Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé. Aucune des 18 décisions citantes n’a été analysée.

71 II 191

41. Auszug aus dem Urteil der IL Zivilabteilung des Bundesgeriehtes vom 18. September 1945 i. S. M. c. Seh, Schutz der Persönlichkeit gegen unbefugte Presscäusserungen (Art. 28 Abs. 1 ZGB).

Voraussetzungen der Widerrechtlichkeit i im allgemeinen und besonders bei Ausserungen über Personen, die 1m staatlichen Leben hervortreten ; die Bedeutung des Art. 55 BY ; die Widerrechtlichkeit unwahrer, wenn auch in guten Treuen geäâussert.er Behauptungen:

Proteêtion de la personnalité contre des allégations illicites publiées dans la presse (art. 28 al. Ier CC).

Conditions du caractère illicite en général, et plus particulièrement des allégations à l’égard de personnalités en vue de la vie publique. Portée de l’art. 55 CF. Caractère illicite allégations inexactes, encore que faites de bonne foi. :

Protezione della personaliià contro allegazioni lecite pubblicate nella stampa (art. 28 cp. 1 CC). .

Presupposti dell'illiceità in generale e, in particolare, delle allegazioni riguardanti persone in vista nella vita, pubblica. Portata dell'art. 55 CF. Carattere illecito di allegazioni erronee, benchè fatte in buona fede.

Erwägungen

—. Mit den beanatandeten Artikeln hat der Beklagte ohne Zweifel in die persönlichen Verhältnisse des Klägers eingegriffen. Die Schadenersatzklage ist aber nur dann begründet, wenn der Beklagte widerrechtlich und schuldhafé gehandelt hat. Die Zusprechung der verlangten Genugtuung setzt ausserdem Voraus, dass sgowohl das Verschulden des Beklagten wie die Verletzung des Klägers in. seinen persönlichen Verhältnissen besonders schwer waren (Art. 28 ZGB, Art. 41 und 49 OR).

Ob eine Presseäusserung widerrechtlich in die persönlichen Verhältnisse eingreift, isb an sich einzig auf Grund der angeführten zivilrechtlichen Bestimmungen zu ent- 192 Personenrecht. N° 41.

scheiden. Aus Art. 55BV. kann der Beklagte weiter nichts ableiten. Denn der Verfassungsgrundsatz der Pressefreiheit wurde durch jene Beatimmungen der Bundesgesetzgebung für das Gebiet des Zivilrechts abschliessend umschrieben. Das Bundesgericht hat dies bereits in BGE 43 I 42 f. dargelegt. In gleicher Weise ist nun auch die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Verfasser und Verbreiter von Preszeerzeugnissen abschliessend durch das schweizerische Strafgesetzbuch geregelt worden (BGE 170 IV 24 f.).

Indessen wird in Art. 28 ZGB, Art. 41 und 49 OR weder mit Bezug auf die Presse noch allgemein gesagt, unter welchen Voraussetzungen jemand zum Eingriff in die persönlichen Verhältnisse eines andern befugt ist. Die Frage, ob ein bestimmtes Verhalten widerrechtlich ist, muss vielmehr vom Riehter in jedem FEinzelfall in Würdigung aller Umstände und in Abwägung der im Spiele stehenden Interessen entschieden werden, wobei für diese Würdigung und Abwägung die Vorschriften der gesamten, ein einheitliches Ganzes bildenden Ordnung des privaten und öffentlichen Rechtes massgebend sgind. Ist ein Eingriff durch die Presse zu beurteilen, s0 hat daher der Richter den besondern Verhältnissen der Presse Rechnung zu tragen und ihr Interesse, über die persönlichen Verhältnisse Einzelner zu berichten, abzuwägen gegenüber dem Interesse der Einzelnen, nicht Gegenstand von Presseäussgerungen zu sgein. Bei dieser Bewertung hat sich der Richter daran zu halten wie der Gesetzgeber, vor allem der Verfassungsgesetzgeber, die Presse eingeschätzt hat. Hierüber gibt Art. 55 BV Aufschluss. So ist est zu erklären, dass sich das Bundesgericht auch in Zivilprozessen immer wieder unmittelbar auf die Grundsätze berufen hat, die in Auslegung von Art. 55 BV entwickelt wurden (z. B. BGE 43 II 636 und 60 IT 406).

