18.492

Voyages organisés par des lobbies. Pour plus de transparence

Moret Isabelle · P-F · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Marra, Barrile, Glättli, Gysin Greta, Kälin, Masshardt, Streiff, Wermuth, Widmer Céline)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Marra, Barrile, Glättli, Gysin Greta, Kälin, Masshardt, Streiff, Wermuth, Widmer Céline)

Donner suite à l'initiative

La présidente (Moret Isabelle, présidente): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Masshardt Nadine · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste

Bei dieser parlamentarischen Initiative geht es um eine kleine, aber wichtige Sache, welche mit sehr wenig Aufwand umgesetzt werden könnte.

National- und Ständerat haben jüngst im Rahmen der Beratung des Parlamentsgesetzes entschieden, dass Ratsmitglieder neu amtliche Reisen in einem öffentlichen Register eintragen müssen. Diese Forderung stammte aus einer parlamentarischen Initiative Heer, die auch ich unterstützt und begrüsst habe. Doch leider ist diese Regelung unvollständig. Es ist nicht nachvollziehbar, dass hier nicht auch die Reisen auf Einladung schweizerischer, ausländischer oder internationaler Behörden oder Interessengruppen offengelegt werden müssen. Sogenannte Lobbyreisen sind also von dieser neu eingeführten Regelung im Parlamentsrecht ausgenommen.

Das ist störend, denn die Ungleichbehandlung von amtlichen Reisen und Reisen auf Einladung von Behörden und Lobby-Organisationen ist unlogisch und inkonsequent. Es gibt keinen Grund, diese zwei Arten von Reisen unterschiedlich zu behandeln, denn für die Bürgerinnen und Bürger ist es doch nicht nur wichtig zu wissen, wer Reisen auf Kosten der Bundesversammlung unternimmt. Für die Entscheidfindung der Bürgerinnen und Bürger ist es ebenso wichtig zu wissen, wer welche Reisen auf Einladung von welcher Lobby-Organisation oder eben Behörde unternimmt. Erst wenn aufgezeigt werden kann, wer eben wie vernetzt ist, werden auch allfällige Abhängigkeiten sichtbar.

Deshalb sollen wie die amtlichen Reisen auch Reisen von Ratsmitgliedern auf Einladung einer inländischen oder ausländischen Interessengruppe oder Behörde transparent gemacht werden. Dies wäre ohne grossen Aufwand machbar, denn das Register existiert ja bereits. Es müsste einzig mit einer Spalte ergänzt werden. Natürlich würde das Bringprinzip gelten, genauso wie beim Register zu den Interessenbindungen. Das heisst, wir müssten die Information den Parlamentsdiensten liefern, und nicht sie müssten uns nachrennen.

Zu guter Letzt sei auch festgehalten, dass es nun auch wieder nicht so viele Einladungen von Lobby-Organisationen und Behörden gibt. Ein solches erweitertes Register wäre also keinesfalls ein bürokratisches Monster.

Diese kleine Anpassung würde auf Verordnungsebene vorgenommen. Konkret ginge es um die Anpassung von Artikel 9a Buchstabe b der Parlamentsverordnung.

Ich bitte Sie, diese parlamentarische Initiative aus den erwähnten Gründen zu unterstützen.

Marra Ada · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe socialiste

L'initiative parlementaire Masshardt vise à ce que soient déclarés dans un registre public les voyages que les députés effectuent sur invitation d'autorités ou de groupes d'intérêts, que ces derniers soient suisses, étrangers ou internationaux. Il faut savoir qu'un tel registre public existe déjà. C'est celui des voyages que les députés effectuent aux frais de l'Assemblée fédérale. Ce registre est mis en oeuvre depuis le début de la législature et fait suite à une initiative parlementaire Heer 15.442, "Déplacements des parlementaires effectués aux frais du contribuable. Obligation d'informer", que le groupe socialiste avait soutenue.

