon- kursmasse Müller gegen die Mitglieder der Vormundschaftsbehörde Muri ist somit nach erfolgter Rückzession einer der Konkursforderungen der Spar- und Leihkasse in Bern an die Firma Fritz Polver & Söhne neben der Spar- und Leihkasse auch die Firma Fritz Pulver & Söhne, woraus ohne weiteres folgt, dass dem Rekurs Folge zu geben, ist.

_ Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer: Der Rekurs wird begründet erklärt.

28. Arrdt du 14 juillet 1931 dans la cause Bakonnine, Saîsie de salaire : Le sa'aire de l’épouse du débiteur ne peut entrer en ligne de compte dans le calcul de la quotité saisiszable que sií le débiteur est en droit de le Percevoir pour l’affecter au paiement de la dette. En tant que besoin, le débiteur a un Schuldbetreibunges- und Konkursreecht. No 28, 6s droit aur le salaire de sa femme pour acquitter les dettes du ménage. Le créancier dont la poursuite est fondée sur une dette de ce genre peut donc exiger que l’office fasse rentrer le salaire de l’épouse dans le calcul des ressources du débiteur.

Lohnpfändung: Bei der Berechnung der pfändbaren Quote iat der Arbeitserwerb der Ehefrau nur unter der Voraussetzung mitzuberücksichtigen, dass der Schuldner einen Rechtsanspruch hat, ihn zur Bezahlung der betreffenden Schuld heranzuziehen. Das trifft, soweit die Einwerfung notwendig 186, für Haushaltungsschulden zu. Der Gläubiger, der für eine soleche Forderung betreibt, kann daher verlangen, dass das Betreibungsamt den Lohn der Ehefrau zu demjenigen des Schuldners hinzurechne.

Pignoramento del salario : Nel fissare la quota pignorabile sì ha da tener conto del salario della moglie del debitore salo in quanto questi ha il diritto di servirsene per pagare il debito. Nei limiti del necessario questo diritto gli compete per Pagare i debiti domestici. Il creditore, la cui esecuzione sí fonda gu un debito di tal genere, può esigere che l'ufficio tenga conto del salario della moglie allorchè valuta le risgorse del debitore.

4. Dame Berthe Perrenoud-Hurni, créancière de Charles Bakounine en vertu d’un accident dont elle fut la victime, et détentrice d’un acte de défaut de biens, a fait séquestrer les salaires, commissions et tantièmes touchés par le débiteur à titre de directeur de l’« Agence Météor » S. A., à Genève.

L'office des poursuites de Genève a déclaré le salaire du débiteur insaisissable.

B. — La créancière a porté plainte à l’Autorité canto- - nale de surveillance en concluant à ce qu’il lui plaise « fixer à 50 fr. par mois le salaire mensuel qui peut être saisi par L'office des poursuites sur le salaire de M. Charles Bakounine, directeur de l’Agence Météor ».

O. — Par prononcé du 4 juin 1931, l’Autorité cantonale de surveillance a admis la plainte et ordonné qu’une retenue de 25 fr. par mois soit pratiquée, au profit de la “ plaignante, sur le salaire de Bakounine à la « Météor »

8. , A.

D. — Par acte déposé en temps utile, Bakounine a recouru au Tribunal fédéral. / AS 67 LIL — 1931 Í 9

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Loi fédérale complétant le Code civil suisse, Art. 170, Art. 394, Art. 398, Art. 402, Art. 404 et Art. 405 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2000, 1 mai 2000, 1 janvier 2001, 1 mai 2001, 1 juin 2001, 1 juin 2002, 1 juillet 2002, 1 janvier 2003, 1 avril 2003, 1 juin 2003, 1 janvier 2004, 1 mai 2004, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 juin 2005, 1 juillet 2005, 1 décembre 2005, 1 janvier 2006, 1 avril 2006, 1 janvier 2007, 1 mai 2007, 1 janvier 2008, 1 août 2008, 1 octobre 2009, 1 janvier 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 mars 2012, 1 octobre 2012, 1 janvier 2013, 28 mai 2013, 1 janvier 2014, 1 juillet 2014, 1 juillet 2015, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 janvier 2017, 1 avril 2017, 1 novembre 2019, 1 janvier 2020, 1 avril 2020, 1 janvier 2021, 1 février 2021, 1 mai 2021, 1 juillet 2021, 1 janvier 2022, 1 janvier 2023, 9 février 2023, 1 septembre 2023, 1 janvier 2024, 1 janvier 2025, 8 juillet 2025, 1 octobre 2025 et 1 janvier 2026.
  • Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Art. 260 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 1997, 1 janvier 2001, 1 avril 2003, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 janvier 2007, 1 juillet 2007, 1 janvier 2008, 1 janvier 2010, 1 décembre 2010, 1 janvier 2011, 1 février 2011, 1 septembre 2011, 1 janvier 2012, 1 janvier 2013, 1 janvier 2014, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 janvier 2017, 28 mars 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 20 octobre 2020, 1 août 2021, 1 janvier 2023, 1 juillet 2024, 1 janvier 2025 et 1 janvier 2026.

Cité dans