19.463

Réaliser un programme Jeunesse et Alimentation

Huber Alois · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Es ist sicher richtig, jungen Menschen den Verzehr von Produkten aus unserer Region schmackhaft zu machen. Es ist aber nicht richtig und zielführend, wenn mit staatlichen Massnahmen das Essverhalten unserer Jugend gelenkt werden soll. Eine gesunde Ernährung ist schon in frühester Kindheit sehr wichtig und Aufgabe des Elternhauses und nicht des Staates.

Mit Artikel 118 der Bundesverfassung, "Schutz der Gesundheit", und mit Artikel 24 im Lebensmittelgesetz besteht heute schon die Möglichkeit, Einfluss auf die Ernährung unserer Kinder zu nehmen. Mit der Einführung des Lehrplans 21 wurden Fächer wie Hauswirtschaft, die Kochen und Ernährung beinhalten, in vielen Kantonen auf das Minimum reduziert oder sogar abgeschafft. Mit der parlamentarischen Initiative 19.463 soll nun genau dies wieder eingeführt werden. Für die Überführung von Fächern wie Ernährung in den Lehrplan, wie dies die parlamentarische Initiative will, wird sicherlich nicht genügend Platz vorhanden sein, da er schon sehr überfüllt ist. Dies ist mehr als fraglich.

Aus diesen Gründen bitte ich Sie, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.

Locher Benguerel Sandra · Mit-F · Conseil national · Grisons · Groupe socialiste

Die parlamentarische Initiative Wehrli fordert die Schaffung eines Programms zu Jugend und Ernährung. Sie wurde im Juni 2019 eingereicht. In der Folge gab ihr die WBK-N Folge, die ständerätliche Schwesterkommission hingegen im Januar 2020 nicht. Deshalb hat sich die WBK-N erneut damit befasst und hat mit 12 zu 12 Stimmen mit Stichentscheid des Präsidenten ihren Entscheid bestätigt, der Initiative Folge zu geben. Dabei hat sie an ihrer Sitzung eine breite Auslegeordnung zur Thematik Jugend und Ernährung vorgenommen, indem verschiedene Organisationen aus diesem Bereich angehört wurden, welche allesamt die Stossrichtung der Initiative unterstützen.

Aus folgenden Gründen spricht sich die Kommissionsmehrheit weiterhin für diese parlamentarische Initiative aus.

1. Gesetzliche Grundlagen: Mit Artikel 118 der Bundesverfassung, "Schutz der Gesundheit", und mit Artikel 24 des Lebensmittelgesetzes, "Information der Öffentlichkeit", besteht die rechtliche Basis für die Lancierung eines solchen Programms. Der Initiant regt an zu prüfen, ob ein Programm zu Jugend und Ernährung mit einem neuen Artikel in der Bundesverfassung verankert werden kann, analog zu den Programmen zu Jugend und Kultur und zu Jugend und Sport.

2. Je früher, desto wirkungsvoller: Im Kindes- und Jugendalter sind präventive und gesundheitsfördernde Massnahmen so wirksam und nachhaltig wie in keiner anderen Lebensphase. Was Kinder essen, hat Auswirkungen auf ihr ganzes Leben. Dabei zeigen neue Studien, dass die Ernährung in den ersten Lebensjahren für spätere altersbedingte Erkrankungen verantwortlich sein kann. Wirtschaftlich betrachtet kann auch gesagt werden, dass die Ernährung unserer Jugend die Gesundheitskosten der Zukunft mitbestimmt.

3. Ernährungskompetenzen sind Lebenskompetenzen: Jedes sechste Schulkind ist übergewichtig. Dabei besteht gemäss Gesundheitsförderung Schweiz am meisten Handlungsbedarf bei den Jugendlichen. Um sich im heutigen verwirrenden Überangebot zu orientieren und sich ausgewogen zu ernähren, sind Ernährungskompetenzen unabdingbar. Diese Skills sollen Kinder und Jugendliche mit Unterstützung ihres gesamten Umfelds erlernen können. Dabei bilden gemäss Education 21 die Lehrpläne eine sehr gute Basis. Was es noch braucht, ist eine handlungsorientiertere Umsetzung, und diese könnte mit der vorliegenden parlamentarischen Initiative erreicht werden. Ernährungsfragen sind zudem unmittelbar mit Wertschöpfungsketten und Konsumentinnenfragen verbunden. Die Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung bei Kindern und Jugendlichen kann somit eine wichtige Grundlage für die Lebenskompetenz darstellen.