Toutefois, cette réforme est incomplète. Il manque une colonne pour signaler les voyages effectués de manière privée par les parlementaires. On a donc aujourd'hui deux types de voyages des parlementaires, ceux qui sont déclarés et aux frais de l'assemblée et ceux qui ne sont pas signalés, dont on ne connaît pas le financement. Or, il est très important que le citoyen connaisse ce dernier type de voyage, celui qui se fait sur invitation d'un groupe d'intérêts, afin de voir quelles sont les connexions des parlementaires.

Il ne s'agit pas ici d'interdire de tels voyages. Avoir des affinités idéologiques avec certains pays n'est pas un mal en soi; tous les voyages ne sont pas effectués avec une mauvaise intention. D'ailleurs, certains parlementaires font ces voyages très ouvertement et publient à leur retour des rapports sur les réseaux sociaux. Pour la plupart d'entre eux, il n'y a pas de volonté de les dissimuler. Par contre, leur financement n'est pas transparent, de même que leur but. Quel retour attend le groupe d'intérêts?

On parle ces derniers temps au sein de notre Parlement de créer une information publique sur les différents passeports des parlementaires, mais la majorité de la commission s'oppose à ce que l'on informe publiquement des voyages privés des parlementaires, invités non pas pour leurs beaux yeux mais pour leur fonction. On estime plus important d'informer sur les passeports que sur les faits et actions.

La transparence que demande notre fonction doit nous faire accepter l'initiative parlementaire Masshardt, et ce d'autant plus - il faut l'ajouter et le souligner - qu'elle n'implique aucune tracasserie administrative supplémentaire, puisque le fichier existe déjà. Il suffirait d'ajouter une ligne.

Merci donc de donner suite à cette initiative.

Pfister Gerhard · Mit-M · Conseil national · Zoug · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Die Initiantin verlangt, dass Reisen von Ratsmitgliedern, die auf Einladung schweizerischer, ausländischer oder internationaler Behörden und Interessengruppen erfolgen, im Register über die Reisen von Ratsmitgliedern zu veröffentlichen seien. Die Kommissionsmehrheit beantragt Ihnen, der Initiative keine Folge zu geben, und begründet das wie folgt:

Erstens sollen die Erfahrungen mit der Veröffentlichung amtlicher Reisen, die erst eine Legislatur dauert, analysiert werden, bevor man diese Regelung ausweiten kann. Das ist bis jetzt nicht erfolgt.

Zweitens appelliert die Kommissionsmehrheit an die Selbstverantwortung der Ratsmitglieder. Wer sich auf Einladungen zu Reisen einlässt, muss das selbst verantworten können. Selbstverständlich kommt es immer wieder vor, dass Ratsmitglieder von der Öffentlichkeit und den Medien kritisch beurteilt werden, wenn eine Reise auf Einladung kontrovers beurteilt wird. Ratsmitglieder, die damit nicht leben können, sollen dann halt verzichten oder sich vorher gut überlegen, welche Einladung zu welcher Reise sie annehmen wollen oder nicht.

Drittens zeigt ja gerade die seit dieser Legislatur eingeführte Regelung des Öffentlichmachens der Mitgliedschaft bei parlamentarischen Gruppen, dass eine neue Regulierung nicht unbedingt das ursprüngliche Problem löst, dessentwegen man sie einführte, sondern einfach eine weitere Regulierung darstellt, ohne etwas zu ändern.

Viertens unterliegen die Ratsmitglieder selbstverständlich den gesetzlichen Bestimmungen gegen Korruption und kennen im einzelnen Fall auch deren Sanktionen.

