21.066
Loi Covid-19. Modification (prorogation de certaines dispositions)
Kälin Irène · P-F · Conseil national · Argovie · Groupe des VERT-E-S
Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie
Loi fédérale sur les bases légales des ordonnances du Conseil fédéral visant à surmonter l'épidémie de Covid-19
Art. 1a Abs. 1bis
Antrag der Einigungskonferenz
Streichen
Art. 1a al. 1bis
Proposition de la conférence de conciliation
Biffer
Art. 3 Abs. 8
Antrag der Einigungskonferenz
Zur Stärkung der durch die Covid-Krise beanspruchten Gesundheitsversorgung finanzieren die Kantone die zur Abdeckung von Auslastungsspitzen nötigen Vorhalteleistungen. Die Kantone definieren die nötigen Kapazitäten in Absprache mit dem Bund.
Art. 3 al. 8
Proposition de la conférence de conciliation
Afin de renforcer les services de santé sollicités par la crise Covid, les cantons financent les réserves de capacités nécessaires pour affronter les pics d'activité. Ils définissent les capacités nécessaires en accord avec la Confédération.
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Der Antrag der Einigungskonferenz wurde heute Morgen vom Ständerat angenommen.
Hess Lorenz · Mit-M · Conseil national · Berne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Die Einigungskonferenz hat heute Morgen stattgefunden und unterbreitet Ihnen bezüglich der Änderungen im Covid-19-Gesetz folgende Anträge zur Bereinigung; es geht um zwei Punkte.
Der erste Punkt betrifft die Offenlegung der Verträge, die der Bund mit den Herstellern von Impfstoffen abschliesst. Die Einigungskonferenz ist zum Schluss gekommen, dass genügend Transparenz herrscht und dass die gesetzlichen Grundlagen genügen, um Einsicht in diese Verträge zu haben. Sie schlägt Ihnen deshalb vor, hier dem Ständerat zu folgen und diesen Passus zu streichen.
Der zweite Punkt, der noch geblieben ist, betrifft die Stärkung des Gesundheitswesens. Konkret sprechen wir von Artikel 3 Absätze 8 und 9, wo wir faktisch drei Möglichkeiten zur Auswahl hatten. Die eine war der Beschluss des Ständerates auf Streichung. Dann hatten wir einen in die Einigungskonferenz eingebrachten Alternativvorschlag zu behandeln. Schliesslich bestand auch noch das Anliegen aus dem Nationalrat, wonach dem Bund tatsächlich weitgehende Kompetenzen zur Beeinflussung und Steuerung in den Kantonen gegeben werden sollten.
Letztlich hat sich die Einigungskonferenz für den neuen Absatz entschieden, den Sie auf Seite 13 Ihrer Fahne finden und der eine Abänderung des ursprünglich vom Nationalrat gemachten Vorschlages darstellt. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die Kompetenzen betreffend die Zuständigkeiten im Gesundheitswesen nicht verschoben werden. Es war der Einigungskonferenz sehr wichtig, dass wir in diesem Gesetz, das zwar nur noch ein Jahr gültig sein wird, die Kompetenzordnung nicht ändern, die im Gesundheitswesen klar definiert ist, was die Rolle der Kantone und jene des Bundes anbelangt.
Deshalb lautet die Formulierung, gerade was die Kapazitätsplanung anbelangt, eben nicht mehr wie ursprünglich vom Nationalrat vorgesehen: "Er [der Bund] definiert [...] die Kapazitäten", sondern - Sie sehen das im Antragstext der Einigungskonferenz -: "Die Kantone definieren [...] in Absprache mit dem Bund". So werden also, wie gesagt, die Kompetenzen gewahrt. Die Einigungskonferenz schlägt Ihnen hier vor, einen neuen Absatz 8 einzufügen.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt - das ist der Systematik in der Darstellung und Niederschreibung des Gesetzes geschuldet -, dass diese Bestimmung dann nicht mehr in Artikel 3 Absätze 8 und 9 stehen wird, sondern in Artikel 3 Absatz 4bis. So wird das am Schluss im Gesetz stehen. Das hat aber keine materiellen Änderungen zur Folge und entspricht dem Antrag, den die Einigungskonferenz Ihnen hier unterbreitet.
