07.3280
Für eine Agglomerationspolitik des Bundes
Brändli Christoffel · P-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es liegt ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission beantragt einstimmig, die Motion anzunehmen. Der Bundesrat beantragt ebenfalls die Annahme der Motion.
Lombardi Filippo · Mit-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP/EVP/glp
Je serai très bref sur ce point aussi. La Commission de l'économie et des redevances du Conseil national, sur proposition du conseiller national Dominique de Buman - auquel je rends ici honneur -, a proposé cette motion, qui a été adoptée à l'unanimité par la commission du Conseil national, adoptée à l'unanimité par le Conseil national lui-même et acceptée par le Conseil fédéral.
De quoi s'agit-il? Il s'agit en fait de charger le Conseil fédéral de régler légalement la politique régionale urbaine par une révision partielle de la loi sur l'aménagement du territoire. Par là même, on mettrait en oeuvre la politique d'agglomération de la Confédération telle qu'elle a été décidée le 19 décembre 2001. Les mesures suivantes sont notamment à prévoir: a. inscrire dans la loi les programmes d'agglomération, comme cela a été exigé par le projet de fonds d'infrastructure; b. créer la base légale pour soutenir les projets de collaboration dans les agglomérations, tels qu'ils sont déjà en cours; c. exiger de la Confédération la coordination de la politique régionale, y compris le secteur urbain, avec les autres politiques sectorielles. Je crois que cela coule de source. Le Conseil fédéral y travaille déjà, le SECO et l'Office fédéral du développement territorial également.
Je pense que nous pouvons accepter cette motion, que votre commission soutient à l'unanimité. La procédure de consultation concernant la révision de la loi sur l'aménagement du territoire est prévue dans le courant 2009. Elle a pris, là aussi, un petit peu de retard par rapport à ce qu'on prévoyait au début - 2008 -, mais l'année prochaine ce sera chose faite. Et, donc, étant donné la bonne direction que prennent les choses, étant donné que cette révision de loi est déjà en train de se préparer, nous pouvons accepter sans arrière-pensée cette motion du Conseil national.
Maissen Theo · Mit-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion CVP/EVP/glp
Mir ist aufgefallen, dass die Motion im Nationalrat ohne Diskussion durchgewinkt worden ist. Ich weiss nicht, was in der Kommission des Nationalrates besprochen worden ist; ich kenne auch nicht die Details aus unserer Kommission. Was mir des Weiteren aufgefallen ist, ist Folgendes: Die Motion kommt von der WAK des Nationalrates; bei uns wurde diese Thematik richtigerweise der UREK zugewiesen. Ich kann Ihnen vorweg sagen: Ich stehe einer Koordination der Agglomerationspolitik der Kantone mit dem Bund bejahend gegenüber.
Wo ich nun etwas Probleme habe, ist beim Motionstext selber wie auch bei der Antwort des Bundesrates: Die Politikbereiche, die hier angesprochen worden sind, werden von der Definition her sehr unpräzise verwendet. Es ist eine Vermischung der Politikbereiche Regionalpolitik und Raumplanung. Wir haben diese beiden Bereiche in den Gesetzen ganz klar getrennt. Man könnte sie zusammenfassen, wenn man sagte, sie seien unter einem Dach. Das Dach könnte man "Raumordnungspolitik" nennen; dazu gehörte dann aber neben der Raumplanung und der Regionalpolitik auch die Strukturpolitik. Es ist aber in der neuen Regionalpolitik sowohl in der Botschaft wie im Gesetz - und darum komme ich darauf zu sprechen - bezüglich der aktuellen Trennung in der Gesetzgebung ganz klar gesagt worden, die Regionalpolitik beziehe sich auf die Berggebiete und den ländlichen Raum. Man hat dafür jährlich Mittel in der Höhe von 70 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Diese werden in erster Linie als rückzahlbare Darlehen eingesetzt. Wenn man nun von den Mitteln her vergleicht, sieht man, dass wir einen Infrastrukturfonds geschaffen haben, der in erster Linie der Regionalpolitik in den Agglomerationen dient - wenn man das so sagen will -; da sind 20 Milliarden Franken hineingesteckt worden. Wir haben zudem mit dem NFA auch die soziodemografischen Nachteile und Lasten der Zentren ausgeglichen.
Ich möchte mit diesen Aussagen nur auf Folgendes aufmerksam machen: Was wir hier mit dieser Motion im Grunde genommen definieren oder anstreben, ist ein neuer Politikbereich. Ich möchte einfach feststellen: Wenn es deswegen finanzielle Mittel braucht, dann braucht es auch neue Finanzierungsquellen. Dann kann man das Geld nicht einfach irgendwo bei anderen Aufgaben abholen oder zulasten anderer Aufgaben verwenden. Für mich ist aber, Herr Bundesrat, ganz klar: Es besteht Handlungsbedarf in diesem Bereich. Für mich kommt dies allerdings fünfzig Jahre zu spät, wie klar wird, insbesondere wenn man die Siedlungsentwicklung ansieht: Wir haben heute einen Siedlungsbrei im Bereich von St. Gallen über Zürich und Bern bis Genf. Es gibt in diesen Gebieten nach wie vor Landverschwendung. Man errichtet Gewerbebauten nach wie vor einstöckig; das ist eine absolute Landverschwendung in der Schweiz, wo wir knapp an Raum sind. Für mich gehört auch der Verkehr dazu; Siedlungsentwicklung und Verkehr sind ganz klar raumplanerische Bereiche.
