Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé. Aucune des 2 décisions citantes n’a été analysée.

Pflegekinderfürsorge

Rubrum

Die in der Zürcher Gemeinde X wohnhaften Eheleute A beantragten am 2. Oktober 2000, die 1990 geborene und aus Y stammende E zur Pflege und späteren Adoption aufnehmen zu dürfen; mit Beschluss vom 24. Januar 2001 verweigerte die kommunale Vormundschaftsbehörde eine entsprechende Bewilligung.

Die Eheleute A liessen hiergegen am 8. Februar 2001 Rekurs erheben, welchen der Bezirksrat Z mit Beschluss vom 9. Juni 2001 abwies. Das Entscheiddispositiv nannte als Rechtsmittel die Beschwerde an den Regierungsrat, unter Bezug auf § 19 der (kantonalen) Verordnung über die Pflegekinderfürsorge vom 11. September 1969 (VPKF, LS 852.22).

Am 2. Juli 2001 liessen die Eheleute A mit Beschwerde und unverändertem An­sin­nen an den Regierungsrat gelangen. Die Staatskanzlei leitete das Rechtsmittel mit einen Tag später eingehendem Schreiben vom 4. Juli 2001 an das für zuständig erachtete Verwaltungsgericht weiter. Der Präsident der 4. Abteilung hielt seinerseits dafür, die Angelegenheit gehöre eher vor Obergericht, und fragte dessen II. Zivil­kammer unterm 10. Juli 2001 an, ob sie das Geschäft übernähme; deren Präsident antwortete am 8. August 2001 bejahend, dass seine Kammer die Zuständigkeit in Sachen der Pflegekinderaufnahme anerkenne.

Regeste

Pflegekinderfürsorge. Zuständigkeit. Der Beschluss des Bezirksrats über die Bewilligung zur Aufnahme eines Pflegekindes zwecks späterer Adoption ist mit Rekurs vor Obergericht und weder mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht noch mit Rekurs an den Regierungsrat anzufechten.

Erwägungen

1.

Vorliegend fehlt es an einem Streitwert. Kraft § 38 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in der Fassung vom 8. Juni 1997 (VRG, LS 175.2) gilt es das Geschäft daher in Dreierbesetzung zu erledigen.

2.

a) Laut § 19 Satz 2 VPKF lässt sich gegen Anordnungen des Bezirksrats an den Regierungsrat rekurrieren. Die Staatskanzlei findet, diese Bestimmung sei offensichtlich überholt durch die Neuordnung des Rechtsmittelwegs in § 19c Abs. 2 VRG, wonach gegen Rekursentscheide der Bezirksräte der Rekurs an den Regierungsrat nur zur Verfügung steht, wenn der Weiterzug an das Verwaltungsgericht ausgeschlossen ist, und Letzteres treffe hier nicht zu.

Auf dem Gebiet der Pflegekinderaufnahme besteht die Möglichkeit, mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zu gelangen (Cyril Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts, 5. A., Bern 1999, N. 10.12 S. 78). Gemäss Art. 98a Abs. 1 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (SR 173.110) bestellen die Kantone in einem solchen Fall richterliche Behörden als letzte Instanz. Sofern § 19 Satz 2 VPKF überhaupt die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ausschalten möchte, erwiese sich das deshalb als bundesrechtswidrig.

Das spielt freilich keine Rolle, weil § 19 Satz 2 VPKF jedenfalls wegen gleich zu erläuternder anderer neuerer Normen keine Anwendung mehr finden kann.