4. Fokus auf Regionalität und Nachhaltigkeit: Die parlamentarische Initiative hat einen starken Fokus auf Regionalität und somit auf die landwirtschaftliche Produktion. Damit ist ein Fokus darauf gerichtet, dass der natürliche Ursprung der Lebensmittel betont wird. Deshalb unterstützt beispielsweise auch der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband diese parlamentarische Initiative, denn das Vermitteln der Kenntnisse einer gesunden, saisonalen und regionalen Ernährung liegt auch im Urinteresse der Landwirtschaft.

5. Umsetzung der parlamentarischen Initiative: Primäres Ziel der parlamentarischen Initiative ist es, die bereits aktiven Akteure und ihre getroffenen Massnahmen auf Ebene des Bundes, aber auch über die Gesundheitsförderung Schweiz oder über den Sport, untereinander und mit privaten Unternehmungen und Stiftungen noch besser zu koordinieren. Dabei soll die bewährte kantonale Schulhoheit klar gewahrt werden. Zudem ist der von der parlamentarischen Initiative vorgeschlagene Weg zielführend, wenn er auch vorschulische und ausserschulische Aktivitäten integriert und Kinder aus allen Bevölkerungsgruppen erreicht.

Zum Schluss bitte ich Sie im Namen der Kommissionsmehrheit, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben.

Rüegger Monika · Mit-F · Conseil national · Obwald · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Liebe Kollegin Locher, eigentlich klingt das ganze Anliegen natürlich sehr sympathisch, das finde ich auch. Vor allem dürfte man in den Schulen natürlich nicht den Kochunterricht abschaffen oder reduzieren. Was mich aber wirklich irritiert, ist das Schreiben, das wir heute alle auf unseren Pulten hatten. Es ist ein Appell von Schweizer Spitzenköchinnen - auch das klingt noch ganz gut. Darin lese ich dann aber, dass es der parlamentarischen Initiative Wehrli darum gehe, krebserregende Produkte und Methoden und die Verursachung anderer Krankheiten zu verringern, und vor allem sollen keine verseuchten Böden hinterlassen werden. (Zwischenruf der Vizepräsidentin: Ihre Frage bitte!) Hat die Kommission auch besprochen, welche Absichten wirklich hinter der parlamentarischen Initiative stehen? Die Verseuchung von Böden zu bekämpfen, ist doch eine ganz andere Absicht.

Locher Benguerel Sandra · Mit-F · Conseil national · Grisons · Groupe socialiste

Geschätzte Frau Rüegger, wir haben uns in der Kommission sehr intensiv mit Ernährungsfragen befasst, mit dem genannten Schreiben jedoch nicht. Wir haben verschiedene Institutionen angehört. Diese unterstützen alle Stossrichtungen dieser parlamentarischen Initiative.

Zum Schreiben kann ich mich nicht äussern, weil wir darüber nicht diskutiert haben. Ich kann Ihnen aber sagen, dass es auch ein Ziel der parlamentarischen Initiative ist, die Nachhaltigkeit in der Ernährung sowie die Biodiversität zu fördern.

de Montmollin Simone · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe libéral-radical

L'objectif de cette initiative parlementaire est de réaliser un programme "Jeunesse et Alimentation" inspiré du dispositif existant pour la musique et le sport. Notre commission lui a donné suite une première fois en 2019. En 2020, la commission soeur du Conseil des Etats n'a pas adhéré à cette décision. Le 21 février dernier, après avoir procédé à une série d'auditions durant lesquelles les questions d'opportunité, de nécessité et de répartition des compétences, notamment, ont été examinées, notre commission a décidé de donner suite à l'initiative, avec la voix prépondérante de son président. Elle fonde sa décision principalement sur les constats suivants.

D'abord, le besoin de renforcer la coordination à l'échelle nationale. Au plan fédéral, les instruments de promotion d'une alimentation saine reposent sur l'article 24 de la loi sur les denrées alimentaires ainsi que sur la stratégie suisse de nutrition et son plan d'action national. De nombreuses actions et activités publiques et privées existent, mais on peut observer une mise en oeuvre très variable selon les cantons, une quasi-inexistence de l'éducation nutritionnelle dans les cycles scolaires 1 et 2 et une mise en pratique des enseignements rendue difficile dans le cadre du dispositif scolaire existant relatif à Education21. Renforcer la coordination à l'échelle nationale permettrait donc de favoriser l'implémentation des programmes existants et également d'intégrer les principes de durabilité que revêt l'alimentation.

Deuxièmement, les comportements alimentaires propices à la santé ont peine à s'imposer au sein de la population. Un monitorage mené depuis 2014 par l'institut gfs.bern révèle qu'en 2020 le sentiment d'être bien informé sur les questions alimentaires baisse de manière linéaire, tout comme la proportion de personnes affirmant consommer quatre à cinq portions de fruits ou légumes par jour. Parallèlement, le taux d'obésité augmente dans certaines catégories de sondés, en particulier chez les jeunes du niveau secondaire II. Ce constat nécessite une intervention, car une proportion importante de maladies chroniques non transmissibles pourrait être évitée.

