16.061
Politique de sécurité de la Suisse. Rapport
Intervention de procédure
Präsident (Stahl Jürg, Präsident): Die Sicherheitspolitische Kommission beantragt, vom Bericht Kenntnis zu nehmen.
Salzmann Werner · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Die Sicherheitspolitische Kommission hat den sicherheitspolitischen Bericht am 26. Juni 2017 kontrovers diskutiert und kritisch zur Kenntnis genommen. Der Bericht analysiert die aktuelle sicherheitspolitische Lage und das Umfeld, und er zeigt auf, mit welchen Bedrohungen und Gefahren die Schweiz konfrontiert ist und wie sie diesen begegnen will. Damit soll die Grundlage für die schweizerische Sicherheitspolitik in den nächsten Jahren festgelegt werden.
Der Bericht wurde im Rahmen der Arbeiten einer Arbeitsgruppe entworfen. Die Kantone waren von Beginn an an den Arbeiten beteiligt. Die Vernehmlassung dauerte von November 2015 bis März 2016. Aufgrund der Vernehmlassungsergebnisse und der realen Entwicklung seit Herbst 2015 wurde der Bericht punktuell angepasst und aktualisiert. Inhaltlich konzentriert sich der Bericht zu rund 50 Prozent auf die Analyse der Lage. Der erste Teil dieser Lageanalyse befasst sich ausführlich mit globalen sicherheitsrelevanten Trends, wie Übergang zu einer multipolaren Weltordnung, Ausbreitung von Wohlstand und Technologie, anhaltende Krisen, Umbrüche und Instabilität, Migrationsbewegungen sowie Weiterentwicklung des Konfliktbildes. Hier werden auch die Auswirkungen auf die Schweiz thematisiert.
Gemäss Bericht werden sich die machtpolitischen Gewichte, gemessen an Faktoren wie Wirtschaftskraft, Bevölkerungszahl, Militärausgaben und Investitionen in neue Technologien, allmählich vom Westen in den asiatischen Osten und nach Süden verlagern. Die USA, Europa und Japan werden einflussreich bleiben, aber an Einfluss gegenüber China, Indien und Brasilien verlieren. Dies gilt auch für Russland, das auf dem europäischen Kontinent eine aktivere Rolle spielt, aber im Vergleich zu den aufstrebenden Staaten wirtschaftlich stagniert. Die fortschreitende globale Vernetzung von Wirtschaft, Technologie und Information schafft mehr Möglichkeiten für nichtstaatliche Akteure, für terroristische Gruppen und für die organisierte Kriminalität. Der Bedarf an wirtschaftlichen und militärischen Stabilisierungsmassnahmen wird wahrscheinlich weiter wachsen.
Die Infragestellung der bisherigen Ordnung hat in Europa bereits eingesetzt und ist in der Ukraine eins zu eins ersichtlich. Aus diesem Grund wird Russland als Bedrohung wahrgenommen und macht die sicherheitspolitische Zukunft Europas ungewiss. Es ist auch für die Schweiz eine Herausforderung, wenn uns Gewalt angedroht wird, wenn die politischen Interessen nicht durchgesetzt werden können.
Gemäss Bericht sei die Zunahme der Migration keine sicherheitspolitische Bedrohung. Ein grosser Teil der Kommission teilt diese Meinung nicht, da die unkontrollierte Migration auch potenziellen Terroristen und Kriminellen den Zugang zu unserem Land ermöglicht. Die zunehmende Gefahr durch kriminelle und dem Terror nahestehende Zuwanderer wird im Bericht aber praktisch ausgeblendet bzw. als gleichbleibend beurteilt, obschon dies nachweislich nicht der Fall ist. Ich verweise auf die Terroranschläge in Paris, Nizza, Brüssel, Hamburg usw.
Zudem haben auch Cyberangriffe auf die Schweiz stattgefunden. Die Bedrohung im Cyberraum ist eine Querschnittbedrohung, die alle Lebensbereiche betrifft und entsprechend ernst zu nehmen ist. Die internationale oder nationale Cyberstrategie wird von der Kommission begrüsst.
Kritisiert wurde, dass die Wörter "Armee" und "Verteidigung" im Inhaltsverzeichnis und im Bericht fast nicht vorkommen, obschon im Bericht immer wieder betont wird, dass sich die internationale Lage in den letzten fünf Jahren wesentlich verschlechtert hat und wir in der Schweiz die Armee gegen diesen Trend verkleinert haben. Mit der Weiterentwicklung der Armee wird zwar das Armeebudget etwas erhöht, aber der Armeebestand doch massiv abgebaut.
Zum Ausdruck kommt auch, dass die Schweiz die Fähigkeit bewahrt, einen bewaffneten Angriff selbstständig abzuwehren. Jedoch findet man nirgends die Konsequenzen dieser Aussage. Es gibt keine Gegenüberstellung von Gefahren und Risiken mit unseren Möglichkeiten und diesbezüglichen Defiziten. Es bräuchte eine klare Analyse, wie die Defizite allenfalls zu korrigieren wären, meinte ein grosser Teil der Kommission. Ein Bericht muss doch auch mögliche Lösungen aufzeigen, damit die Sicherheitspolitik auch richtig gelenkt werden kann.
Einige Mitglieder haben sich auch daran gestört, dass der Zivildienst im Bericht erwähnt ist, weil er immer noch Teil des Sicherheitsverbundes Schweiz ist.
Der Bericht wurde von der Kommission trotzdem im Wesentlichen positiv aufgenommen, allerdings hätte sie gewünscht, dass die erwähnten Themen sowie die mit dem Klimawandel einhergehenden Sicherheitsrisiken ausführlich behandelt worden wären.
Der Umfang des Berichtes mit 125 Seiten ist der grossen Mehrheit der Kommission zu gross. Zudem finden ihn einige Kommissionsmitglieder nicht leserfreundlich, nicht vollständig und zu einseitig auf die Lagebeurteilung ausgerichtet. Das derzeitige Format wird als wenig geeignet für eine häufigere und damit aktuellere Berichterstattung angesehen. Es gibt ausserdem keinen definierten Rhythmus für die Erstellung der sicherheitspolitischen Berichte.
Vor diesem Hintergrund hat die Kommission mit 14 zu 7 Stimmen bei 3 Enthaltungen beschlossen, eine Kommissionsmotion einzureichen, welche den Bundesrat beauftragt, die kommenden Berichte allein vom VBS erstellen zu lassen, wobei man sich darin ausschliesslich auf die sicherheitsrelevanten Veränderungen konzentrieren soll. Diese Motion werden wir gleich im Anschluss an diese Debatte behandeln.
Im Namen der Kommission beantrage ich Ihnen, vom Sicherheitspolitischen Bericht 2016 Kenntnis zu nehmen.
Hiltpold Hugues · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe libéral-radical
La Commission de la politique de sécurité a traité ce rapport du Conseil fédéral sur la politique de sécurité lors de sa séance du 26 juin dernier. J'attire votre attention sur le fait que notre conseil est le deuxième conseil et que le Conseil des Etats a pris acte de ce rapport le 13 mars dernier.
Vous me permettrez de rappeler que le précédent rapport sur la politique de sécurité remonte à 2010 et qu'il avait, à l'époque, fait couler beaucoup d'encre tant il était attendu.
Le présent rapport date de 2016 et présente de manière détaillée les fondements de la politique de sécurité de notre pays pour ces prochaines années. Ce rapport évoque le contexte sécuritaire de la Suisse. Il présente les tendances générales qui se dessinent et distingue les menaces et dangers qui concernent notre pays, dans un monde qui a beaucoup bougé ces dernières années - je pense en particulier à la détérioration des relations entre la Russie et l'Occident, consécutive notamment à la crise ukrainienne; je pense à la menace croissante provenant du terrorisme islamique, ou encore à la recrudescence des cyberattaques, et ce n'est pas l'actualité toute récente qui me contredira!
Le rapport met en exergue le fait que les menaces et les dangers sont globalement plus complexes, davantage interconnectés et plus opaques qu'ils ne l'étaient par le passé. Le défi pour la Suisse réside dans leur combinaison ou leur enchaînement.
