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Stratégie énergétique 2050. Test de résistance en cas de fluctuations

Egger Mike · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Gemäss Energiestrategie 2050 sollen Fotovoltaik und Windkraft bis ins Jahr 2050 die halbe Stromproduktion sicherstellen. Die Herausforderung dabei sind sicher die erheblichen Schwankungen bei der Stromproduktion, vor allem in den Wintermonaten. In den Wintermonaten sind die Produktionsschwankungen bei Fotovoltaik- und Solaranlagen sogar zwei- bis dreimal höher als in den Sommermonaten. Das führt dann zu entsprechenden Minderleistungen. Die Gründe dafür sind eine geringere Sonneneinstrahlung, der Neigungswinkel der Sonne, generell schlechtere Wetterbedingungen, die Temperaturunterschiede sowie die Schneeabdeckungen, welche wir im Winter eben haben. Darüber hinaus wird wegen der Zunahme der Wärmepumpen und Elektromobilität in Zukunft sicherlich auch der Verbrauch im Winter stärker ausfallen. Natürlich hängt die genaue Prognose des Anstiegs des Stromverbrauchs in der Schweiz bis 2050 aufgrund der Zunahme bei Elektromobilität und Wärmepumpen von verschiedenen Faktoren ab, auch von politischen Massnahmen, welche wir hier drin beschliessen, von den technologischen Entwicklungen und natürlich von der Akzeptanz der neuen Technologien bei den Konsumentinnen und Konsumenten.

Wie bereits erwähnt, führen der Umstieg auf Elektromobilität und auch die Nutzung von Wärmepumpen zu einem höheren Stromverbrauch. Das sind alles gute Sachen, aber grundsätzlich muss hier einfach festgehalten werden, dass wir bis ins Jahr 2050 einen Anstieg um rund 10 bis 25 Terawattstunden erwarten. Das muss irgendwie bewältigt werden; dafür braucht es entsprechende Szenarien. Es ist wichtig, zu beachten, dass diese Schätzungen natürlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden können. Darunter sind die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung, Innovationen, die politische Unterstützung und die Entwicklung der Energieeffizienz. Zudem zeigt die aktuelle Situation drastisch, dass Strom- und Gasimporte in die Schweiz eben unsicher sein können, sofern die Nachbarländer selbst unter Knappheit leiden.

Um eine sichere und ausreichende Energieversorgung jederzeit zu gewährleisten, muss der Bund deshalb wissen, wie sich die Angebots- und die Nachfrageseite in Stressjahren verhalten. Eine stochastische Modellierung aller relevanten Angebots- und Nachfragekategorien unter Einbeziehung von Abhängigkeiten in stündlicher Auflösung ist aus unserer Sicht dafür wichtig. Dazu soll eben ein Fachbericht erstellt werden, damit wir wissen, was auf uns zukommt, wenn wir uns in solchen Stressjahren befinden.

Ich bitte Sie aus diesen Gründen, meinem Postulat zuzustimmen.

Rösti Albert · BR-M · Conseil fédéral · Berne

Ich bin mit dem Postulanten, Nationalrat Egger, einverstanden, wenn er sagt, dass Stresstests sehr wichtig sind. Das Energiesystem muss nämlich nicht nur unter Normalbedingungen zuverlässig funktionieren, sondern auch Extremsituationen standhalten. Solche Stresstests gibt das Bundesamt für Energie regelmässig in Auftrag.

Mit den systemischen Analysen zur kurz-, mittel- und langfristigen Versorgungssicherheit, den sogenannten System-Adequacy-Studien, verfügt der Bund über solche Stresstestszenarien. Das Bundesamt für Energie hat 2022 System-Adequacy-Analysen sowohl für die Mittel- und Langfristbetrachtung als auch für die Kurzfristbetrachtung durchgeführt. Auch die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) führt Studien zur System Adequacy durch. Diese Analysen werden in der Regel alle zwei Jahre durchgeführt, jetzt dann wieder im kommenden Frühjahr.

Die Elcom plant eine neue System-Adequacy-Studie, wie gesagt, für nächstes Jahr. Und das Bundesamt für Energie bereitet, das habe ich vorhin gesagt, zurzeit die Aktualisierung der Energieperspektiven für die längerfristige Entwicklung vor. Wir haben also die Angaben sowohl für die kurze als auch für die lange Frist. Die Energieszenarien sollen, wie gesagt, 2027 vorliegen. Von der Elcom erwarten wir die kurzfristigen Massnahmen auf nächstes Jahr.

Insofern bin ich auch hier der Meinung, dass das Anliegen durchaus berechtigt ist, zumal die letzte Studie schon zwei Jahre zurückliegt. Wir haben reagiert und arbeiten gemeinsam daran. Von daher kann man das Postulat ablehnen und es als erfüllt oder als in Erfüllung befindlich betrachten.

Vote

Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 65 Stimmen

Dagegen ... 127 Stimmen

(0 Enthaltungen)