b) Gemäss Art. 316 des Zivilgesetzbuchs (ZGB, SR 210) bedarf einer Bewilligung der Vormundschaftsbehörde oder einer andern vom kantonalen Recht bezeichneten Stelle seines Wohnsitzes, wer Pflegekinder – etwa zwecks späterer Adoption (vgl. Art. 264 ZGB) – aufnimmt (Abs. 1; vgl. auch Art. 294, 300 und 310 ZGB); der Bundesrat erlässt Ausführungsvorschriften (Abs. 2; vgl. Verordnung vom 19. Oktober 1977 über die Aufnahme von Pflegekindern [PAV], SR 211.222.338). §§ 1 und 4 f. VPKF erklären die Vormundschaftsbehörde als zuständig für die Bewilligung (vgl. auch § 10 des Gesetzes über die Jugend­­heime und die Pflegekinderfürsorge vom 1. April 1962, LS 852.2); gegen ihren Entscheid kann laut § 19 Satz 1 VPKF Rekurs beim Bezirksrat erhoben werden. Ebenso behandelt dieser nach § 41 Satz 2 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 2. April 1911 in der anfangs 2001 in Kraft getretenen Fassung vom 27. März 2000 (EG ZGB, LS 230) erstinstanzlich Vormundschaftsbeschwerden im Sinn von Art. 420 Abs. 2 ZGB; er befindet übrigens auch über Gesuche betreffend Adoption (§ 39 Abs. 1 Satz 1 EG ZGB). § 56b Abs. 1 EG ZGB (in der erwähnten neuen Fassung) gestattet gegen Entscheide des Bezirksrats in Familienrechtssachen (Art. 90-456 ZGB) den Rekurs an das Obergericht (vgl. auch § 44a Ziff. 1 des Gerichtsverfassungsgesetzes, LS 211.1, sowie §§ 280a-j der Zivilprozessordnung, LS 271, je vom 13. Juni 1976 und je in der ebenso aktuellen Fassung), welches indes nunmehr als vormundschaftliche Aufsichtsbehörde zweiter Instanz durch die vom Regierungsrat bestimmte Direktion der Justiz und des Innern abgelöst worden ist (§§ 44 Ziff. 9 und 75 Satz 2 EG ZGB sowie § 2 Ziff. 9 des Beschlusses des Regierungsrates über die Geschäftsverteilung unter den Direktionen vom 30. Dezember 1980, LS 172.11; vgl. die einschlägige regierungsrätliche Weisung vom 22. September 1999 in ABl 1999 II 1232 ff., 1239 und 1290).

Obwohl die Pflegekindermaterie zweifellos einen öffentlichrechtlichen Zusammenhang besitzt, ist sie zum einen doch vorwiegend in das Familienrecht eingebettet, wofür sich das Obergericht selbstredend besser eignet als das Verwaltungsgericht. Zum andern fussen die erwähnten obergerichtlichen Kompetenzvorschriften in der Auffassung, dass erstens das "Obergericht ... weiterhin als zweite Rechtsmittelinstanz für Vormundschaftsbeschwerden zuständig" bleibt und zweitens sich seine "Zuständigkeit ... nach wie vor ... rechtfertigt, wo es um die Beurteilung von Angelegenheiten geht, welche die zivilrechtlichen Angelegenheiten des Betroffenen berühren" (so die genannte Weisung, a.a.O.); und um beides dreht es sich gegenwärtig (vgl. Art. 1, 2 und 27 je Abs. 1 PAV dafür, dass hier Vormundschaftsbeschwerden vorliegen; ferner Thomas Geiser in: Basler Kommentar, 1999, Art. 420 N. 2 und 14 ZGB).

Auf die Beschwerde gilt es deshalb mangels sachlicher Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts nicht einzutreten. Das Geschäft ist kraft § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 2 Satz 1 VRG an das Obergericht weiterzuleiten.

3.

Keine Partei hat das Verfahren vor Verwaltungsgericht veranlasst; dessen Kosten sind daher auf die Gerichtskasse zu nehmen (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 13 N. 23 und 27). Das Entschädigungsbegehren der Beschwerdeführenden, welche vor Verwaltungsgericht wie die Beschwerdegegnerin keinerlei Aufwand gehabt haben, wird das Obergericht behandeln.

4.

Soweit die Beschwerdeführenden geltend machen wollen, die Anwendung des kantonalen Verfahrensrechts bewirke eine ungerechtfertigte Vereitelung von Bundesrecht, steht es ihnen frei, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht zu erheben (Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. A., Bern 1983, S. 93 f.; René Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel und Frankfurt a.M. 1996, Rz. 1504).