L'analyse de la situation mentionne aussi les organisations - que ce soit l'Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe, l'Organisation du traité de l'Atlantique nord, l'Union européenne ou le Conseil de l'Europe, l'Organisation des Nations Unies ou Interpol - et des conventions, notamment dans le domaine du désarmement, qui ont un impact direct ou plus ou moins direct sur la politique de sécurité de la Suisse, ainsi que des options pour renforcer la coopération dans ce domaine.
La seconde partie du rapport traite de l'orientation stratégique adoptée par la Suisse, en indiquant comment engager à bon escient les moyens de cette politique pour atteindre les buts visés. Cette partie du rapport commence par définir les buts et les intérêts, avant d'exposer ensuite l'orientation stratégique de façon détaillée.
La coopération, l'indépendance et l'engagement constituent les trois piliers de cette stratégie. Il est ensuite mentionné comment la coopération, l'indépendance et l'engagement sont utilisés et combinés pour que la politique de sécurité soit aussi efficiente que possible. Le rapport décrit les moyens nécessaires à la concrétisation de la stratégie en exposant quels sont les principes des instruments de la politique de sécurité qui sont engagés.
Le rapport établit un lien direct entre les menaces et les moyens engagés pour les prévenir, les repousser et, bien évidemment, les maîtriser. Il évoque, de manière plus concrète et le plus précisément possible, les tâches et les interactions entre les divers instruments.
Je voudrais aussi évoquer le fait que le rapport date d'août 2016 et que des changements significatifs ont eu lieu depuis en matière de sécurité. C'est la raison pour laquelle la commission du Conseil des Etats a souhaité que des informations supplémentaires lui soient ajoutées, en particulier sur la question du Brexit, la politique américaine, la thématique des cyberattaques et bien d'autres points étroitement liés à l'actualité.
La commission a examiné le rapport dans un esprit critique, mais constructif. Le rapport a globalement été accueilli favorablement par la commission, qui a toutefois regretté que certains points n'aient pas fait l'objet d'un examen plus approfondi. Je pense notamment aux mouvements migratoires ou aux risques de sécurité découlant du changement climatique, qui, selon la commission, auraient mérité d'être un peu plus approfondis.
Plusieurs membres ont aussi mentionné le fait que le rapport était trop épais, que sa lecture n'était pas forcément très digeste et qu'il ne se prêtait pas à un compte rendu plus fréquent et donc plus actuel. Ce point fera l'objet d'une discussion plus approfondie lors du point suivant de l'ordre du jour.
Je vous invite, en résumé, à prendre acte du rapport.
Amstutz Adrian · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Es geht hier um die Sicherheit der Menschen in unserem Land, es geht nicht um die Sicherheit der Wölfe oder der Luchse. Klar, Sicherheit ist nicht alles, aber ohne Sicherheit ist eben alles nichts. Sicherheit braucht Klarheit in der Analyse und Klarheit auch bei den Konsequenzen und bei den Massnahmen. Sicherheit duldet eben keine Halbheiten, weil halbe Sicherheit keine Sicherheit ist. Es fehlt in diesem Bericht zum Beispiel auch das Thema der Migration mit ihren Konsequenzen. Es wird sogar gesagt, Migration sei keine Gefahr, obwohl alle seit den Terroranschlägen wissen, dass eben auch über diese Schiene Terroristen eingeschleust werden. Es ist eine Tatsache, dass unser Land sogar zum Teil als Drehscheibe funktioniert. Denken Sie an den Terroranschlag in Spanien.
Im Bericht liest man, die Armee sei auf Kurs, obwohl alle wissen, dass das nicht der Fall ist. Wir können heute den Verfassungsauftrag nicht erfüllen. Auf dem Papier sind wir auf Kurs, in der Praxis selbstverständlich nicht. Das Wort "Verteidigung" finden Sie im Inhaltsverzeichnis dieses Sicherheitsberichtes nicht. Sehr nebulös umschrieben findet es sich dann hinten. Das Wort "Armee" fehlt völlig.
Der Bericht ist ein durch den Fleischwolf aller Departemente gewürgter Kompromiss, der mit dem hochtrabenden Titel "Die Sicherheitspolitik der Schweiz" überschrieben ist - eine Vortäuschung falscher Tatsachen. Es sind 125 Seiten Verwaltungsbirchermüesli ohne klare Aussagen. Eine so wichtige Aufgabe ist zur Alibiübung verkommen; es hat mit Endlosschlaufen umschriebene Sachen, die gar nicht in diesen Bericht gehören. Das hat natürlich System, nicht nur bei diesem Bericht. Man müllt uns zu mit dicken Berichten, im Wissen, dass sie niemand liest. Es ist ein sicherheitspolitischer Bericht, in dem das Wort "Armee" im Inhaltsverzeichnis nicht vorkommt, ein sicherheitspolitischer Bericht, in dem zwar irgendwo festgehalten ist, dass sich die Sicherheitslage in den letzten Jahren verschlechtert hat, in dem aber kein Wort dazu steht, dass wir die Armee in der gleichen Zeit entsprechend geschwächt haben.
Darum braucht es eben die SiK-Motion, die Sie dann im Nachgang auch zur Abstimmung vorgelegt bekommen. Es braucht klare Zuständigkeiten, es muss im VBS die Verantwortung übernommen werden, dass der Bericht über sicherheitsrelevante Veränderungen zeitnah aktualisiert wird. Das ist nicht einfach ein Prozedere, das man alle vier oder fünf Jahre machen muss, damit es gemacht ist.
Es braucht für diesen Bericht maximal zwanzig Seiten, übersichtlich, verständlich, mit aufgezeigten Veränderungen, in Matrix-Form, mit einer rollenden Aktualisierung. Überholtes raus, Aktuelles rein, Sicherheitslücken aufzeigen! Dort, wo Handlungsbedarf besteht, aufzeigen, was gemacht werden muss und mit welchen Finanzen. Wenn dieser Bericht des VBS durch andere Departemente kommentiert werden soll, dann ist das transparent aufzuzeigen, damit man weiss, woher es kommt - es soll nicht das Birchermüesli sein, wie wir es heute vorgelegt erhalten, vom Gesamtbundesrat, der dann noch vom Bundeskanzler vertreten wird. Das sagt ja alles.
Dobler Marcel · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe libéral-radical
Eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit ist die Sicherheit. Eine Kombination oder Verkettung der verschiedenen Bedrohungen und Gefahren bringt unsere Sicherheit ins Wanken. Der Bericht des Bundesrates vom 24. August 2016 über die Sicherheitspolitik der Schweiz enthält erstens eine ausführliche Darstellung des sicherheitspolitischen Umfelds der Schweiz, zweitens eine Analyse der globalen sicherheitspolitischen Trends und drittens eine Übersicht über die für die Schweiz relevanten Bedrohungen und Gefahren.
Der Bericht zeigt, dass es in den letzten fünf Jahren einschneidende Veränderungen gegeben hat, die für die Sicherheit der Schweiz wesentlich sind:
1. Das Verhältnis zwischen West und Ost in Europa: Diese Entwicklung wurde am wenigsten erwartet. Das russische Vorgehen auf der Krim und in der Ostukraine zeigt, dass dort international anerkannte Grenzen gewaltsam verändert und völkerrechtswidrig Gebiete annektiert werden. In Europa fest verankerte Grundlagen werden ignoriert. Die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Konflikts in Europa und an seiner Peripherie hat sich erhöht. Die Verteidigungsfähigkeit ist in Europa wieder stärker zu einem sicherheitspolitischen Thema geworden.
2. Die Bedrohung durch den dschihadistischen Terrorismus: Diese Bedrohung hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft. Dies hängt einerseits mit den Entwicklungen in Krisengebieten wie Syrien, Irak und Libyen zusammen und andererseits mit der steigenden Anzahl von dschihadistisch motivierten Reisenden aus europäischen Ländern. Von dieser Entwicklung ist auch die Schweiz betroffen.
3. Cyberbedrohung: Auch Cyberattacken haben zugenommen. Ganz gross angelegte Cyberangriffe, die gar Tote verursacht hätten, sind zwar nicht erfolgt. In den letzten Jahren wurde aber klar, welches Ausmass die technischen Möglichkeiten für einen Missbrauch aufweisen und mit welcher Ruchlosigkeit diese teils genutzt werden. Diese Bedrohung spielt auch für die Sicherheit der Schweiz eine Rolle. Der Schutz von Informations- und Kommunikationssystemen hat einen grösseren Stellenwert.
