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Internet. Zéro tolérance envers l'intolérance
Tornare Manuel · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe socialiste
Je déclare mes liens d'intérêts: je suis président de la LICRA Genève. La LICRA est une institution qui a été créée en France en 1927 par Léon Blum, Romain Rolland et Louise Weiss. En 1988, la LICRA s'est constituée partie civile lors du procès de Klaus Barbie à Lyon. C'est une association qui a des ramifications dans toute l'Europe.
L'article 261bis du Code pénal suisse, vous le savez bien, interdit la discrimination et l'atteinte à la dignité des personnes en raison de leur appartenance raciale, ethnique ou religieuse. Depuis quelque temps, les incitations à la haine et à la violence qui violent la norme pénale se répandent, comme la barbarie des récentes décapitations postées sur Internet, portant cette haine à des degrés toujours plus élevés. Les forums sont non seulement des lieux de diffamation et de diffusion de messages, mais aussi de planification d'attaques terroristes. Or, les auteurs des messages haineux restent dans un anonymat qui leur garantit l'impunité totale.
Les réseaux sociaux qui se font les vecteurs de débordements passibles de condamnations pénales doivent être rappelés à leurs responsabilités. Les gérants de forums doivent avoir les mêmes responsabilités éditoriales qu'un éditeur de journal. Cette responsabilité éditoriale pourrait prendre la forme d'une identification sommaire des participants, si possible par SMS. Par ailleurs, les éditeurs devraient être tenus de filtrer et/ou de signaler les contenus illégaux ainsi que de garantir l'identification de l'auteur de messages haineux en cas de procédures pénale et civile.
Si Goebbels vivait aujourd'hui, il diffuserait sur les réseaux sociaux ses messages de haine et d'incitation au crime. Que ferait-on? Aujourd'hui, il n'y a pas un seul Goebbels, il y a de multiples Goebbels sur les réseaux sociaux. Que fait-on?
La semaine dernière - et Monsieur Jean-Pierre Grin pourra en témoigner -, nous avons assisté à une séance au Sénat, à Paris, de la Commission sur l'égalité et la non-discrimination de l'Assemblée parlementaire du Conseil de l'Europe. Les invités étaient les représentants en Europe de Google, d'Apple et de Facebook. L'ensemble des élus présents pour les entendre, de la gauche à la droite, ont été stupéfaits! Les représentants de ces grandes firmes multinationales fuyaient leurs responsabilités! Leurs réponses étaient navrantes, consternantes. Le seul logiciel de ces grandes multinationales, on le sait, c'est le profit et la cupidité. La loi, elles s'en moquent. Non seulement en matière fiscale, mais aussi dans le domaine qui nous intéresse aujourd'hui. Il faudrait - on l'a dit partout et notamment l'autre jour au Conseil de l'Europe - une sorte d'agence de l'ONU de surveillance de ces dérives qui profitent aux délinquants, aux racistes, aux antisémites, aux homophobes, aux voyous, aux mafieux et aux terroristes de tout poil!
Bien évidemment, le Conseil fédéral ne veut pas légiférer en la matière. Il préfère légiférer le jour où l'on sera encore plus submergé par cette problématique. Autre exemple: j'ai déposé il y a quelque temps, en 2015, un postulat sur les drones. On s'aperçoit maintenant qu'il faudrait peut-être légiférer, alors que le Conseil fédéral m'avait répondu à l'époque que ce n'était pas nécessaire. Je le regrette.
Je le répète, légiférons avant que les problèmes ne nous submergent! Je peux déjà vous le dire et j'espère que, dans le Bulletin officiel, on le relira un jour: ces problèmes vont s'amplifier d'une telle manière qu'on ne pourra plus rien contrôler!
Je vous invite donc à adopter mon postulat.
Sommaruga Simonetta · BR-F · Conseil fédéral · Berne
Es ist so, und wir alle wissen es, dass man im Internet wunderbare, aber auch schreckliche Inhalte finden kann. Es ist meines Erachtens wichtig, dass wir Folgendes nicht vergessen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es ist nicht so, dass Sie im Internet einfach schreiben können, was Sie wollen, und sich dann hinter Ihrem Computer verstecken können. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Alle Menschen, die sich im Internet bewegen, müssen sich an gewisse Spielregeln halten.