Enfin et troisièmement, les attentes en matière de prévention et d'éducation sont élevées au sein de la population. De l'avis des sondés, ce sont les consommateurs eux-mêmes et leur entourage qui ont le plus d'influence pour agir positivement sur leurs habitudes alimentaires, alors que les interventions de l'Etat sous forme d'interdiction ou de loi recueillent généralement peu d'adhésion.

Le but visé par cette initiative parlementaire répond donc à deux enjeux majeurs.

Premièrement, informer et éduquer dès le plus jeune âge à une alimentation synonyme de santé et de durabilité; deuxièmement, donner une validation institutionnelle aux informations créant le lien entre alimentation et durabilité. Ce point, en effet, est plus important que jamais, plus important que dans d'autres secteurs.

L'alimentation fait l'objet d'un nombre croissant de prescriptions, d'avis, de conseils formulés par des acteurs en tout genre. Une hiérarchisation entre preuve scientifique et opinion publique fait défaut. Alors que le choix de produits régionaux sains, issus d'une production durable n'est possible qu'avec des connaissances de base appropriées, il est indispensable que ces connaissances soient fondées sur des informations scientifiques et vérifiées. C'est la raison pour laquelle l'Union suisse des paysannes et femmes rurales soutient aussi cette initiative parlementaire.

Une minorité de la commission estime que le programme Education21 permet de répondre à l'objectif visé et qu'il faut attendre de pouvoir évaluer ce dernier, car nombre de cantons n'ont pas encore pu le mettre en oeuvre et parce qu'il ne portera ses fruits qu'à l'échelle d'une génération.

Pour la majorité en revanche, un programme "Jeunesse et Alimentation" est un complément justifié à Education21 pour combler les lacunes observées. Il vise à compléter l'offre existante des écoles obligatoires des cantons pour renforcer les mesures dans le cadre préscolaire et extrascolaire auprès de toutes les couches de la population. Il vise aussi à soutenir la coordination des acteurs privés et publics actifs dans les réseaux existants afin de promouvoir la diffusion d'une information scientifique, vérifiée et harmonisée.

Au nom de la majorité de la commission, je vous remercie de donner suite à cette initiative parlementaire, car c'est en renforçant les compétences individuelles permettant de faire des choix adéquats pour une alimentation saine et durable tout au long de la vie que de réelles améliorations seront possibles.

Nicolet Jacques · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Je me permets une question sachant que je fais partie des signataires de cette initiative. Comme de nombreux collègues, j'ai reçu un petit papier sur mon pupitre. Les propos qui y sont tenus sur le but de cette initiative ne correspondent pas au texte de l'initiative. On y lit par exemple l'affirmation suivante: "Peut-on accepter que notre alimentation et ses modes de production soient cancérigènes et sources de maladies quand elles devraient apporter santé et bien-être?" C'est un texte polémique, qui n'est pas contenu dans l'initiative. La commission que vous représentez s'est-elle penchée sur le texte qui nous a été soumis aujourd'hui en plénum? M. Wehrli pourrait-il affirmer se distancier du propos de ce texte? Dans ce cas, je pourrai maintenir mon soutien à l'initiative.

de Montmollin Simone · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe libéral-radical

Je vous remercie, cher collègue. La commission n'a pas été sollicitée au sujet de cette documentation, qui nous a été remise aujourd'hui. Il s'agit d'un groupe constitué pour l'occasion, que nous ne connaissions pas avant.

La commission s'est posé la question de la validation des informations véhiculées dans le cadre des programmes visant une alimentation saine et durable et a constaté le déficit de validation scientifique des informations transmises. Il est nécessaire de pouvoir harmoniser, à l'échelle nationale, une documentation vérifiée, validée et qui ne procède pas de l'opinion, mais d'une justification scientifique.

Wehrli Laurent · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

Pour rassurer mon collègue et cosignataire Jacques Nicolet, cette proposition d'appui est arrivée hier. Je n'ai pas été associé à sa rédaction. C'est un avis visiblement personnel de ceux qui ont signé ce texte. Cela n'enlève rien à l'intérêt d'une telle initiative et d'un tel programme "Jeunesse et Alimentation" justement destinés à mettre en valeur la qualité des produits de l'agriculture suisse et l'alimentation suisse.

Vote

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Die Mehrheit der Kommission beantragt, der Initiative Folge zu geben. Eine Minderheit Huber beantragt, ihr keine Folge zu geben.

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 120 Stimmen

Dagegen ... 66 Stimmen

(6 Enthaltungen)