Dem Grundsatz der Pressefreiheit liegt der Gedanke zu Grunde, dass es von allgemeinem Nutzen ist, wenn die Presse über bestimmte öffentliche, namentlich über die staatlichen Angelegenheiten Nachrichten verbreitet und würdigt. Zu diesen Angelegenheiten gehören auch die persönlichen Verhältnisse der im staatlichen Leben hervortretenden Personen, soweit sie für die staatliche Stellung der Betreffenden von Bedeutung sind (BGE 60 IT 406 f.). Sofern die Presse in solche persönliche Verhältnisse eingreift, geht ihr Interesse an der Nachrichtenverbreitung wegen des gleichlaufenden öffentlichen Interesses dem Interesse der Einzelnen vor, ist also ihr Eingriff berechtigt. Gegenüber den Mitgliedern der Bundesversammlung reicht diese Befugnis besonders weit. Denn die Bundesversammlung wird durch kein anderes staatliches Organ beaufsichtigt, obwohl ihr wichtigste Landesgeschäfte anvertraut sind und obwohl] nicht ihr, sondern dem Volk und den Ständen die oberste Gewalt zusteht (Art. 71 BV). Um beurteilen zu können, ob die Mitglieder der Bundesversammlung ihr Amt zum Wohl des Landes ausüben und ob gie sich für ihr Amt als würdig und geeignet erweisen, ist das Volk in weitem Umfang auf die privaten Mittel der Nachrichtenverbreitung angewiesgen. Wenn sich daber die Presse mit den persönlichen Verhältnissen der Volksvertreter insoweit befasst, als dies für die Beurteilung der Amtsführung und der persönlichen Eignung und Würdigkeit nötig ist, 80 handelt sie im öffentlichen Interesse, ja sie übt geradezu an Stelle des Volkes und zuhanden des Volkes eine Aufsicht aus, die in einem demokratischen Staate unerlässlich ist.

Die Presse kann auf zwei Arten in die persönlichen Verhältnisse eingreifen, entweder durch die Mitteilung von Tatsachen, welche diese Verhältnisse betreffen, oder durch die Würdigung solcher Tatsachen.

Bei den Mitteilungen von Tatsachen versteht es sich von selbst, dass sie wahr sein müssen. Sonst sind es eben nicht Tatesachen, die mitgeteilt werden. Die Behauptung von Unwahrheiten gehört in keinem Falle zur Aufgabe der Preesse. Eine unwahre Bebauptung iat daher niemals rechtmägssig. Wird gie in guten Treuen erhoben, so entfällt nicht 194 Personenreoht, N° 42, die Widerrechtlichkeit, : Sondern uur das Verschulden. Das ist zivilrechtlich von Bedeutung, weil der Schutz der Persönlichkeit in einem gewissen Umfang auch gegen bloss widerrechtliche, nicht nur gegen schuldhafte Störung gewährt wird (Art. 28 Abs. 1 ZGB ; BGE 868 II 129). Es besteht kein Grund, gegenüber unwahren, wenn auch in guten Treuen erhobenen Presseäusserungen den Schutz des Art. 28 Abs. 1 ZGB zu versagen. Das Interesse der Presse ist- genügend gewahrt, wenn auf ihre besondern Verhältnisse bei der Prüfung des Verschuldens Rücksicht genommen wird, also bei der Beantwortung der Frage, ob eine unwahre Bebauptung in guten Treuen geäussert werden durfte.