Nun zum Fazit des sicherheitspolitischen Berichtes: Wir leben in einer undurchsichtigen Zeit. Heute sind nicht mehr primär Staaten Feindbilder, sondern Einzelpersonen und Organisationen, welche unsere Sicherheit, unsere Freiheit und unseren Wohlstand bedrohen. Der sehr umfassende Bericht bezieht sicherheitsrelevante Themen ein und ist breit gefächert.
Wir von der FDP-Liberalen Fraktion sind der Ansicht, dass dieser Bericht in dieser Form als sicherheitspolitisches Instrument nicht taugt. Warum taugt er nicht?
1. Der Erscheinungsrhythmus ist viel zu lang. Der Bericht kommt zum Schluss, dass markante Entwicklungen der sicherheitspolitischen Weltordnung, zum Beispiel der islamische Terrorismus oder Cyberbedrohungen, seit dem letzten Bericht vom Jahr 2010 stattgefunden haben. Ein sicherheitspolitischer Bericht, welcher die Entwicklung in sechs Jahren zusammenfasst, kann der Aktualität des Weltgeschehens nicht Rechnung tragen. Er ist in der Praxis nicht brauchbar. Wenn man die Zeit für die Erstellung dieses Berichtes betrachtet, sieht man, dass pro erstellte Seite fast zehn Tage vergingen. Das ist zu lange, es geht um nichts weniger als um die Sicherheit. Es wirkt sich auch nicht beschleunigend aus, wenn mit einem solchen Bericht gleichzeitig ein Postulat aus dem Ständerat aus dem Jahre 2011 erfüllt wird.
2. Der Bericht ist viel zu lang. Er hat einen zu grossen Umfang und ist von der Formulierung her zu akademisch. Damit meine ich, dass er viel zu allgemeine Aussagen beinhaltet und zu ausufernd ist.
3. Es sind folgende inhaltlichen Mängel festzustellen. Erstens: Die Migrationssituation muss besser in Betracht gezogen werden. Zweitens: Der Zivildienst ist entgegen der Aussage des Berichtes kein sicherheitspolitisches Instrument. Drittens: Informationen und Desinformationen wird zu wenig Beachtung geschenkt. Viertens: Es fehlt die Feststellung, dass eine echte Cyberdefence in der Schweiz aktuell inexistent ist und daher Handlungsbedarf besteht.
Zum Abschluss möchte ich noch festhalten, dass ein kürzerer Bericht, der aber öfter erschiene, in der Praxis von echtem Nutzen sein würde und viel eher als sicherheitspolitisches Instrument dienen würde. Daher wird die FDP-Liberale Fraktion die Kommissionsmotion annehmen.
Im Namen der FDP-Liberalen Fraktion bitte ich Sie, den Sicherheitspolitischen Bericht 2016 zur Kenntnis zu nehmen.
Büchler Jakob · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe PDC
Der Bundesrat hat den sicherheitspolitischen Bericht am 24. August 2016 verabschiedet. Der Bericht versucht zu analysieren, wie die aktuelle sicherheitspolitische Lage aussieht. Die Bedrohungslage der Schweiz hat sich aber in den letzten Jahren markant verändert. Ein Blick über die Schweizer Grenze zeigt ein deutliches Bild: Frankreich und Grossbritannien wurden von Terroranschlägen heimgesucht. Die Ukraine-Krise hat das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland nachhaltig verschlechtert. Präsident Putin kommt mit seinem Manöver so nahe wie möglich an die Nato-Grenze heran, um seine Muskeln spielen zu lassen. Im Nato-Hauptquartier in Brüssel ist die Nervosität deutlich spürbar. Der dschihadistische Terrorismus ist die grosse Gefahr in den europäischen Ländern, davon ist die Schweiz leider auch bedroht. Die grosse Herausforderung ist die Verkettung der verschiedenen Bedrohungen und Gefahren. Cyberangriffe finden statt, ohne dass es jemand bemerkt. Der Angreifer ist nicht auffindbar, was die Verbesserung der Situation stark erschwert.
Eine Verunsicherung herrscht in Bezug auf den aussen- und sicherheitspolitischen Kurs der heutigen Regierung der USA. Im Notfall überwiegt die Kontinuität. Ein eigentlicher Kurswechsel in Form einer Verringerung des sicherheitspolitischen Engagements der USA in Europa würde Westeuropa militärisch schwächen. Die Verpflichtung der USA, den europäischen Alliierten beizustehen, wenn sie angegriffen werden, war bisher eine wichtige Grundlage für die europäische Sicherheitspolitik. Eine Schwächung dieser Verpflichtung würde aggressive Tendenzen der Russischen Föderation fördern sowie latente Ängste, vor allem im baltischen Bereich, schüren.
Dieses internationale Umfeld hat auch - direkt oder indirekt - auf die Schweiz Einfluss. Der sicherheitspolitische Bericht zeigt sehr viel auf und sagt eigentlich wenig dazu. Die CVP-Fraktion hat zu diesem Bericht bereits anlässlich der Vernehmlassung im März Stellung genommen. Sie kam zum Schluss, dass dieser sicherheitspolitische Bericht zu umfangreich sei und öfters erscheinen sollte. Mit einem Erscheinen alle zwei Jahre wären die Autoren den Veränderungen im internationalen Umfeld besser gewachsen. Die CVP-Delegation der SiK-NR hat den Antrag Amstutz und damit die Motion der Kommission unterstützt, und die CVP-Fraktion wird dies auch heute tun. Der Grundsatz "Zu viele Köche verderben den Brei" gilt auch hier. Wir unterstützen auch die Meinung, dass der Bericht öfter erscheinen und sich der veränderten Sicherheitslage anpassen soll.
Die CVP-Fraktion nimmt vom sicherheitspolitischen Bericht Kenntnis und wird dieses Thema aufmerksam weiterverfolgen.
Flach Beat · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe vert'libéral
Der Bericht zur Sicherheitspolitik der Schweiz, der uns heute vorliegt, stammt aus dem Jahr 2016. Die Sicherheitspolitische Kommission Ihres Rates hat es leider versäumt, diesen Bericht einigermassen zeitnah zu beraten, und hat die Beratung dann noch vertagt. Das vielleicht gleich vorneweg zum Vorwurf, man lege hier in zu grossen Zeitabständen solche Berichte vor.
Der Bericht umfasst etwa 120 Seiten, und er wird als zu lang, zu kompliziert oder zu umfangreich usw. beschrieben. Wie gesagt, er stammt aus dem Jahr 2016, und im September 2017 behandeln wir ihn erst. Wenn Sie ihn dann wirklich einmal durchlesen - ich empfehle Ihnen, den Bericht nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern ihn tatsächlich auch durchzulesen -, werden Sie feststellen, dass er an Aktualität eigentlich nichts eingebüsst hat. Vor dreissig Jahren, im Jahr 1986, bevor dieser Bericht erschienen ist, hat Gorbatschow den Vorschlag gemacht, alle Atomwaffen auf der Welt zu vernichten. Heute, 31 Jahre später, stehen wir in diesem Bereich an einer anderen Schwelle: Es gibt Länder, die über Interkontinentalraketen verfügen und behaupten, sie hätten auch Atombomben, mit denen sie diese Raketen bestücken könnten. Sie sehen also, dass sich die Welt tatsächlich geändert hat. Die Welt ist nicht mehr in zwei Pole, sondern in viele Pole geteilt, und das nimmt der Bericht auch auf.
Der sicherheitspolitische Bericht ist ein Puzzle. Er ist ein Puzzle, nicht nur weil die Welt ein Puzzle geworden ist und nicht mehr aus zwei Blöcken besteht, aus einem östlichen und einem westlichen - heute besteht die Welt aus sehr vielen einzelnen Blöcken -, sondern weil auch die schweizerische Sicherheitspolitik ein Puzzle ist. Es ist nicht der Bund alleine, der bestimmt, sondern es sind ganz massgeblich die Kantone, die mitbestimmen, die ihre Mittel einsetzen und einen ganz grossen Anteil daran haben, dass in der Schweiz überhaupt Sicherheitspolitik umgesetzt werden kann.