Maillard Pierre-Yves · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe socialiste
Il nous restait deux divergences dans la loi Covid-19. La première se trouvait à l'article 1a alinéa 1bis, au sujet de la publication des contrats pour les produits de vaccination. Cette divergence a été réglée par un ralliement de la conférence de conciliation à la version du Conseil des Etats, qui proposait de biffer cet alinéa. L'argument est que le droit en vigueur règle la question de la transparence de ces documents. De nombreuses demandes sont déjà arrivées et seront traitées selon le droit en vigueur. Les membres de notre conseil nous représentant au sein de la conférence de conciliation ont fait un pas vers le Conseil des Etats en vous proposant de biffer cet alinéa. Cette décision a été prise à la quasi-unanimité.
Ensuite, il restait cet article 3 alinéa 8 sur les capacités sanitaires. Il est évident que cette crise met en jeu les capacités hospitalières, particulièrement les capacités de soins intensifs. Depuis le début de cette crise, nous faisons tout pour éviter une saturation du système hospitalier. Il y a donc un enjeu entre les restrictions liées à la circulation du virus, les restrictions aux libertés - économiques et de mouvement - et le renforcement des systèmes de santé et particulièrement des systèmes hospitaliers de soins intensifs. Plus nous renforçons le système hospitalier, moins nous avons à prendre de mesures limitant les libertés de chacune et chacun.
C'est la raison pour laquelle notre conseil a essayé de trouver une solution pour que ce renforcement ait enfin lieu. Le Conseil fédéral s'est opposé à jouer un rôle décisif dans cette affaire. Le Conseil des Etats avait suivi le Conseil fédéral. Dans la conférence de conciliation, nous avons trouvé un compromis prévoyant que le Conseil fédéral garde un rôle, un rôle de coordination. Il s'implique dans la discussion avec les cantons, mais l'exigence est clairement formulée à l'égard des cantons. Cette exigence doit être très claire: il s'agit de financer a priori des capacités de réserve, ou autrement dit des surcapacités pendant une partie de l'année, pour qu'au moment où les vagues de croissance d'activités arrivent, ces services de soins intensifs puissent gérer ces vagues sans épuiser le personnel, sans compter systématiquement sur des heures supplémentaires, des nuits supplémentaires, qui finalement l'épuisent et finissent par faire partir le personnel de ces soins intensifs.
C'est la raison pour laquelle il s'agit de demander aux cantons de manière très claire d'apporter un financement complémentaire au système de financement pour préfinancer des capacités supplémentaires permettant de gérer les pics d'activité. C'est le seul moyen que nous aurons d'affronter les prochaines vagues qui, hélas, viendront probablement. Si elles ne viennent pas, tant mieux, mais si elles doivent venir, il faut que notre système hospitalier soit davantage prêt. Evidemment cela n'annule pas les autres mandats donnés aux hôpitaux, les autres responsabilités déjà données aux hôpitaux dans le cadre de leurs activités standards. Il s'agit ici de régler le problème des surcapacités nécessaires pour gérer la crise du Covid-19 et les vagues successives qu'elle provoque.
Merci donc d'accepter le résultat des travaux de la conférence de conciliation et de voter cette modification de la loi Covid-19 telle qu'elle vous est proposée.
Kälin Irène · P-F · Conseil national · Argovie · Groupe des VERT-E-S
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Das Wort für eine Erklärung im Namen der sozialdemokratischen Fraktion hat Herr Wermuth.
Wermuth Cédric · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste
Die sozialdemokratische Fraktion wird dieser Vorlage selbstverständlich zustimmen. Ich möchte aber doch die Gelegenheit nutzen, um darauf hinzuweisen, wie kritisch, um es noch nett auszudrücken, die aktuelle Situation ist. Wir haben in den letzten Tagen mit Menschen, die im Gesundheitswesen, auf den Intensivstationen, arbeiten, gesprochen. Sie sind ausgelaugt, entnervt und am Ende. Wir haben jetzt in dieser Pandemie schon schätzungsweise 15 Prozent Intensivpflegerinnen und Intensivpfleger verloren, und die Rate nimmt jeden Tag massiv zu. Was jetzt auf dem Spiel steht, ist die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit unseres Gesundheitswesens - generell, nicht nur für diesen Winter, sondern für die sechste, siebte oder achte Welle.