Was mir in diesem Zusammenhang fehlt - und das fehlt auch im seinerzeitigen Bericht des Bundesrates -, ist der Einbezug des Umweltschutzes. Auch das ist ein Thema, das in der Agglomerationspolitik Bedeutung haben sollte. Mir fehlen auch Aussagen über die institutionelle Zusammenarbeit. Sehen Sie, die Lösung der Probleme in den Bereichen Raumplanung und Siedlungsentwicklung, die wir heute in den Agglomerationsräumen haben, scheitert weitgehend an den Gemeindegrenzen. Das sieht man, wenn man die Landkarte oder die Ortspläne anschaut. Da gibt es Ortsplanungen, bei denen die Wohnzone bis zur Grenze reicht, und auf der anderen Seite geht die Industriezone weiter. Oder Industriezonen werden nach Gemeinden verteilt, weil jede Gemeinde meint, sie brauche auch noch eine Industriezone. Da ist die institutionelle Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg gefordert. Ich denke, die Frage der Gemeindefusionen müsste im Grunde genommen von der Problematik her mehr ein Thema in den Agglomerationen als im ländlichen Raum sein, weil vorab dort Probleme mit der Koordination bestehen.
Ich möchte mit diesen kurzen Ausführungen einfach an Sie, Herr Bundesrat, die Erwartung richten, dass Sie bei der Weiterbearbeitung dieser Aspekte neben der Siedlungsentwicklung und dem Verkehr vor allem den Belangen des Umweltschutzes und der institutionellen Zusammenarbeit Ihre Aufmerksamkeit schenken.
Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion
Puisque je me trouvais être membre de la Commission de l'économie et des redevances du Conseil national au moment où cette affaire a pris corps - du moins l'affaire formelle qui donne lieu à la motion -, je voudrais quand même émettre une observation qui, je le pense, est éclairante et qui a une certaine importance.
En effet, contrairement à ce qu'a dit Monsieur Maissen, on ne peut pas affirmer que ce soit un objet, un champ de travail entièrement nouveau, parce que cela fait finalement de nombreuses années, et même décennies, que l'on réclame de la Confédération une prise en considération des régions urbaines, une politique des villes. Mais il est vrai que c'est au moment où nous avons eu à examiner la nouvelle politique régionale que certaines tensions se sont fait sentir. Je ne suis pas sûr pour ma part qu'un objet finalement assez délicat comme la nouvelle politique régionale aurait réussi à être adopté aussi facilement qu'il l'a été en définitive s'il n'y avait pas eu, en tout cas au Conseil national, la recherche d'une solution au sein de la commission et de plusieurs milieux, synthétisée par la proposition de Buman; elle a rétabli un certain équilibre entre régions par rapport aux soucis que nous avions, de façon à ce que les milieux urbains ne considèrent pas qu'ils étaient les éternels oubliés, si l'on veut bien, des aides apportées aux régions par la Confédération. Et je le dis avec d'autant plus de détachement que je suis le représentant d'un canton qui est tout à la fois doté d'un assez gros centre urbain et de nombreuses régions de montagne et de campagne.
Leuenberger Moritz · BR-M · Bundesrat · Zürich
Danke für die Anregungen von Herrn Maissen und Herrn Recordon. Ich fasse einfach zusammen: Die Motion will ja eine gesetzliche Verankerung der Agglomerationspolitik. Wir sind damit einverstanden, und es ist auch so, dass die Kantone, die Städte und die Gemeinden eine solche gesetzliche Verankerung verlangen. Sie stützt sich auch auf die Erfahrungen einer mehrjährigen Aufbauphase ab. Auch die Tripartite Agglomerationskonferenz, diese "Bund-Kantone-Städte-und-Gemeinden-Kommission", die seinerzeit mit Mühe auf die Beine gestellt wurde, will eine gesetzliche Verankerung der Agglomerationspolitik. Es braucht dazu nicht einmal ein wahnsinnig kompliziertes Gesetz, sondern man kann wenige Grundsätze festhalten. Wir sind daran, das zu machen, und machen es gern.
Zu den Bemerkungen zum Infrastrukturfonds: Natürlich hat der Infrastrukturfonds, der eigentlich nicht eine raumplanerisch motivierte Vorlage war, jetzt trotzdem eine raumplanerische Wirkung, und wir wollen das auch, ich gebe das zu. Es ist eben so, dass in vielen dieser städtischen Agglomerationsgemeinden raumplanerisch nie etwas gegangen ist, weil alle einfach ein bisschen stur an ihren Gemeindegrenzen, an ihren jeweiligen Zonen festgehalten haben und sich nicht überwinden konnten, eine gemeinsame Agglomerationspolitik zu machen. Indem wir jetzt bei diesen Projekten den Nachweis verlangen, dass eine Koordination, in erster Linie natürlich im öffentlichen Verkehr, aber damit automatisch eben auch in anderen raumplanerischen Segmenten, geleistet wird, und indem wir diese Kriterien formuliert haben, tut sich jetzt endlich etwas. Gesetzgeberisch in der Raumplanung tätig zu sein ist aus der Sicht des Bundes eher etwas vom Mühsamsten. Irgendjemand hat gesagt, es komme alles viel zu spät. Das kann ich nur unterstreichen: Es stimmt, das kommt viel zu spät, aber es gibt viele Gemeinden und Kantone, die da auf ihren Kompetenzen "herumsitzen".
Wir machen ja jetzt nochmals einen Versuch, es wird eine grosse Revision des Raumplanungsgesetzes kommen. Wir wollen sie in die Vernehmlassung schicken, sie wird vielleicht einen indirekten Gegenentwurf zur Landschafts-Initiative darstellen. Also, auch hier kann der Druck durch diese Motion vielleicht heilsam sein. Aber nochmals: Der Infrastrukturfonds wurde zwar für reine Verkehrszwecke geschaffen, der raumplanerische Nebeneffekt ist von uns aber gewollt; den schüren wir auch, und ich finde das nicht schlecht.
Brändli Christoffel · P-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Angenommen - Adopté