Der Bericht enthält eine gute Analyse der Situation, wie sie auf dieser Welt herrscht. Er nimmt eigentlich fast alle Themen auf - ich komme noch dazu -, welche die Bedrohungslage auf der Welt betreffen, die verschiedenen Krisenherde genauso wie die politischen Entwicklungen. Auch die Migration wird aufgenommen, aber sie wird meines Erachtens zu Recht nicht als Hauptrisiko für die Schweiz dargestellt, sondern als eines von vielen Risiken, die man beachten muss. Man muss ganz bestimmt auch entsprechend Massnahmen ergreifen, aber insgesamt ist die Migration nicht etwas, was uns in unseren Fundamenten erschüttern wird. Ich erinnere daran, dass die Schweiz vor siebzig Jahren von Krieg und Verwüstung umgeben war, und die Schweiz ist standhaft geblieben. Jetzt wollen Sie mir einreden, die Grundfesten der Schweiz seien wegen der Migranten und einiger Terroranschläge - so schlimm und tragisch und verwerflich diese auch sind - in Gefahr. Das ist nicht so, die Grundfesten der Schweiz sind keineswegs in Gefahr. Wir sind genauso standhaft wie eh und je und müssen unsere Freiheit verteidigen.
Der Bericht ist wie gesagt umfangreich. Aber es ist auch richtig, dass er umfangreich ist. Die Problematik auf der Welt hat sich nicht vereinfacht, sondern sie ist vielschichtiger geworden, globaler und auch internationaler. Das bedeutet, dass eine Analyse auch andere Dinge aufnimmt, die dann nicht nur mit Waffengewalt zu verteidigen sind, sondern das Thema Sicherheit an ganz anderer Stelle betreffen. Darum sage ich auch, dass der Bericht gut und umfassend ist.
Es fehlen aber gewisse Aspekte im Bericht, vielleicht auch deshalb, weil er nicht jährlich erscheint, nicht jährlich nachgearbeitet wird. Das könnte man vielleicht tatsächlich tun, indem man alle zwei Jahre sozusagen ein Review macht. Allerdings muss ich auch sagen, dass wir in der Sicherheitspolitischen Kommission ja auf dem Laufenden gehalten werden, was die aktuelle Situation auf der Welt betrifft. Es ist nicht so, dass wir quasi nur alle paar Jahre dann wieder einen Bericht erhalten würden. Vielmehr können wir dann auch Fragen stellen, und wir sind sehr wohl auf dem Laufenden, was die Krisenherde angeht und die Bedrohungslagen bei uns.
Was gemäss meiner Beobachtung oder nach Meinung der Grünliberalen fehlt, ist Folgendes: Wir glauben, im Bericht fehlen Aussagen zu den Krisen oder Gefahren, die von Epidemien ausgehen. Wir glauben, dass in Zukunft das Zika-Virus, Malaria und ähnliche Krankheiten auch für die Schweiz eine tatsächliche Gefahr darstellen, etwa aufgrund der Klimaerwärmung, aber auch aufgrund der globalen Reisetätigkeit und aufgrund der Migration.
Was fehlt ebenfalls? Es wurde schon gesagt: Das Thema Cyberdefence wird meines Erachtens im Bericht noch nicht überzeugend abgehandelt. Die Grünliberalen hätten hier gerne etwas mehr und etwas genauere Analysen auch der Entwicklung.
Was der Bericht auch auslässt, sind die Entwicklungen im Bereich der Technologie, der Digitalisierung, der Robotik und der künstlichen Intelligenz. Lassen Sie mich kurz ausführen, was ich damit meine. Die Art und Weise, wie ein bewaffneter Konflikt bewältigt wird, wird sich in den nächsten Jahren fundamental ändern. Stellen Sie sich eine kleine Drohne mit 500 Gramm Sprengstoff vor, die autonom eine Stunde lang fliegt und sich ihr Ziel sucht. Sie macht das aber nicht allein, sondern sie macht das digital verbunden mit 20 000 oder 30 000 ähnlichen oder gleichen Drohnen. Eine solche Drohne bekommen Sie für den Preis eines Paars Armeestiefel für einen Soldaten.
Wenn Sie diese Dinge alle mit der technologischen Entwicklung in diesem Bereich, die exponentiell verläuft, verknüpfen, dann sehen Sie, dass man auch dort eine Veränderung erfahren wird, die uns sehr schnell einholen wird. Die ganze Digitalisierung und Roboterisierung wird viel schneller erfolgen, als wir alle das heute annehmen. Wir haben hierzu noch keine Antworten. Die Armee hat dazu keine Lösung, genauso wenig wie die Zivilgesellschaft. Denn solche Mittel - das ist auch eine Tatsache - sind eben auch für Organisationen erschwinglich, die nicht als Kriegsparteien und Staaten auftreten, sondern im Bereich der asymmetrischen Kriegführung tätig sind. Auch dort ist schon längst klar: Bei asymmetrischer Kriegführung nützen uns Panzer nichts. Da braucht es intelligente Lösungen; da braucht es auch Zusammenarbeit.
Im Bereich der Informationskriege braucht es ebenfalls Zusammenarbeit. Auch das ist eine Bedrohung, die vermehrt auf uns zukommt, die unsere Demokratie letztlich gefährden könnte. Aber auch da ist es nicht die Armee, die das bekämpfen muss, sondern es ist die Politik auf der Ebene von Bund und Kantonen und letztlich wahrscheinlich auch die Zivilgesellschaft, die hier Gegensteuer geben muss. Es wurde vorhin gesagt, der Bericht sei nicht vollständig, er sei nicht leserfreundlich und er sei zu lang. Das beisst sich für mich irgendwie ein bisschen. Niemand liest gern lange Berichte, zumindest ich nicht. Allerdings erwarte ich alle paar Jahre eine Auslegeordnung des Bundesrates, in der ich mich wiederfinde oder eben nicht. Es ist wichtig, dass der Bundesrat darlegt, wie er die Welt und die Gefahren für die Schweiz sieht, mit welchen Mitteln er sie bekämpfen will. Es ist darum wichtig, dass wir eine breite Auslegeordnung haben.
Ich bitte Sie namens der grünliberalen Fraktion, wohlwollend vom Bericht Kenntnis zu nehmen, und bitte den Bundesrat, bei der nächsten Gelegenheit die fehlenden Teile, wie ich das angeprangert habe, noch zu ergänzen.
Aeschi Thomas · Mit-M · Conseil national · Zoug · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Kollege Flach, sind Sie sich bewusst, dass die Grenze zur Ukraine doch einiges näher ist als Hauptstädte wie Athen oder andere in Europa, dass also der Krieg viel näher ist, als Sie sich vielleicht vorstellen?
Flach Beat · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe vert'libéral
Herr Aeschi, ich verfolge nicht nur die Nachrichten, ich kenne mich auch ein klein bisschen in Geografie aus. Es gibt neben diesen Nachrichten auch die wiederkehrenden Begutachtungen, die man machen muss. Der Bericht, über den wir jetzt sprechen, versucht eine Sicht, eine Analyse der Situation bis ungefähr ins Jahr 2025. Dass nicht jede einzelne Veränderung dann aktuell aufgenommen werden kann, liegt wahrscheinlich in der Natur der Sache. Es gibt andere Möglichkeiten. Ich erinnere beispielsweise an das "World Factbook" der CIA, das Sie online herunterladen können, und die einzelnen Sicherheitsberichte dazu. Das ist dann vom Umfang her noch ein bisschen mehr als das hier; es ist aber sehr hilfreich, wenn man wissen will, was aus Sicht der CIA in der Welt geschieht. Wir müssen versuchen, unser Wissen aktuell zu halten. Wir müssen aber gleichzeitig auch eine grosse Linie haben und wissen, was der Bundesrat als wichtig und was er als weniger wichtig erachtet.