Wir müssen Ihnen sagen: Wir stehen zusammen mit dem Personal des Gesundheitswesens etwas fassungslos vor einem politischen System, das seine Verantwortung nicht wahrnimmt, das sehenden Auges in eine fünfte Welle hineingeraten ist. Diese organisierte Verantwortungslosigkeit in den letzten Wochen hat nicht dazu geführt, dass sich die Verantwortung in Luft auflöst, sondern wir haben sie an die Front, in die Intensivstationen delegiert. Die Triagen haben bereits begonnen. Diese Menschen müssen das Versagen der Politik jetzt ausbaden. Das ist es, was Familien und Gesellschaften in den nächsten Tagen spalten wird.
Wir stehen etwas fassungslos vor den Antworten der Kantone, gewisser Kantone zumindest, und ihren Handlungen hinsichtlich der Konsultation des Bundes. Wo sind in den letzten zwanzig Monaten die Massnahmen geblieben, um die Arbeitsbedingungen des Personals zu verbessern? Wo sind die systematischen Tests an den Schulen geblieben? Als Vater schulpflichtiger Kinder verstehe ich manchmal die Welt nicht mehr. Wo ist die Booster-Offensive geblieben, das Einzige, was uns jetzt in der Hochphase der Deltawelle und wenn Omikron zur dominanten Welle wird, schützen würde?
Ich muss Ihnen an Ihren Pulten - und es ist auch an die Kantone gerichtet - in aller Deutlichkeit sagen: Viele Kantone haben ihren Job gemacht, andere nicht. Machen Sie es jetzt endlich! Sorgen Sie dafür, dass die nötigen Massnahmen ergriffen werden. Wir möchten auch den Bundesrat auffordern, morgen in aller Entschiedenheit die nötigen Massnahmen zu ergreifen und - ich sage das offen - sich auch über die Meinung der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit dieses Rates hinwegzusetzen, die einmal mehr ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist und primär blockiert, anstatt den Bundesrat und das Parlament in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Wir fordern weiter vom Bundesrat, seine Blockade der internationalen Impfpolitik aufzugeben. Er soll sich dafür einsetzen, dass das Ziel, die Impfstoffe überall auf der Welt ankommen zu lassen, endlich höher gewichtet wird als die Profite der Pharmaindustrie in diesem Land. Und wir bitten den Bundesrat, dafür zu sorgen, dass die Menschen in diesem Land, die jetzt erneut in ökonomische Schwierigkeiten kommen, endlich geschützt werden. Das ist eine zentrale Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit dieser Politik.
Ich weiss, nicht alle von Ihnen haben Freude, dass wir diesen Moment genutzt haben, um unsere Kritik an der Corona-Politik anzubringen; und ich hoffe mit Ihnen, Herr Wasserfallen, dass wir in zehn Tagen mit unseren Familien unter dem Weihnachtsbaum sitzen und über das, was ich hier gesagt habe, lachen können - dann nämlich, wenn das Szenario, das ich befürchte, nicht eingetreten ist. Genau das ist unser Wunsch.
Wir hoffen alle, dass wir gut aus dieser Situation herauskommen. Dafür brauchen wir die gesamte Bevölkerung. Wir möchten uns bei den Menschen in diesem Land ganz herzlich bedanken, dass sie jetzt ihre Eigenverantwortung wahrnehmen, dass sie Abstand halten, dass sie lüften, dass sie auf unnötige Kontakte verzichten und ihren Beitrag leisten.
Ich danke dem Parlament für seine Arbeit, dass es die Wirtschaftshilfen, die jetzt nötig sind, im Sinne der Sozialdemokratischen Partei weitergetragen hat, und wir wünschen Ihnen allen ganz schöne Weihnachten. Ich verspreche Ihnen dafür, Kolleginnen und Kollegen der freisinnigen Fraktion: Sie haben sich eine Fraktionserklärung am Freitag erspart, Sie werden früher nachhause gehen können.
Kälin Irène · P-F · Conseil national · Argovie · Groupe des VERT-E-S
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Herr Bundesrat Berset verzichtet auf ein Votum.
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Einigungskonferenz ... 138 Stimmen
Dagegen ... 49 Stimmen
(1 Enthaltung)