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Mettre les cadres supérieurs de l'administration fédérale en contact avec la pratique
Bircher Martina · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Die Motion stammt noch aus der Corona-Zeit. Wie oft haben wir uns ob der teilweise unlogischen Massnahmen gewundert? So war es erlaubt, ein Velokörbli zu kaufen, während das Regal mit den Velohelmen abgesperrt war. Wir durften am Sonntag in einer Bäckerei kein Gipfeli kaufen, aber dafür am Tisch in der Bäckerei Kaffee und Gipfeli zu uns nehmen, weil das als Café galt. Ich könnte Ihnen jetzt noch x solche unlogischen Beispiele aufzählen. Und was zeigen uns diese Beispiele? Diese Massnahmen wurden in irgendeiner Amtsstube von Theoretikern entworfen. Praxisbezug? Fehlanzeige!
In der Privatwirtschaft werden Kader- und Topkaderleute immer öfter in andere Branchen in die Praxis geschickt, um sie vor Ort für die einfachen Berufe zu sensibilisieren. Warum also nicht auch das Topkader der Bundesverwaltung einmal im Jahr für eine Woche in die Praxis schicken? Schliesslich sind es die Bäcker, die Pfleger, die Chauffeure, die Köche oder auch die Bauarbeiter und viele mehr, die unser Land aufrechterhalten.
Ich bitte Sie darum, meine Motion anzunehmen.
Maurer Ueli · BR-M · Conseil fédéral · Zurich
Wenn wir auf die Corona-Zeit zurückblicken: Es sind tatsächlich Vorschriften entstanden und interpretiert worden, die man nicht mehr nachvollziehen konnte. Jetzt ist diese Zeit glücklicherweise vorbei. Ich bin der Meinung, dass wir auch daraus gelernt haben.
Es ist aber nicht so, dass alle Mitarbeitenden der Bundesverwaltung nicht aus der Praxis kommen und ohne Bezug zur Praxis am grünen Tisch entscheiden. Der Bezug zur Praxis ist tatsächlich ausserordentlich wichtig.
Ich bitte Sie, die Motion nicht anzunehmen, damit wir keine definitive und feste Verpflichtung haben. Ich kann Ihnen sagen, wie wir das in meinem Departement und auch andernorts regeln: Wir haben mindestens festgelegt, dass alle Kader einmal das Bundesamt wechseln, dass also der Steuermensch einmal in die Finanzverwaltung geht und umgekehrt oder zum Zoll und dort eine Woche mit den Grenzwächtern unterwegs ist. Diese Durchlässigkeit haben wir. Das hat in unserem Departement schon sehr viel Verständnis ausgelöst. Man weiss dann, was andere machen und wie das abläuft. Ich glaube, dass das eher der Weg ist, den wir gehen müssen, um hier den Praxisbezug zu pflegen.
Ich kann Ihnen auch versichern, dass wir sehr oft Kontakt mit der Privatwirtschaft haben, die Anliegen an uns heranträgt. Wir sind eigentlich immer offen, um ihre Anliegen entsprechend aufzunehmen und Verbesserungen herbeizuführen.
Ich glaube nicht, dass die Motion eine wesentliche Verbesserung bringen würde. Eine Motion verlangt ja auch, dass wir das quasi auf Gesetzesstufe festlegen. Das ist aus unserer Sicht nicht notwendig. Aber das Anliegen, wonach die Verwaltung die Praxis kennen muss, teilen wir durchaus. Man könnte es auch umgekehrt sagen: Vielleicht müssten auch einmal die Leute aus der Praxis in die Verwaltung kommen! Denn sehr oft werden Einzelanliegen eingebracht, die im konkreten Fall verständlich sind. Aber wenn Sie hundert Anliegen betrachten, sehen Sie, wie sich diese diametral entgegenstehen können. Da widerspricht man sich dann.
Das gegenseitige Verständnis ist tatsächlich wichtig. Das ist aber keine Einladung, dass Sie uns viele Leute in die Verwaltung schicken. Aber ein Sich-besser-Kennenlernen, der Austausch und der Dialog scheinen mir tatsächlich wichtig zu sein. Das hilft, vernünftige Lösungen zu finden. Immer dann, wenn wir nicht sicher sind - das ist meine Feststellung -, verstecken wir uns hinter Verordnungen und versuchen, etwas Neues und Kreatives zu machen, das dann mehr Bürokratie bringt. Etwas mehr Dialog hilft wahrscheinlich beiden Seiten.
Ihr Anliegen, Frau Bircher, teilen wir durchaus. Aber ich glaube, es ist nicht notwendig, ein Gesetz daraus zu machen.
Vote
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 56 Stimmen
Dagegen ... 138 Stimmen
(0 Enthaltungen)