Fridez Pierre-Alain · Mit-M · Conseil national · Jura · Groupe socialiste
Le rapport du Conseil fédéral sur la politique de sécurité de la Suisse passe en revue de manière très exhaustive l'ensemble des problématiques en rapport avec les questions de sécurité auxquelles notre pays pourrait être confronté. C'est un rapport complet, car, en plus de l'aspect purement militaire, il traite, outre les questions en relation avec les Etats qui nous entourent, et plus largement avec l'ensemble de la communauté internationale, les problèmes de sécurité intérieure avec toutes les questions liées à la criminalité, au terrorisme et aux nouveaux risques liés à la cybercriminalité, sans oublier les dangers en rapport avec les questions environnementales, même si on peut toujours faire mieux. C'est tout l'intérêt de ce rapport: il met en exergue les dangers véritables auxquels notre pays pourrait être confronté, aujourd'hui comme demain. Je le répète: il s'agit du terrorisme, de la cybercriminalité, de la criminalité tout court, notamment transfrontalière, sans oublier les dangers liés au réchauffement climatique, en particulier les inondations et les éboulements dramatiques, comme les Grisons viennent de les connaître récemment.
Dans ce rapport, le Conseil fédéral reconnaît implicitement la nécessité de réviser nos paradigmes en matière de priorités quant aux risques qui menacent notre pays. En effet, le Conseil fédéral précise dans son rapport "qu'il est peu probable que la Suisse soit directement menacée par une attaque armée, que ce soit au sens traditionnel du terme ou sous une forme non conventionnelle, au cours des années à venir. On ne peut identifier aucun Etat ni aucun groupe qui dispose des capacités pour attaquer la Suisse par des moyens militaires et qui manifeste également l'intention de le faire." C'est clair et c'est évident.
Après la Seconde Guerre mondiale, le continent européen a eu la sagesse de réfléchir et de créer des institutions politiques et militaires instaurant des alliances qui rendaient quasiment impossible tout conflit en Europe. Avec la chute du mur de Berlin, l'essentiel des pays membres du Pacte de Varsovie, les pays baltes en prime, ont rejoint l'OTAN et l'Union européenne. Depuis 25 ans, notre continent a bien vécu quelques conflits, notamment en ex-Yougoslavie ou plus récemment en Géorgie et en Ukraine.
Mais il s'agissait clairement des derniers soubresauts de la nouvelle réorganisation de l'Europe à la suite de la chute de l'empire soviétique. Prenons la Yougoslavie. Après plusieurs décennies sous la chape de plomb d'un régime communiste, qui a annihilé toutes les velléités indépendantistes et caché les haines ancestrales entre les différents peuples et les communautés religieuses qui coexistaient en Yougoslavie, la mort de Tito et la fin du communisme ont créé les conditions des tragiques conflits que l'on a connus durant les années 1990. Après l'an 2000, dans un contexte de déclin majeur et de crise économique, la Russie s'est réveillée un peu groggy, isolée, amputée de sa zone d'influence historique, limitée dorénavant à quelques rares pays: la Biélorussie, l'Ukraine, la Géorgie et la Moldavie, pays sur lesquels elle a tenté de garder à tout prix une influence en soutenant notamment les populations russophones et russophiles. C'est là que se concentrent aujourd'hui les tensions aux confins de l'Europe.
Mais il faut être clair: en aucune manière la Russie n'a et n'aura pour longtemps encore la capacité de s'attaquer à un pays européen, en particulier s'il est membre de l'OTAN, et cela pour deux raisons. En premier lieu, son niveau d'armement, bien qu'en phase de renforcement, reste sans comparaison avec celui des Etats-Unis ou celui des autres Etats membres de l'OTAN, qui investissent plus de douze fois plus que la Russie pour leur défense. En second lieu, sur la base de l'article 5 du traité fondateur de l'OTAN, si la Russie ou un autre pays devait attaquer un Etat membre de l'OTAN, c'est l'OTAN dans son ensemble qui serait attaquée.
Cette situation crée un contexte privilégié et extraordinairement favorable pour la Suisse, qui est nichée au milieu d'un continent protégé par l'OTAN. La Suisse est en fait un passager clandestin de l'OTAN. Si l'on ajoute que nous sommes entourés de pays amis avec lesquels nous collaborons et commerçons, ces différentes circonstances réduisent à néant les risques que notre pays soit confronté à un conflit traditionnel. Pourtant, d'autres dangers nous menacent, et il est temps de faire évoluer la conception de notre défense, de rediscuter l'allocation de nos ressources et de mettre enfin plus de moyens pour parer aux véritables dangers, notamment au terrorisme et à la cybercriminalité, en priorité.
Pour relever ces défis, il faut, comme le demandent les responsables des polices cantonales, augmenter sensiblement le nombre de policiers ainsi que renforcer le Corps des gardes-frontière, et développer aussi de manière claire nos moyens pour lutter contre la cybercriminalité.
Pour pacifier le monde qui nous entoure et diminuer les risques de tensions et d'attaques terroristes, il est essentiel d'accroître et de consolider notre aide au développement, ainsi que de renforcer nos moyens d'action pour la promotion de la paix. Les pays d'Afrique, en particulier, ont besoin de sécurité pour se développer et de moyens pour assurer leur développement. Il s'agit d'un défi majeur, primordial, pour diminuer à terme les pressions migratoires qui pourraient augmenter notablement dans les trente prochaines années.
Ce rapport, malheureusement, ne présente aucun choix, aucune option claire. On cite les problèmes, mais on ne modifie en rien nos priorités; c'est regrettable. Le seul point positif de ce rapport réside donc dans l'étendue de son champ d'analyse. Alors, quand la majorité de la Commission de la politique de sécurité de notre conseil propose de modifier les conditions de la pratique dans la réalisation de rapports sur la politique de la sécurité de la Suisse, en limitant leur portée aux problèmes militaires, on fait totalement fausse route.
Aussi, je vous invite, au nom du groupe socialiste, à refuser la motion 17.3621, "Rapport sur la politique de sécurité", qui vous sera soumise tout à l'heure.
Graf-Litscher Edith · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe socialiste
Sicherheit ist keine rein militärische Frage. Die SP-Fraktion steht grundsätzlich hinter dem neuen Bericht des Bundesrates über die Sicherheitspolitik der Schweiz. Der Bericht trägt den vielfältigen Veränderungen im internationalen Umfeld zumindest teilweise Rechnung. Ein Vergleich mit dem letzten sicherheitspolitischen Bericht vom 23. Juni 2010 macht deutlich, wie stark sich das Spektrum der sicherheitspolitischen Bedrohungen und Gefahren seither nochmals ausgeweitet hat.
Der Bundesrat trägt dieser wachsenden Komplexität im analytischen Teil durchaus Rechnung, auch wenn bestimmte globale Trends noch deutlicher herausgearbeitet werden könnten. Weitgehend ignoriert wird, wie sich im Zuge der Globalisierung auch die wachsende Ungleichheit negativ auf die Sicherheit auswirkt. Der Zusammenhang zwischen Korruption, Schwächung der Rechtsstaatlichkeit und Sicherheitspolitik wird zwar angedeutet, im hinteren Teil des Berichtes bei den zu ergreifenden Massnahmen aber kaum mehr berücksichtigt.
Die SP-Fraktion würdigt den breiten Fokus, der auch unrechtmässige Finanzflüsse, Rohstoffabbau, Korruption und Entwicklungszusammenarbeit umfasst. Eine Motion von rechts, diesen Bericht künftig auf rein militärische Fragen zu beschränken, lehnt die SP-Fraktion klar ab. Ebenso spricht sie sich gegen weitere Kürzungen bei der internationalen Zusammenarbeit aus. Mit ihrem Einsatz gegen Armut und Korruption und für friedliche Konfliktlösung sorgt die Schweiz effektiver für Sicherheit als mit militärischer Aufrüstung.
