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Améliorer les données sur les conséquences pour l'un et l'autre sexes

Aebi Andreas · P-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Antrag der Mehrheit

Annahme der Motion

Antrag der Minderheit

(Gutjahr, Gafner, Herzog Verena, Huber, Keller Peter, Tuena, Umbricht Pieren, Wasserfallen Christian)

Ablehnung der Motion

Proposition de la majorité

Adopter la motion

Proposition de la minorité

(Gutjahr, Gafner, Herzog Verena, Huber, Keller Peter, Tuena, Umbricht Pieren, Wasserfallen Christian)

Rejeter la motion

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.

Locher Benguerel Sandra · Mit-F · Conseil national · Grisons · Groupe socialiste

Mit der vorliegenden Motion soll der Bundesrat beauftragt werden sicherzustellen, dass alle massgeblichen Statistiken und Studien des Bundes nach Geschlecht aufgeschlüsselt bzw. deren Auswirkungen auf die Geschlechter untersucht und dargestellt werden. Der Ständerat hat die Motion am 24. September des letzten Jahres mit 27 zu 15 Stimmen angenommen. Unsere WBK hat der Motion mit 15 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung ebenfalls zugestimmt.

Zur Ausgangslage: Das Bundesamt für Statistik (BFS) leistet sehr wertvolle Arbeit. Dabei werden vom BFS die beiden Geschlechter bei der Erhebung und Auswertung oft getrennt dargestellt. Trotzdem gibt es teilweise bedeutende Lücken bei der Erhebung oder Aufbereitung der Daten. Wichtige Studien beispielsweise zur Auswirkung der Langzeitarbeitslosigkeit oder der Jugendarbeitslosigkeit beinhalten keine oder nur beschränkte Aufschlüsselungen nach Geschlecht. Ungenügend ist die Datenlage auch in den Bereichen Medizin und Raumplanung. Diese Datenlücke - in der Wissenschaft als "gender data gap" bezeichnet - kann tiefgreifende Folgen haben. Ein viel zitiertes Beispiel ist dasjenige der Medizin, wo lange nicht anerkannt wurde, dass Frauen bei einem Herzinfarkt andere Symptome zeigen als Männer. Umgekehrt verhält es sich bei Depressionen.

Den Nutzen beschreibt der Bundesrat in seiner Stellungnahme treffend: "Um im Einklang mit Artikel 8 Absatz 3 der Bundesverfassung" - der die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern postuliert - "wirksame gesetzgeberische und sonstige Massnahmen treffen zu können, sind Verwaltung und Politik auf verlässliche Daten angewiesen, die eine Geschlechterperspektive bzw. nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten beinhalten." Mehr Daten führen also zu mehr Wissen. Doch solange die Unterschiede zwischen Männern und Frauen statistisch ungenügend erfasst werden, bleibt vieles unsichtbar, und das Ableiten wirksamer Massnahmen, beispielsweise für die Anerkennung von Care-Arbeit oder beim "gender pension gap", ist schwierig.

Zur weiteren Stellungnahme des Bundesrates: Es ist erfreulich, dass sich der Bundesrat bereit erklärt, der Motion teilweise Rechnung zu tragen, und dass er damit selber Lücken ortet. Die Kommissionsmehrheit ist jedoch der Meinung, dass es die Annahme der Motion im ursprünglichen Sinn braucht. Weshalb?

1. Der Bundesrat schreibt, dass bei Studien des Bundes bereits heute eine Aufschlüsselung nach Geschlecht vorgenommen wird, wenn die Fragestellung relevant sei. Genau diese Formulierung weist auf die Hauptmotivation des Vorstosses hin: eine Wahrnehmung, die für geschlechterrelevante Fragen nicht so sensibilisiert ist. Man weiss nämlich oft nicht vorher, ob die Fragestellung relevant ist.

2. Die Bundesstatistiken haben Vorbildfunktion. Darauf beziehen sich oft Forschungsprojekte. Deshalb kommt gerade aus Wissenschaftskreisen der Ruf nach einer konsequenten geschlechtsspezifischen Datenerfassung. Eine konsistente Datenbasis in den Bundesstatistiken erhöht so auch die Aussagekraft für Forschungsprojekte.

3. Der Bundesrat bietet an, einen Leitfaden auszuarbeiten, der die Bundesstellen bei der Prüfung unterstützen soll, ob es eine geschlechtsspezifische Erfassung braucht. Dieser Vorschlag ist sicherlich gut gemeint. Doch die Kommissionsmehrheit ist der Meinung, dass es an der Zeit für einen konsequenten Ansatz ist. Statt abzuklären, ob geschlechtsspezifische Daten erhoben werden sollen, sollte dies zum Prinzip gemacht werden. Daten sollten also grundsätzlich geschlechtsspezifisch erfasst werden, ansonsten ist zu begründen, warum das nicht geht.

