212.32

Verordnung zum Bundesgesetz vom 25. Juni 1976 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesverhältnis)

Ausserrhodische Gesetzessammlung 212.32

Verordnung zum Bundesgesetz vom 25. Juni 1976 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesverhältnis)1) vom 3. November 19772)

Der Kantonsrat des Kantons Appenzell A.Rh.,

gestützt auf das Bundesgesetz vom 25. Juni 1976 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesverhältnis) sowie auf Art. 48

Ziff. 4 der Kantonsverfassung,

verordnet:

Art. 1

Der Kantonsgerichtspräsident ist unter Vorbehalt der Appellation an den Obergerichtspräsidenten in folgenden Fällen zuständig:

Art. 279 Unterhaltsklage

Art. 286 Entscheid bei Veränderung der Verhältnisse

Art. 291 Anweisung an die Schuldner

Art. 292 Sicherstellung

Art. 329 Verwandtenunterstützung

In den Fällen der Art. 291 und 292 kann der Kantonsgerichtspräsident die Appellationsfrist bis auf 5 Tage herabsetzen. Die Appellation hemmt den Vollzug nur, wenn der Obergerichtspräsident es verfügt.

Die Verbindung dieser Gesuche mit Klagen, die in die Zuständigkeit des Kantonsgerichtes fallen, bleibt vorbehalten.

Art. 2

Der Kantonsgerichtspräsident entscheidet in folgenden Fällen endgültig:

———————————— 1) AS 1977 S. 237 2) Vom Bundesrat genehmigt am 8. Dezember 1977

212.32 Kindesverhältnis

Art. 281 vorsorgliche Massnahmen im Unterhaltsverfahren

Art. 282 Hinterlegung

Art. 283 vorläufige Zahlung

Art. 218 ZPO1) ist sinngemäss anwendbar.

Art. 3

Der Gemeinderat ist die zuständige Behörde am letzten Wohnsitz des Vaters im Sinne von Art. 261 Abs. 2 ZGB.

Art. 4

Bei Entzug der elterlichen Gewalt gemäss Art. 311 ZGB steht den Parteien innert 14 Tagen das Recht offen, das Obergericht anzurufen.

In den Fällen des Art. 312 ZGB ist dieses Recht erst nach Anrufung der kantonalen Aufsichtsbehörde2) gegeben (Art. 41 EG zum ZGB3)).

Das Untersuchungsverfahren findet Anwendung.

Art. 5

Art. 6 Ziff. 4 ZPO1) wird wie folgt ergänzt:

Ein Vermittlungsverfahren findet nicht statt:

4. In folgenden Fällen des Zivilgesetzbuches:

Art. 256, 258 (Anfechtung der Vaterschaft)

Art. 259 Abs. 2 und 3, 260a (Anfechtung der Kindesanerkennung)

Art. 279 (Unterhaltsklage)

Art. 311, 312 (Entzug der elterlichen Gewalt)

Art. 329 (Verwandtenunterstützung)

Aufgehoben wird Ziff. 4 in Bezug auf

Art. 260, 262, 305 und 306 ZGB.

Art. 6

Diese Verordnung tritt auf 1. Januar 1978 in Kraft.

———————————— 1) ZPO vom 24. April 1955 (aGS I/36) 2) Regierungsrat; Art. 41 EG zum ZGB vom 27. April 1969 (bGS 211. 1) 3) bGS 211.1

514 Ausserrhodische Gesetzessammlung 212.32 Verordnung zum Bundesgesetz vom 25. Juni 1976 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesverhältnis) Änderung vom 24. Oktober 1994 Der Kantonsrat des Kantons Appenzell A.Rh.

beschliesst:

I. Die Verordnung vom 3. November 1977 zum Bundesgesetz vom 25. Juni 1976 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesverhältnis) wird wie folgt geändert:

Art. 4

aufgehoben II. Die geänderte Bestimmung tritt am 1. Januar 1995 in Kraft.