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Promotion du sport populaire. Création d'au moins trois centres nationaux de sports de neige
Lohr Christian · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Groupe PDC
Mit meiner im Dezember 2013 eingereichten Motion habe ich verlangt, dass mindestens drei nationale Zentren für Schneesport zugunsten des Breitensports geschaffen werden. Die Aussage ist klar: Ich möchte eine Förderung der Jugend; ich möchte im Speziellen eine Förderung des Jugendsports. Wichtig ist mir, dass die heutige Jugend in ihrer multikulturellen Zusammensetzung das Erlebnis Schneesport auch in der Zukunft erfahren kann, dass es sogar in einer besseren Qualität ermöglicht wird. Dabei ist mir ein Punkt sehr wichtig, nämlich dass wir mit mindestens drei nationalen Schneesportzentren eine vernünftige regionale Abdeckung sicherstellen.
Es ist für mich von entscheidender Bedeutung, dass wir Zentren bereitstellen, die so attraktiv sind, dass sie auch tatsächlich berücksichtigt werden und dass sie eine echte Begegnungsstätte werden. Sie sollen ein idealer Ort sein, um den jungen Menschen den Schneesport näherzubringen und um sie für diese Tätigkeit noch weiter zu begeistern.
Der Sport, auch der Breitensport, hat viele Qualitäten: Es geht um die Bewegung, es geht um die Faszination der Bewegung, es geht um die Natur, es geht um die Stärkung des Selbstvertrauens, es geht darum, etwas für die Gesundheit zu tun, und es geht auch darum, die Integration zu leben und zu erfahren. Ich bin ehrlich: Diese Worte stammen nicht von mir, sondern von unserem geschätzten Bundesrat, Sportminister Maurer. Er äusserte sie anlässlich einer Veranstaltung, die vor etwa zehn Tagen stattfand. Ich bin beeindruckt und unterstütze genau diese Aussage. Ich hoffe, dass sie heute noch Gültigkeit hat.
Ich habe von einer regionalen Abdeckung gesprochen. Das heisst für mich, dass im Wallis, in der Westschweiz, vielleicht auch im Tessin oder im Berner Oberland, natürlich vielleicht auch in der Innerschweiz und sicher auch in der Ostschweiz oder in Graubünden die Möglichkeit bestehen sollte, solche Schneesportzentren zu schaffen. Sie sollen eine vernünftige Nähe zu den Benützern haben. Ich finde es nicht sinnvoll, wenn man zum Beispiel von Genf aus durch die ganze Schweiz in die Lenzerheide fahren muss. Das dürfen mir die Bündner Freunde glauben: Das ist kein Angriff auf ein Zentrum in der Lenzerheide, überhaupt nicht. Aber es ist wichtig, dass wir etwas erstellen, das tatsächlich Sinn macht.
Speziell ist es, wenn man Aussagen hört wie: "Wir wollen nur ein einziges nationales Zentrum, das nur auf den Spitzensport orientiert ist", wenn man aber gleichzeitig von Swiss Ski vernimmt, dass man dieses Zentrum eigentlich gar nicht brauche und gerne ein anderes hätte, da andere Dinge gefragt seien. Das Konzept, das ich Ihnen heute präsentiere, sieht so aus: Ich möchte den Breitensport fördern, ich möchte bei der Förderung wirklich in die Breite gehen; aber ganz sicher möchte ich an diesen verschiedenen Standorten nicht irgendwelche Luxusbauten. Wir brauchen einfache, bedarfsgerechte Lösungen, bei denen der Bund die Rahmenbedingungen festlegt und mit den Kantonen zusammenarbeitet, sodass Kooperationen erreicht werden - und zwar nicht nur mit den Kantonen, sondern auch mit der Privatwirtschaft. Denken wir daran: Es gibt auch den Aspekt der Tourismusförderung und der Stärkung der Schneesportindustrie. Dieser Aspekt ist in unserem Land sehr wichtig.
Ich möchte also keine riesengrossen, sondern einfach zu führende Zentren, die den Leistungssport nicht ausschliessen; es ist ja umso schöner, wenn in diesen Breitensportzentren Talente gefunden werden, die uns weiterbringen.
In diesem Sinne möchte ich Ihnen empfehlen, diese Motion anzunehmen. Sie setzt ein Zeichen für den Sport und ein Zeichen für den Jugendsport.
Maurer Ueli · BR-M · Conseil fédéral · Zurich
Ich teile Herrn Lohrs Grundhaltung durchaus. Sport ist für unsere Gesellschaft etwas Wichtiges, er betrifft fast alle Bereiche: von Integration und Gesundheit über Ernährung und Bewegung bis hin zu Wachstumspolitik in Randregionen und Tourismusförderung. Das alles ist Bestandteil des Sports.
Trotzdem lehnen wir die Motion Lohr ab, und zwar primär aus finanziellen Gründen. In Anbetracht der Sparmassnahmen, die bevorstehen, haben wir die Mittel nicht, die es bräuchte, um in drei Schneesportzentren zu investieren.