Die Wärdigung von Tatsachen ist entweder mit doren Mitteilung verbunden und erséheint dann einfach als persönliche Sechlussfolgerung des Verfassers aus diesen Tateachen. Eine solche Würdigung ist zulässig, sofern sie auf Grund. des mitgeteilten Sachverhaltes vertretbar ist und wenn sie durch ihre Form nicht unnötig verletzt (BGE 50 I 205 und 218; 60 II 407). Es kommt aber auch Vor, dass der einem Werturteil zu Grunde liegende Sachverhalt gar nicht mitgeteilt wird und auch nicht als bekannt vorausgesetzt werden kann. In einem solchen Fall muss von der Würdigung gefordert- werden, dass sie nicht falsche Vorstellungen darüber erweckt, was ihr in tatsächlicher Hinsicht zu Grunde liegt.

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Loi fédérale complétant le Code civil suisse, Art. 41 et Art. 49 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2000, 1 mai 2000, 1 janvier 2001, 1 mai 2001, 1 juin 2001, 1 juin 2002, 1 juillet 2002, 1 janvier 2003, 1 avril 2003, 1 juin 2003, 1 janvier 2004, 1 mai 2004, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 juin 2005, 1 juillet 2005, 1 décembre 2005, 1 janvier 2006, 1 avril 2006, 1 janvier 2007, 1 mai 2007, 1 janvier 2008, 1 août 2008, 1 octobre 2009, 1 janvier 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 mars 2012, 1 octobre 2012, 1 janvier 2013, 28 mai 2013, 1 janvier 2014, 1 juillet 2014, 1 juillet 2015, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 janvier 2017, 1 avril 2017, 1 novembre 2019, 1 janvier 2020, 1 avril 2020, 1 janvier 2021, 1 février 2021, 1 mai 2021, 1 juillet 2021, 1 janvier 2022, 1 janvier 2023, 9 février 2023, 1 septembre 2023, 1 janvier 2024, 1 janvier 2025, 8 juillet 2025, 1 octobre 2025 et 1 janvier 2026.
  • Code civil suisse, Art. 28 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2000, 1 janvier 2001, 1 mars 2002, 1 janvier 2003, 1 avril 2003, 1 janvier 2004, 1 avril 2004, 1 juin 2004, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 juin 2005, 1 janvier 2006, 1 janvier 2007, 1 mai 2007, 1 juillet 2007, 1 décembre 2007, 1 janvier 2008, 1 juillet 2008, 5 décembre 2008, 1 janvier 2010, 1 février 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 janvier 2013, 1 juillet 2013, 1 juillet 2014, 1 janvier 2016, 1 avril 2016, 1 janvier 2017, 1 septembre 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 1 juillet 2020, 1 janvier 2021, 1 janvier 2022, 1 juillet 2022, 1 janvier 2023, 23 janvier 2023, 1 septembre 2023, 1 janvier 2024, 1 janvier 2025, 1 janvier 2026 et 1 juillet 2026.
  • Constitution fédérale de la Confédération suisse, Art. 55 et Art. 71 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2000, 10 juin 2001, 2 décembre 2001, 3 mars 2002, 1 avril 2003, 1 août 2003, 8 février 2004, 2 mars 2005, 27 novembre 2005, 21 mai 2006, 1 janvier 2007, 1 janvier 2008, 30 novembre 2008, 17 mai 2009, 27 septembre 2009, 29 novembre 2009, 7 mars 2010, 28 novembre 2010, 1 janvier 2011, 11 mars 2012, 23 septembre 2012, 3 mars 2013, 9 février 2014, 18 mai 2014, 14 juin 2015, 1 janvier 2016, 12 février 2017, 24 septembre 2017, 1 janvier 2018, 23 septembre 2018, 1 janvier 2020, 1 janvier 2021, 7 mars 2021, 28 novembre 2021, 13 février 2022, 1 janvier 2024 et 3 mars 2024.

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