Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé.

Steuersicherung

Rubrum

I. G. wurde vom kantonalen Steueramt verpfli­chtet, "zur Deckung der mutmasslich geschuldeten Nachsteuern und Bussen für die Staats- und Gemeindesteuern der Steuerjahre 1992 bis 1997 nebst Kosten und Zinsen den Betrag von Fr. ... [innert 24 Stunden] sicherzustellen". Das Steueramt begründete die Sicherstellungsverfügung mit in den Erwägungen näher ausgeführter "Gefährdung der Steuerforderung".

II. Mit Rekurs liess G. dem Verwaltungsgericht die Reduktion des sicherzustellenden Betrags auf Fr. ... beantragen; ausserdem verlangte er die Zusprechung einer Parteientschädigung.

Der Rekurrent bestritt die Voraussetzungen für eine Sicherstellung nicht, machte aber geltend, diese dürfe nur für die mutmasslich geschuldete Nachsteuer, nicht aber für eine allfällige Busse sowie für Bezugskosten und Zinsen auf der Nachsteuer angeordnet werden.

Das kantonale Steueramt schloss auf Abweisung des Rekurses.

Regeste

Die Sicherstellung von mutmasslich geschuldeten Bussen, Zinsen auf der Nachsteuer und Bezugskosten ist ebenso zulässig wie die Sicherstellung der Nachsteuer selbst.

Erwägungen

1.

Hat der Steuerpflichtige keinen Wohnsitz in der Schweiz oder erscheint die Bezahlung der von ihm geschuldeten Steuer als gefährdet, kann das Gemeindesteueramt oder das kantonale Steueramt laut § 181 Abs. 1 Satz 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auch vor der rechtskräftigen Einschätzung die Sicherstellung des mutmasslich geschuldeten Steuerbetrags verlangen.

a) Nach § 260 Abs. 3 StG gelten die Bestimmungen über den Steuerbezug sinngemäss. "Steuerbezug und Steuererlass" sind im Sechsten Abschnitt des Steuergesetzes geregelt. Da unter dem Unterabschnitt C der Steuererlass (§§ 183 - 186 StG) geordnet ist, umfasst folglich der Begriff des Steuerbezugs die Unterabschnitte "A. Steuerbezug" und "B. Steuersicherung", mithin die in den §§ 172 - 182 StG enthaltene Ordnung. Diese ist so­mit gemäss § 260 Abs. 3 StG auch auf Bussen wegen Verletzung von Verfahrenspflichten (§ 234 StG) und Steuerhinterziehung (§ 235 StG) anwendbar, und zwar "sinngemäss". Der Umstand, dass die Steuerdeliktsbussen (echte) Strafen sind (vgl. RB 2000 Nrn. 135 und 136), verlangt freilich weder die Nichtanwendung der Sicherstellung noch eine Modifikation der Regelung von § 181 Abs. 1 Satz 1 StG. Denn auch das gemeine Strafrecht kennt das strafprozessuale Institut der Beschlagnahme von Vermögenswerten des Angeschuldigten in der Strafuntersuchung "zur Sicherung der künftigen Vollstreckung eines Strafurteils", wobei nach zürcherischem Strafprozessrecht "so viel mit Beschlag belegt werden [darf], als zur Deckung der Prozesskosten, einer allfälligen Busse, des verursachten Schadens und der Strafvollzugskosten voraussichtlich erforderlich ist" (§ 83 der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919). Die Unschuldsvermutung von Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechts­­konvention vom 4. November 1950 wird durch die Sicherstellung nicht verletzt, weil diese bloss die Vollstreckung einer Busse gewährleisten soll für den Fall, dass der Steuerpflichtige hierzu verurteilt wird.

b) Gemäss § 160 Abs. 1 StG werden bei Vorliegen der in dieser Bestimmung umschriebenen Voraussetzungen "die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert". Ist aber nach dem insoweit klaren Wortlaut der Vergütungszins (§ 174 StG; § 52 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998) Bestandteil der Nachsteuer, steht oh­ne weiteres fest, dass er im Rahmen der geschuldeten Steuer bzw. des mutmasslich geschul­deten Steuerbetrags im Sinn von § 181 Abs. 1 Satz 1 StG der Sicherstellung unterliegt.

Die Sicherstellungsverfügung gilt laut § 182 Abs. 1 StG als Arrestbefehl im Sinn von Art. 274 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889 (SchKG), der nach Art. 279 SchKG auf dem Betreibungsweg prosequiert werden kann. Da­bei bilden die Verzugszinsen sowie die Kosten der Vollstreckung der Steuerforderung von der Betreibung miterfasste Akzessorien der Steuerforderung (vgl. Art. 67 Abs. 1 Ziff. 3, Art. 68 und Art. 97 in Verbindung mit Art. 275 SchKG; Sabine Kofmehl Ehrenzeller in: Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, Basel/Genf/ München 1998, Art. 67 N. 38 unter Hinweis auf BGE 81 III 51; Frank Emmel in: SchKG, Bd. I, Art. 68 N. 2 f. und N. 16 ff.; Bénédict Foëx in: SchKG, Bd. II, Art. 97 N. 22; Walter A. Stoffel in: SchKG, Bd. III, Art. 274 N. 7 f.; Hans Reiser in: SchKG, Bd. III, Art. 275 N. 69). Sie unterliegen auch dem Arrest und sind daher gestützt auf § 181 Abs. 1 Satz 1 StG sicherzustellen (vgl. Ferdinand Fessler in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, Basel/Genf/München 2000, Art. 169 DBG N. 31).

c) Die Rüge des Rekurrenten, das kantonale Steueramt habe ohne gesetzliche Grundlage Sicherstellung auch für allfällige Bussen, Zinsen auf der Nachsteuer und Bezugskosten verlangt, erweist sich nach alledem als unbegründet.

Das führt zur Abweisung des Rekurses.

2. ...

Dispositiv

1.

Der Rekurs wird abgewiesen.

2. ...

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Art. 67, Art. 68, Art. 97, Art. 274, Art. 275 et Art. 279 — lu dans la version du 1 janvier 2001; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 avril 2003, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 janvier 2007, 1 juillet 2007, 1 janvier 2008, 1 janvier 2010, 1 décembre 2010, 1 janvier 2011, 1 février 2011, 1 septembre 2011, 1 janvier 2012, 1 janvier 2013, 1 janvier 2014, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 janvier 2017, 28 mars 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 20 octobre 2020, 1 août 2021, 1 janvier 2023, 1 juillet 2024, 1 janvier 2025, 1 janvier 2026 et 1 janvier 2026.
  • Loi fédérale sur les droits de timbre, Art. 160, Art. 172, Art. 173, Art. 174, Art. 175, Art. 176, Art. 177, Art. 178, Art. 179, Art. 180, Art. 181, Art. 182, Art. 183, Art. 184, Art. 185, Art. 186, Art. 234, Art. 235 et Art. 260 — lu dans la version du 1 juillet 2001; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2003, 1 juillet 2004, 1 janvier 2006, 1 janvier 2007, 1 janvier 2008, 1 août 2008, 1 janvier 2009, 1 janvier 2010, 1 juillet 2010, 1 mars 2012, 28 décembre 2012, 1 janvier 2016, 1 janvier 2017, 1 mars 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 1 janvier 2022, 1 janvier 2023 et 1 janvier 2024.