Ich komme zum Schluss: Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass auch in der Schweiz die Daten grundsätzlich geschlechtsspezifisch erfasst werden. Deshalb bitte ich Sie im Namen der Kommissionsmehrheit, die Motion zu unterstützen.

Roth Pasquier Marie-France · Mit-F · Conseil national · Fribourg · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

La motion dont nous discutons a été déposée le 11 juin 2020 par la conseillère aux Etats Eva Herzog. Elle charge le Conseil fédéral de faire en sorte que les principales statistiques et études de la Confédération soient ventilées par sexe, et plus exactement que ces études analysent et présentent les conséquences pour les deux sexes. Le Conseil des Etats a adopté cette motion le 24 septembre 2020, par 27 voix contre 15.

Au niveau national, l'Office fédéral de la statistique prend en compte séparément hommes et femmes dans la collecte de données et dans leur évaluation. Or des lacunes subsistent. Des études de grande portée ne font pas de distinction entre les deux sexes, ou cette distinction est limitée. Par exemple, des données sont insuffisantes pour plusieurs domaines des assurances sociales, bien qu'elles soient disponibles. Le texte de la motion précise que cette constatation peut être faite dans d'autres domaines comme la médecine, l'aménagement du territoire ou les finances. Des données qui ne valent que pour l'un des sexes peuvent avoir des conséquences désastreuses. Par exemple, les symptômes des femmes victimes d'une crise cardiaque ont longtemps été mal interprétés parce qu'ils sont différents de ceux des hommes.

Le Conseil fédéral propose de rejeter cette motion, bien qu'il reconnaisse qu'elle soulève une question importante. Les statistiques de la Confédération sont déjà ventilées par sexe, et les études mandatées par celle-ci fournissent aussi des données spécifiques par sexe lorsque cela est pertinent pour la problématique étudiée. Cependant, le Conseil fédéral considère que la demande exprimée dans la motion va trop loin au regard de l'utilisation économique des ressources. Il se dit prêt à élaborer un guide spécifique afin de soutenir les services fédéraux lorsqu'ils examineront si une étude doit intégrer la dimension du genre et si les résultats doivent être ventilés par sexe.

En commission, la directrice du Bureau fédéral de l'égalité entre femmes et hommes a mentionné que cette demande était importante pour l'égalité entre femmes et hommes, car pour réaliser l'égalité de fait conformément à l'article 8 alinéa 3 de la Constitution fédérale et prendre des mesures efficaces, des données fiables, basées sur des faits et incluant une perspective de genre, sont primordiales.

Elle a néanmoins précisé que la Confédération s'engage déjà pour l'analyse des conséquences d'actes sur l'égalité. La commission a adopté cette motion, par 15 voix contre 9 et 1 abstention, car elle estime que la politique et l'administration doivent pouvoir s'appuyer sur des données fiables, prenant en considération les différences sociales, économiques, sanitaires, culturelles et politiques entre les deux sexes, lors de la prise de décision et en vue du développement de mesures.

Les questions de genre influencent de nombreux domaines de la vie en société. La commission estime qu'il existe un manque de données fiables dans des domaines comme la médecine, l'aménagement du territoire, les finances, le chômage prolongé et celui des jeunes. Au lieu d'un guide, la majorité de la commission pense qu'il faut ancrer dans la pratique le principe que les données doivent systématiquement intégrer une perspective sexospécifique. Une minorité estime toutefois que la demande exprimée dans la motion d'intégrer systématiquement la notion du genre dans les études et les statistiques est trop floue.

La majorité de la commission vous recommande donc, comme le Conseil des Etats, d'adopter cette motion.

Gutjahr Diana · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Die Motionärin verlangt, dass sämtliche Statistiken und Studien generell nach Geschlechtern aufgeschlüsselt werden und dass dabei jegliche Auswirkungen auf die Geschlechter untersucht und dargestellt werden müssen. Dieser generelle Ansatz ist komplett verkehrt und führt neben einer Verwässerung von Erhebungen auch zu einem Bürokratieausbau.

Die Ausgangslage einer Erhebung muss eine konkrete Frage oder Thematik sein. Daraus wiederum sollten die benötigten Erhebungsmerkmale definiert werden. Es soll geklärt sein, welche Zahlen, die einander gegenübergestellt werden, notwendig sind. Aus dieser Definition ergibt sich, dass eine generelle Erhebung bezüglich der Geschlechter aus objektiven Gründen nicht sinnvoll ist.