Der sicherheitspolitische Bericht des Bundesrates überzeugt vorab in jenen Kapiteln, die nicht das VBS redigiert hat. So zeigt er explizit auf, dass Sicherheit global gedacht und verstanden werden muss. Die Schweiz ist da mit ihrem Finanzplatz mitten drin, als Drehscheibe für den konfliktbeladenen Rohstoffhandel oder als Zielland für unrechtmässige Finanzflüsse aus Entwicklungsländern. Weltweit ist ein gefährlicher Trend hin zum falschen Versprechen zu beobachten, die Sicherheit erhöhe sich, wenn aufgerüstet wird und die Grenzen hochgezogen und dichtgemacht werden. Im globalisierten 21. Jahrhundert lassen sich jedoch in den vielfältig vernetzten Räumen die Risiken und Herausforderungen nicht mehr mit Panzern und Kanonen an der Grenze abhalten, sondern es sind massive Investitionen in eine vieldimensionale und multilaterale Zusammenarbeit und in die soziale Entwicklung zu tätigen.
Der sicherheitspolitische Bericht blendet die sicherheitspolitischen Folgen der weltweiten Ungleichheit weitgehend aus, die sich im Zuge der Globalisierung nochmals verschärft haben. Auch die Ausbreitung der Technologie wird ungenügend beschrieben. Was dafür die langen Ausführungen über Weltraumtechnologie im sicherheitspolitischen Bericht zu suchen haben, ist für uns nicht nachvollziehbar. Viel wichtiger wäre es gewesen, die wachsende Verletzlichkeit moderner Gesellschaften durch die technologisch getriebene Globalisierung herauszuarbeiten und dort namentlich auf Cyber, Kommunikation, Verkehr und Nutzen fossiler und nuklearer Technologien zu fokussieren. Alle diese Bereiche sind sicherheitspolitisch für unser Land, für die Schweiz, von grosser Bedeutung.
Glättli Balthasar · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Wenn man einen sicherheitspolitischen Bericht verfasst, wie das hier der Bundesrat und die verschiedenen Departemente gemacht haben, ist die erste Frage, die man beantworten muss: Was ist eigentlich Sicherheit?
Die Erwartungen, die jetzt in der rechten Ratshälfte gehegt werden, die Anträge, die von der SVP-Fraktion eingebracht wurden, zäumen das Pferd vom Schwanz her auf, packen das Problem von der falschen Seite an. Denn für die SVP und viele Bürgerliche steht die Antwort auf Sicherheitsprobleme eigentlich schon fest: Es ist die Armee. Entsprechend sind sie nicht offen gegenüber einer unvoreingenommenen, umfassenden Diskussion über die Frage, was Sicherheit eigentlich ist. Wenn man Sicherheit versteht als Möglichkeit der Menschen, ohne Bedrohung durch Gewalt, ohne Bedrohung durch strukturellen Zwang von aussen Lebensmöglichkeiten verfolgen zu können, wenn man Sicherheit in diesem umfassenden Sinne versteht - wie Herr Amstutz durchaus treffend gesagt hat: Sicherheit ist nicht alles, aber ohne Sicherheit ist alles nichts oder fast nichts -, dann muss man zuerst einmal diesen sicherheitspolitischen Bericht loben. Mit ihm wird nämlich wirklich versucht, eine breite Auslegeordnung zu machen und nicht einfach zwanzig Seiten "executive summary" über die Beschaffungsvorhaben der Armee zu liefern, wie das vermutlich die SVP-Fraktion am liebsten haben würde.
Natürlich hat der Bericht gravierende Mängel, aber ein gravierender Mangel ist sicher nicht seine Länge, sondern vielmehr das, was nicht darin steht. Man hat zwar über den Klimawandel geschrieben, vor allem im Zusammenhang mit solchen Ereignissen, wie wir sie in der Schweiz gerade diesen Sommer erlebt haben. Aber wenn es dann darum geht, welche Massnahmen getroffen werden sollten, dann ist der Bericht erstaunlich dünn, schmal. Er verweist einzig auf die Rolle der internationalen Diplomatie und in keiner Art und Weise darauf, was die Schweiz selbst dazu beitragen könnte, wie sie versuchen könnte, die grösste sicherheitspolitische Herausforderung, welche die Menschheit in den nächsten fünfzig Jahren zu gewärtigen hat, die Klimakrise, angemessen, mit Reaktionen, wenigstens zu mindern.
Ebenso wird zwar im Bericht die Frage der Endlichkeit der Ressourcen, der Rohstoffe, der Energieträger angetönt, aber eher im Zusammenhang mit internationalen Konflikten und nicht genügend - aus meiner Sicht - im Zusammenhang damit, dass unsere Wirtschaft essenziell darauf angewiesen ist, dass eine friedliche wirtschaftliche Kooperation mit ganz vielen Ländern auf diesem Globus möglich bleibt. Es steht im Bericht nicht, dass die Wirtschaft mehr Unabhängigkeit und damit auch mehr Sicherheit nur dann gewinnen könnte, wenn wir wirklich einen Schritt Richtung grüne Wirtschaft, also Richtung Ressourceneffizienz, Richtung Kreislaufwirtschaft, Richtung Wiederverwendung der verschiedensten Rohstoffe, gehen.
Gut an diesem Bericht ist, dass darin erstmals die ganze Dimension der Cyberbedrohung formuliert wird, nicht nur was die Armee betrifft, sondern auch was die kritische Infrastruktur im ganzen Land betrifft. Allerdings geht man auch hier, meine ich, zu wenig weit. Stellen Sie sich einfach vor, ganz simpel, was bei Ihnen, in Ihrem Privatleben, vor allem aber mit den Aktivitäten unserer Wirtschaft geschehen würde, wenn für zwei oder drei Tage der Zugriff zum Internet nicht mehr funktionieren würde. Meine Behauptung ist: Spätestens nach zwei Tagen beigen Sie nur noch Papier von links nach rechts und von rechts nach links, jedenfalls diejenigen von Ihnen, die mit der Informationsverarbeitung zu tun haben und an einem Schreibtisch arbeiten. Die anderen, die irgendwo produktiv tätig sind, wissen dann nicht mehr, ob sie zu viel oder zu wenig geliefert haben, wann sie produzieren sollen und wann die Rohstoffe kommen, die sie brauchen, um weiterzuarbeiten. Diese Dimension, dass wir heute auf ein Funktionieren der Informatik genau gleich angewiesen sind wie auf das Funktionieren der Elektrizitäts- oder der Wasserversorgung, des öffentlichen Verkehrs oder der Strasseninfrastruktur, finde ich im Bericht nicht berücksichtigt. Sie wird nicht in der Dringlichkeit behandelt, die ihr wirklich angemessen wäre.
Also, fassen wir zusammen: Die Analysen sind breit - sie lassen zwar ein paar wichtige Punkte vermissen, sind aber breit. Der grosse Satz jedoch fehlt mir, obschon man diesen Schluss ziehen müsste, wenn man diese Analyse gelesen hat: Die Mehrzahl dieser Bedrohungen erfordert eine zivile Antwort.
Es besteht, glaube ich, nicht nur ein Missverständnis darin, dass man in diesem Bericht am Schluss noch eine Argumentation hinzubiegen und aufzubauen versucht, weshalb die Armee ausgebaut werden muss. Vielmehr ist das Missverständnis hauptsächlich bei uns, bei den Mitgliedern der Sicherheitspolitischen Kommission, zu orten, nicht etwa beim Bundesrat. Dieses Organ trägt den Namen "Sicherheitspolitische Kommission"; sie heisst nicht "Kommission zum Abnicken von Beschaffungsvorhaben der Armee". Wenn ich nun die Anträge vonseiten der Vertreter von rechts aussen höre, muss ich sagen, dass sie offenbar einen Bericht wollen, der für die Kommission zum Abnicken von Beschaffungsvorhaben der Armee einfacher zu handhaben ist. Das können Sie wollen - aber das entspricht nicht meiner Auffassung von sicherheitspolitischer Verantwortung. Ich unterstütze hier den Bundesrat, der sagt, dass es einer der zentralen Verantwortungsbereiche der Regierung unseres Landes sei, Sicherheit zu garantieren. Deshalb: Wer Sicherheit umfassend ernst nimmt, der bindet eben auch alle Departemente in diese Diskussion ein und der versteckt sich nicht als Mitglied des Gesamtbundesrates hinter dem Vorsteher des VBS, sondern übernimmt die Verantwortung, als Mitglied des Gesamtkollegiums zu sagen, natürlich auf der Grundlage der Vorlage des VBS, wo die Prioritäten zu setzen sind, welches die grössten Herausforderungen sind und welche Mittel notwendig sind, um diesen angemessen begegnen zu können.