Fünftens gibt es Regelungen im Sinne von Empfehlungen für die Ratsmitglieder, die ihnen eben gerade nahelegen, was sie tun sollen. Empfehlung 5 lautet denn auch: "Eine Einladung einer schweizerischen oder internationalen Interessenorganisation zu einer Informationsreise kann angenommen werden, sofern die Ratsmitglieder die Reisekosten selber bezahlen." Einfacher geht es fast nicht. Wenn man es noch einfacher will, dann kann man einfach sagen: Wer von uns reisen will, sollte diese Reise im Grundsatz selbst bezahlen. Tut ein Ratsmitglied das nicht, muss es selbst entscheiden, wie es das begründen kann.

Konkret: Wenn Sie eine Einladung zu einer Reise annehmen, sich ganz oder teilweise bezahlen lassen und hoffen, dass das nicht öffentlich wird, dann sollten Sie vermutlich die Reise besser nicht antreten. Genau diese Erwägung muss jedes Ratsmitglied selber machen. Dabei hilft auch ein Registereintrag nicht.

Aus diesen Gründen entschied die SPK Ihres Rates mit 12 zu 11 Stimmen bei 1 Enthaltung, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.

Da ich jetzt noch genau 30 Sekunden meiner auf drei Minuten verkürzten Redezeit habe, verwende ich diese, um Ihnen meiner tiefen Besorgnis Ausdruck zu geben, dass wir uns hier selber vom Büro und von der Verwaltungsdelegation immer mehr in unseren parlamentarischen Rechten einschränken lassen. Von mir aus kann man diesen Pilotversuch, den man da jetzt zum Fliegen bringt, auch gleich abstürzen lassen.

Addor Jean-Luc · Mit-M · Conseil national · Valais · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Le cadre de la proposition qui nous est faite a déjà été rappelé. Il est important de se souvenir que, depuis le début de la législature, un registre public des voyages que les parlementaires effectuent à l'étranger aux frais de l'Assemblée fédérale, c'est-à-dire aux frais des contribuables, est tenu.

Ce que nous propose Mme Masshardt et, avec elle, une minorité de la Commission des institutions politiques, c'est d'ajouter une colonne au registre existant, dans laquelle, obligatoirement, devraient être également annoncés les voyages effectués sur invitation d'autorités ou de groupes d'intérêts suisses, étrangers ou internationaux. La minorité en fait une question de transparence, de cohérence - cela a été dit. Elle y voit aussi un moyen de mettre en lumière d'éventuels rapports de dépendance.

Pour la majorité, il convient d'abord, avant de modifier aujourd'hui déjà les exigences en vigueur, d'attendre qu'un bilan puisse être tiré des expériences réalisées avec le registre introduit il y a moins d'un an. Elle considère en outre que plutôt que de multiplier les réglementations tatillonnes, il faut surtout s'en remettre à la responsabilité personnelle des élus que nous sommes. Pour la majorité, le cadre légal en vigueur - je pense en particulier aux dispositions pénales de lutte contre la corruption - suffit à éviter les dérives indésirables, sans qu'il soit nécessaire de transformer les Services du Parlement en une espèce d'office du Ministère public de la Confédération, ni les élus que nous sommes en autant de prévenus présumés coupables d'obscures ou d'inavouables dépendances.

Ce cadre légal suffit, de l'avis de la Commission des institutions politiques du Conseil national, pour que nous sachions toutes et tous ce que nous devons payer, ou ce que nous pouvons ne pas payer, ce que nous pouvons accepter, et ce que nous ne devons pas accepter. La commission a, de plus, pris en compte le fait que l'indication des liens d'intérêts a été sensiblement étendue depuis le début de cette législature, avec l'ajout de l'obligation de rendre publiques nos appartenances à l'un ou l'autre intergroupe parlementaire.

Voilà pourquoi, la commission, par 12 voix contre 11 et 1 abstention, vous propose de ne pas donner suite à cette initiative parlementaire.

Vote

La présidente (Moret Isabelle, présidente): La majorité de la commission propose de ne pas donner suite à l'initiative. Une minorité Marra propose d'y donner suite.

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 73 Stimmen

Dagegen ... 107 Stimmen

(1 Enthaltung)