Ich erwarte von Statistiken und Studien, dass sie einen effektiven Mehrwert ergeben und nicht durch immer mehr Erhebungsmerkmale oder Prüfwerte aufgeweicht werden. Folglich gibt es Studien und Statistiken, bei welchen eine Auswirkung auf die Geschlechter notwendig oder gar zentral sein kann und entsprechend gewichtet werden muss. Deshalb muss diese Fragestellung immer punktuell geklärt sein, aber sicher nicht generell.

Die Motionärin führt zudem ins Feld, dass es technisch mit der AHV-Nummer möglich wäre, einfach an die gewünschten Daten zu kommen. Das ist nicht korrekt, denn seit der Einführung der neuen AHV-Nummer im Jahr 2008 ist kein Rückschluss mehr auf Geschlecht oder Name möglich.

Welche statistischen Erhebungen stehen 2021 an? Im statistischen Jahresprogramm des Bundes wird jeweils ausgewiesen, welche direkten Erhebungen für die ganze Bundesstatistik in einem Jahr geplant sind. Im Jahr 2021 sind es 76 Erhebungen. Ein grosser Teil davon wird mit Daten aus bestehenden Datenquellen kombiniert, sodass nur der Teil abgefragt wird, der wirklich nötig ist.

Sie geben mir sicher recht, dass bei einer Geothermiestatistik, einer Statistik über den grenzquerenden Güterverkehr, einer Arealstatistik, einer Dienstleistungsumsatz-Statistik, einer Treibhausgasstatistik oder einer Leerwohnungsstatistik - um nur ein paar zu nennen - die Prüfung der Auswirkungen auf die Geschlechter wirklich nicht notwendig ist. Hingegen kann bei den geplanten Statistiken zur Gleichstellung von Frau und Mann, bei der Familienzulagenstatistik, bei der Statistik über die Ergänzungsleistungen, bei den eidgenössischen Jugend- und Rekrutenbefragungen oder bei der Erhebung der Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsbildung die Fragestellung in Bezug auf die Auswirkungen berechtigt sein und als Antrag oder Prüfauftrag ausgeführt werden. Sie sehen anhand dieser Beispiele, dass es wirklich nicht zielführend wäre, eine generelle Pflicht einzuführen. Daraus entsteht offensichtlich kein Mehrwert.

Bleiben wir deshalb beim bestehenden Vorgang, wonach punktuelle Fragestellungen definiert, aber ganz bestimmt nicht immer und generell die Auswirkungen auf die Geschlechter geprüft werden sollen. Das wäre eine reine Arbeitsbeschaffung ohne produktiven Inhalt.

Lehnen Sie also diese Motion ab, wie das die Kommissionsminderheit beantragt. Das Anliegen ist nämlich bereits heute in zentralen Fragen umgesetzt.

Berset Alain · BR-M · Conseil fédéral · Fribourg

Cela a été rappelé par les deux rapporteurs de la commission, il s'agit là d'une problématique qui est absolument légitime. Le Conseil fédéral l'a dit et redit, et c'est la raison pour laquelle d'ailleurs beaucoup de choses se font déjà. Il faut avoir, partout où cela est pertinent, des données ventilées par sexe; il faut également des études qui soient complètes sur ce plan pour pouvoir mener une politique d'égalité efficace.

Nous sommes d'avis qu'une partie des demandes formulées dans la motion est déjà mise en oeuvre et qu'une partie reste peut-être à réaliser. Nous sommes prêts à poursuivre le travail. Les données de l'OFS et les études mandatées par le Conseil fédéral remplissent déjà aujourd'hui largement les conditions, et nous sommes prêts - il n'y a pas besoin pour cela d'une motion - à établir un guide spécifique permettant de soutenir les services fédéraux dans ce cadre. Il nous semble que l'on peut pour ce faire se baser sur les outils existants.

Ce qui a conduit le Conseil fédéral à rejeter la motion, c'est que l'étendue de la demande formulée dans la motion, soit le fait d'appliquer systématiquement une perspective de genre, a paru trop vague ou trop vaste, notamment en termes d'organisation et au regard des ressources à disposition. Il ne s'agit pas du tout d'un rejet sur le fond. Cela dit, nous avons constaté que le Conseil des Etats avait adopté cette motion à une majorité assez large, tout comme votre commission.

Si vous deviez l'adopter, j'aimerais vous inviter à accepter la proposition du Conseil fédéral, qui est de procéder au cas par cas - on peut d'ailleurs interpréter la motion dans ce sens - pour examiner où il est nécessaire et pertinent d'apporter des améliorations, et de mener des discussions sur les cas ouverts afin de déterminer ce que nous souhaiterons faire de cette motion.

Aebi Andreas · P-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Die Mehrheit der Kommission beantragt die Annahme der Motion. Eine Minderheit Gutjahr und der Bundesrat beantragen die Ablehnung der Motion.

Vote

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 115 Stimmen

Dagegen ... 69 Stimmen

(5 Enthaltungen)