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Stratégie énergétique 2050. Nouveau rapport technique pour un approvisionnement en électricité sûr et économique

Egger Mike · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Gemäss Artikel 89 Absatz 1 der Bundesverfassung sorgen Bund und Kantone für eine ausreichende, breit gefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung. In den Energieperspektiven 2050 plus wird unter einer Reihe von Annahmen dargelegt, wie bei durchschnittlicher Stromproduktion und durchschnittlichem Energieverbrauch die Versorgung sichergestellt ist. Die Produktionsschwankungen bei Fotovoltaik- und Windanlagen können aber zu massiven Mindererzeugungen im Winter führen. Auch der Verbrauch erhöht sich wegen zunehmend mehr Wärmepumpen und Elektromobilität. Aufgrund dieser Schwankungen und aufgrund der fehlerhaften Annahmen in der Energiestrategie 2050 wird die Schweiz immer mehr von Stromimporten abhängig. Das zeigt auch der Blick in die Statistik ganz klar: Von 1980 bis 2001 mussten wir in 8 Winterhalbjahren Strom importieren, von 2001 bis 2022 war das bereits in 19 Wintermonaten der Fall.

Die Situation in den letzten Jahren hat gezeigt, wie volatil und unsicher die Strom- und Gasimporte sein können, wenn Nachbarländer selber unter Knappheit leiden. In Notsituationen zeigt sich einmal mehr, dass jedes Land zuerst für sich selber schaut. Um jederzeit eine ausreichende Energieversorgung zu gewährleisten, muss der Bund deshalb wissen, wie sich Angebot und Nachfrage unter Schwankungen verhalten. Eine systematische Modellierung aller relevanten Angebots- und Nachfragekategorien unter Einbeziehung von Abhängigkeiten ist dafür ein enorm wichtiges Instrument. Dies hat mehrere Gründe. Erstens geht es sicherlich um die Versorgungssicherheit. Die Modellierung hilft, einen entsprechenden Überblick zu erhalten. Zweitens geht es um die Nachhaltigkeit in der Energiewende. Auch dort können Modellierungen helfen, zu verstehen, wie man das Ganze planen muss. Bezüglich der Netzstabilität bringen solche Modelle entsprechende Vorteile. Die Kostenoptimierung kann besser abgebildet werden, das Krisenmanagement - wann was getan werden muss - kann besser abgeleitet werden.

Am Schluss ist eine solche Modellierung auch eine Entscheidungsgrundlage für uns in der Politik. Ich denke, darum wäre es sinnvoll, wenn wir hier eine gute Auslegeordnung machen, diese Fragen durcharbeiten und einen Bericht dazu erhalten würden.

Ich bitte Sie somit, mein Postulat anzunehmen.

Rösti Albert · BR-M · Conseil fédéral · Berne

Mit dem Postulat soll der Bundesrat beauftragt werden, einen neuen Fachbericht zur Energiestrategie 2050 in Auftrag zu geben. Gestützt auf vorgegebene Annahmen soll der Fachbericht anhand eines Modells prüfen, ob eine ausreichende Energieversorgung bis 2050 jederzeit gewährleistet ist.

Mit den verschiedenen Szenarien der Energieperspektiven verfügt der Bund bereits über eine aktuelle, breit abgestützte und robuste Grundlage für die langfristige Energie- und Klimapolitik. Die im Postulat erwähnten Produktionsschwankungen bei Fotovoltaik und Wind wurden bei den Energieperspektiven 2050 plus durch eine stündliche Modellierung mittels realer Wetterjahre ebenso berücksichtigt wie die stündliche Stromnachfrage durch Wärmepumpen und den Verkehr. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine haben zudem Fragen zur Energieversorgungssicherheit stark ins Zentrum gerückt.

Vor diesem Hintergrund sollen die Szenarien zur Entwicklung des Energiesystems nun erneuert werden. Das Bundesamt für Energie arbeitet bereits an der Ausschreibung neuer Energieperspektiven, in denen die aktuellsten Entwicklungen und Fragestellungen berücksichtigt werden. Ergebnisse der neuen Energieszenarien werden 2027 vorliegen.

Von daher erachtet der Bundesrat das Postulat als erfüllt und empfiehlt es daher zur Ablehnung.

Vote

Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 65 Stimmen

Dagegen ... 127 Stimmen

(0 Enthaltungen)