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Forschungsfinanzierung im Bereich GSK der Fachhochschulen

Inderkum Hansheiri · P-M · Ständerat · Uri · Fraktion CVP/EVP/glp

Der Interpellant beantragt eine kurze Diskussion, in der er sich zu seinem Zufriedenheitsstand äussern möchte. - Sie sind damit einverstanden.

Altherr Hans · 1VP-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion

Wenn Sie meine Interpellation und die Antwort des Bundesrates durchlesen, werden Sie wahrscheinlich denken: Was hat Herr Altherr hier für überflüssige Fragen gestellt? Es ist ja alles auf Kurs, es gibt keine Probleme in diesem Bereich! Ich sehe das anders, und ich bin auch nicht allein, weil ich den Vorstoss zusammen mit Professorinnen und Professoren der Fachhochschule St. Gallen erarbeitet habe, deren Präsident ich bin - womit ich auch gleich meine Interessenbindung offengelegt habe. Ich werde auch unterstützt durch einen Bericht des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates von diesem Jahr mit dem Titel "Forschung an Fachhochschulen in der Schweiz". Es handelt sich dabei um ein beratendes Gremium des Bundesrates, und ich wundere mich schon sehr, dass die Schlussfolgerungen und Empfehlungen dieses Berichtes überhaupt nicht in die Beantwortung der Interpellation eingeflossen sind.

Es geht also um das Thema Forschung an Fachhochschulen, also vorwiegend um angewandte Forschung in verschiedensten Bereichen. Mir geht es vor allem um die angewandte Forschung im GSK-Bereich, also im Bereich Gesundheit, Soziales, Kunst. Hier gibt es ein Forschungsprogramm, das Dore genannt wird und Ende 2012 ausläuft.

Nun ist Forschung an den Fachhochschulen natürlich nicht dasselbe wie Forschung an den Universitäten. Aber wenn man will, dass auch an Fachhochschulen geforscht wird, und das will man ja, dann muss man die Voraussetzungen dafür schaffen. Da mangelt es bei ganz verschiedenen Punkten. Man kann die Punkte herausgreifen, die in dem zitierten Bericht erwähnt sind: An den Fachhochschulen ist der Mittelbau relativ schwach, und die Ausbildung und Rekrutierung der Professorinnen und Professoren muss verbessert werden. Es geht vor allem auch darum, die Forschung zu verstetigen; derzeit hangeln sich die Fachhochschulen von Projekt zu Projekt. Im Bereich GSK kommt dazu, dass die Drittmittel, die für die angewandte Forschung jeweils beschafft werden müssen, in der Regel ebenfalls von der öffentlichen Hand kommen. Das schafft eine doppelte Abhängigkeit und führt zu grösseren Schwankungen, namentlich wenn die öffentliche Hand, sprich die Kantone, gezwungen ist zu sparen. Dann werden die direkten Beiträge für die Fachhochschulen und auch die Beiträge an Projekte gekürzt.

Es ist deshalb schon als lockere Feststellung zu bezeichnen, wenn der Bundesrat in seiner Antwort ausführt, die Kantone seien sich ihrer Verantwortung bewusst. "Meine" Fachhochschule hat vier Trägerkantone; ich habe da manchmal schon leichte Zweifel daran, ob die Verantwortung, die sie haben, wirklich ins Bewusstsein der kantonalen Regierungen und der kantonalen Parlamente eingedrungen ist.

Ich fasse zusammen: Es ist nicht so einfach, wie man es der bundesrätlichen Antwort entnehmen könnte. Ich möchte hier deshalb einen Wunsch anbringen: Herr Bundesrat, widmen Sie sich diesem Thema persönlich, machen Sie sich wirklich kundig, versuchen Sie, die Forschung an den Fachhochschulen auf einen gesunden, einen ertragversprechenden Boden zu stellen. Ich weiss, Sie sind dafür nicht allein verantwortlich, aber Sie können mithelfen.

Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern

Herr Ständerat Altherr, ich habe den Wunsch gehört, und ich nehme ihn, wie ich alle Wünsche nehme, nämlich sehr ernst. Ich werde mich selbstverständlich darum bemühen, das Dossier mit der Zeit wirklich kennenzulernen und auch eine persönliche Meinung dazu zu entwickeln, und es dann gemäss meiner Überzeugung mitgestalten helfen.

Lassen Sie mich für den Moment ganz kurz die bundesrätliche Antwort wiederholen oder ergänzen. Wir sehen keine Verschärfung in der Finanzierungsproblematik, und seit 2000 hat Dore den Kompetenzaufbau im GSK-Bereich gefördert, und ab 2012 wird es im Rahmen des Schweizerischen Nationalfonds weiterhin möglich sein. Der Einsatz der finanziellen Mittel von Bund und Kantonen konzentriert sich auf die Ausbildung und die Forschung, und in den GSK-Bereichen hat sich die Forschung in den letzten zwei Jahren überdurchschnittlich entwickelt, von 41 Millionen Franken im Jahr 2007 auf 67 Millionen im Jahr 2009. Das ist immerhin eine ganz beachtliche Steigerung. Die Kantone haben zwei Drittel dazu beigetragen. Ich glaube, dass das der Tatbeweis ist, zumindest für den Moment.

Besonders hervorzuheben ist, dass der Anteil der Forschungsausgaben an den Betriebsausgaben bereits im Jahr 2009 die in der Master-Plan Fachhochschulen angestrebte Grösse von 20 Prozent erreicht hat. Ein Ausbau der Forschung ist in der BFI-Botschaft 2008-2011 und in der BFI-Botschaft 2012 weiterhin vorgesehen. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Kantone gesamthaft ihre Verantwortung in der Forschung wahrnehmen.

Zum spezifischen Profil der Fachhochschulen gehören praxisorientierte und bestqualifizierende Bachelor-Abschlüsse. Sie führen zudem eine begrenzte Anzahl von Master-Studiengängen. Die Doktoratsstufe wird an den universitären Hochschulen angeboten. Der Bundesrat setzt sich für einen durchlässigen und transparenten Hochschulraum ein und begrüsst daher die Zusammenarbeit der Schweizer Hochschulen, welche es dem Fachhochschulmittelbau mit Master-Abschluss erlauben sollte, zum Doktoratsstudium zugelassen zu werden. Ich habe den Wunsch gehört.