22.4552
Renforcement de la vente directe
Page Pierre-André · 2VP-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Président (Page Pierre-André, deuxième vice-président): La motion Schneider Meret a été reprise par Mme Kälin.
Kälin Irène · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe des VERT-E-S
Immer mehr Bauernfamilien diversifizieren ihre Betriebe und suchen Wege, bessere Preise für ihre Produkte zu erzielen und die Wertschöpfung auf dem Hof zu erhöhen. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten legen Wert auf regionale und rückverfolgbare Produkte. Sie wollen wissen, wo der Apfel wuchs und wo das Rind weidete, die im Einkaufskorb und dann auf dem Teller landen. Das hat auch der Bundesrat erkannt.
In seinem Bericht zur zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik betont der Bundesrat die Bedeutung der Direktvermarktung für einen nachhaltigen Konsum. Dazu schreibt er unter anderem und sehr treffend: "Bei kurzen Versorgungsketten gelangen regionale Lebensmittel möglichst direkt von den Produzentinnen und Produzenten zu den Konsumentinnen und Konsumenten. Damit kann die Landwirtschaft ihren Absatz diversifizieren und zusätzliche Wertschöpfung generieren. Aufgrund der Nähe zur Konsumentin und zum Konsumenten schafft diese Aktivität gegenseitiges Vertrauen und Verständnis, und es kann innovativ und flexibel auf die Konsumentenbedürfnisse reagiert werden. Zudem schaffen kurze Versorgungswege eine Verbindung zwischen Produktion und Konsum. Vorteile vom Direktverkauf für Konsumentinnen und Konsumenten sind die Rückverfolgbarkeit der Produkte, Information über die Produktionsart, keine Normierung der Produkte, Lokalität von Sorten und Vielfalt, transparente Margen, Saisonalität und wenig verarbeitete Lebensmittel sowie reduzierter Treibstoffverbrauch für den Transport."
Ja, treffender könnte man das nicht beschreiben. Ja, vieles spricht für die Direktvermarktung, und zwar für die Bauernfamilien als Produzenten genauso wie für die Konsumentinnen und die Umwelt. Eigentlich spricht alles dafür und nichts dagegen, denn die Direktvermarktung minimiert zusätzliche Umweltkosten, Transportwege, Food Waste und Energieverluste im Prozess der Verarbeitung. Das sind alles gute Gründe, die Direktvermarktung stärker zu fördern, als es aktuell vorgesehen ist.
Denn obwohl das Interesse an mehr Direktvermarktung vorhanden ist, ist der Anteil der Betriebe mit Direktvermarktung mit 26 Prozent noch immer relativ gering. Über alles gesehen liegt der Anteil der Direktvermarktung nach Schätzungen des Schweizer Bauernverbandes bei weniger als 5 Prozent des Gesamtmarkts. Gründe, die für diesen tiefen Anteil genannt werden, sind primär hohe Investitionskosten, ein hoher Arbeitsaufwand sowie Hürden bürokratischer Art wie Nährwertangaben, für die regelmässig Proben ins Labor geschickt werden müssen, was wiederum Kosten generiert. Im Sinne einer Förderung und Stärkung der Direktvermarktung wäre es daher wichtig, Anreize zu verstärken und Einstiegshürden baulicher und bürokratischer Art weitestmöglich auszuräumen, um Bauernfamilien den Einstieg zu erleichtern und zu einem nachhaltigen Einkaufsverhalten beizutragen.
Genau das will die Motion. Sie fordert Massnahmen, die den Einstieg für Bäuerinnen und Bauern in die Direktvermarktung vereinfachen. Denkbar wären finanzielle Anreize, die Erschliessung von Absatzkanälen wie öffentliche Verpflegungseinrichtungen oder der Abbau von Hürden in Bezug auf lebensmittelrechtliche Anforderungen bei der Nährwertangabe, die ein unverhältnismässiges Mass an Bürokratie mit sich bringen.
Ich danke Ihnen, wenn Sie die Direktvermarktung und die kurzen Wege stärken.
Parmelin Guy · BR-M · Conseil fédéral · Vaud
La présente motion vise à charger le Conseil fédéral de prendre des mesures afin d'aider les agriculteurs à se lancer dans la vente directe. Malgré un chiffre d'affaires encore assez faible, la vente directe joue un rôle de plus en plus important dans l'agriculture. La part d'exploitations actives dans la vente directe est passée de 12 pour cent en 2010 à plus d'un quart - 26 pour cent - en 2020. Le Conseil fédéral reconnaît la valeur de ce type de distribution. Elle permet non seulement de resserrer les liens entre les consommateurs et les producteurs, mais aussi de renforcer la compréhension et la confiance mutuelles.
Le Conseil fédéral a déjà abordé cette question de la vente directe et des circuits courts de distribution dans son rapport du 22 juin 2022 en réponse au postulat 21.3015, "Orientation future de la politique agricole. Complément au mandat du Conseil fédéral". Ce rapport établit que les conditions-cadres et les bases légales sont réunies afin que la promotion et le soutien des activités dans le domaine de la vente directe puissent se développer. La Confédération peut déjà encourager la vente directe et la commercialisation régionale de produits à l'aide de divers instruments de politique agricole, tels que les améliorations structurelles, la promotion des ventes, la promotion de la qualité et de la durabilité dans le secteur agroalimentaire et la vulgarisation agricole.
D'autres mesures possibles afin d'améliorer le soutien à la vente directe seront également examinées dans le cadre du développement de la politique agricole. La motion 22.4251 de la Commission de l'économie et des redevances du Conseil des Etats charge en effet le Conseil fédéral de concrétiser la proposition de ligne stratégique formulée dans le rapport intitulé "Orientation future de la politique agricole" du 22 juin 2022 et de soumettre un message au Parlement à ce sujet au plus tard fin 2027. Bref, les bases légales nécessaires au soutien de la vente directe existent déjà. En outre, cela pourra être examiné dans le cadre du développement de la future politique agricole.
Pour toutes ces raisons, le Conseil fédéral vous propose de ne pas accepter cette motion.
Vote
Président (Page Pierre-André, deuxième vice-président): Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 150 Stimmen
Dagegen ... 35 Stimmen
(6 Enthaltungen)