Dispositiv

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. Die Angelegenheit wird an das Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, überwiesen.

2. ...

3.

Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.

...

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Loi sur le Tribunal fédéral, Art. 98a — lu dans la version du 1 mars 2001; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2002, 1 juin 2002, 1 août 2002, 1 janvier 2003, 1 décembre 2003, 1 janvier 2004, 1 avril 2004, 1 mai 2004, 1 février 2005, 1 juillet 2006, 1 janvier 2007, 1 avril 2007, 1 août 2008, 1 janvier 2009, 1 janvier 2011, 1 avril 2011, 5 décembre 2011, 1 janvier 2012, 1 avril 2012, 1 octobre 2012, 1 janvier 2013, 1 février 2013, 1 juillet 2013, 1 janvier 2014, 1 juillet 2014, 1 août 2014, 1 novembre 2015, 1 janvier 2016, 1 janvier 2017, 1 avril 2017, 1 juin 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2021, 1 janvier 2022, 1 juillet 2022, 1 janvier 2024, 1 février 2024, 1 juillet 2024, 1 janvier 2025, 1 avril 2026 et 13 mai 2026.
  • Code civil suisse, Art. 14, Art. 264, Art. 294, Art. 300, Art. 310, Art. 316 et Art. 420 — lu dans la version du 1 janvier 2001; l’acte a été consolidé à nouveau le 1 mars 2002, 1 janvier 2003, 1 avril 2003, 1 janvier 2004, 1 avril 2004, 1 juin 2004, 1 juillet 2004, 1 janvier 2005, 1 juin 2005, 1 janvier 2006, 1 janvier 2007, 1 mai 2007, 1 juillet 2007, 1 décembre 2007, 1 janvier 2008, 1 juillet 2008, 5 décembre 2008, 1 janvier 2010, 1 février 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 janvier 2013, 1 juillet 2013, 1 juillet 2014, 1 janvier 2016, 1 avril 2016, 1 janvier 2017, 1 septembre 2017, 1 janvier 2018, 1 janvier 2019, 1 janvier 2020, 1 juillet 2020, 1 janvier 2021, 1 janvier 2022, 1 juillet 2022, 1 janvier 2023, 23 janvier 2023, 1 septembre 2023, 1 janvier 2024, 1 janvier 2025, 1 janvier 2026 et 1 juillet 2026.
  • Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG) 42, Art. 5, Art. 19c, Art. 38 et Art. 70 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 juillet 2003, 1 janvier 2004, 1 janvier 2005, 1 janvier 2006, 21 août 2006, 1 janvier 2007, 1 août 2007, 1 janvier 2008, 1 avril 2008, 1 octobre 2008, 1 janvier 2009, 17 août 2009, 1 janvier 2010, 1 juillet 2010, 1 janvier 2011, 19 octobre 2012, 6 mai 2013, 1 juillet 2014, 1 janvier 2016, 1 octobre 2016, 1 janvier 2018, 1 octobre 2018, 1 janvier 2019, 1 mai 2020, 1 juin 2020, 1 juillet 2021, 1 octobre 2022, 1 mai 2024, 1 juillet 2025 et 1 juillet 2026.
  • Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EG ZGB) 73, Art. 39, Art. 41, Art. 44, Art. 56b et Art. 75 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 2004, 1 mai 2006, 1 mai 2006, 21 août 2006, 1 janvier 2007, 1 janvier 2008, 1 juillet 2010, 1 janvier 2011, 1 janvier 2012, 1 novembre 2012, 1 janvier 2013, 1 novembre 2013, 1 janvier 2016, 1 avril 2016, 1 janvier 2018, 26 mars 2019, 1 juillet 2020, 1 janvier 2021, 1 janvier 2022, 1 juillet 2022, 1 juillet 2023, 1 décembre 2024, 1 janvier 2026 et 1 juin 2026.

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