11.9004
Motion d'ordre
Germanier Jean-René · P-M · Conseil national · Valais · Groupe radical-libéral
Ordnungsantrag Roth-Bernasconi
Da der Dienstag, 14. Juni 2011, ein wichtiger Tag für die Frauen unseres Landes ist, an dem in der ganzen Schweiz Demonstrationen durchgeführt werden, beantrage ich, dass an diesem Tag die Nationalratssitzung bereits um 19 Uhr statt wie im Sessionsprogramm vorgesehen erst um 22 Uhr endet.
Motion d'ordre Roth-Bernasconi
Le 14 juin étant une date importante pour les femmes de ce pays, et étant donné que beaucoup de manifestations ont lieu dans toute la Suisse, je demande à ce que la séance du Conseil national du mardi 14 juin 2011 se termine à 19 heures et non pas à 22 heures comme prévu dans le programme de la session.
Roth-Bernasconi Maria · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe socialiste
Les 40 ans du droit de vote des Suissesses, les 30 ans de l'égalité dans la Constitution et les 20 ans de la grève des femmes: 2011, c'est l'année des anniversaires ronds! Mais du point de vue de l'égalité, le bilan est maigre. Bien sûr, au plan fédéral, l'élection de Simonetta Sommaruga au Conseil fédéral redorait un peu le blason de la Suisse: au lieu d'être montrée du doigt pour figurer sur la liste grise, la Suisse brillait par sa liste femmes. Cette majorité féminine est l'oeuvre des pionnières qui ont gagné leur place à la force des bras.
Mais au niveau du Parlement fédéral, on constate qu'il y a encore une inégalité. Ainsi nous comptons 71 pour cent de conseillers nationaux et 83 pour cent de sénateurs mâles, qui font contrepoids à la majorité féminine du gouvernement. Une majorité sans doute transitoire et qui reste proche de la parité. Quatre femmes et trois hommes, c'est historique, mais il n'y a pas de quoi être hystérique, quoi qu'en dise le rédacteur en chef de la "Basler Zeitung".
En 1991, un demi-million de femmes se mobilisait en Suisse lors de la première grève des femmes. Au travail, chez elles, dans la rue, elles demandaient que l'égalité devienne une réalité. Or, ce n'est toujours pas le cas en 2011. Bien au contraire, nous savons par exemple que l'inégalité salariale qui reste presque à 20 pour cent se creuse à nouveau. C'est la raison pour laquelle le 14 juin prochain est une nouvelle journée d'action et de revendications sur tous les lieux de vie.
Mais le Parlement fait la grève à sa manière: il veut empêcher les hommes et les femmes du Parlement qui le désirent de participer à ces actions en imposant une séance jusqu'à 22 heures! Mis à part que siéger jusqu'à 22 heures est problématique du point de vue de l'efficacité et de la santé, il est particulièrement étonnant de le proposer un jour qui devrait être un jour de fête pour toute la population suisse. C'est la raison pour laquelle je vous demande de déroger à l'ordre du jour du mardi 14 juin, donc le mardi après Pentecôte, et de clore la séance ce jour-là à 19 heures.
Engelberger Edi · Mit-M · Conseil national · Nidwald · Groupe radical-libéral
Das Büro Ihres Rates hat an der gestrigen Sitzung von diesem Anliegen Kenntnis genommen. Es war auch ein gewisses Verständnis dafür vorhanden, doch nach langer und eingehender Diskussion mussten wir davon absehen, ihm stattzugeben. Das durch die beiden Feiertage in dieser Session massiv gekürzte Zeitbudget und die grosse Anzahl der anstehenden Geschäfte liessen uns keine andere Wahl, als in der dritten Woche eine zusätzliche Abendsitzung bis 22 Uhr festzulegen. Wir mussten das Geschäft 11.439, die parlamentarische Initiative der SGK-SR "Ergänzende Übergangsbestimmungen für die Einführung der Spitalfinanzierung", noch zusätzlich ins Programm aufnehmen, und es muss unbedingt an diesem Tag behandelt werden, damit die Vorlage sicher in die Schlussabstimmung kommt. Der Zeitbedarf dafür beträgt eineinhalb Stunden. Das zweite Geschäft an diesem Abend, 09.057, "Förderung der Hochschulen und Koordination im schweizerischen Hochschulbereich", braucht viel mehr Zeit als anfänglich angenommen, nämlich total sieben Stunden. Die Fortsetzung dieses Geschäftes ist am 16. Juni geplant. Es soll in dieser Session von uns zu Ende beraten werden, damit die Differenzbereinigung in der Herbstsession stattfinden kann.