In dem Sinne bitte ich Sie: Stimmen Sie bitte Nein, wenn Sie diesen sicherheitspolitischen Bericht nicht zur Kenntnis genommen haben; er wäre es allerdings wert, gelesen zu werden. Ich hoffe aber, dass viele ihn wirklich gelesen haben und in dem Sinne Ja stimmen können.
Quadranti Rosmarie · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe BD
Die BDP-Fraktion bedankt sich für den sehr umfassenden Bericht und die damit verbundene geleistete Arbeit. Der letzte Bericht ist aus dem Jahr 2010. Bereits in der Vernehmlassung hat die BDP-Fraktion den Bericht grundsätzlich positiv beurteilt. Der Umfang dürfte auch in unseren Augen etwas geringer sein, dies aber, ohne dass der Bericht an Inhalt verliert, und wahrscheinlich macht es durchaus Sinn, die Kadenz der Publikation zu erhöhen.
Der Bericht beschreibt die aktuellen Gefahren und sechs Bedrohungstypen, die im Zentrum der Schweizer Sicherheitspolitik stehen: erstens illegale Beschaffung und Manipulation von Informationen - wahrscheinlich ein zentrales Thema -, zweitens Terrorismus und Gewaltextremismus, drittens bewaffneter Angriff, viertens Kriminalität, fünftens Versorgungsstörungen, sechstens Katastrophen und Notlagen. Damit zeigt der Bericht gut auf, dass Sicherheit in der heutigen Welt keine alleinige Aufgabe einer Armee sein kann. Die Armee allein kann die Sicherheit nicht garantieren, sie ist aber selbstverständlich Bestandteil davon. Wir haben eine Armee, die auf Kurs ist, nicht nur auf dem Papier.
Geradezu wohltuend nüchtern wird mit dem Thema der Migration umgegangen. Die Verfasser des Berichtes lassen sich nicht von politischen Strömungen manipulieren, die in der Migration per se eine Gefahr sehen wollen. Es wird eben auch aufgezeigt, dass Migration an sich keine sicherheitspolitische Bedrohung darstellt. Selbstverständlich müssen wir die Gefahren, die von Terrorismus und Gewaltextremismus ausgehen, besser angehen als bisher. Der islamistisch begründeten Radikalisierung wird in der Schweiz noch immer zu wenig Beachtung geschenkt. Die Vernetzung von kantonalen Schlüsselbehörden wie Polizei, Kesb, Jugendämtern, Sozialdiensten, Jugend- und Staatsanwaltschaften, aber auch Schulbehörden oder Integrationsfachstellen sowie dem Justizvollzug muss verbessert werden, ebenso der Datenaustausch zwischen den Behörden. Es stellt sich auch die Frage, ob religiös tätige Personen im dschihadistischen Umfeld genügend kontrolliert sind. Das ist eine andere Frage, aber auch Teil der Sicherheitsfrage.
Der Bericht zeigt gut auf, dass Sicherheit ein Zusammenspiel von diversen Instrumenten ist: Prävention, Abwehr und Bewältigung von Bedrohungen und Gefahren sind die Instrumente bei diesem Zusammenspiel. Sie können nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Es wird eindrücklich aufgezeigt, dass die meisten Bedrohungstypen nur durch ein gutes Zusammenspiel vieler Schweizer Sicherheitsakteure angegangen werden können. Es wird aufgezeigt, dass die aktuelle Bedrohungslage ein effizientes und effektives Management braucht und die grenzüberschreitende Mobilität zu einer zentralen Herausforderung moderner Sicherheitspolitik geworden ist - ohne dass man meinen muss, man könne das durch Mauern irgendwie ändern. Sicherheitspolitik ist und bleibt eine Verbundaufgabe.
In diesem Sinne ist die BDP-Fraktion mit dem Bericht zufrieden und wünscht, dass der nächste Bericht schneller kommt und der Umfang etwas reduziert wird. Wir haben den Bericht gelesen und deshalb zur Kenntnis genommen. Wie es Herr Glättli ausgeführt hat, hoffen wir, dass Sie das auch getan haben.
Parmelin Guy · BR-M · Conseil fédéral · Vaud
Comme vous le savez, le Conseil fédéral publie régulièrement un rapport concernant la politique de sécurité de la Suisse. Cela a été rappelé, le dernier date de 2010. Le rapport dont vous discutez aujourd'hui a été approuvé par le Conseil fédéral le 24 août 2016. Il est important de rappeler à quoi sert ce type de rapport, quels en sont les objectifs principaux.
Premièrement, ces rapports doivent analyser le contexte effectif et prévisible du domaine de la politique de sécurité en Suisse. Cela veut dire qu'ils doivent examiner les tendances, les menaces et les dangers; ils doivent analyser les organisations internationales qui jouent un rôle important pour la politique de sécurité. Deuxièmement, ils doivent représenter la stratégie, les moyens que le pays veut mettre en oeuvre pour faire face à des menaces et ainsi assurer la sécurité de notre population.
Ce sont des rapports du Conseil fédéral, et j'insiste sur ce point. Ils définissent les lignes de la politique de sécurité de la Suisse pour les années à venir. Ce sont donc des documents de référence. La preuve, c'est que chaque fois que nous avons des discussions sur la politique de sécurité, de très nombreuses personnes y font référence.
Il faut aussi être conscient que ce rapport a été rédigé par un groupe de travail élargi. Il comprenait naturellement des gens du Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports, qui avaient le "lead", mais aussi des gens de tous les départements ainsi que des représentants des cantons. Cela montre que la démarche adoptée pour la rédaction du rapport s'est appuyée sur des aspects typiques de la politique suisse.
Cela se justifie tout d'abord par le fait que la politique de sécurité est un vaste sujet qui concerne l'ensemble des départements et des cantons; songez simplement à l'armée, au Service de renseignement de la Confédération, au Corps des gardes-frontière, au Département fédéral de justice et police, à l'Office fédéral pour l'approvisionnement économique du pays. Tous les départements ont, d'une manière ou d'une autre, des fonctions importantes en matière de politique de sécurité.
Ensuite, on le voit, la gestion d'une politique de sécurité est une tâche commune, d'autant plus que notre pays a une structure extrêmement décentralisée. Cela requiert donc beaucoup de coordination, de grands efforts avec les cantons, pour arriver à quelque chose d'efficace. C'est la caractéristique même du fédéralisme et, pour que cela soit efficace, la Confédération doit poursuivre cette collaboration avec les différentes instances qui interviennent dans la politique de sécurité. Si elle voulait le faire toute seule, elle serait très vite confrontée à certaines limites de l'Etat fédéral. Et nous devons avoir une politique de sécurité unique en Suisse. J'insiste: elle doit être pilotée, supportée en commun par la Confédération, les cantons et les communes.
Concernant le texte lui-même, le Conseil fédéral s'est penché à de très nombreuses reprises sur ce texte. Il a été mis en consultation, le Conseil fédéral l'a adapté - les cantons, les partis, les fédérations ont donné leur avis; la procédure de consultation a été longue. Le rapport a encore été adapté et il sert donc de base solide pour une politique de sécurité commune.
J'aimerais relever quatre points essentiels de mon point de vue, qui montrent les quatre changements marquants qui figurent dans ce rapport, si l'on se réfère au dernier rapport de 2010:
1. Les relations Est/Ouest: certains orateurs l'ont rappelé, les rapports entre la Russie et l'Occident se sont malheureusement significativement, et certainement durablement, détériorés. Des frontières internationalement reconnues ont été modifiées en Europe à la suite de l'engagement de moyens militaires - vous avez évoqué aussi ici le cas de la Crimée - et, qu'on le veuille ou non, la guerre figure à nouveau à l'ordre du jour des débats en lien avec la politique de sécurité, non pas seulement de la Suisse, mais de tous les Etats européens. Il suffit de regarder actuellement ce qui se déroule dans le nord de l'Europe avec, d'un côté, les manoeuvres des représentants de l'OTAN et des pays, telles la Suède et la Finlande et, de l'autre, les contre-manoeuvres qu'il y a entre la Russie et la Biélorussie. Ces réalités représentent un changement fondamental affectant la politique de sécurité, qu'on le veuille ou non.