Zu Beginn des neuen Jahres werden wir Ihnen den Bericht zu Ihrer Motion unterbreiten, welche die Sportförderung allgemein betrifft. Er besteht aus drei Teilen, die dem Breitensport, dem Leistungssport und den Sportinfrastrukturen gewidmet sind. Die aufgrund der Finanzplanung verfügbaren Mittel lassen es aus heutiger Sicht nicht einmal zu, dass wir das von uns definierte Schneesportzentrum, für das wir Lenzerheide als Standort vorgesehen haben, in einer ersten Etappe realisieren können. Wir haben aber eine Alternative entwickelt, nämlich die Schneesport-Initiative. Das ist ein Verein, der seit vorletztem Jahr besteht und der sich genau um die Breitensportanliegen kümmert, die Herr Lohr eben angeführt hat. Mit dabei sind die Kantone, Seilbahnunternehmen, Sportausrüster sowie "Jugend und Sport".
Die Idee hinter dieser Schneesport-Initiative ist, dass wir bestehende Infrastrukturen entsprechend nutzen. Wir haben in der Schweiz ja verteilt über alle Landesgegenden Einrichtungen, in denen Schullager usw. durchgeführt werden können. Tatsächlich aber haben Schulen immer mehr Hemmungen, Lager durchzuführen. Die an der Schneesport-Initiative Beteiligten möchten die Durchführung von Lagern fördern, indem sie zusammen mit Ausrüstern günstige Angebote und Mietgelegenheiten schaffen, mit Kantonen und Häuserbetreibern für günstige Unterkünfte sorgen sowie günstige Saison- oder Wochenkarten bereitstellen. Es ist eine private Initiative mit mehreren Beteiligten, die in Fahrt gekommen ist. Das ist ein erster Schritt. Alle, die daran interessiert sind, beteiligen sich und leisten einen Beitrag; das ist die Struktur, die eigentlich auch im Sport abgebildet ist.
Sie werden dann bei der Beratung dieses Berichtes bestimmen können, welche Prioritäten Sie setzen wollen. Ob Sie dann die Schaffung dieses Schneesportzentrums vorziehen wollen oder es auf eine zweite Etappe verschieben wollen, wie wir Ihnen das vorschlagen werden, ist offen.
Diese Schneesport-Initiative würde den Breitensport betreffen. Breitensport und Leistungssport hängen aber durchaus zusammen. Erfolge unserer Skifahrer "verleiten" auch Kinder und Jugendliche dazu, mehr Sport zu treiben. Es gibt ein Stützpunktkonzept von Swiss Ski. Davos, Engelberg und Brig sind die Kaderschmieden für den Spitzensport. Wir vom Bund unterstützen dieses Konzept bereits subsidiär. Wir gehen davon aus, dass wir diese Bereiche dann eher weiter unterstützen werden.
Wenn ich gerade dabei bin, halte ich fest, dass es daneben weitere, regionale Projekte gibt. Dort können wir auf bestehenden militärischen Anlagen mit kleinen Anpassungen zusätzliche Infrastrukturen für den Sport schaffen, in denen sich sowohl der Breitensport als auch der Nachwuchssport entfalten können. Ich denke beispielsweise an das Engadin, ich denke an das Goms. Hier geht es aber auch darum, bestehende Anlagen zu nutzen und mit wenig Mitteln etwas auszubauen.
Ich glaube, insgesamt haben wir durchaus die gleichen Zielsetzungen wie Herr Lohr. Wir wollen Jugendliche, die sich auch im Schnee bewegen können. Das ist wichtig für unseren Tourismus, es ist wichtig für die Jugend, für die Integration. Der Weg, den wir Ihnen vorschlagen würden, wäre, die Beteiligten in die Schneesport-Initiative einzubinden, die Arbeiten zu koordinieren und damit günstige Angebote zu schaffen. Diese Arbeiten sind auf gutem Wege. Das Sportförderungskonzept wäre dann ein Schritt, den Sie nächstes Jahr beraten könnten. Wir gehen davon aus, dass wir alle Bereiche gleichmässig fördern müssen - immer subsidiär. Der Bund ist nie der Leistungsträger insgesamt in den Bereichen Leistungssport, Breitensport und Sportinfrastrukturen.
Weil wir, wie ich denke, die gleiche Zielrichtung wie der Motionär verfolgen, schlage ich Ihnen vor, den ersten Schritt, die Schneesport-Initiative, zu beobachten und die Motion Lohr im Moment abzulehnen. Wir können das, was mit ihr gefordert wird, einfach nicht finanzieren - das geht beim besten Willen nicht -, doch wir haben Alternativen.
Reynard Mathias · Mit-M · Conseil national · Valais · Groupe socialiste
Monsieur le conseiller fédéral, vous avez largement argumenté, en invoquant des éléments financiers. N'estimez-vous pas qu'il y a des complémentarités entre les différents sites candidats, ce qui permettrait, sans augmenter les coûts, d'avoir plusieurs centres et d'attirer des jeunes de toute la Suisse, en évitant ainsi de défavoriser certaines régions?
Maurer Ueli · BR-M · Conseil fédéral · Zurich
Wir haben ja diese Evaluation gemacht. Ich denke immer, dass Investitionskosten das eine sind, die Betriebskosten sind das andere. Hier in diesen Bereichen zu investieren und nachher auch die Betriebskosten zu decken geht einfach im Moment nicht. Aber mit dieser Schneesport-Initiative sind wir eben in der Lage, dann auch regional mit bisherigen Anbietern, mit bisherigen Infrastrukturanbietern zusammenzuarbeiten. Ich denke, das funktioniert und läuft eigentlich gut.
Vote
Präsidentin (Markwalder Christa, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 91 Stimmen
Dagegen ... 84 Stimmen
(4 Enthaltungen)