Das Büro weiss, dass Abendsitzungen unbeliebt sind, doch fand es in dieser Situation keinen anderen Ausweg. Aus diesen nachvollziehbaren Gründen und in Kenntnis des vorliegenden Anliegens beantragt Ihnen das Büro, den Ordnungsantrag Roth-Bernasconi abzulehnen, um damit die ordentliche Abwicklung der Geschäfte sicherzustellen.
Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
2011 ist ein Jubeljahr in Sachen Frauenanliegen: 40 Jahre Frauenstimmrecht, 30 Jahre Gleichstellungsartikel, 100 Jahre Frauentag, und exakt am 14. Juni vor 20 Jahren war der erste Frauenstreiktag. Im Jubeljahr haben wir zwar einerseits auf dem Papier viel erreicht, aber andererseits sieht es in der Realität anders aus. In der Gleichstellung erfahren wir heute einen Backlash: Die Löhne klaffen weiter auseinander, die Verteilung von Erwerbs- und Nichterwerbsarbeit ist immer noch gleich schlecht, prekäre Arbeitsplätze sind vor allem bei den Frauen angesiedelt usw. Es braucht also einen Schub für die Gleichstellung. Deshalb ist am 14. Juni 2011 der zweite nationale Frauenstreiktag geplant, exakt 20 Jahre nach dem ersten Frauenstreiktag, also an dessen Jubiläum. In der ganzen Schweiz sind Aktionen geplant, Demonstrationen, Streiks, und das ist seit mehr als einem halben Jahr bekannt. Viele Frauen und auch Männer hier aus dem Parlament werden am 14. Juni auf der Strasse sein und sich an diesem Streik für die Gleichstellung engagieren. Und exakt an diesem Tag, am 14. Juni, wird nun neu - dies war anfänglich im provisorischen Programm nicht so festgelegt - auch noch eine Nachtsitzung stattfinden.
Wir bitten Sie deshalb, zum Ordnungsantrag Ja zu sagen, weil auch ein wichtiges Gesetz zur Diskussion ansteht, und wir wollen das Ergebnis nicht einem Zufallsentscheid überlassen. Bitte sagen Sie deshalb Ja zum Ordnungsantrag.
Rechsteiner Paul · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe socialiste
Es ist bekanntlich erst 40 Jahre her, dass es in diesem Land überhaupt ein Frauenstimm- und -wahlrecht gibt. Es ist gleichzeitig 30 Jahre her, dass der Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit in der Verfassung verankert wurde. Und nach wie vor sind die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in diesem Land gewaltig, über 40 Prozent. Und die reine Lohndiskriminierung, wenn also Männer und Frauen dieselbe Arbeit ausführen, beträgt immer noch 10 Prozent. Der Aktionstag vom 14. Juni will hier etwas ändern und in Bewegung bringen.
Meine Herren von der bürgerlichen Seite: Sie haben ja immer noch die Mehrheit in diesem Parlament, auch heute noch. Es wäre doch jetzt nicht mehr als Anstand, hier etwas nachzudenken. Den Männern hier im Parlament müsste es zu denken geben, dass dieses Land in den ersten 120 Jahren dieses Bundesstaates eine reine Männerdemokratie war, ohne Frauenstimm- und -wahlrecht. Es kann bei der Realisierung des Verfassungsauftrages, der gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit bei Frau und Mann fordert, doch nicht wieder Jahrzehnte dauern, bis dieser elementare Anspruch realisiert wird. Wenn das am 14. Juni im Parlament schon kein Thema ist, sollte man doch jetzt mit Blick auf das enorm bedeutsame Anliegen, um das es bei diesem Aktionstag geht, diese kleine Geste machen und wenigstens diesen Ordnungsantrag gutheissen.
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Ordnungsantrag Roth-Bernasconi ... 62 Stimmen
Dagegen ... 92 Stimmen