2. Le phénomène du terrorisme n'est pas nouveau, mais il a pris une ampleur nouvelle. Il ne se caractérise plus uniquement par des activités clandestines. Vous l'avez vu, le groupe "Etat islamique" avait conquis de grands territoires, il voulait être assimilé à un Etat. Nous constatons actuellement une régression de ce point de vue là, mais l'Europe est aussi confrontée aux voyageurs du djihad et à la radicalisation des personnes vivant sur le Vieux Continent. C'est à ce type de menace que nous devons faire face. Nous pouvons et devons nous préparer à tout moment à subir certains actes de violence; il suffit de se référer aux nombreux attentats qui ont eu lieu dans des pays d'Europe voisins, et pas seulement en Europe d'ailleurs. Actuellement, la menace terroriste de type islamique est sans nul doute la menace que l'Europe et la Suisse doivent prendre le plus au sérieux. Par rapport à 2010, nous constatons, dans ce domaine aussi, une aggravation significative de la menace.
3. Les menaces relevant du cyberespace. Les menaces de ce type avaient déjà été évoquées dans le rapport précédent. Toutefois, depuis lors, ce phénomène a pris une ampleur que nous ne pouvions pas imaginer. Nous voyons les abus potentiels et les actes illicites qui sont commis dans le cyberespace dépasser toutes les attentes. Cet espace peut servir à déployer différentes activités criminelles, d'espionnage, de sabotage, mais il peut aussi être utilisé pour poursuivre des buts terroristes. Le cyberespace peut constituer un véritable catalyseur pour des menaces latentes et ces dernières s'aggravent en raison des nouvelles opportunités qu'il offre. Comme vous le savez, notre pays a été touché à plusieurs reprises - encore tout dernièrement d'ailleurs - par des attaques qui le visaient directement.
4. Le dernier point qui me paraît important est l'enchaînement de plusieurs types de menaces et plus exactement la combinaison d'événements. Cela constitue probablement un défi très particulier et peut-être plus grand qu'un danger pris pour lui-même, de manière isolée. En théorie, on devrait évaluer chaque menace séparément, l'analyser et la classer. En pratique, la réalité est bien différente puisque nous voyons parfois différents types de menaces apparaître simultanément. Ces menaces peuvent se renforcer mutuellement - pensez à une catastrophe naturelle qui pourrait provoquer une pénurie dans un secteur donné ou des troubles de l'ordre public. La Suisse doit maintenant, de plus en plus, se préparer à faire face à de telles combinaisons, à de tels enchaînements de menaces, si elle veut être prête à protéger efficacement sa population. C'est pour cela que nous devons tenir compte de ce genre d'événements lors de la préparation des grands exercices de sécurité.
Sur la base de cette situation, le présent rapport décrit les orientations stratégiques de notre politique de sécurité, les buts que nous souhaitons atteindre et les moyens que nous désirons engager pour atteindre ces buts.
La partie de ce rapport consacrée à la stratégie a suscité beaucoup de critiques, dont certaines ont été reprises lors de la procédure de consultation et dans les débats en commission. Certains sont allés jusqu'à déclarer qu'il n'y avait pas de stratégie à proprement parler. Certains nous ont reproché d'être trop axés sur une stratégie internationale; d'autres ont estimé que nous ne l'étions pas suffisamment.
A la suite de la consultation, le rapport a été quelque peu adapté et modifié, mais il s'appuie sur trois piliers qui paraissent indispensables aux yeux du Conseil fédéral, à savoir la coopération en Suisse et à l'étranger, l'indépendance et l'engagement. Il s'agit pour nous de combiner ces trois piliers pour affronter les menaces et les dangers réels, tout en fixant certaines priorités selon les circonstances. Ainsi, l'indépendance peut prédominer en présence de certaines menaces - par exemple une attaque armée nécessitant l'engagement de l'armée -, alors que la coopération peut l'emporter en d'autres circonstances, notamment dans des affaires de politique extérieure ou de lutte contre le terrorisme.
Ce qui est certain, c'est qu'une solution simple, toute faite, n'existe tout simplement pas. Aujourd'hui, la réalité est bien trop opaque et bien trop complexe. Il convient donc toujours de réfléchir, de peser correctement les intérêts en présence pour trouver la combinaison entre coopération, indépendance et engagement nous permettant d'affronter au mieux chaque menace.
Dans la suite du rapport, certaines adaptations à moyen et à long terme sont proposées. Je tiens encore à évoquer trois instruments extrêmement importants de mon point de vue et de celui du Conseil fédéral: l'armée, le Service de renseignement de la Confédération et la protection de la population.
Dans le rapport, il est démontré que l'armée est polyvalente et surtout qu'elle doit le rester. Elle fournit des prestations qui permettent d'affronter presque tous les dangers et toutes les menaces. Elle peut être engagée non seulement en cas d'attaque armée, mais aussi en appui lors d'un acte terroriste, d'une situation de pénurie, d'une catastrophe naturelle, d'une situation d'urgence. Vous avez régulièrement la preuve par l'acte que cela fonctionne.
L'armée reste le principal instrument à disposition de la défense contre une attaque armée. Même si cette éventualité demeure peu probable, selon les dernières appréciations, nous notons toutefois que la structure des conflits armés a changé, qu'une attaque ne doit plus uniquement être comprise comme une attaque conventionnelle avec des formations militaires régulières venant de l'extérieur. Nous concevons d'autres scénarios envisageables, selon lesquels la menace exercée contre un pays atteint une telle ampleur qu'elle reviendrait en quelque sorte de facto à une attaque armée, si bien que nous devrions engager cet instrument pour la défense du pays. C'est pour cela que le rapport précise qu'il convient d'adapter la définition de la notion de "défense".
Vous le voyez, face à une menace toujours plus diffuse et imprévisible, certaines prestations de l'armée doivent être adaptées. Il y a naturellement des priorités: nous devons avoir une armée polyvalente; il faut qu'elle dispose du bon équipement; il faut une excellente instruction; il faut pouvoir la mobiliser rapidement en cas de risque. Tous ces critères, vous les avez adoptés en soutenant le projet DEVA, le futur développement de l'armée. Nous nous attelons actuellement à concrétiser les demandes faites à l'armée et approuvées par le Parlement. L'armée respecte actuellement la marche à suivre pour remplir les exigences fixées dans le rapport et fixées par le Parlement.
Comme le souligne le présent rapport, le Service de renseignement de la Confédération devient lui aussi un instrument de sécurité de plus en plus important. Il est nos yeux et nos oreilles. Je le répète, la complexité de la situation sur le plan international est très grande, il est donc primordial de donner à cet instrument les moyens nécessaires correspondant aux menaces auxquelles nous devons faire face. Avec la nouvelle loi sur le renseignement, entrée en vigueur le 1er septembre dernier, nous allons pouvoir combler certaines lacunes, disposer de moyens modernes pour remplir avec efficacité la mission de protection du pays, mais sans tomber dans l'excès.
Enfin, la protection de la population est l'instrument principal nous permettant de maîtriser les catastrophes et les situations d'urgence. Comme vous le savez, sa nécessité est encore renforcée avec l'augmentation de la probabilité de catastrophes naturelles. Le développement de cet instrument est en cours; il a été lancé avec la mise en oeuvre du vaste paquet de mesures contenues dans la Stratégie de la protection de la population et de la protection civile 2015 plus. Le rapport devant vous confirme l'orientation prise par cette réforme.
En somme, on peut dire que le rapport sur la politique de sécurité repose sur des bases solides et souligne la spécificité suisse. Les divers échelons étatiques et les départements fédéraux doivent impérativement collaborer pour assurer la sécurité de la Suisse et de sa population. On peut dire que ce rapport a été élaboré dans une perspective de continuité, de coopération et de compromis, trois valeurs dont il est le garant.
Pour toutes ces raisons, je vous demande instamment, au nom du Conseil fédéral, de prendre acte du présent rapport qui nous servira de base pour notre politique de sécurité ces prochaines années.
Stahl Jürg · P-M · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Vom Bericht wird Kenntnis genommen
Il est pris acte du rapport