Ich denke, das vorliegende Postulat zielt jetzt auf die Spielregeln ab, die für Online-Kommentare gelten. Es verlangt konkret vom Bundesrat, eine Moderationspflicht zu prüfen. Ich möchte in diesem Zusammenhang zwei Fragen kurz abhandeln: Die erste Frage ist, ob eine Moderationspflicht für Online-Kommentare sinnvoll ist. Wenn eine solche Pflicht sinnvoll ist, ist die zweite Frage, was heute schon im Gesetz steht und ob es allenfalls Lücken gibt, die wir schliessen müssen.
Die Antwort auf die Frage, ob eine Moderationspflicht für Online-Kommentare sinnvoll ist, lautet eindeutig Ja. Angesichts der enormen Reichweite von Botschaften, die im Internet verbreitet werden, erscheint es richtig, dass Online-Kommentare nicht völlig unkontrolliert aufgeschaltet werden. Dabei darf, und das ist dann immer die andere Grenze, die Meinungsäusserungsfreiheit der Kommentarschreiberinnen und -schreiber nicht verletzt werden. Auch das ist in einem demokratischen Rechtsstaat absolut zentral. Auch unbequeme Meinungen müssen jederzeit geäussert werden dürfen. Die Meinungsäusserungsfreiheit gilt - aber nicht grenzenlos.
Ich komme damit zur zweiten Frage, also zur Frage, ob es mit der heutigen Gesetzeslage Lücken gibt oder wie die Gesetzeslage überhaupt ist. Wenn Sie im Schweizer Recht nach einer Moderationspflicht für die Betreiber von Online-Foren suchen, werden Sie dazu keine ausdrückliche Vorschrift finden. Trotzdem ist es unbestritten, dass die Betreiber von Online-Foren nicht untätig bleiben dürfen, wenn sie von rechtswidrigen Beiträgen Kenntnis haben. In bestimmten Fällen sind sie darüber hinaus verpflichtet, auch ohne einen entsprechenden Hinweis von sich aus tätig zu werden. Denken Sie zum Beispiel an Aufrufe zur Anwendung von Gewalt auf einem Newsportal. Wenn der Betreiber trotz des Aufrufs zu Gewalt untätig bleibt, dann riskiert er, dass er zivil- oder strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird. Im Ergebnis besteht also heute schon eine Moderationspflicht.
Der Bundesrat hat diese Fragen für das Zivilrecht vertieft untersuchen lassen und ist in seinem Bericht zur Providerhaftung - "Die zivilrechtliche Verantwortlichkeit von Providern" vom 11. Dezember 2015 - zum Schluss gekommen, dass die heute geltenden Bestimmungen ausreichen. Damit besteht kein Bedarf mehr für eine Untersuchung, wie sie der Postulant wünscht.
Abschliessend möchte ich an zwei Dinge erinnern.
Erstens: Das Fedpol hat heute, gerade wenn es um terroristische, dschihadistische Äusserungen in den sozialen Medien geht, einen privilegierten Zugang zu gewissen Providern, zu sozialen Medien, damit hier bereits präventiv eingegriffen werden kann oder Ansprachen gemacht werden können. Fedpol ist daran, mit einzelnen Providern eine solche privilegierte Beziehung aufzubauen. Ich weiss, dass das in anderen Staaten auch gemacht wird.
Zweitens: Wir haben heute die Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik), angesiedelt beim Fedpol. Diese Koordinationsstelle durchsucht das Internet aktiv nach Websites mit strafrechtlich relevanten Inhalten, aber es gibt auch die Möglichkeit, Meldungen an die Kobik zu machen. Die ganze Bevölkerung ist aufgerufen: Wer sieht, dass in sozialen Medien, in solchen Online-Kommentaren, strafrechtlich relevante Äusserungen gemacht werden, ist eingeladen, diese der Kobik zu melden. Die Kobik geht diesen Meldungen nach und kann dann allenfalls eingreifen. Die Stelle ist auch in engem Kontakt und Austausch mit den zuständigen Behörden im In- und Ausland.
Das sind die Gründe, weshalb wir Ihnen beantragen, das Postulat abzulehnen. Der Grund ist nicht, dass das Thema nicht wichtig wäre, und nicht, dass es uns nicht auch Sorge bereiten würde. Aber wir sind der Meinung, dass wir die heutige rechtliche Ausgangslage bereits abgeklärt haben.
Vote
Präsidentin (Markwalder Christa, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 56 Stimmen
Dagegen ... 137 Stimmen
(1 Enthaltung)